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Kampf dem Marathon-Blues - Vier Vorschläge für das Wintertraining

11.11.11
Quelle: Andreas Butz

Wenn die großen Herbstmarathons in Deutschland gelaufen sind, wenn in Berlin, Köln, München und Frankfurt viele aufregende Marathon-Geschichten geschrieben wurden und wenn auch aus Palma und New York wieder tausende Läuferinnen und Läufer mit neuen persönlichen Bestzeiten nach Hause kommen, dann stellt sich bei vielen eine große Leere ein.

Was kommt nach dem Marathon? Die Rennen sind gelaufen, die Trainingspläne abgearbeitet und es wartet ein langer Winter mit kurzen Tagen, dunklen Morgen- und Abendstunden und einer großen Wahrscheinlichkeit auf tagelanges Schmuddelwetter. Die Urkunde ist abgeheftet und die Lauffotos sind längst auf Facebook gepostet. Nur die Finisher-Medaille an der Wand erinnert bei jedem Blick an die großen Gefühle im Ziel. Noch 6 Monate bis zu den Frühjahrsmarathons. Deutschland schiebt den Marathon-Blues.

Ein Plan muss her! Ein paar Ideen, wie der Laufwinter aufgepeppt werden kann. Neue Ziele, neuer Sinn und Antrieb für glückliche Stunden in Laufschuhen. Ich habe da ein paar Vorschläge gegen die alljährlichen Winter-Lauf-Depressionen.


Die Null-Diät - Absolute Ruhe

 

Wenn der Kopf leer ist und die Beine müde sind, wenn es in den letzten Wochen nicht einfach war Familie, Beruf und Training in Einklang zu bringen, dann kann eine mehrwöchige Laufpause ein richtig gutes Rezept sein. Nicht ziellos Trainieren, einfach mal Pausieren. Der frühere Marathon-Weltrekordler Paul Tergat hat es gemacht und auch vom Ultraläufer Achim Heukemes ist es bekannt. Wenn das letzte große Rennen gelaufen ist, dann gönnen, bzw. gönnten sie sich bis zu vier Wochen Laufpause. Der große Unterschied zur Mehrheit der Läufer natürlich ist, dass beide Profis sind. Sie leben von der Lauferei, der Sport ist ihr Beruf, eine Laufpause damit Urlaub vom Berufsalltag. Dennoch wissen die Profis auch, dass der Kraftgewinn für die Psyche und die Organe durch die Erholungsphase wertvoller ist, als ein wohl möglicher Formverlust. Dieser ist wenn, dann nur kurzfristiger Natur und in wenigen Wochen wieder aufgeholt.


Der Winter als Crosslaufzeit


Für wen - bedingt durch die langen Trainingsläufe am Wochenende – der Verzicht auf kurze Volksläufe eine große Entbehrung war, dem bieten sich im Winter durch Crossläufe eine harte aber auch spaßige Chance sich auszutoben. Crossläufe sind das effektivste Winter-Tempotraining. Durch die besonderen Anforderungen des Querfeldeinlaufens wird nicht nur die Tempohärte, sondern auch die Bewegungsökonomie geschult. Eine lohnende Mühe für all diejenigen, die sich durch einseitiges Marathontraining möglicherweise einen zu flachen Schlappschritt angeeignet haben. Durch regelmäßiges Crosslaufen wird der Abdruck wieder kraftvoller, der Kniehub gleichzeitig höher und durch den intensiveren Armeinsatz wird auch die Hüftsteifigkeit behoben. Und letztlich sind die ungewohnten krummen Crosslauf-Distanzen zwischen 3 und 8 Kilometern auch für den Kopf eine völlig neue Herausforderung.


Neue 10er-Bestzeiten im Winter


Für Freunde der klassischen Volkslauf-Distanzen ist es mitunter auch spannend zu überprüfen, wie sich die langen, langsamen Läufe auf die Leistung  über 5 und 10 Kilometern ausgewirkt haben. Gerade Marathon-Neulinge werden von der Erkenntnis überrascht sein, dass ihr überwiegendes Fettstoffwechseltraining im Sommer und Herbst auch zu neuen Bestzeiten über 10 Kilometer geführt hat. Probieren Sie es aus. Nicht selten stellen Marathonläufer bei Nikolaus- und Silvesterläufen im Dezember neue persönliche Bestleistungen über Unterdistanzen auf. Das sind tolle Überraschungen, die natürlich nur bei milden Temperaturen zustandekommen.


Chancen für Marathonsammler


Für die Freunde des gepflegten Genusslaufens ist der Winter auch eine große Chance, bei winterlichen Eindrücken ganz entspannt - ohne den Druck einer Sportuhr - neue Lauferlebnisse zu sammeln. Beim Rursee-Marathon, Siebengebirgs-Marathon oder auch meinem Decke Tönnes-Marathon schlagen die Herzen der Landschaftsmarathon-Freunde höher. Bei ihnen gilt das Leitmotiv, dass jede viertel Stunde, die man zu früh im Ziel ist, verschenkte Laufzeit ist. Alles was zählt ist das Erlebnis Marathonlaufen. Am liebsten quasselnderweise die Mittelgebirge hoch und runter, denn viele Marathonsammler kennen sich untereinander  und treffen sich bei diesen Events in schöner Regelmäßigkeit. Und wenn im Ziel statt dem mittlerweile üblichen alkoholfreien Weizen ein warmer Tee oder eine heiße klare Brühe wartet, dann ist des Genussläufers Herz so richtig glücklich.


Hochsaison für Laufseminare


Den Winter nutzen auch immer mehr Läufer für einen Laufurlaub. Im Schwarzwald oder an der Algarve gibt es attraktive Angebote, ich selber biete meine Laufcampus Laufseminare sowohl im Oktober, zum Jahreswechsel und im März auf Mallorca an. Ich liebe es mit jeweils bis zu vierzig Läuferinnen und Läufern abwechslungsreich zu trainieren, zu fachsimpeln und auch Laufpläne zu schmieden. Denn unter der Balearen-Sonne hat der Marathon-Blues keine Chance.

Viel Freude am Laufen wünscht


Andreas Butz

www.laufcampus.com

 
 

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