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Laufberichte

Hessisches Original

 

 

Schwanheim

 

Schwups ist auch der Anstieg zur Schwanheimer Brücke (KM 24) gelaufen. Die Zuschauer und Läufer werden von Marcus unterhalten und informiert. Gut, dass ich nicht gewettet habe, denn Arne Garbius hat es tatsächlich geschafft. Ich freu mich, als der HR-Moderator diese Botschaft über das Mikrofon verkündet. 2:09:32 Stunden, damit ist er noch schneller, als von ihm selbstbewusst ankündigt. Er wird neunter und hat die schnellste Marathonzeit eines deutschen Marathondebütanten aller Zeiten. Klar, er ist schnell, schließlich war er 2012 Vize-Europameister über 5000 Meter. Was mich im Vorfeld jedoch zweifeln ließ, war das Thema Ernährung und die Renntaktik. Wie er selbst sagte, wolle er wie ein vollgetankter Rennwagen auf die Strecke und dann bis mindestens Kilometer 30 nichts zu sich nehmen. „Weniger Kohlenhydrate bedeuten weniger Gewicht und umso schneller werde ich auf den letzten Kilometern laufen können“, sagte er. Er wusste selbst nicht, ob dieser Plan bei seinem ersten Marathon funktioniert. Jetzt gibt der Erfolg ihm Recht.

 

Höchst

 

In Höchst spielt die Boygroup der Blasmusik. Vor dem dreiflügeligen Barockbau verkauft en Brezelbub Hartekuche (sowas wie Lebkuchen eben nur härter). Der Bolongaro-Palast beherbergt feinstes Höchster Porzellan. Heute kann man sich in einem der Prunkräume trauen lassen. 1981 wurde der erste Frankfurt Marathon von hier gestartet. Bei Kilometer 27,8 ist der weitentfernteste Punkt der Marathonstrecke erreicht. Zweihundert Meter weiter. Ein älterer Mann sitzt an der Bushaltestelle der Linie 51; der Bus wird heute garantiert nicht pünktlich sein. Bei Kilometer 30 beginnt der Marathon, sagt man.

Und genau hier beginnt die Mainzer Landstraße, die Achillesferse der Strecke, wie der Veranstalter die vier Kilometer gesichts- und endlose Straße selbst beschreibt. Dafür hasse ich den Frankfurt Marathon noch immer. Ausgerechnet jetzt (KM 30 bis 34), als die letzten Kilometer anbrechen, gehen Frankfurt für eine Weile die Sehenswürdigkeiten, aber zum Glück nicht die Stimmung aus. So alle 300 Meter werden wir musikalisch unterstützt.  (KM 34) Das Gallus; Arbeiterviertel, jetzt im Blick der Immobilienmakler.

 

Europaviertel

 

Schon vor mehr als vierzig Jahren stiegen in Frankfurt die Grundstückspreise um 800 Prozent. Man kann sich ausrechnen, wie hoch wohl die Preise hier bei Kilometer 35, einem neu aus dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs gestampften Stadtviertel liegen. Noch säumen mehr Baustellen als Bäume das Europaviertel. Annähernd 30.000 Menschen werden später dort arbeiten und wohnen. Futuristisch und glänzend wirkt das neue Einkaufs-Universum, die Shopping Mall „Skyline Plaza“. Vom Dachgarten hat man einen tollen Skyline-Blick. Doch die Frankfurter sind grausam. Von hier führt die Strecke geradewegs auf die Festhalle zu. 100 Meter und wir wären im Ziel. Finisher mit wärmender Silberfolie bedeckt kommen mir schon entgegen. Aber es ist noch nicht vorbei, wir sind noch nicht im Ziel, wir biegen ab.

 

Innenstadt-Finale

 

Opernplatz (KM 37) Großbildleinwand – Zuschauermassen. Kurz darauf noch einmal 400 Meter Luxus-Jogging statt Luxus-Shopping in der teuersten Einkaufsstraße der Stadt, der Goethestraße. Die Luxus-Meile mit ihren einunddreißig Immobilien ist ohne die ausgestellten Waren 1,5 Milliarden Euro wert.

Da gibt sich das internationale Publikum gerne vornehm: Frauen auf Geschäftsreise in dunkelblauen Etuikleidern und wehenden Seidenschals mit spitzen Absatzschuhen von „Jimmy Choo“, die auch schon mal zwischen dem Kopfsteinpflaster hängen bleiben. Die Männer tragen wie angegossen sitzende Zweireiher und ziehen edle Aktenkoffer hinter sich her. Auch die Besucher aus Russland und dem Nahen Osten bescheren den  Cartier, Louis-Vuitton, Hermès und Mont Blanc-Boutiquen Rekordumsätze.

