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Laufberichte

Maratona di Reggio Emilia: Grande spettacolo

08.12.19 Special Event
 

Nach mehreren Wochen Pause wird es für mich Zeit, wieder an einem Marathonlauf teilzunehmen. Bedingt durch den Knorpelschaden im linken Knie, der selbst Gehen Schmerzen bereitet, ist mein läuferischer Aktionsradius sehr klein geworden. So schaue ich mich nach Rennen um, die lange offen sind. Die Veranstalter des heuer zum 24. Male stattfindenden Laufes in der norditalienischen Provinzhauptstadt Reggio Emilia gewähren 6 Stunden.

Trotz allem,  für mich fest: „Aufgeben tut man einen Brief“. Abschreiben muss ich wohl meine Sammlerambitionen – von 2013 bis 2018 schaffte ich in Österreich die meisten Marathons binnen eines Kalenderjahres.


Anreise, Quartier und Expo in Reggio Emilia


Von Wien sind es mit dem Auto ca. 800 km bis in die 170.000 Einwohner zählende Stadt am Rande der Poebene. Ich nehme den Railjet nach Venezia Mestre, dann den Frecciarossa nach Bologna. Gegen 17:30 Uhr checke ich für zwei Nächte im Hotel Europa ein. Während die erste Nacht 125 Euro kostet und überteuert ist, sind die 50 Euro von Sonntag auf Montag sozusagen ein Kompensationszuckerl.

Was mir ganz allgemein in unseren Breiten in der kalten Jahreszeit nicht gefällt, ist der Umstand, dass es täglich früher finster wird. Der Weg vom nahe am Bahnhof liegenden Hotel zur Expo im Palazzo dello Sport führt durch die vorweihnachtlich geschmückte Via Emilia San Pietro. Am zweiten Samstag im Advent herrscht hier wie in allen Städten geschäftiges Treiben, es sind so viele Fußgänger unterwegs, dass man schwer vorankommt. Irgendwie passt die Relation nicht, drei an den braunen Papiertragetaschen erkennbare Läufer in Trainingsanzügen, die aus der Gegenrichtung kommen, werden von Hunderten Kaufwütigen auf engsten Raum förmlich erdrückt.

Auch die Nebengassen sind randvoll, morgen jedoch beim Marathon werden einige Straßen für den Durchlauf gesperrt sein. Gegen 19 Uhr betrete ich die Sporthalle, die heute offiziell noch eine Stunde und auch morgen bis kurz vor dem Start zwecks Abholung der Unterlagen geöffnet ist. Der Andrang ist groß, etliche Marathonveranstalter sind als Aussteller zugegen.

Ich begebe mich in den oberen Stock, wo die Startnummern ausgegeben werden. Bis 2. Dezember konnte man sich online um 50 Euro anmelden. Da ich die Frist versäumt habe, zahle ich heute bei der Neuanmeldung den Höchstbetrag von 70 Euro. Obwohl offiziell verlautbart wurde, dass ab heuer auch die italienischen Marathonveranstalter auf ein Gesundheitszeugnis verzichten und man auf eigene Verantwortung (kraft Unterschrift auf einem Formblatt) bei einem Marathon hierzulande starten darf, fragt man mich nach dem Attest, das ich wohlweislich in Kopie mithabe (ob man eine Beinprothese oder Plattfüße hat, wird ja nicht gefragt, sondern ob beim Herz und Kreislauf alles soweit in Ordnung ist).

 

 

Im Startgeld sind ein schickes Funktionsshirt in Azzuro-Blau, eine Flasche erlesener Prosecco, eine Bio-Nudelpackung, eine Informationsbroschüre sowie wie alljährlich wieder ein Ermäßigungsbon für eine Portion „Buona Pasto Maratoneta“ zum Bezug um 4,50 Euro enthalten.

Der Präsident des Club Supermarathon Italia sitzt auf einem Stuhl in seinem Stand und wartet geduldig auf die Mitglieder, um die Jahresgebühr für 2020 einzukassieren. Ich bin mit no. 487 auch seit einigen Jahren dort registriert, die neue Jahresmitgliedschaft beträgt nun 25 Euro.  Die Italiener haben alle meine Läufe verifiziert, mit einigen Ultramarathons werde ich mit Ende 2019 auf über 400 absolvierte Rennen kommen und in dem vom Japaner Shinichi Nose geführten World Marathon Ranking +300 ein kleines Stück nach vorne rücken. In Österreich liege ich auf den zweiten Platz hinter dem wohl uneinholbaren Marathondoyen Gerhard Wally, ebenfalls Mitglied im Club Supermarathon Italia, der am besten Wege ist, im nächsten Jahr seinen 700. Marathon zu finishen.   


