
Jetzt hat es auch bei mir geklappt. Ich darf einen flachen 50er rennen. Nicht so wie auf der Schwäbischen Alb mit vielen Höhenmetern, sondern in Rodgau auf einer flachen Runde. Das wird fein.
Der Wetterbericht sagt trockenes Wetter und für die Jahreszeit zu milde Temperaturen vorher. Wenn es recht kalt wäre, so wie vor zwei Jahren in Bad Füssing mit knapp zehn Grad minus, dann wäre ein Ultra wohl ein Kampf ums Überleben. So braucht nur noch die Sonne ein wenig scheinen, und alles wird gut.
Ich reise am Vortag nach der Arbeit an. Die Autobahn ist recht voll, da noch viele Lastwagen unterwegs sind, aber es geht ohne Staus voran. Dann höre ich eine Verkehrsnachricht im Radio. Ach du lieber Schwan. Ein solcher dreht auf der Autobahn 9 bei Höchstädt/Aisch seine Runden. Wenn der nur nicht unter die Räder gerät. Weil des ist auch nicht grad des gsündeste.
Nach drei Stunden erreiche ich Rodgau und finde nach zwei Schlenkerern die Turnhalle des TSV Dudenhofen. Einige Läufer sind gerade angekommen, dabei befinden sich drei Münchberger, die vor mir auf den Parkplatz eingebogen sind. Die Oberfranken sind mir 2007 gleich mehrmals über den "Laufweg" gelaufen, zuletzt im Herbst in Werdau. "Wir können schon in die Halle“, sagt ein anderer, da laut Ausschreibung erst um 20.00 Uhr die Halle belegt werden kann. 80 Gleichgesinnte haben sich für die Übernachtung angemeldet. "Die Halle wird voll werden, wenn alle kommen“, hat mir Reinhardt Schulz vom RLT Rodgau gemailt.
So schlimm kommt es nicht. Dafür treffe ich viele Bekannte aus dem Ultrakreis. Karl-Heinz Kobus, Klaus Neumann, den Deutschlandlauforganisator Ingo Schulze, frisch gebackener 60er, und viele andere. Nebenan ist eine Wirtschaft, ein Nudelgericht als Henkersmahlzeit, zwei Halbe Bier für einen tiefen Schlaf, und ich bin glücklich. Ich drück mir noch zwei Stöpsel in die Ohren, dann hör ich eventuelles Sägen auch nicht mehr.
Wo ist denn dieses Rodgau, wird sich mancher fragen. Nun, die Stadt mit 45000 Einwohnern liegt in der Untermainebene und ist von "Ascheberg" (Aschaffenburg), Hanau, Frankfurt und Darmstadt gleich weit entfernt. Die Landesgrenze zu Bayern liegt nur wenige Kilometer am Main. Die Stadt Rodgau hat keine alte Geschichte, denn erst 1977 entstand sie im Rahmen der Gebietsreform aus den umliegenden Gemeinden. In Dudenhofen, einer der Stadtteile und an diesem Wochenende unser Wettkampfort, finden sich schon eher Wurzeln in die Geschichte. So wurde der Ort von Franken im 6. Jahrhundert gegründet. 1278 wurde Dudenhofen erstmals in einer Urkunde zwischen Erzbischof Werner von Mainz und mit den Herren von Eppstein genannt.
Im dreißigjährigen Krieg erlitt die Bevölkerung einen harten Einschnitt. Von 430 Bewohnern erlebten nach Kämpfen und Pest gerade einmal 26 Einwohner das Kriegsende. Heute hat der Ort knapp 8000 Bewohner.
Im Bereich der Wirtschaft dominiert das Dienstleistungsgewerbe. Die Firmen IBM, Atlas, FEGRO Großhandel, MEWA Textilservice, PepsiCola, DHL und weitere sorgen für viele Arbeitsplätze. Ein großer Teil der Erwerbstätigen pendelt zudem in die umliegenden Großstädte Frankfurt, Offenbach, Hanau, Darmstadt und natürlich auch zum Frankfurter Flughafen.
