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Steigerungsläufe für mehr Dynamik

09.01.09
Quelle: Andreas Butz

Vor Wettkämpfen fallen sie gelegentlich auf. Die Läufer, die beim Einlaufen immer wieder zu kurzen Steigerungsläufen ansetzen. Warum machen die das?

Selten praktiziert und dennoch sehr effektiv, sind kurze Steigerungsläufe. Gerade nach langsamen Dauerläufen oder zum Abschluss der Einlaufphase vor einem Wettkampf, sind diese sehr empfehlenswert. Sie sorgen unter anderem für einen dynamischen Laufschritt.

Beim Steigerungslauf wird das Tempo allmählich bis zum Sprint gesteigert. Dies sollte über eine Länge von 80 bis 150 Metern geschehen mit weiteren 30 Metern des lockern Auslaufens. Fang dazu mit dem langsamen Dauerlauftempo an und forciere zum Ende hin bis auf 90 Prozent Deiner möglichen Maximalgeschwindigkeit. Achte darauf, dass Du auch beim Schlusssprint noch technisch sauber läufst, optimalerweise mit dem Mittelfuß aufsetzt.

Training der intramuskulären Koordination

Bei dieser Trainingsform geht darum, die Beinmuskulatur, die sich bei langen langsamen Läufen ein wenig verkürzt, wieder zu strecken. Der Laufschritt wird durch langes Traben oft unökonomisch. Durch die kurzen Steigerungsläufe wirkst Du dagegen und machst Schluss mit dem Schlappschritt. Du drückst Dich stärker ab, hebst die Füße höher vom Boden, aktivierst den Kniehub, setzt die Arme verstärkt ein, wodurch die Hüfte flexibler dem Schritt folgt. Dies alles mit dem Ergebnis, dass der Laufschritt wird wieder länger wird. Du wirst es spüren, Steigerungsläufe tragen zur Verbesserung der Laufökonomie bei.

Der erste Steigerungslauf ist oft noch ein wenig verkrampft. Der zweite und dritte Lauf ist dann schon wieder dynamischer. Und genau das ist der Sinn dieser Übungsform. Zwischen den einzelnen Steigerungsläufen solltest Du ein bis zwei Minuten locker traben und dann wieder erneut ansetzen. Ein längeres Auslaufen vor Beendigung des Trainings ist nicht notwendig.

Steigerungen in der Einlaufphase

Vor einem schnellen Wettkampf, oder als Aufwärmprogramm vor einem Intervalltraining, bereiten Steigerungsläufe, ergänzt durch Lauf-ABC-Übungen, sehr gut auf die anstehenden Aufgaben vor. Du solltest zunächst mindestens 15 Minuten locker traben, dann drei bis fünf Steigerungsläufe absolvieren und nach einigen Minuten der Ruhe motorisch optimal eingestellt in den Wettkampf oder das Tempotraining einsteigen.

Ideal nach einem Marathon

In den ersten drei Wochen nach einem Marathonlauf, der Regenerationsphase, in der Du auf Tempoläufe grundsätzlich verzichten solltest, sind Steigerungsläufe als Bestandteil der Dauerlaufeinheiten sehr empfehlenswert. Sie sorgen dafür, dass die aktuell gute Form gehalten wird. Daher können Steigerungen zwei bis drei Mal ins wöchentliche Training integriert werden.

Viel Freude beim Laufen wünscht

Andreas Butz
www.laufcampus.com

 
 

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