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WISBI am Kitzbühler Horn

15.08.10
Quelle: Wolfgang Bernath

„Panoramastraße zum Kitzbühler Horn“ - so lautete der Wegweiser während meines Tirolurlaubs. Panorama heißt: Gute Aussicht, also: Nichts wie hin. Eine Traumstraße vom Kitzbühler Stadtrand bis zur Bergstation der Seilbahn zum Kitzbühler Horn war zu genießen, Serpentinen wie bei der Tour de France am Col de la Madeleine und ein super Panorama. Und das Beste: Eine Straße mit Zeitnahme. Wie das jetzt?

„WISBI“ lautet das Zauberwort und das steht für „Wie schnell bin ich?“. Seit letztem Jahr bietet die Stadt sportbegeisterten Radfahrern und Läufern die Möglichkeit, ihr Leistungsvermögen auf den vermessenen 7,1 km und knapp 900 Höhenmetern zu testen und auch zu dokumentieren. Am Start informiere ich mich anhand der ausgehängten Informationen, ziehe eine Karte mit einem Barcode und laufe los.

Die Straße ist 6 m breit, durchgehend asphaltiert und steigt sofort spürbar an, die insgesamt durchschnittlichen 12% Steigung machen sich sofort bemerkbar. Leider herrscht an meinem Lauftag schlechtes Wetter, es ist zwar noch trocken, vom sonst so markanten Gipfel ist überhaupt nichts zu sehen. Und leider auch nicht zu fotografieren. Na, wenigstens den Schwarzsee kann ich ablichten, in und an dem tags darauf Jan Frodeno beim Triathlon triumphieren sollte.

Jede der insgesamt 19 Kehren ist benamt und mit einem schönen Holzschild versehen. Zusätzlich sind auch jeweils die Höhenmeter vermerkt, so daß man immer weiß, wie viele schon geschafft sind. Und die km sind rückwärts ausgeschildert. Ich bin noch nie so viele Höhenmeter hintereinander am Stück gelaufen und gehe das Ganze auf Jonathan Wyatts Spuren daher vorsichtig an.

Mit jeder Kehre beginnt die Sache mehr Spaß zu machen, auch als etwa bei der Hälfte das Nieseln in einen kräftigen Landregen übergeht. Die Kamera habe ich in eine kleine Tüte gesteckt und so übersteht sie die Aktion am Ende unbeschadet. Die letzten zwei km verlaufen direkt in den Regenwolken, die sonst so schöne Aussicht, z.B. auf den Wilden Kaiser, der Großglockner oder den Venediger ist nicht einmal mehr zu erahnen. Bei den Fotos habe ich zum Trost noch eines vom Vortag und traumhaftem Blick hinzugefügt.

 
© marathon4you.de 58 Bilder

Teilweise verschärft sich die Steigung bis auf 22,3 % und auch dies ist zu Motivationszwecken auf Schildern dokumentiert. Mich motiviert noch der im Laufschritt versägte Mountainbiker und nach 54:10 min bin ich am Ziel und mache fürs Beweisfoto noch einen auf Joe.

Der Zettel vom Start wird an der Bergstation in einem Gegengerät eingelesen und eine weitere Karte mit erzielter Zeit und einem weiteren Barcode ausgedruckt. Hinter dem Nebenfenster steht ein PC-Bildschirm und ein Lesegerät, eine Tastatur ist außen verfügbar. Den Barcode hält man dann vor das Lesegerät und über eine simple Menüführung hat man sich inkl. eines Fotos mit einer Webcam in die ewige Bestenliste eingetragen. Und kaum war ich daheim, hatte ich per Mail eine Urkunde inkl. des Webcam-Fotos bekommen.

Wegen des miesen Wetters schenke ich mir die letzten drei km bis zum Gipfel, es regnet in Strömen, ich bin klatschnaß und mir ist kalt. Zu sehen und zu fotografieren gibt es eh nichts.

Da haben sich die Kitzbühler also etwas Tolles ausgedacht, das jede(r) nutzen sollte, der sich gerade in der Nähe aufhält. Macht wirklich Spaß – insbesondere bei guter Sicht – und wenn man wie ich auch wieder zurückläuft, hat man eine schöne Trainingseinheit absolviert. Vielleicht sogar für den in zwei Wochen anstehenden Hornlauf?

Näheres unter: http://www.kitzhornchallenge.at/

 
 

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