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Laufberichte

„You Can Do FSM“

07.09.14


Ebs in Flammen

 

Die Stadt Ebermannstadt mit rund 7000 Einwohner dominiert die Nikolauskirche, die schon im Jahr 1332 urkundlich belegt wurde. Hier wie auch in den anderen Orten wird Feiern groß angesagt. Die Kärwa, wir sagen dazu Kirchweih, wird immer im September veranstaltet. Klar, dass da nicht nur Wasser und Limo getrunken wird.  Wir sind ja im Regierungsbezirk Oberfranken, der Gegend mit einer wahnsinnig hohen Brauereidichte. Zwei Brauereien und einige Brennereien findet man auf städtischem Gebiet.

Die 16- Kilometer-Läufer haben bereits ihren Endspurt angezogen, genauso wie die Teamläufer, die nach rechts ausgeleitet werden und ihren Chip an eine frische Kraft weiterreichen. Viele Zuschauer und Betreuer sorgen wir gute Stimmung. Einige 10000 Zuschauer werden auf der gesamten Strecke stehen. Für einen Landschaftsmarathon eine sensationelle Marke.

Auf der anderen Seite ist die Spitze der Inliner längst im Ziel, dennoch kommen immer wieder Gruppen im Karacho vom Gasseldorfer Berg heruntergesurrt. Die Gasseldorfer feiern mit dem Marathon ihr Straßenfest bei Bier und Bratwurst. Später sehe ich einen Skater am Straßenrand mit einem kaputten Sportgerät sitzen. Es schaut so aus, als muss er aufgeben.

 

Samba gefällig?

 

Das Wiesenttal verengt sich nun zunehmend, Streitberg wird sichtbar. Erst wird die Binghöhle, eine der schönsten Tropfsteinhöhlen in Deutschland, angekündigt. Dann  könnte man Spezialitäten wie Schinken und Honig von seinem Ausflug mit nach Hause nehmen.

Die Geräuschkulisse wird lauter, an der Einfahrt zu Streitberg haut eine Sambaband in die Vollen. Und drei rassige dunkle Sambatänzerinnen schwingen ihre Hüften. Gut, dass Alex weiter hinten läuft, ich habe freie Auswahl. Ich fuchtle mit der Kamera herum und eine der Mädels tanzt vor mir herum. Mir wird davon schwindelig und ich weiß fast nicht mehr, wohin ich schauen soll (muß). Die Fotoarbeit nimmt mir der Bandleader ab. Danke. Letztes Jahr musste ich mich vom Moderator vorhalten lassen, mich mit Nebensächlichen zu beschäftigen. Heute sagt er nichts.

Das Wiesenttal wir weiter. Wir erreichen Kilometer 21, wo die Zwischenzeit von mika-timing genommen wird. In einem Rechtsbogen umrunden wir nun die Burg Neideck, die auf einem Sporn des Wartleitenberges liegt. Die Gruppe um 3:45er-Pacer Leon lässt sich das laufende Foto-Shooting nicht entgehen. Einige grinsen und winken.

Muggendorf,  jetzt kommt uns bereits der erste  schwarze Renner entgegen. Es ist Getachew Endisu, er gewinnt  den Marathon mit vier Minuten Vorsprung. Das Tal verengt sich nun wieder. Ich höre die Dampfeisenbahn mit ihrem Gepfeife. Sie kommt aus Richtung Behringersmühle. Die Kilometer fliegen nur so dahin, die Wende ist nicht mehr fern.

 

Wende an der Sachsenmühle

 

500, 300 und 100 Meter Wende, so wird die Umkehrstelle angekündigt. Der 3.30er Pacer ist längs durch, alleine! Am Wendepunkt haben sich viele Zuschauer versammelt. Nicht wenige sind per Drahtesel gekommen. Jeder wird vom Moderator angekündigt und über viele weiß er etwas berichten. So auch über die fotografierende Rennsau, die als „ein Stammläufer“ angesprochen wird. Ich drehe um, es geht zurück. 13 Kilometer bis Ebermannstadt!

