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Der Dopingtest

27.08.08
Quelle: Running Geck

Auch Freizeitläufer haben bisweilen Probleme mit dem Doping.

Das Ziel! Nur noch wenige hundert Meter. Ein letzter Blick zurück zu seinem Verfolger. Ausreichend ist die Distanz zwischen ihnen. Diesmal dürfte es ihm nicht zu nehmen sein.

Der Sieg? Nein, nicht ganz. Aber ein klein wenig. Er weiß, dass sein Verfolger zwar nicht in der gleichen Gewichts-, dafür Altersklasse läuft. Und wenn der hinter ihm ist, wird er es schaffen, diesmal nicht Letzter in seiner Altersklasse zu werden. Er weiß, einer muss der Letzte sein. Aber diesmal ist er es nicht!!

Er gibt das Letzte, um diesen Triumph nicht zu verspielen und läuft mit hochgerissenen Armen ins Ziel. Dass die Helfer bereits dabei sind, das Ziel abzubauen, stört ihn im Moment gar nicht.

Kaum ist er durch das Ziel gelaufen, kommt einer der Helfer auf ihn zu. An seiner Brust leuchtet das Schild „Organisation". Er denkt sich, der will ihm was zu essen oder zu trinken bringen. Das hätte er jetzt nötig. Aber weit gefehlt.

„Kommen Sie bitte mit" sagt der nur kurz und deutet auf ihn. Er schaut sich um. Der meint tatsächlich ihn. „Wohin?". Diese eine Frage drückt seine Verwirrung aus.

„Zum Dopingtest" lautet die kurze, aber energische Antwort.

Wortlos und völlig verdattert trabt er hinter diesem Organisator her, bis sie schließlich einen Waschraum erreichen. Dort steht ein Tisch mit einem wichtig aussehenden Mann. Der bedeutet ihm, er solle Platz nehmen und bietet ihm dabei einen Becher mit etwas zu trinken an.

„Zunächst brauche ich einige Daten von Ihnen. Füllen Sie bitte das Formular aus." Dabei reicht er ihm ein Blatt über den Tisch. Er kann es immer noch nicht glauben. Er beim Dopingtest. Während er die Fragen liest, gehen ihm verschiedene Dinge durch den Kopf. Die Fragen nach seiner Mobil-Nummer. Er erschrickt. „Mist, mein Vertrag ist, rein beruflich bedingt, mit T-Mobile abgeschlossen. Aber deshalb bin ich doch nicht per Definition ein Dopingsünder." Die nächste Frage dreht sich um Haustiere. Nun gut, er hat einen Cocker Spaniel aus Spanien. „Ich kenn aber Dr. Fuentes nicht, ehrlich!" entfährt es ihm. Der Mann schaut ihn fragend und kritisch an.

Dann fällt ihm sein letzter Besuch bei dem Dealer seines Vertrauens ein. Als der ihm anabol-loges andrehen wollte. Dieses Mittel, welches dem Namen schon verführerisch nach Verbotenen klingt. Aber er ist hart geblieben. Bei diesem Gedanken wischt er sich den Schweiß von der Stirn.

„Also langsam. Was habe ich heute gegessen oder getrunken?" geht ihm durch den Kopf. Nun gut, am Morgen vor dem Start hat er noch zwei Kaffee getrunken, um seinen Kreislauf in Schwung zu bringen. War das schon zuviel, also Doping? Er wird nervös.

Während des Laufes hat er noch eins von Timos Gel-Päckchen zu sich genommen. Die schmecken zwar fürchterlich, aber er konnte merken, wie die wirken. „Hoffentlich sind da keine Inhaltstoffe drin, die auf der Dopingliste stehen!" geht ihm durch den Kopf. Er spürt, wie sein Kragen enger wird.

Dann fällt ihm eine Szene des Laufes ein. An einer Kurve wurde er etwas bedrängt. Daraufhin ratschte er mir seiner Hand am Geländer entlang und sein kleiner Finger fing an zu bluten. Daraufhin hat er, um die Blutung zu stoppen, das Blut abgeleckt und die Stelle mit seinem Speichel versiegelt.

„Eigenblutdoping!?!". Langsam bekommt er eine Schockstarre. Sein Triumph – dahin. Überführt als Dopingsünder. Während er kreideweiß wird, nimmt sich der Mann auf der anderen Seite seinen Bogen und studiert diesen ausgiebig. Immer wieder blickt er zu ihm hin.

„Ach. Sie sind verkehrt hier. Wir wollten die ersten drei des Laufes. Nicht die letzten!". Sprach es und fordert ihn auf, zu gehen.

Immer noch unter Schock, steht er auf und bewegt sich langsam nach draußen. Sein Triumph ist zwar gerettet aber vor dem nächsten Lauf gibt es noch einiges zu regeln.

Handyvertrag kündigen, Hund verkaufen, kein Kaffee und kein Gel ab sofort und immer ein Pflaster am Mann.

Mit diesen Gedanken geht er erleichtert nach Hause.

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