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Natural Running: Barfußschuhe sind nicht für jeden geeignet

25.07.14
Quelle: Pressemitteilung

Der natürliche Laufstil liegt im Trend. Immer mehr Läufer nutzen sogenannte Barfußschuhe für ihr Training, doch sie sind nicht für jeden gleichermaßen gut geeignet.

Natural Running ist ein Laufschuh Trend, der schon seit einigen Jahren zu beobachten ist. Einige Läufer nutzen die sogenannten Barfußschuhe inzwischen teilweise für ihr Training, manche haben sogar komplett auf das natürliche Laufen umgestellt. Sogar erfolgreiche Marathonläufer finden sich unter den Natural Running Anhängern. Die ungedämpften Laufschuhe sollen die natürliche Bewegung des Fußes unterstützen. Idealerweise läuft man in diesen Schuhen wie barfuß, nur dass eben der Fuß vor Verletzungen durch den Untergrund geschützt wird. Die Hersteller haben verschiedene Konzepte für den natürlichen Laufstil entwickelt, einige haben noch eine Teildämpfung (z. B. der Nike Free), andere sind wie eine dicke Socke mit rutschfester Gummisohle gearbeitet.

 
Nike Free
© Nike

Die Sporthochschule Köln hat den neuen Lauftrend unter die Lupe genommen. Während erfahrene Läufer durchaus vom Training mit Barfußschuhen profitieren können, sollten Anfänger und Menschen mit Übergewicht und Bandscheibenproblemen vorsichtig sein. Vor allem die Umgewöhnungsphase kann lange dauern und zu Verletzungen und Schmerzen führen.

 

Barfußschuhe unterstützen
den natürlichen Bewegungsablauf

 

Mit den neuen Laufschuhen reagieren die Sportartikelhersteller auf den Trend zum natürlichen Bewegungsablauf beim Laufen. Die Idee des Natural Runnings ist nicht neu. Konkret geht es hierbei darum, die Fersendämpfung zu minimieren, um den Läufer dazu zu bringen, wieder mehr auf dem Vor- oder Mittelfuß zu laufen. Dies entspricht der natürlichen Laufbewegung beim Barfußlaufen.

Um die natürliche Bewegung zu unterstützen, haben die Hersteller unterschiedliche Laufschuhe entwickelt. Allen gemeinsam ist aber, dass die Schuhe eine dünne, flexible Sohle aufweisen und so gut wie gar nicht gedämpft sind. Der natürliche Laufstil stellt sich aber nicht alleine durch das Tragen der Schuhe ein, er muss trainiert und eingeübt werden.

 

Die Umstellung braucht Zeit

 

Beim Natural Running verkürzt sich die Schrittlänge, Läufer strecken das Bein beim Aufsetzen nicht vollständig durch. Die Stabilisierungseigenschaften des Körpers werden bei diesem Laufstil stärker beansprucht. Doch genau das ist vor allem in der Umstellungsphase ein Problem. Denn Läufer, die über viele Jahre lang in stark gedämpften Laufschuhen gelaufen sind, haben mitunter verkürzte Sehnen und Bänder und verkümmerte Muskeln. Werden diese nun plötzlich überdurchschnittlich beansprucht, kann dies zu Muskelschmerzen und Ermüdungserscheinungen führen.

Erfahrene Läufer setzen deswegen zu Beginn nicht vollständig auf die Barfußschuhe, sondern trainieren zunächst nur kürzere Etappen mit den neuen Laufschuhen. Nach und nach können die barfuß Trainingsphasen erhöht werden.

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, trägt die Schuhe zunächst im Alltag und nicht beim Training. 30-60 Minuten pro Tag können am Anfang schon ausreichen, um die Muskeln langsam zu gewöhnen und Sehnen und Bänder umzustellen. Erst wenn das Gehen mit den Schuhen klappt, sollte mit dem Training begonnen werden.

Auch die Sporthochschule Köln warnt vor Ermüdungserscheinungen durch die Umstellung auf die neuen Laufschuhe. Diese werde vor allem von Anfängern und ungeübten Läufern häufig unterschätzt. Letztlich werden die Schuhe sogar im Freizeitbereich getragen, unsportliche Menschen bemerken die Ermüdungserscheinungen mitunter sogar nach einem Stadtbummel in Barfußschuhen. Aufgrund der ungewohnten Bewegung kann es sogar zu Verspannungen der Rücken- Nackenmuskulatur kommen.

 
Natural Running von New Balance (Minimus)
© New Balance

 

Orthopäden befürworten den neuen Trend

 

Orthopäden befürworten den Trend zum Barfußlaufen grundsätzlich, denn in zahlreichen Studien konnte nachgewiesen werden, dass eine natürliche Laufbewegung am gesündesten ist. Langfristig werden Muskeln und Gelenke geschont und der Laufstil wirkt sich sogar positiv auf die Wirbelsäule aus.

Auch die groß angelegte Harvard-Studie von Professor Daniel E. Lieberman belegt die positiven Auswirkungen des Barfußlaufens. Nach einer Umgewöhnungsphase treten die Läufer vor allem mit dem Vorder- und Mittelfuß und nicht mit der Ferse auf. Die Muskulatur wird so gestärkt, der Rücken entlastet.

 

Wer sollte auf Barfußschuhe verzichten?

 

Der Trend Barfußschuhe hat inzwischen auch dasFreizeitschuh- und Sneakersortiment erreicht. Doch tatsächlich sind die neuen Laufschuhe nicht für jeden geeignet. Übergewichtige und Menschen mit geschädigten Bandscheiben sollten besser gut gedämpfte Schuhe kaufen.

Viele Menschen leiden unter schmerzhaften Fehlstellungen des Fußes. Orthopäden raten Menschen mit Senk-, Knick-, oder Spreizfuß unbedingt von diesen neuen Schuhen ab. Sie sollten sich besser für ein Modell mit guter Unterstützung und Dämpfung entscheiden.

Auch für Laufanfänger sind die Schuhe nicht unbedingt empfehlenswert, denn sie müssen die richtige Lauftechnik erst erlernen. Wer gleich in Barfußschuhen startet, läuft Gefahr, Sehnen und Gelenke zu überlasten, der Start in das Lauftraining wird so erschwert. Im Zweifelsfall sollten sich Interessenten im Fachhandel oder z. B. bei mysportworld.de über Laufschuhe informieren und eine Laufanalyse durchführen lassen.

Wer regelmäßig über unebenes Gelände läuft, kann mit einigen Modellen ebenfalls Probleme bekommen. Dies gilt vor allem für solche Schuhe, die nur eine ganz dünne Gummisohle aufweisen. Hier spürt man tatsächlich jeden spitzen Stein und jede Unebenheiten im Boden. Dieser direkte Kontakt zum Untergrund ist es, den viele Läufer an diesen Schuhmodellen sogar schätzen. Verletzungen und Druckstellen können aber bei schlechten Untergründen zum Problem werden, insbesondere beim Laufen in der Stadt. Die Hersteller versprechen zwar den Schutz vor Glasscherben und ähnlichen Gefahrenquellen, doch in Einzelfällen ist es schon zu Verletzungen gekommen.

 

 
 

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