Mein Renntag


Das Hotel Europa bietet das Buffetfrühstück bereits um 6 Uhr an. Die exzellenten Rezensionen auf booking.com entsprechen der Wahrheit. Nicht nur für italienische Verhältnisse unüblich bekommt man für nur 9 Euro Aufschlag eine reichhaltige Auswahl. Heute habe ich keinen Stress, ob ich um 15 oder erst um 17 Uhr ins Hotel zurückkomme, ist egal, die zusätzlich gebuchte Nacht eröffnet eine bequeme Regeneration nach dem Lauf.

Mit Alberto, der ebenso mit seiner Frau im Europa einquartiert ist, spaziere ich zum Startbereich am Corso Garibaldi. Ich denke, dass es in Italien kaum eine Stadt gibt, wo nicht irgendeine Straße nach dem Freiheitshelden (und Guerillakämpfer) benannt ist. Beim Vorbeigehen formiert sich gerade die uniformierte Musikkappelle mit Bersaglieri-Hüten, auf denen schwarz-grüne Hahnenfedern befestigt sind. Sie verkörpern das am höchsten ausgezeichnete Regiment des italienischen Heeres.

Eine riesige Italien-Flagge, die „Bandiera d'Italia“, „il tricolore italiano“ in Grün, Weiß und Rot, wird aufgezogen. Warum die Italiener im Sport als Azzuri auftreten, hat damit zu tun, dass vor dem Umsturz durch Garibaldi die Savoyer im Königreich Piemont-Sardinien herrschten und dort Blau die Nationalfarbe des Königreichs war. Aber ich bilde mir ein, dass gerade hier bei diesem Marathon der Nationalstolz der Italiener auf ihr Land besonders hervorgekehrt wird. Die Anmeldezahlen machen dies deutlich: über 30 Nationen sind beim Marathon vertreten, doch mehr als 95 % sind Italiener. Wir Österreicher mit 5 Teilnehmern überflügeln die Deutschen, von denen sich nur 2 Personen hier her „verirrt“ haben.

 

 

Ich beeile mich 5 Minuten vor dem Start, noch einige Schnappschüsse zu bekommen. Leider ist mir die Sicht völlig verstellt, als gerade die Militärmusik die „Fratelli d'Italia“ spielt. Sie geht unter die Haut, auch als Nichtitaliener verspürt man Stolz und Solidarität. Schon eine schöne Sache, hier dabei zu sein, auch wenn es für mich nichts zu gewinnen gibt. Zuversichtlich bin ich nur, bei 2.500 Startern nicht Letzter zu werden. Weil ich als 48-Jähriger 2002 in Linz unter 4 Stunden gefinisht und diese Zeit als Bestleistung angeführt habe, hat man mich bei der Nachmeldung für den Startblock 3 vorgesehen. Eine Ehre, der ich längst nicht mehr entsprechen kann, aber ein Vorteil, auf den ersten Kilometern so zu guten Fotos zu kommen.

Eine knappe halbe Minute nach dem Startsignal gehe ich im vorderen Feld befindlich ins Rennen. Das Wetter ist eigentlich ganz gut, trocken, 4 Grad C hatte es am Morgen, ich habe mir eine lange Laufhose und wattierte Kurzarmjacke angezogen. Insgesamt habe ich hier schon drei- oder viermal teilgenommen. Ausgehend vom Corso Garibaldi verläuft der Marathonkurs am Anfang auf den ersten 4 Kilometern in Form einer großen Schleife durch die Innenstadt, zunächst nach Südosten und dann über die nun menschenleere Via Emilia San Pietro nach Westen zurück, bevor es in einem weiteren Bogen kurz nach Norden geht, vorbei am im neoklassizistischen Stil errichteten Teatro Municipale Romolo Valli und der Piazza della Vitoria.

