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Laufberichte

Schnell wie die Feuerwehr 'nauf auf’s Stockerl!

18.10.09

Südschleife - Bildgalerie von Olaf Ulmer

Es geht auf die Südschleife, jetzt wieder auf dem Bottwartal-Radweg, eine ehemalige Bahntrasse. Auf dem Dorfplatz in Kleinbottwar (Kilometer 25) ist wieder mächtig der Bär los, denn dort wird Kirbe (für Bayern: Kirta; für Preissn: Kirchweih) gefeiert. Nach zwei Kilometern auf einer gesperrten Strasse laufen wir nach Steinheim hinein, wo am Marktplatz wieder eine zünftige schwäbische Hocketse auf uns wartet. Aber wir müssen weiter.

Mittlerweile laufen mit die Teilnehmer des Halbmarathons auf der Südschleife entgegen. Der Kurs wird zum ersten Mal angeboten und hat gleich gut eingeschlagen. Immer wieder kommen Zurufe an meine Adresse. Etwa bei Kilometer 27 geht es auf eine weitere Schleife Richtung Murr. Bei Kilometer 28 schaue ich wieder auf das Zeiteisen. Ich bin noch nicht langsamer geworden. Etwa ein, zwei Minuten über der Drei-Stunden-Schallmauer. Immer wieder kann ich Gegner einsammeln. Die Abstände sind natürlich groß geworden.

An der Kirche in Murr (Kilometer 29) ist natürlich wieder tolle Stimmung. Dann führt uns der Kurs hinaus in die angrenzenden Felder. Hier könnte die Strecke mitunter windanfällig sein. Doch heute ist es nahezu windstill. In der Nähe des Sonnenhofes wendet sich unser Kurs. Es geht zurück nach Murr.

Am Sportplatz Murr (Kilometer 35) wollte Eberhard stehen. Für ihn genügen heute sieben Kilometer, die er in einer Staffel läuft. Ja, die kurzen Einheiten machen ihn schneller, so seine Feststellung am Morgen, als er mit über den Weg läuft. Und am Sportplatz steht Eberhard, zückt seine Kamera und ruft mir irgendwas zu, das ich nicht verstehe. Ich bin wahrscheinlich schon am Durchdrehen. Oder im Laufrausch. Noch sieben Kilometer.

Wir laufen eine kleine Schleife durch die Felder, bevor es wieder nach Steinheim hineingeht. Nicht nur dort riecht es mitunter deftig. Ja, heute ist Kirchweih, und die Gänse und Enten haben nichts zu lachen, denn es geht für sie um Kopf und Kragen. Vielleicht bleibt ein Teil des Festmahls übrig. Ich würde nicht nein sagen zu einem Gänseviertel mit zwei Knödel am Abend.

In Steinheim läuft mir Angelika entgegen. Sie grüßt lautstark. Ich hebe die Hand, für mehr habe ich keine Luft. Kleinbottwar ist unser nächstes Ziel. Da überholt mich ein einziger Gegner seit der Halbmarathonmarke. Meinen Endspurt setze ich dann auf der Bahntrasse mit Kilometer 40, soweit es noch geht. Aber die Beine sind doch schon müde geworden. Jetzt laufen wir in das Halbmarathonfeld der Südschleife hinein.

An der Bottwar zeigt der Kurs in ein kleines Industriegebiet hinein, wo wir kurz nach Kilometer 41 noch mal über Lautsprecher angespornt werden. Ich schaue wenige Male nach hinten, um nicht von da überrascht zu werden. Da ist kein Gegner zu sehen. Nach vorne ist ebenfalls nichts zu sehen. Außer ein paar Halbmarathonis, die deutlich langsamer in der Geschwindigkeit sind.

Dann geht es auf das Betriebsgelände. Ein kurzer giftiger Anstieg, zuerst rechts, dann links herum, die Zuschauer plärren, der Moderator verkündet meinen Namen mit mittlerweile heißerer Stimme und ich durchlaufe das Ziel - 3:05:56!

Im Zielraum halte ich mich aufgrund der Kühle nicht lange auf. Nach kurzer Zeit wechsele ich im Untergeschoss der Kellerei meine feuchten Kleider.

Die Verpflegungsstrasse ist ebenfalls hier aufgebaut, geschützt von Wind und Wetter. Es gibt Bananen, Marathonbrot, Aqua, Iso, Apfelschorle und, nicht nur für mich, „bleifreies“ Bier. Aufgrund meines Unterdruckes im Magen braucht’s nur zwei bis drei Züge und die Halbe ist weg.

Später gehe ich wieder in den Zielbereich und will noch ein paar Bilder von den Zieleinläufen sammeln. Bevor ich den Duschservice in Anspruch nehme, werfe ich einen Blick auf die Ergebnisse. Im Gesamteinlauf müsste ich in der Feuerwehrwertung Rang fünf und in der Klasse Erster sein, so meine erste Prüfung.

Bei der Siegerehrung zur Deutschen Feuerwehrmeisterschaft ist es denn so. Als Klassensieger M45 gibt es eine Riesenflasche Rotwein. Einer der Feuerwehroberen gratuliert mir mit den Worten. „Des isch a guts Tröpfle!“

Zu guter Letzt lasse ich mich beim Verfassen dieses Berichtes vom erhaltenen Wein inspirieren, so wie es Friedrich Schiller beim folgenden Vers getan hat:

„Auf der Berge freie Höhen, in der Mittagssonne Schein,
an des warmen Strahles Kräften, zeugt Natur den goldnen Wein.
Und noch niemand hat’s erkundet wie die große Mutter schafft,
unergründlich ist das Wirken, unerforschlich ist die Kraft.“
Prost.

5. Deutsche Meisterschaft der Feuerwehren 
im Marathon - Männer:

1. Lorenzen, Uli 2:50:06 Feuerwehr Marbach M40
2. Sperlich, Jens 2:53:15 Kreisfeuerwehrverband Hohenmöl M35
3. Bühler, Andreas 2:57:06 FFW Gäufelden M30
4. Maußer, Wilhelm 3:02:44 FFW Ketteldorf M50
5. Lautner, Anton 3:05:56 FF Joshofen M45
6. Lorenzen, Andreas 3:13:10 Feuerwehr Marbach M40

Frauen:

1. Blatter, Belinda 4:02:00 Freiw. Feuerwehr Wendlingen W30
2. Ramian, Tanja 4:12:59 FFW München W30

Marathonsieger

Männer

1 Kosgei, Titus Kipchumba (KEN)  SSV Ulm 1846 02:29:11 
2 Diehl, Marco (DEU)  Bottwartal-Kellerei Team 02:34:30 
3 Müller, Kay-Uwe (DEU)  TSV Ilshofen 02:36:03

Frauen

1 Kipchonge, Pamela Jemeli (KEN)  TherapieReha Siegele 02:42:18 
2 Vogler, Katrin (DEU)  Lauftreff Echterdingen 03:02:58 
3 Benning, Nicole (DEU)  EK Schwaikheim 03:15:22

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Informationen: Bottwartal-Marathon
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