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Laufberichte

Das 20jährige

 

20 Jahre Marathon in der Fränkischen Schweiz. Ich war im Jahr 2000 bei der Premiere dabei, dann zog ich viele Jahre durch die Lande. In der letzten Dekade war ich dann wieder wiederholt am Start, wohl auch wegen der mehrfach durchgeführten Bayerischen Meisterschaften. Außerdem hatte ich Schönheit der Region wieder entdeckt.

Für das Jubiläum haben sich die Oberfranken einiges einfallen lassen. Auch die Marathonstrecke wurde ein wenig modifiziert. Vom Walberla zur Neideck, so ist der neue Kurs ganz einfach beschrieben.  Es geht nicht mehr so weit in das Mittelgebirge hinein. Die fehlenden Kilometer werden auf der zweimal zu belaufenden Etappe von Ebermannstadt nach Weilersbach gelaufen. Bei der Erstausgabe ging es von Forchheim nach Gößweinstein/Tal und zurück bis nach Ebermannstadt. 20 D-Mark kostete das Laufvergnügen.

Als Neuerung gibt es für alle Jubilee-Club-Mitglieder (mindestens 10 Mal am Marathon teilgenommen) einen Freistart und eine eigenes Geschenk für die Treue. Ohne Gebühr starten dürfen auch alle Teilnehmer des Jahres 2000 sowie alle Männer mit einer Bestzeit von unter drei Stunden bzw. 3:30 Stunden bei den Damen (in den letzten drei Jahren erzielt). Interesse gibt es auch bei der Cup-Wertung „Oberfränkische Marathon-Krone“, wozu noch der Obermain-Marathon und der Frankenweg-Lauf (Trail-Marathon) zählen.

Während bei der Premiere nur eine Distanz ausgeschrieben war, kann nunmehr die ganze Familie mitmachen: Für die Bambini- und Schülerläufe bis hin zum 1/10-Hobbylauf ist der Samstag reserviert, wobei die Sparkasse die Startgelder für Kinder und Jugendliche übernimmt. Am Sonntag gehen dann Handbiker und Inliner auf den Kurs, nur Minuten später wird der Marathon gestartet. Mit etwas zeitlichem Abstand steigen dann die Halbmarathonis und die 10 Kilometer-Läufer ein. Die 42,195 Kilometer können auch im Team mit zwei bis fünf Läufer aufgeteilt werden. Ein Pacerteam hat sich mittlerweile auch für den FS-Marathon gebildet. Man kann sich den routinierten Sportlern anschließen und Zeiten von 3:30, 3:45, 4:00, 4:15 oder 4:30 angehen.

Wenn man jetzt die damalige Startgebühr von umgerechnet 10 EUR mit der heutigen vergleicht, kommt man auf eine erhebliche Teuerungsrate. Bei frühzeitiger Meldung zum Marathon werden hier 35 EUR verlangt. Für die übliche Infrastruktur plus Medaille, Nudelgutschein und kostenloser Massage ist das heutzutage ein Schnäppchen. Rund 500 Helferinnen und Helfer sind im Einsatz, die Veranstaltung ist längst bei der Bevölkerung im Wiesenttal angekommen, Ja, man identifiziert sich mit dem Fränkischen Schweiz Marathon.

 

 

Samstag in der Früh um 06.00 Uhr, es hat gerade das Morgengrauen eingesetzt, schwinge ich mich in meine Karre, um die rund 150 Kilometer nach Ebermannstadt zurückzulegen. Einige Baustellen auf den Autobahnen kosten ein wenig Zeit. Ich hätte noch früher aufstehen müssen, da die B 470, unsere Laufstrecke, ab 07.00 Uhr für den Verkehr komplett gesperrt ist. Ich eiere am Marktplatz rum, komme aber da nicht durch und handele mir einen Anpfiff von einer Polizeistreife ein. So komme ich erst gegen 08.15 Uhr am Landratsamt an und ergattere meine Startnummer neben diverser Zugaben, unter anderem einen Falttrinkbecher, den man gleich heute einsetzen könnte. Man überlegt, künftig keine Plastikbecher mehr einzusetzen. Ein guter Ansatz.