Als wir nach diesem Bogen erneut am Startareal zu unserer Linken, wo ein paar Dutzend  Zuschauer mit dem bekannten „Forza, Forza!“ applaudieren, vorbeikommen, bin ich mittlerweile geschätzt von vier Fünftel des Feldes nach bisher 4 Kilometern überholt worden. Nun geht es zügig aus der Stadt heraus, ich verbuche einen kleinen Erfolg: ein korpulenter Läufer um die 40 hat sich an mich angehängt, ich höre seinen schweren Atem. Ein kurzer Zwischensprint reicht aus, um den Kollegen abzuhängen. Als Indikator, dass alles gut gegangen ist, erweist sich das weiterhin erträgliche und schon gewohnte Schmerzgefühl beim Auftreten im linken Knie.

Bald haben wir die Altstadt von Reggio Emilia verlassen, auf der Brücke über den kleinen Fluss Crostolo hole ich wieder einige Läufer trotz meines langsamen Tempos ein, die zunächst an mir vorbeizogen sind. Die erste Labestelle befindet sich kurz nach der 5 km-Anzeigetafel. Für den warmen Tee gibt es einen großen Pluspunkt. Aber auch sonst ist schon die erste Labe insgesamt acht üppig bestückt: neben Tee gibt es Wasser, Iso und Cola, als feste Nahrung gibt es Kekse, Orangen-, Zitronen- und Bananenstücke.

 

 

Ein Duo überholt mich. Von hinten erkenne ich Massimo Faleo aus Foggia, er ist auch Mitglied beim Club Supermarathon Italia wie ich. Vor zwei Jahren beim Ravenna Marathon hatte er noch 500 Marathons, auf seinem Clubshirt ist mittlerweile die Zahl 550 ausgewiesen. Überhaupt gibt es in Italien Dutzende andere Sammler, die noch mehr Marathons auf ihrem Konto verbuchen.

Nach der Ortstafel von Caviolo, einem Nebenort von Reggio Emilia, erblicke ich einen weiteren Laufkollegen. Es ist Herbert Bauer vom 100 Marathonclub Austria, der aufgerückt ist. Herbert scheint die Kälte nichts auszumachen, er trägt ein oranges Kurzarmshirt und eine kurze Lauftight – weder Handschuhe noch eine wärmende Kopfbedeckung. Gemeinsam mit Börnie Keiler ist er von Wien aus mit dem Auto angereist. Wir plauschen ein wenig, bis Herbert auf die Uhr schaut, da ihm mein Schneckentempo doch zu langsam geworden ist. Er „vertschüsst“ sich bei Kilometer 9 und wünscht mir einen guten Lauf weiterhin.

Die morgendliche Frische spürt man schon noch, auch Handschuhe sind weiterhin angebracht. Die dicke Wolkendecke verhindert ein sichtbares Durchdringen der Sonnenstrahlen und die um 10 Uhr vormittags zu erwartende leichte Erwärmung der Luft und des Bodens. Meine Digicam ist dauerbeschlagen. allen Witterungsverhältnissen kann das Ding nicht trotzen.

Andrerseits ist das landschaftliche Panorama auch nicht mehr so spektakulär. Umgearbeitete braune Äcker wechseln sich mit noch immer grünen Wiesen bzw. landwirtschaftlichen Flächen, auf denen die Wintersaat schon aufgegangen ist sowie eingezäunten Weingärten, deren Stöcke schon längst abgeerntet sind, ab.

Bald sind 10 km geschafft, die nächste Labe befindet sich im Ortsgebiet von San Rigo, das ebenfalls zur Kommune Reggio Emilia gehört. Ich bleibe stehen, mische den warmen Tee mit Iso (Sali) und gönne mir zwei Kekse. Die hinter mir Nachkommenden sind wie ich sehr langsam unterwegs, Wettkampfstimmung kommt keine auf und Zuschauer sieht man auch keine.

 

 

Nach 12,5 km kommt die erste Spugnaggio in Sicht. Der ältere Helfer bei der Schwammausgabe schreit laut „spugne calde“, doch niemand will und braucht einen in warmes Wasser eingetauchten Schwamm, um sich bei wenigen Graden über Null den eingefrorenen Schweiß auf der Stirn wegzuwischen. Herbert hat sich bisher nicht wirklich absetzen können.  Er hat sich eine effiziente Strategie zurechtgelegt, nämlich frei nach Galloway kurze Zwischensprints nach längeren Geheinheiten. Ich mache das gelegentlich auch, aber in der Regel erst gegen Ende eines Marathons.

