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Sportliche Gründe Marathonläufer zu sein und zu bleiben

10.08.09
Quelle: Andreas Butz

Immer mehr Läufer wagen sich an die Marathondistanz. Für einige bleibt es ein einmaliges Abenteuer, der Beweis, die Herausforderung angenommen und gemeistert zu haben. Doch viele bleiben dem neuen Hobby treu. Was sind, von den vielen gesundheitlichen Auswirkungen des Sports einmal abgesehen, die sportlichen Gründe Marathonläufer zu sein und zu bleiben?

Anerkennung: Allein das Schaffen zählt

Bei einem Volkslauf über fünf bis 10 Kilometer wird das individuelle Ergebnis oft nur nach der erreichten Zeit und Platzierung bewertet. Bei einem Marathon zählt schon das Ankommen. Läufer wie Nichtläufer können die Leistung einschätzen, wissen, dass der Marathon viel Trainingsfleiß erfordert hat und der Wettkampftag einiges an Durchhaltewillen. Der Marathonlauf ist daher auch für langsamere und weniger ambitionierte Sportler eine schöne Herausforderung.

Euphorie: Die Marathonstimmung wirkt ansteckend

Das wohl größte Argument für die Wahl eines Stadtlaufes als Marathonstrecke, ist die ansteckende Stimmung. Wenn in Berlin, Hamburg oder Köln zwanzig- bis vierzigtausend Läufer auf die Strecke gehen, dann wirkt schon vor dem Start allein das Betrachten der Menschenmasse positiv auf die eigene Stimmung. Das gemeinsame Ziel verbindet alle Teilnehmer. Alle waren Leidensgenossen im Training und alle haben nun das gleiche Ziel: Den Marathon mit einem Lächeln auf den Lippen zu beenden. Der Startschuss setzt nicht nur das Teilnehmerfeld in Gang, sondern schickt jedem das Adrenalin in die Adern.

 
© marathon4you.de

Die ersten tausend Meter sind ein Kilometer im Rausch. Wenn dann auch noch mehrere hunderttausend Zuschauer am Streckenrand stehen und mit Rasseln bewaffnet einem zujubeln, dann lassen diese Emotionen keinen kalt. Schrifttafeln werden hochgeregt: „Papa, Du bist mein Held“. Der Jubel wirkt ansteckend, die erste Halbmarathonhälfte vergeht wie im Fluge. Hände werden abgeklatscht, Samba-Trommeln wahrgenommen. Stimmungsnester wirken unmittelbar auf das eigene Tempo. Endorphine werden ausgeschüttet, ein Lächeln zieht sich über das ganze Gesicht. „Der Schmerz vergeht, der Stolz bleibt“. Die wichtigen Schilder kommen meist im richtigen Augenblick. „42,195 Kilometer – Der Unterschied zwischen einem Läufer und einem Jogger“, genau so etwas will man auf den finalen Kilometern lesen. Spätestens auf den letzten zweihundert Metern ist aller Schmerz vergessen.

Das Ziel vor Augen, das Tosen der Zuschauer im Ohr. Im Schlussspurt läuft man der Ziellinie entgegen, lässt sich von den eigenen Gefühlen tragen. Zogen sich die letzten Kilometer auch teilweise sehr zäh, so vergehen diese letzten Meter viel zu schnell. Dieses Glücksgefühl, das einem jeden Zweifel nimmt. Ja, der Aufwand hat sich gelohnt.

Ziele: Eine Marathonkarriere ist nie vorbei

Üblicherweise fängt die Marathonkarriere beim regionalen Marathon vor der Haustüre an. Wer Spaß dran gefunden hat, der bleibt dem Marathonlaufen treu. Es folgen die nächsten Marathons, meist die großen Stadtmarathonläufe von Berlin, Hamburg und Köln. Wem die Läufe durch Häuserschluchten und über Asphaltdecken nicht mehr reichen, versucht sich vielleicht an einem Landschaftsmarathon mit Forst- und Feldwegen. Ist die Liebe für diese meist auf welligem Terrain ausgetragenen Läufe erst entdeckt, kommt oft die Königsdisziplin an die Reihe, ein Alpinmarathon. Diese ergänzen die 42,195 Kilometer um bis zu 2.500 Höhenmeter.