Just in time komme ich in den Startbereich, wo ich mich im Startblock hinten einordne und dann überrascht das Startsignal höre. Rund 7000 Leute wohnen in Ebermannstadt, das sich als Herz und Eingangstor der Fränkischen Schweiz sieht. Das Stadtbild prägt die Kirche St. Nikolaus, deren Bau wohl in das 14. Jahrhundert zurückgeht. Noch ein wenig älter ist die Marienkapelle als ältestes Bauwerk der Stadt. Der fast quadratische Grundriss des Gotteshauses deutet auf eine Verbindung in die romanische Zeit hin.

Wir verlassen Ebermannstadt nach Westen auf der Bundesstraße 470 in Richtung Forchheim. Von dort hätte man auch mit einem Zug anreisen können, doch das private Eisenbahnunternehmen agilis hat Personalprobleme und die Zugverbindung gestrichen.


 

Wir laufen durch das weite Tal der Wiesent, einem knapp 80 Kilometer langen Gewässer, das bei Stadelhofen entspringt und durch mehrere Ortschaften fließt. In Forchheim endet die Wiesent als Zufluss der Regnitz. Die Laufstrecke ist breit genug für uns Läufer und sie ist zusätzlich noch in der Mitte mittels Pylonen abgetrennt, denn wir werden nach genau fünf Kilometer wenden und auf der anderen Seite zurücklaufen. Dieses Pendelstück ist auch die Strecke der Zehn Kilometer-Läufer.

Wir sind noch nicht lange unterwegs, da kommen schon auf der anderen Seite die ersten Handbiker und gleich danach die Inliner entgegen. Schon weit vor der ersten Wende werden wir verpflegt.  Wir sind gerade mal drei Kilometer unterwegs, da greife ich zu einem Becher Isogetränk. Es wird heute nochmals sehr warm werden, viel trinken wird notwendig werden. Das Iso ist leider nicht so mein Geschmack. Viel lieber nehme ich das Angebot eines älteren Feuerwehrkameraden an. Er steht mit einem Faltbecher am Rand und preist ein frisches Bier an. Ich kann nicht widerstehen...

Aus Rüssenbach stammt der Floriansjünger, ein fränkischer Ort, wo das Vereinsleben hoch gehalten wird.  Die Kirchweih und das Backofenfest stehen prägend in der Jahresagenda. Nach einem weiteren Wegstück sehen wir auf den Höhen die Vexierkapelle Reifenberg, ein Gotteshaus, das dem St. Nikolaus geweiht wurde. Ich habe mich nun im Marathonfeld gut gefunden und bin kurz vor dem Pacer für die vier Stunden unterwegs.

Wir erreichen bei km 5 die Wende in Weilersbach, eine Gemeinde mit rund 2000 Einwohnern. Wenn wir in Richtung Forchheim schauen, dann erkennen wir einen Höhenzug südlich der Wiesent, der sich Walberla oder die Ehrenbürg nennt. Das ist ein Zeugenberg, worauf die Walburgis-Kapelle im 14. Jahrhundert errichtet wurde. Ich habe es leider bis heute nicht geschafft, da hinaufzusteigen. Die Aussicht muss weitläufig sein. Oder vielleicht wäre das Walberla-Fest, der Patronatstag der Heiligen Walburga, am ersten Maiwochenende ein Anlass dafür? Wir wenden und laufen auf der anderen Seite zurück. Nun kann man die folgenden Läufer sehen und den einen oder anderen abklatschen. So die Lauflegende Erwin, die Pacemaker Harald und Friedrich oder den Klaus den Dänen.

