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Sex beim Laufen oder laufend Sex?

28.11.08
Quelle: Running Geck

„Schaaatz“ hört er die Stimme aus dem Off. Das ist unverkennbar die Stimme seiner Frau Kati. Immer muss sie ihn stören, wenn er sich mit seinen Laufdevotionalien beschäftigt. Die Nummern aus seinen diversen Rennen, die er alle aufgehoben hat, müssen mal wieder gebügelt werden. 73 hat er schon geschafft, aber der Großteil liegt noch vor ihm.

„Schatz!! Geck!!!“. Die Stimme wird fordernder und drängender. Wenn sie ihn schon "Geck" ruft, wird es allerhöchste Zeit, dass er reagiert. Er ist schon ein gut konditionierter Ehemann, so dass er sich entschließt, jetzt endlich einmal zu antworten. „Ja. Ich bin im Keller und räume auf. Was gibt es denn?“. Dabei versucht er mittels seiner Stimme die Anstrengung auszudrücken.

Es gibt Augenblicke im Leben eines Mannes, da muss man die Wahrheit ein wenig biegen. Dies scheint der geeignete Moment zu sein.

Er entschließt sich, nach oben zu gehen, bevor seine Frau nach unten kommt. Und so packt er alle Nummern wieder zurück in seine Kiste und geht. Seine Frau steht in der Küche. „Hier bin ich. Was gibt es denn?“ fragt er wie jemand, der gerade bei der wichtigsten Aufgabe seines Lebens gestört worden ist. Dabei wischt er sich den imaginären Schweiß von der Stirn.

„Im Briefkasten lag ein Zettel, dass bei der Post ein Paket für dich liegt. Wenn du morgen aus dem Büro kommst, kannst du das doch mitbringen oder soll ich das morgen früh erledigen? Übrigens. Was hast du denn bestellt?“

„Oh Gott. Mein Paket“ fährt es ihm ins Hirn. „Äh. Ich weiß nicht genau. Aber es könnte das Buch ‚Bügeln – vom Anfänger bis zum Könner’ sein, das ich bestellt habe.“ Oh. Mist. Er merkt, dass er sich gerade ein klassisches Eigentor geschossen hat. Er ahnt, was es wirklich ist. Daher muss er unter allen Umständen verhindern, dass seine Frau dieses Paket in die Finger bekommt. Und bevor seine Frau auf der Bügelnummer rum reiten kann, erwidert er hastig „Kein Problem. Das erledige ich morgen. Dann musst du dich nicht darum auch noch kümmern.“ Damit nimmt er die Paketkarte und verschwindet, bevor seine Frau es sich anders überlegen kann.

Im Keller angekommen, atmet er erst einmal tief durch und wischt sich den Schweiß von der Stirn. „Gerade noch mal gut gegangen“ scheint auf seiner Stirn zu stehen. Wie soll er auch seiner Frau erklären, warum er ein Paket von Beate Uhse bekommt. Und dass das wirklich nichts mit Sex zu tun hat. Nie im Leben hätte sie ihm geglaubt.

Am folgenden Nachmittag nimmt er das Paket, welches im unschuldigen Weiß daherkommt, in Empfang. Gut, dass seine Frau am Nachmittag einen Frisörtermin hat. Das geht erfahrungsgemäß nicht unter 3 Stunden. Genug Zeit, um seinen neuen Schatz in Sicherheit zu bringen.

Mit zitternden Fingern öffnet er das Paket. Als erstes fällt ihm die 100er Packung Kondome in der Größe XXL entgegen. Natürlich glatt, ohne Noppen oder so einen Firlefanz. Entschlossen zieht er Schuhe und Strümpfe aus, packt das erste Kondom aus und zieht es sich über seinen Fuß. Passt fast wie angegossen. Und ist auch noch gefühlsecht. Sollen doch die Spinner 70 Euro für Kompressionsstrümpfe ausgeben. Es geht auch preiswerter.

Als nächstes die Creme in der Geschmacksrichtung "Himbeere". Warum immer nur den farblosen Hirschtalgstift für die Schonung der Brustwarzen verwenden? Nun können seine weiblichen Mitläuferinnen auch sagen: "Ich hätte gerne die Himbeere". Tja. In der Zeit nach Tutti Frutti hält die Gleichberechtigung Einzug und das ist auch sein Verdienst.

Nun packt er den Bodysuit aus. Ganz in schwarz. Damit er nachher aussieht wie der weiße Kenianer. Er hat ihn extra eine Nummer kleiner bestellt. So ist er hauteng. Aber so was von hauteng, dass er beinnahe einen Schuhanzieher benötigt, um da rein zu kommen. Als es so schwer fällt, geht ihm durch den Kopf, dass er doch vorbeugend dafür eingekauft hat. Schon packt er die Gleitcreme "Einer geht noch" aus. Ein blöder Name mit hoffentlich richtiger Wirkung. Aber zuerst die Enthaarungscreme "Fix Clean". Nur ein kurzer Schmerz jagt durch seinen Körper, dass er glaubt, seine Schädeldecke hebt gleich ab. "Ab wer schnell sein will, muss leiden". Dies könnte seine neue Mantra werden.

Und schon ist seine Haut glatt wie ein Kinderpopo. Nun funktioniert auch das Einschlüpfen in den Bodysuit problemlos und verhilft ihm zu einem völlig neuen Gefühl über körperliche Problemzonen.

Als letztes packt er den Vibrator, Modell "Black Jumbo" aus. Nachdem seine Frau ihn mit seinem alten Vibrator fast gegrillt hätte, erscheint ihm dieser weniger gefährlich. Und schon beginnt er eine erste Muskelmassage.

Laufen ist sexy. Oder nicht? Vielleicht sollte er seinem Dealer, Timo, empfehlen, diese Teile in sein Sortiment aufzunehmen. Läufern und Läuferinnen kann doch auf vielfältige Weise geholfen werden

 

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