marathon4you.de

 
  • MeldungenMeldungen
  • LaufberichteLaufberichte
  • TermineTermine
  • MagazinMagazin
 

Magazin

Die 4 Erfolgsfaktoren für Dein Training

09.03.12
Quelle: Andreas Butz

Manche Läufer sind besser als andere. Sie trainieren nicht mehr, liefern dennoch die bessere Wettkampfergebnisse ab. Woran mag das liegen? Eine Frage, die viele Läuferinnen und Läufer beschäftigt. Was macht der Kerl, was macht die Läuferin da vorne, anders als ich? Mit Talent, Trainingsfleiß und Trainingseffektivität kann man die meisten dieser Fragen beantworten. Ein gesunder Lebensstil rundet den Gesamterfolg ab.

Der Erfolgsfaktor Talent ist genetisch bedingt. Innerhalb unserer Möglichkeiten können wir das Beste aus unserem Körper herausholen. Die muskulären Voraussetzungen, der Anteil von schnell und langsam kontrahierenden Muskelfasern, aber auch unsere Stoffwechselveranlagung entscheidet, wie wir auf Trainingsreize reagieren, wie schnell sich der Körper an die geforderten Leistungen anpasst. Viele von uns kennen Menschen, die scheinbar essen können was sie wollen und dennoch nicht zunehmen. Auch kennt man Sportler, die mit nur wenig Krafttraining Muskelberge aufbauen, für die andere deutlich mehr Zeit investieren müssen. In der genetischen Veranlagung liegt ein Teil der Ursachen. Ich zum Beispiel bin in der Lage den einen oder anderen Athleten als Trainer zu einem Marathon in 2:30 Stunden zu verhelfen. Selber jedoch kämpfe ich seit Jahren mit den 3 Stunden als meine persönliche Schallmauer. Den eigenen Erfolg und Misserfolg allein mit dem Talent zu erklären, ist aber zu oberflächlich.

 
Ohne Fleiß kein Preis - das Sprichwort gilt
© marathon4you.de

Der Erfolgsfaktor Trainingsfleiß, oft limitiert durch die privaten und beruflichen Rahmenbedingungen, setzt ebenfalls Leistungsgrenzen. Mit drei Trainingseinheiten pro Woche wird niemand die 3-Stundengrenze knacken, je nach Talent reicht es noch nicht mal für 4 Stunden. Die Summe der Trainings- und Wettkampfkilometer, über Wochen, Monate und Jahre, bereiten einen auf die nächst höheren Leistungen vor. Hierbei geht es sowohl um die Erfahrung die zählt, als auch um die körperliche Anpassung. So kann sich beispielsweise das Herzkreislaufsystem viel schneller an längere Laufeinheiten anpassen als der Bewegungsapparat. Ein Grund, warum viele der Schnellstarter, ich meine hiermit die „von 0 auf 42 in einem Jahr Typen“, nach ihrem ersten Marathon mit Verletzungen zu kämpfen haben. Die Muskeln, Bänder und Sehnen hätten bei ihnen länger gebraucht als es Kopf, Lunge und Herz erforderten. Gut daran tut, wer seine sportlichen Ziele realistisch plant. Und für die meisten realistischen Pläne gilt: Es gibt keine zu großen Ziele, es gibt nur zu kurze Fristen.

Der dritte entscheidende Erfolgsfaktor für die eigene Leistung ist die Trainingseffektivität. Das Thema Effektivität ist eines meiner Lieblingsthemen, wenn ich bei meinen Seminaren und Vorträgen über Laufen referiere. Die Gedanken daran, wie man möglichst viel aus der investierten Zeit heraus holt, haben mich von Anfang an meiner Karriere als Läufer und Trainer beschäftigt. Die Antworten auf diese Frage haben sich bei mir sogar bis in den Wortschatz durchgesetzt. Von Training spreche ich nur, wenn ich laufe um einen Trainingsziel zu erreichen. Wenn ich mich hingegen von meiner Frau mit den Worten verabschiede „ich gehe eine Runde Laufen“, dann jogge ich ohne Hintergedanken an ein Trainings- oder Wettkampfziel nur zur Freude durch den Wald. Training ist daher Laufen mit System. Jede Laufeinheit folgt einem sportlichen Ziel. Im Optimalfall weiß der trainierende Athlet bei jedem Training, warum er gerade wie lang und wie schnell läuft. Er folgt einem Trainingsplan, einem Konzept, an dessen Ende eine wohl dosierte Tapering-Phase zu einer bestmöglichen Leistung bei einem Wettkampf führt. Wer tolle Ergebnisse ohne Trainingskonzept schafft, hat wahrscheinlich mehr Talent als andere, wird aber nie herausfinden, wozu er bei effektivem Training wirklich in der Lage wäre.

Der vierte Erfolgsfaktor ist der Lebensstil. Hiermit meine ich insbesondere den Alkoholkonsum, das Nichtrauchen und die nachhaltige Umsetzung einer gesunden und leistungsfördernden Ernährung. Auch im Bezug auf diese Komponenten kennen einige von uns Menschen, die sogar damit prahlen, ihre sportlichen Leistungen trotz Rauchens und trotz regelmäßigen Biertrinkens zu schaffen. Diese setzen schlicht andere Prioritäten als Sportlerinnen und Sportler, für die das Laufen auch eine bedeutende Gesundheitskomponente hat. Für die meisten Läufer sind ihr Training, das gestiegene Köpergefühl und die wiederentdeckte somatische Intelligenz, sogar die Ursachen dafür das Rauchen zu lassen und den Alkoholkonsum einzuschränken. Wer dann noch erkennt, dass eine leistungsfördernde Ernährung nichts mit Energygel, Kohlenhydratriegel und isotonischen Sportlergetränken zu tun hat, sondern vielmehr das Ergebnis einer gesunden Alltagskost ist, der macht beim Erfolgsfaktor Lebensstil noch mehr richtig.

Eine genaue Gewichtung, welche der vier Erfolgsfaktoren dominieren, traue ich mir nicht zu. Gut daran tut, wer alle als gleichbedeutend erkennt und die drei Erfolgsfaktoren die wir selbst in der Hand haben, den Trainingsfleiß, die Effektivität und unseren Lebensstil, gelegentlich hinterfragt. Trainiere ich ausreichend? Trainiere ich systematisch genug? Und passt mein Lebensstil zu meinen sportlichen Ansprüchen? Wer dies regelmäßig macht, der wird nicht nur viel Freude, sondern garantiert auch anhaltenden Erfolg beim Laufen haben.

Andreas Butz
www.laufcampus.com

 
 

Anzeige

Das M4Y-Buch

Das M4Y-Buch bestellen

Aktuelle Print-Ausgabe

Das marathon4you.de Printmagazin
 
  • MeldungenMeldungen
  • TermineTermine
  • LaufberichteLaufberichte
  • MagazinMagazin