Km7, schon die dritte Möglichkeit der Versorgung, denn der Feuerwehrkamerad steht nun auf der anderen Seite der Straße mit seinem gefüllten Getränkebecher. So kann es weitergehen. Ich komme mit Gunar aus Erfurt ins Reden. Er meint, mich schon ein paar Mal gesehen zu haben, kann aber mich nicht einordnen. Erst als ich mich als laufender Reporter oute, fällt bei ihm der Groschen. Ich solle in seiner Heimat den Erfurt Marathon laufen, es würde sich lohnen.  Aber der Kurs ist wellig und heiß ist es auch meistens. Nun ja, kühl ist es heute auch nicht und der Schweiß fließt bei den meisten schon jetzt in Strömen. Schatten findet man auf diesem Pendelstück nicht.

Wir erreichen den Ortsrand Ebermannstadt, da kommen uns auf der anderen Seite die Halbmarathonis und die 10 Kilometer-Läufer entgegen. Zuerst sind es nur einzelne, dann wälzt sich ein breiter Strom im Bereich 1.45 Stunden bis 2.15 Stunden (da gibt es auch einige Pacer) stadtauswärts. Nach wenigen Minuten laufen wir unter dem Start- und Zieltransparent durch. Die Moderatoren Michael Cipura und Jochen Brosig versuchen, so viele wie möglich namentlich anzusprechen. Als M4Y-Reporter ist man bekannt und braucht nicht auf sich aufmerksam machen. 56 Minuten bin ich nun unterwegs.  Die vier Stunden, die ich mir insgeheim als Ziel gesetzt habe, werde ich nicht halten können, zumal sich der entsprechende Pacer mit seinen fünf, sechs Anhängern schon vor mir ist.

 

 

Viele Zuschauer stehen hier hinter den Absperrungen, auf der anderen Seite wartet man schon auf die schnellsten Handbiker, die dann auch gleich eintreffen. Am Ortsende wechseln die Staffeln und bringen frische Kräfte ins Rennen. Ein Mädel mit roten Bäckchen wegen der Anstrengung, hat mich kurz zuvor „ala“ aussehen lassen.  Sie hatte noch Power für den Endspurt in den Beinen.

Die Bundesstraße 470 zählt in diesem Bereich zur Burgenstraße, eine ausgewiesene Strecke von Mannheim nach Bayreuth. In der Fränkischen Schweiz berührt die Ferienstraße namhafte Orte, Burgen und Schlösser wie die Kaiserpfalz in Forchheim, Egloffstein, Gößweinstein, Pottenstein, Waischenfeld bis zum Schloss Seehof bei Memmelsdorf. Es geht nun lange, aber nicht steil nach oben, die ersten marschieren. Wie der Olaf. Als ein flottes Mädel zu ihm aufschließt, lässt sich dieser nicht lumpen und trabt wieder an. Auf der Gegenseite kommen die Skater in Gruppen heruntergerauscht und lassen es rollen. Am Ende der Steigung des Gasseldorfer Berges steht ein Musikant mit seiner Quetschn und spielt uns ein Ständchen, aber wir müssen weiter.

Kilometer 14, Streitberg, da freut sich jeder, ob Läufer, Zuschauer oder Skater. Die einen sind noch zu schnell unterwegs, die anderen hocken bei Bier oder Kaffee gemütlich beisammen. Ein anderer drückt die rassigen Sambatänzerinnen für ein Selfie an sich. Der Moderator wird neidisch, das erkenne ich gleich.

In einem weiten Bogen laufen wir im Wiesenttal um die Burg Neideck, die 1219 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Sie liegt, wie andere Burgen und Ruinen in der Fränkischen Schweiz, ausgesetzt auf einem Felssporn und war im Mittelalter nur schwer einzunehmen. Das Tal, bisher breit und übersichtlich, wird zunehmend schmaler.