Wir nähern uns der nächsten Versorgungstelle bei Kilometer 15. An einem Zaun sind verschiedene Transparente angebracht. Neben der italienischen und der vertikal angebrachten Regenbogen-Fahne mit Pace-Aufdruck sind auf den Transparenten Slogans wie „Taneto Reggio Emilia, Nati per Correre“ oder „Gruppo Podistico Taneto“ zu lesen. Ich habe den Eindruck, dass die Transparente seit Jahren dieselben sind. Ich nehme warmen Tee im Becher und ein Keks zur Stärkung, die Gels bleiben einstweilen in der Tasche.  

Ich habe mich einer kleinen Gruppe angeschlossen, die sich gemütlich dem Ort Montecavolo, mit 3500 Einwohnern ein weiterer Vorort von Reggio Emilia und mit 144 m Seehöhe der höchste Punkt des  Marathonkurses, nähert. Kilometer 17 ist erreicht. Endlich sieht man ein paar Zuschauer, aus einem  Lautsprecher tönt Musik. Der Platzsprecher verkündet die auf der Startnummer stehenden Namen der Durchlaufenden. Ich bin nicht auf seiner Liste zu finden, weil Nachgemeldete offenbar nicht mehr eingetragen werden. Am Ende des Ortes befindet sich wieder eine Schwammstation, aber wie bei den bisher zwei passierten bleibt kaum jemand stehen und nimmt einen entgegen.

Bald darauf wendet die bislang nach Süden führende Marathonstrecke und verläuft nun in nördliche Richtung zurück. Man sieht und spürt, dass es nun geländemäßig auf Asphalt kontinuierlich abwärts geht. Aber mein linkes Knie lässt eine schnellere Gangart nicht zu, ich versuche mit kurzen Laufeinheiten wieder an die langsame Gruppe heranzukommen, was gelingt. Und ich kann sogar einige noch Langsamere bei der 20 km-Tafel nahe der Ortschaft Rubbianino überholen. Die Halbmarathondistanz erreichen wir dann in dem direkt anschließenden Vorort Ghiardello.

 

 

Bei früheren Teilnahmen konnte ich auf der jetzt leicht abfallenden Strecke am Rückweg nach Reggio Emilia immer wieder Tempo zulegen. Heute hingegen bringt mir abfallendes Gelände keine Vorteile, denn der Schmerz im linken Knie ist deutlicher zu spüren, wenn’s hinunter geht. Auf den Zwischenanstiegen komme ich besser voran.

Bei San Bartolomeo, einem weiterem Vorort von Reggio Emilia in ländlicher Umgebung, steht die 24 km-Anzeige. Ich erinnere mich, wie zügig ich diese Abwärtspassage 2017 gelaufen bin und Dutzende überholt habe. Die Strecke biegt nach Osten ab,  auf einem steilen Anstieg knapp nach der 25 km-Tafel erreichen wir die oben befindliche Labestelle. Alle, die mich eben abwärts überholt haben, gehen nun und sind bald wieder eingeholt.

Nach der Labe verläuft der wellige Kurs in den Hügeln von Reggio Emilia in südliche Richtung weiter. Hie und da stehen Streckenposten und achten darauf, dass keine Autos von Nebenstraßen auf die Marathonstrecke fahren. Es ist ein gewohntes Bild, bei den Anstiegen werden Läufer zu Gehern, doch einem Powerwalker kommen viele auch in der Ebene gar nicht nach, wie ich eben einem „sauschnellen“ Siebzigjährigen, der an mir vorbeizieht. Ich erblicke in der Ferne die im Gelände tieferliegende 30 km-Labstelle, das beflügelt mich. Hier gibt es auch Bier und richtig gute Salami mit Weißbrot. Was sind schon zwei Minuten, die man auf Kosten einer kleinen Gaumenfreude gerne in Kauf nimmt? Knapp 4 Stunden sind bisher verstrichen, 12 km in verbleibenden 2 Stunden sind das Richtmaß.

Eine kleine Gruppe mit einer Powerwalkerin, die das Tempo vorgibt, ist nachgekommen, von der Ortschaft Ghiardi bei Kilometer 31 bis San Rigo, wo wir schon auf der Hinstrecke vorbeigekommen sind,  kann ich zwei Kilometer mithalten – abwechselnd zwischen schnellem Gehen und kurzen Laufeinheiten. Dann zieht sie alleine davon. Der leicht abfallende Marathonkursauf auf teilweise schlechten, löchrigen asphaltierten Nebenstraßen weist immer wieder kleine Gegenanstiege auf, die bremsen und auch Kraft kosten. Aber das läuferische Umfeld um mich herum ist nur mehr auf Durchkommen ausgerichtet, die Kollegen reden laut und erzählen sich allerlei. Auch bei der 35 km-Labestelle wird wieder köstliche italienische Salami ausgegeben, die ich mir nicht entgehen lasse.

