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Marathonglück - Warum gerade Marathonlaufen glücklich macht

03.10.12
Quelle: Andreas Butz

Laufen macht glücklich. Ist hinlänglich bekannt. Jede Menge Glückshormone werden beim Laufen ausgeschüttet. Allen voran Serotonin und Dopamin. Letzteres gibt es sogar als verschreibungspflichtiges Medikament. Wir Läufer brauchen so etwas nicht.

Auch Endorphine mischen im Glückscocktail mit. Das sind körpereigene Opiate, unter Läufern auch als »Runners High« bekannt. Hormone hin, Opiate her, was aber genau macht uns Läufer so glücklich? Was löst die Glücksbotenstoffe aus? Ich meine hier nicht den Stoffwechsel. Ich meine, was ist dran am Laufen? Und warum ist gerade das Marathontraining ein wahrer Glücksbrunnen?

 

Marathon als Ziel


Mit einem attraktiven Ziel vor Augen geht alles leichter. Das »Ziel des Ziels« kann man wunderbar visualisieren:

 Die Ziellinie.
 Den Zieleinlauf.
 Die Finisher-Medaille.
 Hochgereckte Arme.
 Jubelnde Zuschauer.
 Die Urkunde.
 Den eigenen Namen in der Ergebnisliste lesen.
 Am Montag in der Firma den Kollegen davon berichten.

Einen Marathonlauf als Ziel gibt dem Laufen einen übergeordneten positiven Sinn. Laufen, um gesund zu werden oder Trainieren, um abzunehmen, alles auch lohnende und vernünftige Ziele. Aber stets begleitet von negativen Gedanken, wie krank bleiben oder weiter zuzunehmen. Sich selbst bei einem Marathonfinish vorzustellen hat nicht unbedingt etwas mit Vernunft zu tun. Ist aber für immer mehr Menschen eine äußerst attraktive Vorstellung. Und positive Selbstbilder machen nun mal glücklich.

 
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Marathontraining als Motivation


Der Marathon als Ziel (Motiv) sorgt für die erste Bereitschaft mit dem Laufen zu starten. Ein gelungenes Marathontraining bewirkt in der Folge die permanente Erneuerung dieser Bereitschaft. Nichts anderes bedeutet Motivation.

Ein guter Marathontrainingsplan ist der perfekte Weg zur Selbstmotivation. Er sorgt dafür regelmäßig am Laufen zu bleiben und kontinuierlich Fortschritte zu machen. Das motiviert. Das hält am Laufen. Motivierte Menschen sind glücklich.

 

Marathon macht selbstbewusst


Wie oft bietet einem der Alltag einen Grund stolz zu sein? Stolz auf das aus eigenem Antrieb Geleistete. Der Marathon an sich, aber auch das anhaltende Training bietet solche eine Gelegenheiten:

 Eine Woche mit drei oder vier Laufeinheiten, trotz Beruf, Familie und Freunde? Stolz.
 Eine neue Distanz geschafft, das erste Mal 10, 20 oder 30 Kilometer? Stolz!
 Der erste, zweite, x-te gelaufene Marathon? Stolz.

Alles Siege über die eigene Bequemlichkeit und Gelegenheiten auf sich stolz zu sein.

Stolz ist nichts Verwerfliches. Stolz ist die Zufriedenheit mit sich selbst, wenn man etwas geleistet hat. Zum Beispiel das gute Gefühl nach einem absolvierten Training, die Dusche danach. Und Stolz auf die eigene Leistung macht selbstbewusst. Die Verbesserung der »Selbstbild-Hypothese« sagt der Fachmann. Ich sage: Marathonlaufen macht glücklich.

 

Marathon erntet Anerkennung


Das Schaffen von 42,195 Kilometer im Laufschritt ist trotz anhaltendem Marathonboom immer noch die Ausnahme. Gerade mal jeder siebenhundertste Deutsche läuft dieses Jahr einen Marathon. Und wer dies gut vorbereitet macht, hat mindestens ein Jahr lang mindestens drei Mal pro Woche die Laufschuhe angezogen. Dies ist umso bemerkenswerter, wenn man Zahlen Glauben schenken darf, die von nur 700 bis 900 Metern sprechen, die der Deutsche im Durchschnitt täglich zu Fuß unterwegs ist. Für die meisten bleibt der Marathon eine unvorstellbare Leistung, die sie mit großer Anerkennung honorieren. Anerkennung macht glücklich.

 
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Marathonlaufen ist natürlich


Wir Menschen sind das Ergebnis einer mehrere Millionen Jahre andauernden Evolution. Legen wir nur die 2,5 Millionen Jahre der Gattung Homo zu Grunde, so ergibt die Zeitspanne der letzten 50 Jahre gerade mal 0,002 Prozent dieser Evolution. Und nur diese letzten 50 Jahre haben die zivilisierte Menschheit zu dem bewegungsarmen Menschen gemacht, den wir heute erleben. 99,998 Prozent unserer Menschwerdung waren wir andauernd, ausdauernd unterwegs.

Wenn wir heute durch die Wälder laufen, machen wir nichts anderes, als das was unsere Gene von uns erwarten. Wir sind glücklich beim oder nach dem Laufen, weil wir uns das geben, was wir von der Veranlagung her brauchen. Bewegung zu Fuß.

Der Mensch als Sammler, Jäger und Krieger hatte immer einen großen Aktionsradius. 20 Kilometer zu laufen ist auch für heutige Generationen von der Veranlagung her problemlos möglich. Es ist nicht nur möglich, im Sinne der Evolution und genetischen Veranlagung ist es vor allem natürlich.

