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Laufberichte

Oldie but Goldie

14.10.12

Mit der Kampmann-Brücke laufen wir am Ende des Sees über die Ruhr und müssen nun in Heisingen auf der abgesperrten B227 eine 3 Kilometer lange Pendelstrecke laufen. Dadurch kann ich mal den vor mir laufenden Spitzenläufern ins Gesicht sehen. Während es für mich leicht bergan geht,  fliegen sie auf der Gegenseite schon wieder dem Seeufer entgegen. Trommlergruppen unterstützen uns bei dem etwas tristen Anstieg. Am Ende geht es über eine Erfassungsmatte wieder zurück und ich kann die hinter mir Laufenden beobachten. Zum Ende wird das Feld immer dünner, doch auch als ich schon wieder zum See abbiegen kann, kommen immer noch einige Läufer erst auf die Pendelstrecke.

Jetzt geht es am Nordufer längst und am Fischerhaus gibt es wieder eine Verpflegungsstelle und hier kann ich wie jedes Jahr Friedel begrüßen. Ohne die Unterstützung der vielen ehrenamtlichen Helfer wäre der Marathon nicht möglich. Nun kommen wir an dem Förderturm der ehemaligen Zeche Carl Funke vorbei, welcher jetzt als Denkmal noch an die Zeit der Kohleförderung erinnert. In Heisingen laufen wir durch eine Wohnsiedlung und hier hat sich eine große Fangruppe der Borbecker Raketen aufgebaut und macht mächtig Stimmung.

An der Halbmarathonmarke zeigt meine Uhr 2:04 und noch wichtiger ich fühle mich wohl. Bei Kilometer 22 wechseln wieder die Staffeln und bei 23,5 geht es in die zweite Runde. Von der Regattastrecke höre ich bereits die aufgeregte Stimme des Ansagers, denn nun läuft bereits die Spitze ins Ziel.

Jetzt gibt es auch für uns wieder Zuschauer, die uns anfeuern und es hat sich eine lange Gasse gebildet, die wir durchlaufen. Mittendrin stehen auch Inge und Christiane und sind begeistert bei der Sache. Inge macht wieder eine Menge Fotos und läuft noch ein paar Schritte mit. Sie fragt mich wie es mir  geht.  Zum Glück immer noch bestens. 

Erneut geht es über die Ruhr, und wir laufen wieder durch Werden. Am Wehr hält immer  noch die Trommlergruppe aus und Inge und Christiane stehen wieder bereit um mich anzufeuern. Inzwischen ist die Sonne herausgekommen und ich entledige mich meiner Mütze und Halstuch. Prima, dass die Verpflegungsstellen gut bestückt sind. Jetzt werden Bananen und auch Cola benötigt um die notwendige Energie sicherzustellen.

Durch das schöne Wetter kommen nun auch Spaziergänger dazu aber sie behindern uns nicht. Der Baldeneysee ist ja ein sehr beliebtes Ausflugsziel für das ganze Ruhrgebiet. Auf dem See tummeln sich jetzt viele Segelboote und bieten einen prächtigen Anblick. Nun gibt es auch bereits die ersten Läufer welche ein Stück gehen müssen oder an den Bänken Dehnübungen machen, um einen Krampf zu bekämpfen. Das werden dann noch schwere 10 Kilometer für diese Läufer.

Am Haus Scheppen werde ich vom Moderator mit Namen und Verein genannt. Da wird mein Rücken doch gleich wieder gerader. An den Verpflegungsstellen kann ich eine Menge Läufer überholen, welche sich hier Zeit lassen. Ich schnappe mir nur einen Becher und laufe dann damit weiter. Auch jetzt bei Kilometer 32 fühle ich mich noch gut und liege jetzt knapp über 6 Minuten pro Kilometer. Da könnte es sogar noch eine gute Zeit werden.

Friedel muntert mich auch nochmals auf und wünscht viel Glück für den Rest. In Heisingen geht es durch die Wohnsiedlung und die Zuschauer sind immer noch lautstark dabei. Als ich mich lächelnd bedanke, meint ein Frau „Wer noch so lächeln kann kommt auch sicher ins Ziel“.

Genau das habe ich vor. Ich habe meine Uhr jetzt auf die Gesamtzeit umgeschaltet und kann jetzt noch eine Menge erschöpfter Läufer überholen. Also vorsichtig weiter und nicht leichtsinnig werden. Zwischen Wohlfühlen und Eingehen liegen manchmal nur wenige Sekunden.

Nun geht  es an den Südtiroler Stuben vorbei auf die lange Zielgerade und die Zuschauerreihen werden immer dichter. Bald entdecke ich Inge und Christiane jubelnd  in der  Bergheide Gruppe. Noch eine 180 Grad Kehre und ich sehe das Ziel. 4:14:50 steht auf meiner Uhr als ich über die Linie laufe. Das ist für mich Platz 14 in der Altersklasse. Ich bekomme eine schöne Medaille und eine Plastikfolie zum Warmhalten. Ich hole mir gleich zwei Becher alkoholfreies Bier und treffe Reinhard. Er hat trotz seiner gesundheitlichen Probleme ein starkes Rennen geliefert und ärgert sich etwas, dass er die 4 Stundengrenzen knapp überboten hat. Ralf und seine Frau Claudia feiern mich auch noch im Ziel und Claudia hat noch eine 101 aus Traubenzuckerstücken gebastelt.

Dann kommt auch Hartmann und ihm gelingt mit 4:44:44 eine Punktlandung. Bernd kommt mit der 4:45 Gruppe ins Ziel und belegt damit Platz 3 in seiner Altersklasse M75. Dafür gibt es bei der Siegerehrung auch noch einen schönen Pokal und ein Sixpack Bier. Als dann auch Sabrina im Ziel ist  verlassen wir den Zielbereich und treffen sofort die Fans. Alle beglückwünschen uns und wir machen noch ein Gruppenfoto. Jetzt wird es uns auch kalt und wir  gehen schnell zum Auto zurück. Auf dem Rückweg erwischt uns ein Verkehrsstau und wir haben dadurch Zeit noch in Ruhe den schönen Lauf nochmals durchzusprechen.

Fazit: Der Oldie hat nichts von seiner Attraktivität eingebüßt. Die landschaftlich schöne Strecke ist bestzeitentauglich. Die perfekte Organisation sowie die persönliche Ansprache und familiäre Atmosphäre sind der große Trumpf des TUSEM. So gerüstet wird sich dieser Lauf auch weiterhin behaupten und einer der Höhepunkte im Herbstprogramm bleiben.

Marathonsieger

Männer

1 Schmidt, Daniel (GER) LT DSHS Köln 02:23:00
2 Bräutigam, Marcel (GER) Laufclub Erfurt 02:24:02
3 Sansar, Elias (GER) LG Lage-Detmold 02:24:12

Frauen

1 Optekamp, Silke (GER) PSV Grün-Weiß Kassel 02:45:03
2 Viebahn, Christel (GER) LAZ Puma Rhein-Sieg 02:45:34
3 Vabic, Nina (GER) TSG Kleinostheim 02:55:27

1353 Finisher

12
 
 

Informationen: Westenergie Marathon Rund um den Baldeneysee
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