Die Frankfurter kaufen lieber in den angrenzenden Straßen ein. Dort steht dann auch das wieder aufgebaute Goethehaus. Hier wurde er geboren, hier verbrachte er seine Kindheit. Auf vier Etagen, in sechzehn Räumen mit antikem Mobiliar kann man eintauchen in die häusliche Welt Johann Wolfgang Goethes. "Wenn mich jemand früge, wo ich mir den Platz meiner Wiege bequemer, meiner bürgerlichen Gesinnung gemäßer oder poetischen Ansicht entsprechender denke, ich könnte keine liebere Stadt als Frankfurt nennen." (J. W. Goethe)

Zwischen Hauptwache und Freßgasse. Wie im letzten Jahr. Die Verabredung mit Peter und meiner Mutter ist gelungen. Ein paar Worte, ein paar Küsschen, ein paar Fotos. Nicht mehr weit und ich bin fix un ferdisch und im Ziel. Mit der Ausdauer eines Duracell-Hasen habe ich die zweite Innenstadtrunde jetzt bei Kilometer 40  geschafft. HR1 heizt uns nochmal richtig ein.

 

Zielgerade


Der Messeturm kommt in Sichtweite. Noch etwa ein Kilometer ist zu laufen. Gruppen von Staffelläufer warten auf ihren vierten Läufer(in). Sie wollen gemeinsam ins Ziel laufen. Rechts und links von den Drängelgittern jubeln begeisterte Zuschauer. Wie auf Kommando hebt sich auf den nächsten Metern bei den meisten Läufern der linke Arm. Ein prüfender, erfreuter oder entsetzter Blick auf die Uhr. Bange Fragen in den Köpfen der Läufer. Wird die angepeilte Zielzeit erreicht oder bin ich gar schneller als gehofft?

Einem ist es egal: Der „Hammering Man“ verbeugt sich vor allen Sportlern. Dann ist es zabbeduuster. Das Volk grölt.  Die heißere Stimme des Radiomoderators Kai Völker schreit die Läufer ins Ziel: „Jaaa…. this is your day“!

Die blauvioletten Strahlen der Spots tauchen das Rund des Kuppelbaus in ein futuristisches, von Trockeneisnebel durchwabertes Licht. Die letzten Meter werden zur Partymeile: Von der Tribüne johlt, pfeift und schreit es. Nur Sekunden auf dem „Roten Teppich“, auf Frankfurts heißester Meile in Frankfurts „Gudd Stub“. Auch am Sonntag eine einzigartige After-Workparty. Genau dafür liebe ich Frankfurt und seinen Marathon!

Eine Sache hätte ich ja fast vergessen: Der Streckenrekord bei den Damen wurde nicht gebrochen. Aber Mona Stockhecke wurde hervorragende achte Frau und damit auch beste deutsche Läuferin mit einer Zeit von 2:33:50 Stunden.

 

Siegerliste Marathon

 

Männer

1 Kiptoo, Mark Kosgei (KEN)   02:06:49
2 Kigen, Mike Kipruto (KEN)   02:06:59 
3 Yegon, Gilbert Kollum (KEN)  02:07:08

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9 Gabius, Arne (GER) 02:09:32

Frauen

1 Kebede, Aberu (ETH)   02:22:21
2 Cherop, Sharon Jemutai (KEN)   02:23:44
3 Bekere, Ashete (ETH)     02:24:59

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8 Stockhecke, Mona (GER) 02:33:50

 

11122 Finsiher

 

Info Marathon:


Zielschluss: 6 Stunden und 15 Minuten

Streckenprofil: Die flache Strecke verläuft hauptsächlich auf breiten Durchgangsstraßen

Höhenmeter: Gesamt knapp 28. Niedrigster Punkt 89,4 Meter über NN, höchster Punkt 117,2 Meter über NN.

Kosten: Je nach Anmeldedatum zwischen 55,00 und 95,00 Euro

Wettbewerbe: Neben dem Marathon wird auch ein Staffelmarathon angeboten und ein Mini-Marathon für Kinder und Jugendliche (4,2 KM)

Verpflegung: Alle 5 km sind die Versorgungsstände mit Getränken aufgebaut. Ab km 15 bis ins Ziel gibt es zusätzlich Bio-Bananen. Bei km 30, 35 und 40 gibt es zusätzlich Coca Cola. An allen Ständen stehen Wannen zum Eintauchen bereit

Zeitmessung: ChampionChip

In der Startgebühr enthalten: SMS-Service, Meldebestätigung per Post oder per Email, Programmheft, Bus-Shuttle vom Parkhaus zum Marathon-Areal am 26.10.2013, RMV-Ticket für den 26.10.2013 im Stadtbereich Frankfurt, Nudelparty (Essen und Getränke), reich bestückter Läuferbeutel, Startnummer mit Vornamen und Zwischenzeiten entsprechend persönlicher Zielzeit, Streckenfaltplan, Gutscheinheft, Kleideraufbewahrung während des Laufs, Streckenverpflegung, Medaille, Wärmefolie, umfangreiches Sportlerbuffet im Ziel, Vorab-Urkunde 30 Minuten nach Zieleinlauf, perfekter Streckenservice, Duschen, Massage, medizinischer Betreuung, kostenloser Besuch des Rebstock-Schwimmbads, Ergebnisheft mit CD und Urkunde per Post.

 
 

Informationen: Mainova Frankfurt Marathon
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