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Laufberichte

So ist der Marathon in meiner Heimatstadt

22.05.11

Wir sind auf der westl. Seite der Orangerie und passieren den Pavillon Marmorbad mit der dahinterliegenden Orangerie. Jetzt schnell mal rechts in den Park reinschauen. Das 1722 als Prunkgemach gebaute Marmorbad der Orangerie dient nur einem Zweck, der Präsentation zahlreicher Marmorbildwerke von Pierre-Ètienne Monnot. Jetzt kommt über das Kopfsteinpflaster die HM-Strecke von links den Berg runter.

Blickt man links hoch Richtung Staatstheater, sieht man das documenta-Kunstwerk „Rahmenbau“ des Künstlerkollektivs Haus-Rucker-Co (1977). Das Werk besteht aus zwei Rahmen, einem aus Stahlgitter, 14 x 14 Meter groß, und einem aus Messing, 2,80 x 2,80 Meter groß. Damit werden zwei verschieden große Landschaftsansichten eingerahmt. Die Künstler wollten mit ihrem Werk die schon immer sichtbar gewesene Landschaft zu einem bewussten Wahrnehmungsfeld machen. Von oben durchs Fenster gibt es einen wirklich tollen Blick über Orangerie und Auepark.

Durch die neue Strecke kommen wir diesmal nicht am Fridericianum und dem ersten feststehenden  Theatergebäude Deutschlands, dem Ottoneum vorbei. Dies ist nur den Halbmarathonis vorbehalten was uns jedoch nicht davon abhält, es nach dem Lauf zu besichtigen.

Hinter der Orangerie schließt sich die Hessenkampfbahn an. Wir laufen ein Stück zwischen der kleinen Fulda und der Hessenkampfbahn entlang. Beim Umrunden der Anlage kommen wir an der Drahtbrücke vorbei auf den Auedamm. Die im Jahre 1926 erbaute Hessenkampfbahn hat was  Einmaliges aufzuweisen:  Eine Runde misst  500m! 

Die direkt daneben liegende Drahtbrücke ist eine Hängebrücke mit 84 Meter Spannweite. Die Brücke, deren Drahtsystem an zwei Pylonen aufgehängt ist, wurde am 1. November 1870 dem Fußgängerverkehr übergeben. Die Brückenkonstruktion wurde von Henschel gebaut. Weil sie vorerst in Privatbesitz war, musste bis zum 31. März 1896 jeder bezahlen, der darauf die Fulda überqueren wollte: Fußgänger 3 Pfennig und Reiter 3 Silbergroschen. Heute ist ihre Überquerung kostenlos.

Wenig später auf der anderen Seite der Hessenkampfbahn ist km 39 und kurz danach stoßen wir auf ein weiteres documenta-Kunstwerk, das in Kassel verblieben ist, die überdimensionale „Spitzhacke“ von Claes Oldenburg (1982) am Fuldaufer. Kurz darauf sind wir auf der östlichen Seite der Orangerie und passieren den Küchenpavillon der Schlossanlage. Nun geht es den nicht endenden Auedamm der Fulda entlang. Hier zwischen Kilometer 39,5 und 41,5 befindet sich das Zentrum der Ruderer. Bootshaus an Bootshaus reihen sich nebeneinander und bieten den Besuchern die Möglichkeit auf dem neuen Fuldapromenadenweg zu wandeln oder auf dem Auedamm den Läufern zuzujubeln. Viele Zuschauer sitzen in den Cafés und Kneipen bei Weizenbier, Sekt oder Kaffee und geizen nicht mit Applaus und Anerkennung.

Viele Teilnehmer sind am Gehen, um sich ein wenig zu erholen vor dem Zieleinlauf, denn es geht noch einmal über die Fulda, über die Damaschkebrücke. Der Auedamm scheint kein Ende zu nehmen. Schon von weitem hören wir die Ansagen im Ziel. Auf der breiten Straße geht es jetzt noch um zwei Kurven und dann ist es da, das ersehnte Zieltor. Nicht nur das Läuferfeld ist jetzt deutlich ausgedünnt, auch die Zuschauer werden weniger. Aber auf den letzten 300 Metern sind sie dicht gedrängt und feiern ihre Marathonis.

Der Ausflug durch meine Heimatstadt hat mir gefallen, sehr gut sogar. Viele Auswärtige und ihre Begleiter teilen meine Begeisterung und auch die Siegerin äußert sich begeistert über die Strecke, die Organisation und die vielen Zuschauer. Die Polizei schätzt die Zahl auf 70.000 Zuschauer. Ich bin ja die ganze Strecke mit dem Fahrrad abgefahren und hatte den Eindruck, es wären eher mehr. Schön, dass die Kasseler Bevölkerung den Marathon so gut annimmt. Marathon-Chef  Winfried Aufenanger hat schon die 6. Auflage angekündigt, vom 18. – 20 Mai 2012. Dann wird es etwas Neues geben. Start und Ziel wird im Bereich des neuen Auestadions sein, mit Zieleinlauf auf der DLV-Tartanbahn.

Sieger Marathon:
Männer:
1. Julius Muriuki  Kenia  2:12:59
2. Irungu Pharis Kimani  Kenia  2:13:40
3. Elisah Kipchichir Rotich Kenia  2:15:17

Frauen:
1. Jacquline Nyetipei  Kenia  2:40:00
2. Prisca Kiprono  Kenia  2:46:34
3. Truphena Jepchumba Kurui Kenia  2:51:46

540 Finisher

Sieger Halbmarathon:
Männer:
1. Thomas Thyssen PSV Grün-Weiß Kassel  1:11:52
2. Jürgen Austin-Kerl PSV Grün-Weiß Kassel  1:12:44
3. Ben Beattie  Sale Harriers Manchester 1:15:59

Frauen:
1. Silke Optekamp PSV Grün-Weiß Kassel  1:19:32
2. Katrin Kreil  Hannover 96   1:22:01
3. Kathrin Arndt  PSV Grün-Weiß Kassel  1:23:01

2633 Finisher

 

 
 

Informationen: Kassel Marathon
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