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„Leere Kilometer“

07.04.11
Quelle: Andreas Butz

Wenn einem aller Trainingsfleiß nichts nützt, man trotz großem Einsatz stagniert, dann könnten die sogenannten „leeren Kilometer“ eine Rolle spielen.

Genussläufer kennen keine leeren Kilometer. Sie laufen, weil ihnen Laufen einfach Spaß macht. Sie laufen Wettkämpfe ohne Kampf, das heißt ohne zeitliche Ambitionen. Auch kennen Sie keinen Druck. Ein Trainingsplan existiert wenn dann nur rudimentär. Ein Kilometer kann für Genussläufer nicht leer sein, weil Laufen nicht nur der Weg, sondern gleichfalls auch das Ziel ist.

Ambitionierte Läufer hingegen  sollten die leeren Kilometer suchen, finden und eliminieren. Mit „ambitioniert“ meine ich Läuferinnen und Läufer, die mehr wollen: Entweder schneller werden oder länger laufen können. Mit leeren Kilometern werden die Trainingseinheiten gemeint, die einen auf dem Weg zum Ziel nicht weiterbringen. Und bei den meisten Hobbyläufern sind das mehr als die Hälfte der Wochenkilometer!

 

Wann ist ein Kilometer „voll“?


Als Trainer stören mich leere Kilometer. Denn meine Kunden wollen in der Regel in kurzer Zeit viel erreichen: Abnehmen, einen Marathon schaffen, oder neue persönliche Bestzeiten erreichen. Leere Kilometer sind Zeitverschwendung, machen das Trainingstagebuch zwar voll, helfen damit andere mit den Gesamtumfängen zu beeindrucken, bringen aber nichts.

Aber wann ist ein Kilometer „voll“, besser gesagt wertvoll? Wertvolle Kilometer sind die Trainingskilometer, die einen dem sportlichen Ziel ein Stück weiterbringen, weil sie einen optimalen Reiz setzen. Den richtigen Reiz zum richtigen Zeitpunkt, auf das jeweilige Ziel ausgerichtet. So schulen lange, langsame Dauerläufe die Fettverbrennung und helfen beim Abnehmen und Schnellerwerden. Kurze schnelle Intervalle helfen das Tempogefühl zu entwickeln und das Renntempo gezielt zu verbessern. Aber nur, wenn man sich beim Intervalltraining nicht unterfordert und nicht überfordert. Das Zusammenspiel aus Belastung, Pausen und Gesamtumfang sollte stimmen.

Viele Hobbyläufer trainieren aber immer in der gleichen Intensität, dem so empfundenen Wohlfühltempo. Das ist einmal pro Woche auch in Ordnung. An den anderen Trainingstagen sollte man seinem Körper aber andere Reize bieten, damit er darauf durch Anpassung, also Steigerung der Leistungsfähigkeit reagiert.

Bei weiterem Interesse empfehle ich meine älteren Artikel aus 2008/2009 über die verschiedenen Varianten Dauerlauf- und Tempotrainings. So stellst Du sicher, dass Du Dein Trainingsbuch nicht mit leeren Kilometer vollmachst.

 

Viel Freude beim Laufen wünscht
Andreas Butz

www.laufcampus.com

 

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