Muggendorf, der nächste Ort, ist bekannt für seine zahlreichen Tropfsteinhöhlen, wie die Rosenmüller-, Witzen- und Oswaldhöhle. Durch letztere führt sogar der Frankenweg-Trail. Ende September feiern die Muggentaler ihr Erntedank- und Kürbisfest. Trocken wird es da nicht zugehen, zumal wir in der Region mit den meistern Brauereien unterwegs sind. Hier wechseln wieder die Staffeln und verpflegen können wir auch. Was wir unbedingt benötigen, ist Erfrischung, denn die Sonne hat die Temperatur gehörig nach oben getrieben. 25 Grad wird es haben. Das Wasser ist für die Birne, Elektrolyt für den Bauch. Matthias, der Würzburger, der auch schon jahrzehntelang unterwegs ist, kommt entgegen.  Er ist schon auf dem Rückweg.

Noch zwei Kilometer bis zur Wende, wir sind jetzt auf dem schönsten Stück unterwegs. Das Tal hat sich weiter verengt, endlich haben wir etwas Schatten und von hinten höre ich schon ein Gepfeife: Die Dampfbahn nähert sich und fährt mit lauten Getöse an uns vorbei, die Passagiere jubeln uns zu. Wer sich früh zum Lauf angemeldet hat, der hätte einen Nachlass für die Fahrkarte bekommen. Die Abteile sind gut besetzt. Die Wende wird frühzeitig angekündigt. Noch 500, 300, 100 Meter und dann spricht die Helferin jeden an: „Hier um mich herumlaufen“. Halbzeit, ich bin etwas mehr als zwei Stunden unterwegs und habe jetzt schon einige Zeit verloren. Die Hitze! Geht es zurück besser, zumal die Tendenz bergab ist? Mal schauen.

Etwa bei Kilometer 23 kommt der 4.30-Pacer auf der anderen Seite. Wir grüßen einander und klatschen uns ab. Man hilft sich gegenseitig und wünscht sich alles Gute auf dem Heimweg, der noch ein wenig dauern wird. Ich komme gut durch Muggendorf durch.

 

 

An einem einzelnen Haus sitzen drei ältere Leute im Garten und hören Rock'nRoll aus den 50er Jahren. Danny & the Juniors mit „At the Hop“ läuft gerade. Jetzt haben sie einen Wasserschlauch verlegt und in Betrieb genommen, damit können wir uns erfrischen. Die Läufer nehmen die private Erfrischung dankbar an, ich auch. Nur wenige Minuten später kommt die Dampfbahn von ihrem Endbahnhof in Gößweinstein wieder angefahren. Jetzt sehe ich sie direkt neben mir, da freut sich der Fotograf.

Streitberg, gleich kommt Kilometer 28, die Sambagirls sind immer noch „in action“.  Für sie sind die Temperaturen brasilianisch, ihr Tanzstil auch. Nebenan sind die Biertische gut besetzt, gleich wird zum Mittag Deftiges serviert. Ich rieche Schweinebraten,  mein Magen knurrt. Kurz biegen wir in den Ort hinein und an einer Linkskurve sehen wir weit oben die Streitburg.

Halluziniere ich? Km 40 wird angezeigt und daneben km 30. Was ist denn das? Dann sehe ich „Skating 40“! Aha, die haben fertig. Ich bin auch fertig und muss eine längere Gehpause einlegen. Ich kann erst auf Höhe Gasseldorf wieder antraben, es geht leicht hinunter nach Ebermannstadt.

Kilometer 32 sehe ich und nach 195 Meter das Zieltransparent. Früher war das auch das Ziel,  jetzt müssen wir nochmals zehn Kilometer hinunterreißen bis nach Weilersbach. Das wird eine fürchterliche Prüfung. Die Strecke ist zwar eben, aber der Geist muss stark sein. Ich werde von Michael Cipura angesagt, das hält meinen Joggingfluss bis zur V-Stelle nach weiteren 200 Meter aufrecht. Die Helferin kommt mir entgegen und fragt nach meinen Wunsch - Wasser oder Iso? In meiner Not brauche ich Bier. Sie springt zur Zielverpflegung, drängelt sich vor und trägt mir die Halbe noch ein paar Meter nach. Endlich. Schluck für Schluck lasse ich Maisels Weißbier die Kehle hinunterrinnen. Das dauert zwar ein wenig, aber nach einem Kilometer marschieren ist die Halbe weggepumpt. Einen Zuschauer höre ich sagen: „Schau hi, der hat sich ein Bier eischenk lass“.