Wer im Marathontraining ist, läuft - je nach eigenen Ambitionen und zeitlichen Möglichkeiten - 40 bis 100 Kilometer pro Woche. Der Marathonläufer gibt sich damit ein Stück natürlichen Lebensstils zurück. Und natürlich zu leben macht glücklich.

 

Marathontraining ist der gesündeste Sport


Laufen gilt als der gesündeste Sport überhaupt. Der komplette Bewegungsapparat, Muskeln, Bänder und Sehnen werden beim Laufen trainiert. Das Herzkreislaufsystem und die Lunge werden leistungsfähiger. Der Stoffwechsel wird angeregt und der Blutzucker-und Cholesterinspiegel gesenkt. Das Immunsystem, also die Abwehrkräfte werden stärker. Soweit zum Laufen. Was aber lässt das Marathontraining hier nochmal besonders herausragen? Es sind vor allem zwei Aspekte: Die notwendige Regelmäßigkeit und die Art des Lauftrainings.

Während Spaziergänge, Wanderungen oder sogar längere Radausflüge selbst für Untrainierte meist aus dem Stand heraus möglich sind, und das Schaffen von 5-Kilometerläufen für gesunde Menschen auch schon nach zwei bis drei Monaten Lauftraining machbar ist, erfordert Marathonlaufen eine deutlich längere Vorbereitung. Erst mindestens drei Laufeinheiten pro Woche und das mindestens ein Jahr lang, sorgt für die notwendige Marathonfitness und damit zwangsläufig für die Regelmäßigkeit der körperlichen Ertüchtigung. Das Ziel Marathon ist damit ein Garant für die Gesunderhaltung oder Gesundwerdung.

Der andere Garant ist die Art des Trainings. Läufe bis zum Halbmarathon verzeihen noch den Verzicht auf das effektivste Ausdauertraining überhaupt. Beim Marathonlaufen kommt aber keiner drum herum: Den langen, langsamen Lauf.

Die Langsamkeit des Trainings schützt zum einen vor körperlicher Überforderung. Verletzungen des Bewegungsapparates oder eine Überbelastung des Herzkreislaufsystems kommen bei langsamem Lauftraining praktisch nicht vor (Vorausgesetzt man hat das richtige Schuhwerk und beherrscht das natürliche Mittelfußlaufen. Aber das ist ein anderes Thema). Zum anderen bewirkt die Kombination von Langsamkeit und Dauer die Verbesserung des Energiestoffwechsels.  Hier besonders im Fokus: Der Fettstoffwechsel. Nur diejenigen Läufer, die genügend lange und langsame Läufe über zwei- bis dreieinhalb Stunden gemacht haben, können den Marathonlauf auch genießen und dem ominösen »Mann mit dem Hammer« sicher aus dem Weg gehen.

Wegen der Regelmäßigkeit und der vielen langen Einheiten ist Marathontraining daher der gesündeste Ausdauersport überhaupt. Und jeder der schon mal länger krank war weiß, wie glücklich Gesundheit macht.

 
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Marathonlaufen macht erfolgreich


Marathonlaufen ist nicht nur der Sport der Erfolgreichen. Viele Unternehmer und Top-Manager laufen Marathon. Marathonlaufen macht auch erfolgreich.

 Über die Anerkennung habe ich schon geschrieben. Marathonläufer gelten in der Wahrnehmung anderer als zielstrebig, ausdauernd und leistungsfähig. Alles Attribute, die bei der Karriere helfen. Die Außenwirkung eines Marathonläufers ist also meist sehr positiv.

 Auch das Selbstbild ist positiv. Das Training für einen Marathon macht die eigenen Erfolge erlebbar und damit selbstbewusst. Auch darüber habe ich bereits geschrieben.

 Weil die Leistungsfähigkeit zu einem ganz wesentlichen Teil von der Gesundheit und damit einem gesunden Lebensstils abhängig ist, hilft Marathonlaufen auch hier. Auch dazu siehe oben.

Wenn zur Gesundheit, dem Selbstbewusstsein und der positiven Ausstrahlung auch noch der Lerneffekt aus dem eigenen Schaffen hinzu kommt, kann das Erlebnis Marathon auch in vielen anderen Bereichen erfolgreich als Beschleuniger wirken.

Der Marathon als langes Projekt, mit vielen kleinen Zwischenetappen, möglicherweise vorübergehenden Rückschritten, aber letztendlich einem finalen Happy End. Vom Marathonlaufen lernen heißt für das Leben zu lernen.

Wenn eine gute Planung, Ausdauer und Zielstrebigkeit beim Marathonlaufen hilft, dann hilft diese Herangehensweise auch in vielen anderen Lebenslagen. So die oft unbewusste, manchmal auch bewusste Erkenntnis, immer aber prägende Erfahrung.

Marathonläufer trauen sich mit diesen Erfahrungen auch an schwierigere berufliche Projekte heran, geben nicht so schnell auf und erleben dadurch auch größere Erfolge im Beruf. Und auch eine erfolgreiche Karriere kann glücklich machen.

 

Resümee


Was bleibt zusammenfassend festzuhalten? Wer nicht Marathon läuft, ist selber schuld.

Andreas Butz

www.andreasbutz.com

www.laufcampus.com


Zur Person:

Andreas Butz ist über 100-facher Marathonläufer, Buchautor und Lauf- und Motivationstrainer. Man trifft ihn als Experten sowohl in der »fit for fun« und bei »marathon4you.de« als auch im »manager magazin«. Kein Wunder bei einem Lebenslauf, der ihn vom Bank-Azubi über den Vorstandsposten eines börsennotierten Unternehmens zu einem der bekanntesten Lauftrainer in Deutschland gemacht hat. Seit über 10 Jahren bringt der Ex-Manager durch Vorträge, Seminare und Coachings Menschen und Unternehmen zum Laufen.

 
 

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