Bei Covilo nähere ich mich von hinten an eine Dreiergruppe, die allesamt gehen. Darunter ist ein kleinerer Kollege um die 40, den ich im Laufe der Jahre bei zahlreichen Marathons in Italien schon öfters gesehen habe. Etwas irritierend ist seine Schuhgröße, nämlich geschätzt mindestens Größe 50.

Bei einer Unterführung, wo die 36 km-Anzeige steht, überholen mich abwärts wieder zwei Läufer. Aber kaum folgt der 100 m lange Anstieg, befinde ich mich wieder hinter ihnen und nehme ihnen in der Folge geschätzte 200 m bis zur 37 km-Tafel ab. Die Marathonstrecke verläuft nun durch den Parco Lungo Crostolo, einem Wald-  und Freizeitgebiet entlang des seichten Flusses Crostolo.

 

 

Nun geht es über die Brücke entlang der Viale Umberto in das noch knapp 2 km entfernte Ziel an der Piazza Gioberti. Ich blicke mich um, drei Läufer versuchen mich einzuholen, aber das gelingt ihnen nicht mehr. Der Applaus im Ziel ist ehrlich, immerhin sind hinter mir noch Dutzende auf der Strecke. Ein Helfer macht von mir ein Finisher-Foto, dann begebe ich mich zum Ausgang. Wie jedes Jahr wird einem im Zielbereich ein kleines Handtuch als Regalo gereicht, das einem dann irgendwelche Bedürftige wieder abbetteln. In einem Innenhoftrakt eines Gebäudes gibt es nochmals warmen Tee, Kekse, Orangen, Wasser und Cola.

Mit umgehängter Medaille mache ich mich auf den Rückweg ins Hotel Europa. Wieder habe ich bei einem Marathon trotz Handicap angeschrieben, das sollte eigentlich mehr zählen, als die Zeit. Der Leitspruch gilt: „Vivo la mia via ogni giorno...“ Lohnt sich aber insgesamt eine Teilnahme beim Marathon in Reggio Emilia?

 

 


Mein Fazit


Das Preis-Leistungsverhältnis beim Marathon in Reggio Emilia ist dann gut, wenn man sich rechtzeitig anmeldet. 70 Euro bei der Nachmeldung sind nicht mehr so moderat, selbst wenn man das schicke Funktionsshirt, das Goodie-Packet mit einem Päckchen Bionudeln und Sektflasche sowie die schöne Finishermedaille ins Kalkül zieht. Ein Pluspunkt ist die Öffnungszeit von sechs Stunden, die für mich ausschlaggebend für die Teilnahme war, sodass auch langsame Läufer imstande sind, den Marathon zu beenden.

Die Versorgung an den acht Labestationen auf der Marathonstrecke ist als exzellent zu bezeichnen. Ein echtes Highlight ist der warme Tee, während die Schwammstationen in dieser Jahreszeit entbehrlich sind. Die große Sporthalle bietet  ausreichend Platz zum Deponieren einer Tasche und dergleichen, aber wegen fehlender Duschen muss die nötige Körperpflege verschoben werden. Auf Tds-live kann man fast synchron die eigene Laufzeit im Web eruieren, eine Urkunde zum Ausdrucken steht sofort zur Verfügung.

Auch die Teilnehmerzahlen sprechen für Reggio Emilia: 2453 Sportlerinnen und Sportler sind eine ansehnliche Zahl für einen Marathon um diese Jahreszeit. Man kann darauf wetten, dass das 25. Jubiläum nächstes Jahr ein großes Ereignis werden wird.


Siegerliste Herren:

1.Youssef SBAAI (Mar) – 02:14:53

2.Jean Baptiste SIMUKEKA  (RWA) – 02:17:20

3.Rono Julius  KIPNGETICH (KEN) – 02:17:48


Ranking bei den Frauen:

1.Teresa MONTRONE (ITA) – 02:39:17

2.Nikolina SUSTIC  (CRO) – 02:41:30

3.Federica PROIETTI (ITA) – 02:43:46


2453 Finisher (2058 Männer, 395 Frauen)


 

 


 

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