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Laufberichte

Großbottwar bittet zum letzten Tanz

16.10.11
Autor: Olaf Ulmer

Wir verlassen Oberstenfeld und laufen nach Gronau. Anders als im vergangenen Jahr, als wir einen Schwenk auf dem Radweg zwischen Oberstenfeld und Gronau machten, nehmen wir nun die direkte Verbindungsstraße zwischen diesen beiden Ortschaften unter die Füße.

Sofort am Ortseingang von Gronau werden wir mit La Ola empfangen. Letztes Jahr gewann Gronau den Stimmungswettbewerb und auch in diesem Jahr haben sie gute Chancen, die 200 Liter Bier zu gewinnen. Denn die Marathon-Party geht nahtlos weiter. In der Ortsmitte laufen wir durch ein Spalier von Zuschauern, ein Moderator sorgt in erhöhter Position im Ausleger eines Baggers für zusätzlich Stimmung und Anfeuerung. Eine Landmetzgerei wünscht uns viel Glück, hat den Laden aber geschlossen. Sonst würde ich mir glatt einen LKW  (LeberKäsWeck) holen.

Peter entdeckt sein Motivations-Schild: „Lauf Peter, lauf“ steht da in großen Lettern, umrahmt von herrlich dekorierten Stofftieren.  Auch die Helfer, die für die Streckensicherung sorgen, machen mit bei der großen Marathon-Party. Eine Wäscheleine mit den Laufshirts der vergangenen Jahre ist über die Straße gespannt.  Wir genießen die Marathon-Party.

Als nächste Station laufen wir Beilstein-Schmidhausen an. Die Strecke des Marathons ähnelt einem „Y“ und wir befinden uns nun am rechten oberen Ende. Hier können wir erstmals die Läufer sehen, die vor uns laufen. Eine kleine Schleife und wir können das nachfolgende Feld beobaachten. Nach der Verpflegungsstelle wird hier die Oma gegrüßt. Ob die aber Marathon oder Halbmarathon läuft, ist mir nicht bekannt.

Wir verlassen Schmidhausen in südlicher Richtung und laufen wieder in Richtung Oberstenfeld. Wir kommen zum Ortsrand und passieren das Freibad, in dem nichts los zu sein scheint.  Durch eine Unterführung hindurch kommen wir auf eine weitere Begegnungsstrecke,

Mit der Burg im Blick kommen wir nach Beilstein, dem linken Zipfel des „Y“. Der Musikverein und zahlreiche Zuschauer empfangen uns begeistert. Mit der LaOla werden wir in Richtung Oberstenfeld entlassen. Ein kurze Rampe hemmt etwas den Vorwärtsdrang aber auf der folgenden Abwärtspassage können wir wieder Fahrt aufnehmen.

Die Läuferinnen und Läufer,  die sich von uns die Pace vorgeben lassen,  können wir beruhigen. Wir sind voll im Plan und solange sie an uns dranbleiben, erreichen sie auch ihre Zielzeit. Zurück in Oberstenfeld werden wir wieder lautstark gefeiert. Ein großer weißer Kenianer wird gegrüßt. Wenn der so schnell ist wie die Originale, sitzt er sicher schon bei einem alkoholfreien Weizenbier im Zielbereich.

Am Marktplatz laufen wir durch ein Zuschauerspalier und werden vom Moderator empfangen. Über die Hauptstraße führt eine Fußgängerbrücke, zunächst aufwärts im Uhrzeigersinn, anschließend müssen wir abwärts gegen den Uhrzeigersinn laufen.
In Oberstenfeld gibt es auch Kampfhunde. Die kämpfen aber nur mit ihrem Übergewicht. Nette Helferinnen reichen mir das Wasser und nach ein paar Schluck geht es weiter. Wieder kommen wir zur Band Superwiser. Der Sänger klingt schon etwas heißer. Kein Wunder nach der stundenlangen Arbeit. Dennoch geben auch diese Jungs alles, um uns Läufer zu motivieren.

Wir verlassen Oberstenfeld und laufen Richtung Halbmarathon-Ziel in Großbottwar. Die Trommler-Combo, denen wir bereits auf dem Hinweg begegnet sind, ist immer noch mit Herzblut bei der Sache.

Wir durchlaufen den Radio-Ton Pavillon. Wo sind die netten Mäuschen der vergangenen jahre? Noch ein paar Kilometer laufen wir im Bottwartal und erreichen erneut Großbottwar. Hier stoßen wir auch auf die Halbmarathon-Läufer der Südschleife und auf die schnellsten Dreiviertel-Marathon-Läufer. Wir passieren Start und Ziel. Wer den halben macht, darf geradeaus ins Ziel laufen.

Die ersten Meter der zweiten Hälfte entsprechen denen vom Vormittag. Wir kommen am Geheimtipp-Parkplatz von Peters Auto vorbei. Letzte Gelegenheit, noch was zu tauschen. Wir überqueren den Markplatz und ein paar kleinere Gassen. Zuschauer sind hier auch, es waren aber bestimmt schon mehr.