Der Großenseebacher Rudi ruft mir ein Servus entgegen. Letztes Jahr sind wir in Zeil am Main einige  Kilometer miteinander gerannt. Der M60-Läufer ist flott unterwegs und wird später auf  dem Trepperl landen. Es dauert nur einige Momente, dann kommt Alex auf der anderen Seite daher, auch er alleine. Das wird ihm recht sein, denn dann kann er sich frei entfalten, beim Bierschnorren und beim Posieren in Streitberg. Stimmt's Alex?

Die Felsformationen rücken dicht an die Straße heran, vereinzelt sind Schutzzäune angebracht, die verhindern sollen, dass loses Gestein auf die Straße fällt. Beim Hinweg ist das mir gar nicht aufgefallen. Der 35. Kilometer liegt hinter mir, da kommen die letzten Kämpfer auf der anderen Straßenseite entgegen. Darunter ist der M70-Läufer Djuro aus Selb, der laufenderweise kranken Kindern hilft. Dahinter dann der OK-Chef des Burgwald Marathons in Rauschenberg, Heinz Kaletsch. Alle zwei Jahre, das nächste Mal 2015, werden am Burgwald die Laufschuhe geschnürt.

 

Heimfahrt

 

Nur noch fünf Kilometer, wieder höre ich ein Pfeifen. Jetzt kommt die Museumsbahn direkt neben der Bundesstraße herauf geschnauft. Die Bahnpassagiere klatschen und rufen mir etwas zu, was im Stampfen der Lok aber untergeht.

In Streitberg suche ich nochmals die Nähe der Tänzerinnen. Die Zuschauer im angrenzenden Biergarten johlen, als ich mich wieder auf dem Weg mache. Zuvor haue ich mit den Händen noch auf eine Trommel. Und der Drummer mit dem Stock auf meine Pratzen. Autsch.

Motiviert für die letzten Kilometer mache ich mich auf die Ortsrunde durch Streitberg. An der Linkskurve können wir einen Blick auf die Ruine der Streitburg werfen. Von dort oben ist der Ausblick gigantisch.

Die letzten zwei, drei Kilometer werden zur Quälerei, die Hitze plagt mich, der Sprit ist alle. Einige Teamläufer gehen vorbei und auch einige Marathonsolisten. Ich bin dann froh, als ich den Anstieg bei Kilometer 41 bezwungen habe. Das letzte Stück hinunter ins Ziel lasse ich es rollen. Bei 3:51 Stunden bleibt die Uhr stehen. Geschafft ist der Marathon und ich auch. Auf der zweiten Hälfte bin ich eingebrochen, sechs Minuten habe ich da mehr benötigt. Ich schiebe es auf die Hitze.

Zielimpressionen

 

Im Ziel warten Henriette und Erwin, der jetzt nicht mehr als Wasserträger fungiert, sondern den Job als Oberkellner übernommen hat. Jeder Pacer und auch der durstige Reporter bekommt ein kühles Weißbier überreicht. Bei 25 Grad eine Wohltat.

Helfer hängen den Finishern Medaillen um und übergeben kurz hinter der Ziellinie Riegel. Nur ein paar Schritte weiter können wir uns an Cola und Obst laben. Verbessern kann man sich bei den Duschgelegenheiten, denn das Wasser in der Schule ist, ich zitiere einen Einheimischen, arschkalt. Aber sonst ist der eingeschlagene Weg goldrichtig im Frangnland.

 

Marathonsieger

 

Männer

1 Endisu, Getachew  BTS Bayreuth 02:31:22  
2 Strauch, Christian  02:35:09  
3 Apfelbacher, Sebastian Mizuno Runbird 02:50:09  

Frauen

1 Hempel, Kristin KS-Sportsworld 03:07:16  
2 Fischer, Johanna 03:23:14  
3 Hempel, Bärbel ESV Lok Döbeln  03:24:03  

192 Finisher

 

 

12
 
 

Informationen: Fränkische Schweiz Marathon
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