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Laufberichte

Heavy Metal for the battle

 

Dann wird es doch wirklich deutlich einsamer, auch die Zuschauerresonanz nimmt merklich ab. Wer will es ihnen verdenken, so toll ist das Wetter leider nicht. Jetzt habe ich Zeit, auch mal die Verpflegung in Ruhe zu betrachten. Wasser, Iso, Bananen und Gels alle fünf km, dazwischen wieder Wasser, das paßt prima. Schlecht sind allerdings die Becher, die hat kein Lauferfahrener bereitgestellt: Nicht zusammendrückbares Plastik, ganz übel sind die noch größeren 0,3 l-Vertreter, da schwappt die ganze Suppe während des Laufens heraus und man muß zum Trinken stehenbleiben, will man nicht alles verschütten. Sehr viel besser sind die leider nur vereinzelt anzutreffenden Pappbecher.

Geile Meile, bei „Twice Aday“ wäre ich gerne eine Weile stehengeblieben und hätte abgerockt, aber die Zeit… Leider sind sie bei der Abstimmung nicht weit vorne gelandet, aber so ist das halt, wenn man nicht dem Mainstream huldigt.

Papperlapapp, Hardrock und Schwermetall for President, erzählt mir nichts! Heavy Metal for the Battle! So etwa nach 30 km wird es mal wieder zäh, der 4 Stunden-Zugläufer holt mich ein. Dranhängen, lautet die Devise, denn quälen kann ich mich. Glücklicherweise entpuppt Patric Marquart sich nicht nur als m4y-affin, sondern auch als äußerst kommunikativ. Als ich mich darauf einzustellen beginne, schwätzchenhaltend das letzte Viertel zu überstehen, biegt der Junge zum Pinkeln ab und vorbei ist die Herrlichkeit.

Wieder durch die Innenstadt halte ich nochmals Ausschau nach Frau Biedermann. Ist sie das von hinten? Ich habe zum Anhalten keinen Nerv mehr, dann öffnet die den Mund. Ja, das Geschrei ist eindeutig. Hat auch deutlich an Format gewonnen, die Dame! Oder habe ich mich da versehen?

Jetzt nicht mehr in Patrics Windschatten laufend ist Petra Kastrowiak. Die läuft auf dem finalen km an ihrer Familie vorbei, der Mann fotografiert sie, die Eltern schieben den Nachwuchs im Kinderwagen. Ihr hättet erleben sollen, wie der Panz reagiert hat, als er seine Mutter entdeckte! Herrlich, diese Begeisterung! Das hätte man für seine spätere pubertäre Phase filmen müssen.

Weiter, letzte Meter. Das Finish lohnt sich heute übrigens besonders, denn der Veranstalter verlost unter dem Motto „10 Jahre – 10 Reisen“ zehn Kurzurlaube. Einzige Bedingung ist das Überqueren der Ziellinie hoch erhobenen Hauptes und auf eigenen Füßen. Ich habe den Kürbis sehr weit oben und soweit ich es verfolgt habe, auch noch die eigenen Quanten an den Stelzen, genutzt hat’s aber nicht, denn die Glücklichen sind andere. Dabei hätte ich doch zum 75. (nicht Geburtstag, Mensch!) ein Geschenk verdient gehabt.

Egal, mit 3:58 ungerade habe ich mich nochmal unter vier Stunden ins Ziel gerettet und werde zur Belohnung von Klaus abgelichtet. Kurz danach kommt, auch noch mit einer „3“ vorne, Patric Marquart ins Ziel. „Ich weiß gar nicht, wie ich das anstelle, manchmal vierzig Minuten schneller einzulaufen!“ Das beruhigt, da war ich heute doch nicht als einziger am Kämpfen.

Die Zeiten ganz großen Andrangs beim vollen Marathon sind allerdings, wie bei vielen anderen Veranstaltungen auch, vorbei. Waren es zur Erstausgabe noch um die 3.000 Finisher, hat sich die Zahl in den letzten Jahren um die 1.500 (davon nur max. 15 % Frauenanteil) eingependelt, was ja immer noch ordentlich ist. 1.189 werden es heuer sein, zu denen sich jede Menge Halbmarathoni und Staffelläufer gesellen, sodaß es insgesamt 8.695 Teilnehmer (bei über 11.000 Voranmeldern) aller Wettbewerbe im Ziel gezählt werden.

Bemerkenswert ist die Geschwindigkeit des heutigen Marathons: Der Median liegt bei den Männern, wie im Vorjahr, bei 3:48:50 Std. Das ist doch deutlich flotter als bei vergleichbaren Veranstaltungen. Ob es daran liegt, daß wir es hier mit einem der klassischen Frühjahrsmarathons zu tun haben und viele aktiv sind, die nur einen oder zwei Marathons im Jahr laufen und daher auf den Punkt trainiert sind und sich voll verausgaben?

Als ich im Ziel bin, reißt der Himmel auf. Na, da wird mir doch wenigstens der Abschied noch ein wenig versüßt. Eine schöne Jubiläumsmedaille gibt’s und dann reißen sich noch einige Mädels mit Wärmefolien um mich. „Ihr seht ja noch besser aus als die Medaillen!“ sage ich und ernte strahlendes Lächeln.

Dann treffe ich nochmals den künftigen Mauerwegläufer Heiko, der irgendwie plötzlich zum 4 Stunden-Zugläufer mutiert zu sein scheint. Ja, trainingsmäßig muß man 100 Meilen schon anders angehen als einen Marathon: Um drei Uhr aufzustehen, um dann vor der Arbeit 30 – 40 km abzureißen, dazu gehört schon etwas. Dir alles Gute am 17./18. August!

Startgeld:
48 - 55 € je nach Anmeldezeitpunkt

Wettbewerbe:
Marathon, Halbmarathon, Marathonstaffel für vier Personen und Halbmarathonstaffel für bis zu sieben Schüler (Klassen 5 – 12) und Lehrer.

Rahmenprogramm:
Pastaparty (inbegriffen), Marathonmesse.

Streckenbeschreibung:
Leicht welliger 2 Runden-Kurs mit 100 HM pro Runde, Zeitlimit 6:00 Stunden.

Auszeichnung:
Medaille, Urkunde aus dem Netz.

Logistik:
Qualitativ und quantitativ top in den Messehallen.

Verpflegung:
Wasser, Iso, Bananen, Gel, Bier

Marathonsieger

Männer

1 Benz, Ulrich (GER) LG Brandenkopf 02:31:33
2 Klingenberger, Thomas (GER) Team Leistungsdiagnost...02:36:53
3 Schneble, Gerhard (GER) TV Gailingen 02:37:32

Frauen

1 Besler, Heidrun (GER) Ausdauerteam Oberallgäu 03:08:08
2 Reiss, Sandra (GER)PSD Bank 03:12:05
3 Engel, Miriam (GER) TG-Konz 03:14:36

1192 Finisher

 

123
 
 

Informationen: Mein Freiburg Marathon
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