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Laufberichte

You’ll never walk alone – der Rodgau Ultra

29.01.11

 

Runde 10  

 

Ich bin k.o.. Wolfgang, Daniel und Markus habe ich ziehen lassen müssen. Zumindest in Sichtweite (und die ist dank der Mützen sehr weit) versuche ich Ihnen hinterher zu schleichen. Gehen will ich auf keinen Fall, das ist für mich schlichtweg eine Frage der persönlichen marathonischen Ehre. Ein letztes Mal ziehen Wald und Feld an mir vorüber, mir kommt es allerdings diesmal vor, wie in Zeitlupe. Für heute ist es genug. Noch ein letztes Mal muss ich über den “Berg” bei km 4, dann darf ich dem Ziel entgegen traben und hoffe nur, dass ich mich beim Rundenzählen - denn das muss jeder eigenverantwortlich für sich erledigen - nicht verrechnet habe.

 

Im Ziel


Als ich nach 4:29 Std. die Ziellinie überquere, ist der diesjährige Sieger schon seit 1:20 Std. angekommen. Gewonnen hat aber nicht etwa, wie ich erwartet hatte, der schnelle Ukrainer, sondern ein anderer. Im Ziel erfahre ich, dass der bis zur zehnten Runde führende Evgenii Glyva bei km 46 noch durch den Sieger von 2009, Thomas Hegmann, eingeholt worden sei und sodann frustriert aufgegeben habe. Da kann ich nur sagen: Sportsgeist ist für mich etwas anderes. Thomas Hegmann siegte dann aber auch nur recht knapp in einer Zeit von 3:09:24 vor Thomas Dehaut (3:10:32), der in der letzten Runde nochmals kräftig aufgeholt hatte. Bei den Frauen lief Astrid Staubach als Gesamt-28. der weiblichen Konkurrenz in 3:54:39 davon.

Im Ziel ist für die Einläufer eine weitere Versorgungsstelle eingerichtet. Dankbar schlürfe ich den angebotenen heißen Tee. Kaltes Bier, selbst Malzbier, gäbe es auch, aber danach ist mir jetzt nicht zumute. Wer keine Jacke deponiert hat, kann sich mit einer Folie gegen die schnell in den Körper kriechende Kälte schützen. Die meisten hält es aber nicht lange im Zielbereich, was jedoch nicht heißt, dass die Veranstaltung damit zu Ende ist: Denn nun ist Feiern angesagt. Allerdings muss man zunächst noch die 850 Meter Rückweg zur Sporthalle überstehen.

In der warmen Halle ist es wie am Morgen proppenvoll. Der „Ultra-Kaffeeklatsch“ bei Eintopf und Kuchen ist bereits voll im Gange. Kaum ein Platz ist in den langen Reihen aus Tischen und Stühlen zu bekommen. So nebenbei findet auch die Siegerehrung statt, aber nicht wenige der Anwesenden sind so im Gespräch vertieft, dass sie davon nicht viel mitbekommen. Für uns m4y-ler ist das jedoch nur der Auftakt für einen gemeinsamen Abend, den wir - Klaus sei Dank - nach überstandenem Abenteuer ganz im Stile von Asterix und Obelix (wenn auch ohne Wildschwein) bei einem üppigen Buffet verbringen dürfen.    

Was bleibt? Es hat mir richtig gut gefallen in Rodgau. Und ich habe es keineswegs bereut, die lange Fahrt auf mich genommen zu haben. Der Rodgau Ultra ist sicher anders als andere Marathons, aber eben auf seine ganz eigene Art nicht minder reizvoll. Er bietet zudem eine ideale Möglichkeit, einmal in die Welt jenseits der magischen  Marathongrenze zu blicken, mit der Chance, dieses Experiment jederzeit vorzeitig abbrechen zu können. Die meisten Teilnehmer sind allerdings ohnehin ultraerfahren. Sie treibt eine andere Motivation. Für sie hat sich der Lauf zu einem der zentralen Treffs  der insgesamt noch relativ überschaubaren “Ultra-Familie” entwickelt. Und wie das bei Familienfeiern so ist: Man kommt eben auch deshalb, weil man zur Familie gehört oder gehören will, ohne das volle Familienprogramm mitzumachen. Viele nutzen die Veranstaltung daher auch nur als verschärfte Long-Jog-Einheit, eben so lange die Lust anhält und soweit die Füße tragen.

Fotos: Klaus Duwe

Siegerliste

Männer

1 Hegmann, Tobias TSG Kleinostheim 3:09:24,8
2 Dehaut, Thomas LLG Landstuhl 3:10:32,6
3 Lynas, Matthew LTV Erfurt 3:19:19,0

Frauen

1 Staubach, Astrid LG Vogelsberg 3:54:39,8
2 Müller, Antje LC Auensee Leipzig 3:58:15,6
3 Werthmüller, Gabriele Laufgruppe Derendingen 3:59:04,3

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Informationen: Ultramarathon Rodgau
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