Der Neujahrsmarathon Zürich hat auch in seiner jüngsten Austragung eindrücklich bewiesen, warum er als weltweit erster Marathon des Jahres einen besonderen Platz im internationalen Laufkalender einnimmt. Bei klirrenden –8 Grad Celsius und vor ausverkaufter Kulisse sorgten 1091 Läuferinnen und Läufer aus 50 Nationen für sportliche Höchstleistungen, emotionale Momente und mehrere Streckenrekorde.
Den stimmungsvollen Auftakt machte bereits am 31. Dezember um 22 Uhr der Kids Run, bei dem 25 begeisterte Kinder und Jugendliche im Alter von 3 bis 14 Jahren unter dem Applaus des Publikums ihre Runden drehten und damit den sportlichen Start ins neue Jahr einläuteten.
Punkt Mitternacht fiel dann der Startschuss für die Hauptläufe. Trotz eisiger Temperaturen präsentierten sich die Athletinnen und Athleten in beeindruckender Form. Besonders der französische Mittelstreckenläufer Tom Sanfilippo trotzte der Kälte eindrucksvoll: Er dominierte den Viertelmarathon von Beginn an und feierte in 34:05 Minuten einen ungefährdeten Start-Ziel-Sieg. Mit dieser Zeit unterbot er den bisherigen Streckenrekord gleich um 54 Sekunden. Dahinter formierte sich eine fünfköpfige Verfolgergruppe mit Marco Fasel, Manuel Hügli, Miro Mülli (alle SUI), Eric Muthomi Riungu (KEN) und Vitaliy Shafar (UKR). Fasel und Hügli sicherten sich schliesslich die Ränge zwei und drei.
Für ein weiteres Highlight sorgte Miro Mülli, der im Halbmarathon mit 1:11:15 Stunden ebenfalls einen neuen Streckenrekord aufstellte und den Sieg knapp vor Eric Muthomi Riungu holte. Matthias Schmidig (SUI) komplettierte das Podest. Der ukrainische Marathon-Spezialist Vitaliy Shafar, ehemaliger Olympiateilnehmer und Sieger des Jungfrau Marathons 2023 und 2024, musste seinem sehr hohen Anfangstempo und der Kälte Tribut zollen und stieg nach rund 25 Kilometern aus dem Rennen aus.
Auch bei den Frauen gab es hochklassige und emotionale Rennen. Im Viertelmarathon lieferten sich die Teenagerinnen Lynn Schneeberger (15) und Avania Schwarz (14) gemeinsam mit Céline Cébe ein packendes Kopf-an-Kopf-Rennen. Am Ende setzte sich Schneeberger hauchdünn vor Schwarz durch, Cébe sicherte sich Rang drei.
Im Halbmarathon der Frauen verpasste Laurine Freitag (DEU) den Streckenrekord nur knapp, gewann aber in starken 1:23:05 Stunden deutlich vor ihrer Landsfrau Lea Sabrina Kaufmann und der Französin Clotilde Boffy.
Auf der Königsdistanz über 42,195 Kilometer sah es lange nach einem Sieg von Vitaliy Shafar aus, der über mehr als 20 Kilometer auf Streckenrekord-Kurs lag, das Rennen jedoch nach etwas mehr als der Hälfte aufgrund der extremen Bedingungen aufgeben musste. Davon profitierte der erfahrene Philipp Arnold (SUI), der sich einmal mehr nicht an der Konkurrenz orientierte, sondern sein eigenes Tempo lief. Trotz muskulärer Probleme rettete er einen Vorsprung von etwas mehr als einer Minute ins Ziel und feierte damit bereits seinen fünften Sieg beim Neujahrsmarathon Zürich. Dario Widmer (SUI) wurde Zweiter, während Timo Böhl (DEU) mit einer starken zweiten Rennhälfte Rang drei belegte.
Nicht minder beeindruckend war der Auftritt von Astrid Roberts Feyer. Die in Australien lebende Schweizerin gewann den Neujahrsmarathon nach 2020 bereits zum zweiten Mal. Die 50-Jährige liess der jüngeren Konkurrenz keine Chance, war lange auf Streckenrekord-Kurs und siegte schliesslich in 3:02:14 Stunden. Astrid Faganel (ITA) und Sara van Oordt (SUI) komplettierten das Podest.
Mit ausverkauften Rennen, internationalen Spitzenleistungen und einer einzigartigen Atmosphäre zum Jahreswechsel bestätigte der Neujahrsmarathon Zürich 2026 einmal mehr seinen besonderen Stellenwert – als sportlicher Höhepunkt zum Start ins neue Jahr.
Ein herzliches Dankeschön geht an alle Teilnehmenden, die dieser Kälte trotzten und die 21. Austragung unvergesslich gemacht haben, sowie an die unermüdlichen Helferinnen und Helfer, ohne die dieser Erfolg nicht möglich gewesen wäre sowie an unsere Sponsoren. Euer Engagement und eure Begeisterung haben den Neujahrsmarathon Zürich zu einem besonderen Meilenstein gemacht.
I,Vorabendprogramm wurde zudem der Kids Run über 750 Meter ausgetragen. Bei den Mädchen siegte Mei Blättler in 2:45 Minuten. Bei den Knaben gewann Danilo Steiner in 2:44 Minuten.