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Der Laufstil der Marathonläufer

14.12.11
Quelle:

In der Schweiz sagt man zum Laufen Springen. Wer also als Schweizer einen sechzigminütigen Lauf plant, geht für eine Stunde in den Wald zum Springen.

Dies klingt für deutsche Ohren eher amüsant. Dennoch würde ich diese Vokabel am liebsten auch im Hochdeutschen einführen. Denn wer verstanden hat, dass Laufen eigentlich ein Springen ist, der kann auch leichter verstehen, wie ein optimaler Laufschuh auszusehen hat bzw. wie dynamisches, verletzungsfreies Laufen funktioniert.

Probiere es selbst mal aus. Spring auf einem Bein, spring mit beiden Beinen, spring von einem Stuhl herunter. Du wirst erleben, immer – wirklich immer – kommst Du mit dem vorderen Teil des Fußes, auf dem Fußballen auf. Beim Lauftraining hingegen landen die meisten Läufer nicht auf den Ballen, sondern auf der Ferse. Und das obwohl auch der Laufschritt eigentlich ein Sprung ist. Denn wie bei allen Sprüngen sind beide Füße während der Flugphase in der Luft.

Warum ist das Fersenfußlaufen aber problematisch? Weil beim Fersenfußlaufen der ganze Stoß des Aufpralls ungebremst durch den ganzen Körper geht. Und wenn Du nun mal rechnest, wie viel Last dies ist, beim Laufen wirkt das drei- bis vierfache des Körpergewichtes auf den Fuß, dann bekommst Du eine Vorstellung davon, welche Kraft Dein Bewegungsapparat Schritt für Schritt - oder besser ausgedrückt - Sprung für Sprung aushalten muss. Beim Fersenfußlaufen überlässt Du die Dämpfung allein Deinem Laufschuh bzw. Deiner Bandscheibe. Beim Springen oder dem natürlichen Laufen, bei dem Du auf dem Ballen aufkommst und nur kurz mit der Ferse entlastest, dämpft Deine komplette Muskulatur die Landung. Deine Beine, Deine Gesäßmuskulatur, Dein Rumpf, Dein Rücken. Der Fachmann und wir Laufcampus-Trainer bezeichnen diesen Laufstil übrigens mit Mittelfußlaufen.

 
Laufen wie Haile, das möchte jeder können
© marathon4you.de

Ausgebildete Leichtathleten oder talentierte Läuferinnen und Läufer, die seit Beginn ihre Laufkarriere mit den richtigen Schuhen ausgerüstet werden, beherrschen das natürliche Mittelfußlaufen. Fersenfußläufer hingegen, die sich durch falsches Schuhwerk diesen Laufstil anerzogen haben, müssen sich erst langsam und mitunter mühsam umgewöhnen. Denn nicht nur der Kopf muss dabei das neue Bewegungsmuster lernen, sondern auch die Muskulatur.

Während bei Marathonläufern das Herzkreislaufsystem in der Lage ist, 42,195 km am Stück zu laufen, ist die Wadenmuskulatur eines marathonlaufenden Fersenfußläufers ein absoluter Laufanfänger. Wer ermutigt durch diesen Artikel und Kraft seines Willens und seiner Ausdauer von heute auf morgen versucht, seinen Laufstil komplett umzustellen und beispielsweise 30 min am Stück über den Mittelfuß zu laufen, der wird am nächsten Tag mit schlimmem Muskelkater bestraft. Die Wadenmuskulatur muss erst peu à peu, also Schritt für Schritt an die neue Belastung gewöhnt werden.

Dafür nimmt man sich am besten einen Zeitraum von 4-6 Monaten vor, in dem man Lauftechnikübungen, so genannte Lauf ABC-Übungen, in sein wöchentliches Training integriert. Die nach der Laufcampus Methode wichtigsten neuen Lauf ABC-Übungen findest Du in Wort und Bild vorgestellt auf der Internetseite www. laufcampus.com. Um diese zu finden, gib in der Volltextsuche als Suchbegriff „Techniktraining“ ein. Am einfachsten ist das Erlernen unter Anleitung eines Lauftrainers. Daher zählen Lauf ABC-Übungen auch bei unseren Laufseminaren auf Mallorca zum üblichen Programm.

Zum besseren Verständnis nochmal auf den Punkt gebracht:

• Vom Vorfußlaufen spricht man beim Sprinten, wenn Leichtathleten leichtfüßig nur kurz mit dem Fußballen den Boden berühren.

• Vom Fersenfußlaufen ist dann die Rede, wenn das Laufen einem Laufschritt gleicht, bei dem man auf der Ferse aufkommt und über den Ballen nach vorne abrollt.

• Das natürliche Laufen ist das Mittelfußlaufen, bei dem man mit dem Ballen außen aufkommt und mit dem ganzen Fuß kurz aufsetzt und einer Feder gleich mit dem ganzen Bein die Sprungkraft nach vorne bringt.

Wer künftig das natürliche Mittelfußlaufen erlernen möchte, braucht dazu auch die richtigen Laufschuhe. Die weit verbreiteten stark gedämpften und mit Pronationsstützen versehenen Laufschuhe erlauben dies nicht. Wie Du zum richtigen Laufschuh kommst, erläutere ich in einem anderen Beitrag, in dem ich meine „7 Kriterien für einen guten Laufschuh“ beschreibe.

Viel Freude am Laufen wünscht Dir

Andreas Butz
www.laufcampus.com

 
 

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