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Die beste Zeit zu laufen

08.10.10
Quelle: Andreas Butz

Zur mir kommen viele Sportler und Kopfarbeiter zum Coaching. Oft höre ich in diesem Zusammenhang folgende Frage: „Du, Andreas, sag mal, wann ist eigentlich die beste Zeit zu laufen?“ Darauf kann es natürlich nur eine Antwort geben:

Die beste Zeit zu laufen ist natürlich der Morgen. Du stehst auf, wenn andere noch schlafen. Du tankst schon Sauerstoff, wenn sich Deine Nachbarn noch einmal auf die andere Seite des Kissens drehen. Du kehrst stolz nach Hause zurück, hast Energie für den ganzen Tag getankt. Unwiderstehlich Dein Elan, wenn Du schon voller Ideen bist, Deine Kollegen aber noch müde mit dem Löffel den Kaffee rühren. Morgenläufer sind einfach besser drauf.

Nein, die beste Zeit zu laufen ist der Vormittag. Der Mann ist zur Arbeit, die Kinder in der Schule, die Küche nach dem Frühstück wieder aufgeräumt und die Betten sind gemacht. Gleich wirst Du einkaufen, doch vorher nimmst Du Dir eine Auszeit. Du hast es Dir verdient. Rein in die Laufsachen und ab in den Wald. Du hast nur wenig Zeit, aber der kurze zügige Dauerlauf befriedigt Deine Lust an der Bewegung. Kein Kindergeschrei und keine Fünf in Mathe können Dich jetzt noch aus der Fassung bringen.

Oder, die Mittagszeit. Wenn andere mit ihrem biologischen Tiefpunkt kämpfen, keinen besseren Weg kennen die Müdigkeit zu vertreiben, als einen doppelten Espresso zu trinken, dann ziehst Du die Laufschuhe an und läufst 30 Minuten durch den Park. Eine Sauerstoffdusche mitten am Tag, das ist Wellness pur, nicht nur für Kopfarbeiter. Eine kurze Dusche, die Krawatte sitzt, es kann weiter gehen. „Meine Damen und Herren, keine Müdigkeit vortäuschen!“

Die beste Zeit ist zu laufen ist vielleicht aber auch der frühe Abend. Du kommst gestresst nach Hause, der Kopf ist noch voll mit ungelösten Bürosorgen. Du tauschst den grauen Anzug gegen Dein farbfrohes Laufdress. Und läufst los. Sechzig Minuten Laufen machen aus Dir einen neuen Menschen. Die mentale Verkrampfung wird raus geschwitzt,  das Laufen wandelt den verspannten Büromenschen in einen gelassenen Ehemann und Vater. Du bist bereit für einen schönen Feierabend im Kreis Deiner Lieben.

Nein, der späte Abend ist die beste Laufzeit. Wenn die meisten Mitmenschen keine anderen Ideen haben, als sich vom Fernseher passiv unterhalten zu lassen, dann wirst Du aktiv. Ein Lauf durch die erleuchteten Innenstädte und Wohngebiete, vorbei an schön dekorierten Schaufenstern und hell erleuchteten Wohnzimmerfenstern. Es ist schön nach Hause zu kommen. Es gibt nichts Besseres, als die Dusche danach.

Die beste Zeit zu laufen ist natürlich der Sonntagmorgen. Ein zwei- bis dreistündiger Lauf ist als Grundlagentraining für den Marathon genau richtig. Deine Lauffreunde kommen mit, das Tempo ist langsam, es wird viel geplaudert. Natürlich über das Laufen. Und dann das befriedigende Gefühl, am Nachmittag im Fernsehen Sport schauen zu können, wenn man selber schon etwas geleistet hat.

Und die Moral von der Geschicht? Eine schlechte Zeit zu Laufen gibt es nicht. Na ja, die erste Stunde nach einem opulenten Mahl vielleicht mal ausgenommen. Jede Tageszeit hat ihre eigenen Reize, jeder Lauf seine besonderen Effekte. Die beste Zeit ist meist die, in der es Dir am leichtesten fällt, das Laufen in Deine sonstigen alltäglichen Verpflichtungen einzubinden. Schließlich ist Laufen die vielleicht schönste Nebensache der Welt.

 
 

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