Kurz vor der Begegnungsstrecke in Richtung Steinheim muss Peter aussteigen. Eine alte Verletzung, die eigentlich abgeklungen schien, ist wieder aufgebrochen und macht ihm schon die ganze Zeit Schwierigkeiten. Er verabschiedet mich mit den besten Wünschen für den Lauf. Zahlreiche Läufer, auch die führende Marathon-Läuferin, kommen uns entgegen.

In Kleinbottwar werden wir herzlich von den Zuschauern und dem Moderatorenteam empfangen. Weiter geht’s auf der Landstraße in Richtung Steinheim, wo mir Erwin Lionheart begegnet. Er hat schon 38 Kilometer hinter sich, ich erst deren 26.

In Steinheim kommen mir wieder die Lauffreunde von Kati aus Feuerbach entgegen. Sie absolvieren heute den Dreiviertel-Marathon, dessen Wendepunkt ich kurz darauf ebenfalls erreiche. Nur dass ich pflichtbewusst weiter auf der Marathon-Strecke bleibe. Vorbei am Markplatz mit dem wunderschönen Brunnen verlassen wir diese Begegnungsstrecke. Ein überdimensionaler  Richtungspfeil  weist uns den richtigen Weg. Tröstend wirkt da das Banner „Ist nicht mehr weit“ für so manch angeschlagenen Läufer. Auch ich benutze diesen Satz im Verlauf der nächsten Kilometer immer wieder.

Am Ortsrand entlang durch das Industriegebiet von Steinheim laufen wir weiter. Normalerweise ist das nicht so spannend, aber ein paar engagierte Zuschauer machen uns mit Samba-Rhythmen aus der Konserve wieder richtig Dampf. Auch ich lasse mich zu einem kleinen Tänzchen animieren.

Über einen Feldweg erreichen wir die nächste Ortschaft Murr, wo wir ebenfalls begeistert empfangen werden. Die Rundreise durch das Bottwartal hat nun ein paar enge, verschlungene Gassen für uns parat. Ein schöner Kontrast zu der breiten Landstraße. Am Ortsende bei Kilometer 29 gibt es für mich sogar zwei Verpflegungsstationen. Zunächst labe ich mich an der offiziellen Verpflegungsstelle. Auf der anderen Straßenseite feiern ein paar Leute sich selber und uns. Als ich diese Partygesellschaft ablichte, bietet mir ein Partygast sein Bier an. Das lasse ich mir nicht zweimal sagen und mir nichts dir nichts ist ein Drittel Liter vernichtet. Ich lasse die Partylöwen mit großen Augen und offenen Mündern zurück. Schließlich habe ich noch nicht Feierabend.

Der nun folgende Streckenabschnitt erfordert mentale Stärke. Wie in Kandel geht es einen Kilometer schnurgeradeaus, dann ein Linksschwenk und die nächste lange Gerade und das Ganze noch einmal zurück nach Murr. Auf diesem Teilstück überhole ich Susanne und spreche ihr Mut für die letzten elf Kilometer zu.

In Murr angekommen, werden wir am Marktplatz von zahlreichen Zuschauern und einem Moderator empfangen. Der ist ziemlich  perplex, als ich ihn ablichte. Am Ortsausgang komme ich an einem Garten mit einer überdimensionalen Modelleisenbahn vorbei -  sieht schon irre aus.

Wir erreichen wieder Stammheim und über eine Brücke geht es zurück auf die Begegnungsstrecke, die uns aus Steinheim hinaus und über Kleinbottwar zurück zum Zielort Großbottwar führt. Kurz vor dem Ziel überhole ich noch zwei Neandertaler, die ihre erlegte Beute, ein gewaltiges Mammut, in Sicherheit bringen wollen. Die Jungs sind mit dem Extragepäck 20 Kilometer unterwegs, Respekt.

Noch ein Kilometer und es geht hinter der Bottwartal-Kellerei auf der anderen Seite der Bottwar in Richtung Ziel. Bei Kilometer 42 sind wieder jede Menge Zuschauer und das Moderatoren-Team begrüßt jeden Finisher.

Es hat mir wieder Spaß gemacht. Jetzt freue ich mich auf nächstes Jahr, wenn vieles anders sein wird.

Marathonsieger

Männer

1 Rotich, Amos Kimeli (DEU) 02:33:42
2 Diehl, Marco DVAG-Marathon-Team 02:35:43
3 Schnarrenberger, Uwe AST Suessen 02:48:33

Frauen

1 Kimaiyo, Edna TherapieReha Siegele 02:48:23
2 Feger, Stephanie (DEU) 03:04:57
3 Veith, Pamela TSV Kusterdingen 03:05:48

392 Finisher

12
 
 

Informationen: Bottwartal-Marathon
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