 
Finish beim Bieler 100er, dem wohl berühmtesten Ultralauf
© marathon4you.de

Dann ist zumindest im deutschsprachigen Raum eine Steigerung nicht mehr möglich. Was folgen kann ist eine Karriere als Ultramarathonläufer. Diese beginnt ab dem ersten gelaufenen Meter über die Marathondistanz hinaus und endet..., was meinen Sie? Der längste jährlich ausgetragene Lauf ist ein Lauf rund um einen Block in New York. Gewinner war bereits einmal der Deutsche Wolfgang Schwerk. Die Distanz: 3.100 Meilen.

Bestzeiten: Topleistungen brauchen Kondition und viel Erfahrung

Viele Marathonläufer starten ihre Laufkarriere erst im Erwachsenenalter. Mitte Dreißig sind die Meisten bei ihrem ersten Marathonlauf. Wer so spät beginnt, der kann sich noch einige Jahre lang verbessern. Der erste Marathon dient der Erfahrung, beim zweiten lernt man das richtige Tempo einzuschätzen. Ab dem dritten Marathon erwirbt man ein Gefühl für das eigene Leistungspotential. Dieses steigt bei Hobbyläufern in der Regel mit den gelaufenen Jahreskilometern und der Wettkampferfahrung. Erst drei bis vier Jahre nach dem ersten Marathon erreichen viele ihre persönliche Bestleistung. Wer bis dahin aber nur als Autodidakt trainiert hat und sich nun in professionelle Hände begibt, der kann durch Leistungsdiagnostik und individuelle Trainingspläne unterstützt seine Leistungen weiter Schritt für Schritt steigern. Doch für die meisten zählt nicht nur die Leistung, sondern in erster Linie das Erlebnis.

Abwechslung: Marathonsammler sammeln Erlebnisse

Der Marathon ist auch für diejenigen reizvoll, die nicht zu den Schnellen gehören.  Wer kein Interesse an kraftraubenden Läufen im Grenzbereich der eigenen Leistungsfähigkeiten hat, der läuft langsamer aber dafür häufiger. Marathonsammler, dazu zählen die, die mehr als drei Marathons pro Jahr angehen, laufen diese im Trainingstempo. Wer den Kilometer eine Minute langsamer läuft als möglich, der kann jede Woche einen Marathon laufen. Für Marathonsammler geht es um das Erlebnis an sich, unter Gleichgesinnten einen schönen langen Lauf zu machen. Die erreichte Zeit ist sekundär. Sie genießen es während des Trainingsmarathons an der Strecke versorgt zu werden und am Ende noch mit einer schönen Medaille und Urkunde für den Lauf belohnt zu werden. Wurden Muskeln, Sehnen und Gelenke über einige Jahre an die ausgiebige Lauferei gewöhnt, sind auch mehr als 10 Marathons pro Jahr möglich.

Anreize: Die unterschiedlichsten Marathonserien locken

Auch Marathonserien üben auf viele Marathonis einen Reiz auf. Nehmen wir zum Beispiel die größten Marathonläufe der Welt. Die Veranstaltungen von Boston, London, Berlin, New York und Chicago haben sich zur World Majors Serie zusammen geschlossen und loben für die besten Läufer der Serie extrem hohe Preisgelder aus. Diese sind für Hobbyläufer weniger interessant, aber irgendwann mal bei allen fünf Läufen gestartet zu sein, dass ist reizvoll.

 
Das Matterhorn, imposantes Wahrzeichen des Zermatt Marathon, zweiter Lauf zum MMC
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Alpinmarathonläufer hingegen reizt der MMC mehr, der Mountain Marathon Cup, die gemeinsame Wertung der drei Bergmarathons von Liechtenstein, Zermatt und Interlaken (Jungfrau-Marathon). Die drei Marathons müssen dazu im selben Jahr gelaufen werden. Andere Marathonsammler erdenken sich hingegen ihre Serien selber. So ist es für viele interessant, in jedem deutschen Bundesland mal Marathon gelaufen zu sein. Später vielleicht in jedem Kontinent der Erde mindestens einen. Oder in jedem europäischen Land.

Dann gibt es einen Veranstalter, der nach dem Motto „Ein Marathon hat eine Stunde“ eine besondere Urkunde demjenigen verspricht, der 60 Marathonläufe mit sechzig auf einander folgenden Endzeiten im Minutenabstand nachweist. Wer also beispielsweise zwischen einer Endzeit von 3:35 Stunden und 4:34 Stunden lückenlos jede einmal erreicht hat und nachweisen kann, der hat sich das Recht auf eine diesbezügliche Urkunde erlaufen. Anreize gibt es für das Marathonlaufen genug.

Viel Freude beim Marathonlaufen wünscht

Andreas Butz

www.laufcampus.com

 
 

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