Dann sind wir voll in der Sonne, auf der anderen Seite kommen Läufer mit einer Zeit von 3.30 Stunden entgegen, die sind in wenigen Minuten fertig. Aber auch die haben Federn gelassen und sind gezeichnet. Schließlich läuft Harald mit seiner Fahne für die 4.30 Stunden auf mich auf und nimmt mich für 100, 200 Meter mit. Ich falle dann wieder in den Wanderschritt. Es wird ganz zäh bis zur Wende in Weilersbach, zumal jetzt etwas Wind von vorne kommt. Ich trinke ausgiebig und doch ist es zu wenig für den Körper.

 

 

Nur mehr fünf Kilometer. Nach wenigen Metern holt mich ein Damentrio des TF Feuerbach ein,  die Mädels ziehen vorbei. Sie ratschen auch noch und haben beste Laune. Ein wenig kann ich mich dranhängen. Auf der anderen Seite kommen nur noch wenige Marathonis entgegen, sie haben Riesenabstände zueinander. Der Alex läuft sogar barfuß, ihn macht lediglich der raue Asphalt zu schaffen, dass der Boden auch heiß sein kann, darüber verlautet er nichts.

Kilometer 40, kurz zuvor die letzte Tränke. Ich schütte mir nochmals eine Ladung Wasser über dem Kopf und kann wieder ein paar Meter traben. Auf der anderen Seite traben die letzten Läufer, verfolgt von einem Besenwagen und den Sanis. Ich rate denen, ihren Abstand zu den Läufern ein wenig zu vergrößern.

Es geht nach Ebermannstadt hinein, der letzte Kilometer, nochmals kurz marschieren und dann reiße ich mich am Riemen und trabe an. Die Leute applaudieren freudig und nach gut 4.43 Stunden laufe ich unter dem Zielbanner hindurch. Michael klatscht mich ab und schickt den durstigen Autor gleich zum Tränke, wo es das alkfreie Weißbier aus Bayreuth gibt.

Nicht lange halte ich mich dort auf. Ich wechsele noch ein paar Worte mit Reporterkollege Andreas, der heute zum Gedenken an den Überfall der Deutschen auf Polen vor 80 Jahren sein Finishershirt vom Warschau Marathon angezogen hat. Außerdem hat er heute seinen 150. Marathon geschafft. Seine „Madam“ Judith war noch etwas besser, denn sie landet in ihrer Klasse ganz oben auf dem Stockerl. Glückwunsch. Im Ziel lasse ich mir die Nudeln schmecken. Trotz der Qual hat es mir wieder sehr gut gefallen.

 

Mein Fazit:

Es ist ganz hart geworden zum Ende hin. Ein Höhentraining, ich kam aus der Türkei, wo ich mit Bekannten den über 5100 Meter hohen Ararat bestieg, ist kein Garant für eine schnelle Marathonzeit. Aber so warm und so schwül wie heute war es hier zum FS-Marathon schon lange nicht mehr.

Die Freundlichkeit der Helfer, sei es Feuerwehrkamerad, Helfer des THW oder Sani,  überzeugt, sie unterstützen dich jederzeit, auch wenn du weiter hinten platziert bist. Ich habe die letzte Schleife als mentale Prüfung gesehen, die nicht jeder bestanden hat. Bei über 300 Meldungen auf der Marathonstrecke und 231 Finishern sind fast 25 Prozent nicht angetreten oder ausgestiegen, das ist auf dem Papier eine hohe Zahl. Wobei die Bedingungen mit den hohen Temperaturen, der Schwüle und dem Wind alles andere als einfach waren. Jetzt war ich acht Mal am Start und möchte auch in den Jubilee-Club kommen. Also werde ich in den nächsten Jahren wieder antreten.