Kulturell ist hier der Fasching gut vertreten. Da gibt es die sogenannten Kreppelkaffees, gemütliche Kaffeerunden, bei denen faschingstypische Kreppels (Krapfen) vertilgt werden – dem folgt dann ein umfangreiches Sitzungsprogramm. "Erbarme, die Hesse komme“, wer kennt den Song der Rodgau Monotones nicht. Im September ist das Drachenfest ein weiteres Highlight im Jahresprogramm.
Ja, und an diesem Wochenende ist woanders auch noch viel los, wie zum Beispiel im bayerischen Thurmannsbang das Elefantentreffen oder das Winterschwimmen für Wasserratten in Neuburg, meiner Heimat. Da lassen sich 1800 Schwimmer in der Donau hinabtreiben und einige (Eis-)Bären brauchen da nicht mal einen Neoprenanzug.
Ich schlafe ganz gut, bis jemand früh um sieben Uhr das Licht anmacht. Und dann kann ich schon Geschirrgeklapper hören. Das Frühstück wird gerichtet. Ein schöner Service ist es für uns, dass hier ein Frühstück mit frischen Semmeln, Schinken, Hartwurst, Käse, Müsli und Kaffee zum Nulltarif angeboten wird. Hartmann Stampfer aus dem Grödner Tal in Südtirol klopft mir auf die Schulter. Er hat in seinem Auto übernachtet. Gefroren hat's ihn nicht, der Standheizung sei’s gedankt.
Als ich Schlafsack und Liegematte zum Auto trage, läuft mir Klaus über den Weg. Er ist gerade nach knapp zwei Stunden Fahrzeit angekommen. Er übergibt mir noch einen Packen von Terminkalendern und dann holen wir die Startnummern. Die Ausgabe ist im benachbarten Tennisclub. Die Anmeldung hat problemlos geklappt, nur meine Starttüte ist nicht vorhanden. Für mich schaut das so aus, als ob diese an einen anderen Sportler ausgegeben wurde. Ich erhalte eine neue Nummer.
Kilometerschild vier: Links ist ein Gelände der Opel AG, eingezäunt wie eine Bundeswehrliegenschaft. Hier finden wir einen leichten Anstieg, den man jetzt kaum wahrnimmt. Später wird man ihn wohl verfluchen. Eine leichte Rechtskurve, und dann geht es für 800 Meter leicht bergab zum Startbereich. Ich lasse es laufen. Die Ansagerin in Gestalt von Gabi Leidner, alias Frau Werwolf, höre ich schon von weitem. Links sehen wir noch einen kleinen Weiher und einen Kinderspielplatz.
| Laufberichte | ||||||
| 30.01.10 | ![]() |
Eiszeit |
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Klaus Duwe | ||
| 30.01.10 | ![]() |
Rodgau muss sein! Oder: Freunde tun gut |
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Joe Kelbel | ||
| 30.01.10 | ![]() |
Von Neulingen und Jubilaren |
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Eberhard Ostertag | ||
| 31.01.09 | ![]() |
In Rodgau ging’s wieder rund |
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Klaus Duwe | ||
| 31.01.09 | ![]() |
Zum 10.: Gratulation und weiter so |
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Anton Lautner | ||
| 31.01.09 | ![]() |
Crème de la Crème an Gänsbrüh |
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Joe Kelbel | ||
| 26.01.08 | ![]() |
Von wegen ''Rodgau monoton'' |
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Klaus Duwe | ||
| 27.01.07 | ![]() |
Vorteilhafte Änderungen |
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Eberhard Ostertag | ||
| 28.01.06 | ![]() |
Alles, nur keine 50 Kilometer |
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Klaus Duwe | ||
| 31.01.04 | ![]() |
Fünfzig Kilometer, na und? |
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Jürgen Hoffmann | ||
| Meldungen | |||
| 03.02.09 | ![]() |
Was macht Conny Türk? | |
| 27.01.07 | ![]() |
Ukrainer vorne | |
| 28.01.06 | ![]() |
Hochbetrieb im "Gänsbrüh" | |
| 29.01.05 | ![]() |
Veranstalter und Teilnehmer sehr zufrieden | |
| 22.01.05 | ![]() |
Erster Lauf zur IAU 50 km Trophy 2005 | |
| 10.01.05 | ![]() |
Meldeschluss am 24. Januar | |