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Laufberichte

Pure Lust am Laufen…

 

… ist nicht nur das Motto des diesjährigen Münstermarathons, sie zieht mich auch eine Woche nach dem Lauf im Osnabrücker Land ins Herz Westfalens. Ein Muss für mich ist der Münster Marathon, da ich bisher an allen Austragungen teilgenommen habe.

Bereits auf dem Innenstadtring fallen mir buntgekleidete Gestalten auf Höhe des Stadttheaters auf. Kein Vorgeschmack auf den Marathon, dafür auf ein Theaterfest, wie ich später erfahre. Bunt geht es auch bei der Startnummernausgabe zu. Die Plakate aller Veranstaltungen in Münster wecken Erinnerungen. Meine Startunterlagen bekomme ich ohne Wartezeit. Anschließend genieße ich die Stadt und den Besuch bei Freunden.

 

 

Nach diesem Wohlfühlprogramm begebe ich mich am Sonntag zum Start und begrüße zahlreiche Lauffreunde wie HaWe, der mal wieder die 5 Stundenläufer sicher ins Ziel bringt, oder Klaus, der auch als Pacemaker unterwegs ist und wie ich im letzten Jahr in Münster zum 100. Mal einen Marathon gefinisht hat. Nur einer fehlt: Andreas, der heute eigentlich aus Münster berichten wollte, aber er ist gestürzt, hat sich den Arm gebrochen und kann nicht starten. Gute Besserung von dieser Stelle. So komme ich zu der Ehre, ein weiteres Mal von meinem Lieblingsmarathon berichten zu können.

 

 

Gerade schaffe ich es noch, ein Bild von Klaus und mir machen zu lassen, als wir auch schon auf die Strecke  gelassen werden. Zahlreiche Zuschauer säumen den ersten halben Kilometer. Ein Vorgeschmack auf die Marathonbegeisterung, die im weiteren Verlauf selten nachlassen wird. Die ersten drei Kilometer führen direkt durch die Innenstadt in Richtung Promenade. Unter den Zuschauern sind auch für mich einige Bekannte, so freue ich mich M4Y-Autor Werner an der Strecke zu sehen, der selbst mehrfach aus Münster berichtet hat. Auf die Promenade bekomme ich sogar den führenden Justus Kiprotich in den Blick. Er hat das Kreuzviertel bereits hinter sich und wird mit 2:09:28 Stunden einen neuen Streckenrekord aufstellen. Mit Rekorden habe ich nichts mehr am Hut, dafür genieße ich lieber ausgiebig die Marathonatmosphäre und die wird im angesprochenen Kreuzviertel reichlich geboten. Entweder wird uns aus den Fenstern zugejubelt, oder man steht an der Straße und genießt im Idealfall noch ein Frühstück. Beneidenswert, aber für mich heute keine Alternative zum Laufen. Ich muss einfach weiter, zumal mich kurz vor KM 5 die ersten Staffelläufer überholen.

 

 

Gerne laufe ich auch in Gesellschaft, wie jetzt mit Rainer, mit dem ich gemeinsam das zweite Mal auf die Promenade einbiege. Wir kennen uns schon seit 2011, als er an meinem Karnevalsmarathon teilnahm. Auf der Promenade wird es düster, das dichte Blätterdach lässt kaum Licht durch, auch die Sonne hält sich noch hinter den Wolken versteckt. Davon lassen sich die Zuschauer überhaupt nicht beeindrucken und beim hingehaltenen Schild tappe auch ich um upzupowern. Vorbei geht es an der Synagoge, die sich unauffällig ins Straßenbild einfügt. Direkt gegenüber feuern uns Nonnen an. Die Welt rückt nun einmal enger zusammen. Eine Ausstellung im Stadtmuseum entführt uns in die Südsee. Auf der Salzstraße erinnern zahlreiche Pflastersteine an die verschiedenen Hansestädte, von den Münster auch eine war.

Derweil wird mir bis KM 10 noch die abwechslungsreiche Architektur Münsters vor Augen geführt. Moderne und klassische Bauten fügen sich harmonisch ineinander. Ich erreiche erstmals den Prinzipalmarkt. Der Einlauf ins Ziel ist mir noch versperrt. Ich mache mich weiter auf den Weg durch die Aegidistraße in Richtung Aasee  und komme mit Andreas ins Gespräch. Ich habe mit ihm nicht nur das Finishershirt vom Rennsteiglauf gemein, sondern auch die 17. Teilnahme in diesem Jahr in Münster. Insgesamt können vor dem Lauf heute  2 Frauen und 40 Männer eine lückenlose Teilnahme nachweisen.

 

 

Unterdessen schwimme ich weiter im schier endlosen Läuferstrom. KM 13,5: Der Aasee liegt erstmal hinter mir, Afrika vor mir. Jedenfalls ist der schwarze Kontinent Thema des Actionspoints hier. Auf der Himmelreichallee werde ich dann rhythmisch in südliche Gefilde entführt, bevor mich die Heimat wieder einholt. Die folgenden Kilometer führen über den äußeren Ring durch das Klinikviertel hinaus nach Nienberge. Bevor ich diesen Vorort erreiche, leuchtet vor mir ein Pummelantenfinishershirt auf. Der Laufstil des Trägers kommt mir bekannt vor. Ich freue mich, Günther wieder zu sehen.