 

Meine Ode an den FS-Marathon

 

Zum 20jährigen möchte ich noch etwas zu meinen bisherigen Teilnahmen sagen.

2000: Da war ich bei der Premiere dabei. Das Wetter war bestens – für die Zuschauer: Sonne satt und mit 30 Grad wäre man besser zum Baden gegangen. 1800 Läufer gingen auf die Strecke, der Start wurde kurzfristig um drei Minuten vorverlegt, weil die Läufer im Startblock nicht mehr zu halten waren. Ich war schnell unterwegs, musste jedoch auch der Hitze Tribut zollen und kam mit 3.26.30 Stunden noch auf Gesamtplatz 125.

2008: Dass ein Höhentraining nicht unbedingt kompatibel mit einer Bestzeit sein kann, diese Erfahrung machte ich in diesem Jahr. Ich kam unmittelbar aus einer Wanderwoche in den Ötztaler Alpen mit der Besteigung des zweithöchsten Berges in Österreich, der Wildspitze, wollte vielleicht zu viel erreichen und ging zu forsch in das Rennen. Hinten raus ist zwar die Ente fett, aber der Autor war platt. Ich kam nach 3.18.52 Minuten ins Ziel. 336 Finisher.

 

 

 

2012: Da ging es bei mir perfekt von Forchheim nach Ebermannstadt. 20 Grad und kaum Wind. 256 Finisher beim Marathon. Die zweite Hälfte ging es sechs Minuten schneller als die erste. 3.36.58 Stunden, 10. in der Klasse M50.

2013: Da wurde ich pressebekannt, als ich mit den Sambatänzerinnen in Streitberg herumschäkerte. Moderator kommentierte: „Aha, der Anton Lautner widmet sich den Nebensächlichkeiten des Marathons.“ 3.37.29 Stunden, damit geht es auf Rang 14 der Klasse M50. 271 Finisher.

2014: Jochen Brosig, damals als Fotograf mit dem Rad unterwegs, heute als Moderator im Ziel, watschte mich sprichwörtlich ab, als ich auf seinem Gepäckträger mitfahren wollte: „Du bist alt genug zum Laufen“. Die Hitze setzt mit auf dem letzten Wegstück arg zu, Oberkellner Erwin erlöst mich im Ziel mit einem frischen Bier. 192 Finisher. 3.51.04 Stunden.

2016: Bayerische Meisterschaften. Und wieder komme ich aus einer Wanderwoche in den Alpen. Hilft dieses Mal ein Höhentraining? Wieder ein Satz mit X, ich werde demütig zum Ende hin. Jens steckt mir ein Gel zu, das noch ein wenig hilft. 4.05.53 Stunden reichen für Rang fünf in der Bayerischen. 245 Finisher.

2017: Wieder Bayerische Meisterschaft. Im Weilersbach wird eine Sau gegrillt, mein Magen knurrt. 3.37.31 Stunden, eine halbe Stunde schneller als im Vorjahr, dafür bei der Bayerischen Rang sieben. Verrückt.  241 Finisher.

2019: Die Hitze und die schwülen Temperaturen setzen vielen Marathonis zu. Viele verlieren Zeit auf den letzten zehn Kilometern. 231 Finisher bei über 300 Meldungen. Da gab es mehr DNF und DNS als üblich. Ich hatte große Schwierigkeiten auf der zweiten Hälfte. 4.43.29 Stunden, Rang 16 in der Klasse.

 

Ergebnisse 2020

 

Männer
1.  Nikki Johnstone, LAZ Puma Rhein-Sieg/Asics-Frontrunner, 2.27.59
2.  Patrick Weiler, Team Memmert, 2.32.52
3.  Goytom Maru, MOLL Batterien, 2.43.50

Frauen
1.  Ricarda Gerlach, LG Stadtwerke München, 3.01.55
2.  Addisalem Mekonnen, LAC Quelle Fürth, 3.07.00
3.  Maria Magdalena Veliscu, Running Frenzy, 3.07.29

 

Informationen: Fränkische Schweiz Marathon
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