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Inov-8: Leichte Offroader

23.01.10
Quelle: Daniel Steiner

Gegenüber den Marketinganstrengungen der so genannten Big Players im Laufschuhmarkt blieb ich bis anhin immun. Es gab keinen Grund, dem Hersteller die Treue aufzukünden, welchen ich seinerzeit bei meinem Einstieg aufgrund einer persönlichen Empfehlung (ob ich selbst darauf gekommen wäre, wage ich zu bezweifeln) gewählt hatte. Abgesehen vom Segment Lifestyle hat New Balance in unseren Breiten nur in der Laufszene einen gewissen Bekanntheitsgrad. Solange mich meine Arbeit regelmäßig in die USA führte, wo NB herkommt und eine alteingesessene Marke ist, fand ich problemlos Nachschub, wenn ich wieder ein neues Paar fällig war.

Seit ich zum Arbeiten auf heimischer Scholle bleibe, war es für mich in den vergangenen Jahren entsprechend schwierig, die gewünschten Modelle überhaupt zu finden und kaufen zu können. Aber wo ein Wille ist, ist auch ein Weg, und deshalb waren meine Füße trotzdem immer gut bestückt und haben mich so immer gut ins Ziel gebracht – mit einer Einschränkung.

Obwohl ich auch bei meinen Bergmarathons und –ultras immer gut ankam, habe ich mir jeweils gewünscht, dass die Geländetauglichkeit der Schuhe dem hohen Niveau ihres Tragkomforts entspräche. Zudem sah ich nur ungern, wie die Elemente den Tretern zusetzten.

Dies waren die Gründe, weshalb ich für meine zahlreichen Laufkilometer abseits des Asphalts schon seit langer Zeit auf der Suche nach geeigneter Besohlung war.

Die bisherigen Versuche verliefen nicht zu meiner Zufriedenheit und so war ich weiter auf der Suche. Auf dieser Suche stieß ich auf inov-8, eine Marke, deren Schriftzug ich, so konnte ich mich beim Besuch der Website schwach erinnern, irgendwo schon mal gesehen hatte, ohne ihn damals in einen Bezug zu einem Produkt bringen zu können. Obwohl ich mich zu den laufenden Bergziegen zähle, wohnte ich in Sachen bergspezifische Laufschuhe bisher anscheinend im Tal der Ahnungslosen.

Ob ich hier fündig werde?

Der Sitz des Unternehmens ist in „Englands letzter Wildnis“, den Nord Pennines, eine ideale Gegend für das Laufen abseits der Straßen. Die Produkte werden aber nicht nur dort, sondern von internationalen Spitzensportlern – darunter auch Helmut Schießl – und Sportenthusiasten getestet.

 
inov8 Roclite 285
© inov8

Das Design der Schuhe ist darauf ausgerichtet, den Athleten im Gelände optimal zu unterstützen. Für die verschiedenen Einsatzzwecke gibt es unterschiedliche Linien mit spezifischen Stärken. Dämpfung, Haftvermögen, Profilierung sind entsprechend ausgelegt. Allen gemeinsam ist, dass die Schnürung für einen sicheren Halt sorgt, ohne die natürliche Funktion des Fußes einzuschränken.

Die Verbundenheit zur Natur, in welcher inov-8 ihre Produkte zum Einsatz bringt, findet durch das Bekenntnis der Firma zu einem möglichst umweltbewussten Handeln ihren Ausdruck. Produziert wird zwar nicht in England, sondern in China, doch für ihre Fabrik gelten in Sachen Umwelt und  ethisches Handeln hohe Standards. Für mich sind diese Aspekte bei der Wahl eines Produktes auch wichtig, zuerst muss der Schuh aber zu meinem Fuß passen. Um das herauszufinden, konnte ich drei verschieden Modelle ausprobieren.

In den vergangen Wochen hat das Wetter die Umgebung meines Wohnorts zum richtigen Testgelände vorbereitet. Nasse, rutschige Kalksteine, Matsch, tiefe Trails und Schnee warteten darauf erobert zu werden. Zudem hatte ich die Gelegenheit, meine beiden bisherigen Marathons in diesem Jahr mit zwei verschiedenen Modellen zu laufen.

Stellvertretend für die Vielfalt der Produktepalette stelle ich einen Schuh vor, der es mir besonders angetan hat: Der Roclite 285, ein“ All Terrain Racer“. Wie bei allen Schuhlinien bei Inov-8 steht die Zahl für das Referenzgewicht der Schuhgröße 42. Keine 300 Gramm sind für einen Laufschuh, dessen Bestimmung das Gelände ist, ein beeindruckend tiefes Gewicht. Genauso fühlt er sich am Fuß auch an. Wie ein leichter Hausschuh, allerdings mit spürbarem Halt.

Die Dämpfung ergibt eine tolle Kombination: einerseits ist der Untergrund gut zu spüren, andererseits ist sie stabil genug, um die Unebenheiten nicht unangenehm durchdrücken zu lassen. Auffallend und gewöhnungsbedürftig sind die tief geschnittene Ferse und der flach bauende Hinterfuß, der für direkten Bodenkontakt sorgt.  Wie der Untergrund dabei beschaffen ist, spielt für die Haftung der Sohle keine Rolle. Egal ob auf Schotter, nassem Gras, Fels oder gar auf schlammigen Wegen, die Gummimischung und das Profil verhelfen zu einem sicheren Tritt.

Der Schuh fordert zu effizientem Laufen heraus. Wer lieber durchs Gelände schlurft, muss sich da erst einmal umgewöhnen. Obwohl als Racer nicht für lange Läufe gedacht, lief ich den Neujahrsmarathon mit diesem Schuh und konnte dafür auf die Stirnlampe verzichten, denn ich hatte jederzeit ein perfektes Gefühl für den Untergrund. Dass er mit seinem rattenscharfen Look auch als Lifestyle-Schuh eine gute Falle macht, darf auch noch erwähnt werden. Allerding meinte meine jüngere Tochter, dass ich den Schuh für diesen Verwendungszweck der jüngeren Generation überlassen soll…

 
 

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