An der kommenden Verpflegungsstation intoniert die Band Glory „Glory Halelluja“, so motiviert mache ich mich beschwingt auf den weiteren Weg. Die zahlreichen musikalischen Darbietungen an der Strecke sind sehr abwechslungsreich und die Stimmung so, wie man sie von Münster kennt und erwartet: Einfach klasse. So was spricht sich natürlich rum und vielleicht trägt dieses Attribut auch etwas dazu bei, die Teilnehmerzahlen endlich wieder etwas anzuheben.

 

 

Mit einer Bruttozeit von 2:13 Stunden erreiche ich die Halbmarathonmarke und fühle mich erstaunlich frisch. Passend zu meiner guten Laune spielt die Band „An Tagen wie diesen“. Da kann heute nichts mehr schiefgehen, zumal ich feststellen kann, dass ich deutlich besser unterwegs bin als einige Staffelläufer, die hier kurz vor dem Wechsel in Nienberge ganz schön am Schnaufen sind. Ein Torbogen heißt uns Läufer willkommen, was will man mehr. Die nächsten Kilometer führen Richtung Roxel, vorbei an Feldern und Haus Vögeding. In Roxel, wo die nächste Verpflegungsstelle wartet, symbolisiert ein Stelzenläufer die strahlende Sonne. Stelzenläufer sind so was wie das Markenzeichen des Münster Marathons. Ich habe sowas sonst noch nirgendwo gesehen.

 

 

KM 30 erreiche ich nach 3:10 Stunden, das passt für die angepeilte Zielzeit. Für eine Massage, wie sie am Ortsrand angeboten wird, reicht die Zeit aber nicht. Und notwendig habe ich sie auch nicht. Beim nächsten Kilometerschild halte ich mich brav links auf der mir vorbehaltenen Spur. Rechts warten die letzten Staffelläufer auf ihren Einsatz. Dann macht meine Kamera Zicken und nach ein paar weiteren Fotos macht sie bei km 32 endgültig schlapp. Langsam gehend versuche ich den Fehler zu finden, leider vergebens. Das ist für einen laufenden M4Y-Reporter so etwas wie ein Supergau. Tut mir leid, dass ich die weiteren stimmungsvollen Eindrücke nicht in Bildern für euch festhalten kann.

In Gievenbeck werden die Läufer von vielen  Zuschauern angefeuert. Ich bewundere eine Spinning-Gruppe, die unermüdlich in die Pedale tritt. Da will ich mich auch nicht lumpen lassen und laufe, wenn auch inzwischen nicht unbedingt mehr locker, weiter. Es folgt ein Streckenabschnitt, auf dem ich mich seit je her schwer tue – trotz der Zuschauer und der guten Stimmung an der Strecke. Einen weiteren Dämpfer bekomme ich, als mich die 4:30-pacer überholen. Demotiviert folgt einer Gehpause die nächste, bis zum Wolfgang wieder zum Laufen animiert. Wir nehmen uns vor, als Lohn in diesem Jahr endlich mal den an der Strecke angebotenen Wein zu verköstigen. Dazu müssen wir noch einmal durch Afrika. Wie schnell das auf einmal geht. Der Weinstand ist gut „besucht“, man lässt sich Zeit und genießt den guten Tropfen.

Schon befinden wir uns auf dem letzten Kilometer. Die Vorfreude auf den Prinzipalmarkt wird immer größer, immer mehr Zuschauer machen immer mehr Lärm, um uns ins Ziel zu treiben. So ist Münster, so liebt man es. Trotzdem, das Beste kommt erst noch. Unter einem Himmel aus gelb-roten Fähnchen läuft man zwischen den historischen Gebäuden vor einer tobenden Zuschauermenge ins Ziel. 17mal habe ich das nun schon erlebt, aber die Gänsehaut ist immer noch die gleiche. Für dieses einmalige Erlebnis laufe ich nächstes Jahr wieder 42 km durch Münster und seine Vororte.


Sieger Marathon:

Damen
1.    Sheila Jeptto Rono, 2:45:46
2.    Annika Vössing, 2:51:24
3.    Dioni Gorla, 2:53:42

Herren
1.    Justus Kiprotich, 2:09:28
2.    James Kiptum Barmasai, 2:11:39
3.    Duncan Koech, 2:11:52

 

Streckenbeschreibung:
Kurs über eine Runde.

Zeitnahme:
Einmalchip in der Startnummer

Weitere Veranstaltungen:
Staffelmarathon und Kids-Marathon

Startgeld:
Marathon: 50 – 60 -70 €, je nach Anmeldezeitpunkt

Auszeichnungen:
Medaille, Urkunde im Internet, Finisher-Shirt, Veranstaltungsfilm zum download

Verpflegung:
17 Verpflegungs- und Erfrischungspunkte an der Strecke und Verpflegung im Ziel. Gereicht werden Powerrade, Wasser und Cola. Dazu Bananen- und Apfelsinenstücke. An den Erfrischungspunkten nur Wasser.

Zuschauer:
Zahlreich an der gesamten Strecke, besonders geballt zudem an den Powerpoints und im Ziel.

 

 

 

 

 

 

 

 

Informationen: Volksbank Münster-Marathon
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