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Laufberichte

Lilienthal - zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten

19.08.06

"Who's who" der norddeutschen Marathonsammlerszene

 

Am Samstag, dem 19. August 2006, richtete das Running Solutions Team Mattejiet zum ersten Mal das "Lilienthaler Triple" aus. Der Hauptorganisator Carsten Mattejiet, dessen offene, unbekümmerte und unkomplizierte Art etwas Gewinnendes an sich hat, bot im Rahmen seiner diesmaligen Veranstaltung folgende Startzeiten und Wettkämpfe an:

 

04.00 Uhr Marathonlauf
11.00 Uhr Marathonlauf und Halbmarathonlauf
18.00 Uhr Marathonlauf, 30-km-Lauf und Halbmarathonlauf

 

Interessenten hatten die Möglichkeit, einen oder mehrere von diesen Wettbewerben zu bestreiten. Im Extremfall kamen mithin alle drei Marathonläufe in Betracht. Dass diese letztgenannte Variante, das eigentliche "Lilienthaler Triple" also, eine ganz besonders interessante Spezies von Ultraläuferinnen/-läufern und/oder Marathonsammlerinnen/-sammlern anlocken würde, war vorherzusehen. Und so fasste ich schon frühzeitig den Entschluss, auch für dieses "Laufevent" des Running Solutions Teams Mattejiet zu melden, zumal ich mich ja bereits bei meinen beiden vorangegangenen diesjährigen Marathonstarts in Lilienthal (am Ostersamstag im Rahmen der "Passions-Serie" und am 15.07.2006 beim "Sommerlauf") von der angenehmen Laufatmosphäre dort hatte überzeugen können.

 

Natürlich war ich mir im Klaren darüber, dass 3 Marathonläufe an einem Tag nicht nur um 5, sondern um 10 oder noch mehr Nummern zu groß für mich gewesen wären. Aber nur einen Marathonlauf im Kreise all der im positiven Sinne "Laufverrückten" wollte ich mir schon gönnen. Und da "mein alter Laufkumpel" Ernst Güdelhöfer ebenfalls Interesse an einem Marathonstart in Lilienthal gezeigt und sich zudem bereit erklärt hatte, für uns beide den Fahrdienst zu übernehmen, gab es ohnehin keinen Anlass für eventuelle Überlegungen, ob ich mir nach in letzter Zeit sehr häufigen Laufreisen in den norddeutschen Raum einen weiteren Trip in diese Region zumuten sollte.

 

Also fuhren wir am Wettkampftag gegen 5.30 Uhr bei meiner Wohnung in Bonn los. Ohne Probleme kamen wir über die ca. 350 Anreise-km hinweg, und es war erst kurz nach 9.00 Uhr, als wir am Veranstaltungsort eintrafen. Vor dem "Café Lilienthal" räkelten sich in der Morgensonne einige von denjenigen "Hartgesottenen", die den um 4.00 Uhr gestarteten (ersten) Marathonlauf bereits beendet hatten.

 

Die herzliche Art, mit der wir beiden Neuankömmlinge begrüßt wurden, ließ sofort ein euphorisches Gefühl in mir aufkommen. Und es war gleichgültig, wo man sich auf dem Veranstaltungsgelände befand, war es die besagte Cafeteria oder waren es das Foyer des Wörpebades oder die angrenzende Sporthalle (in der man sowohl vom Freitag zum Samstag als auch vom Samstag zum Sonntag kostenlos übernachten konnte), man begegnete allerorts netten "Supermädels", wettkampferprobten "alten Haudegen" und jungen "laufhungrigen Recken", mit drei Worten: lauter großartigen Typen.

 

Man konnte fast meinen, das halbe "Who's who" der norddeutschen Marathonsammlerszene anzutreffen (die andere Hälfte dürfte sich wohl bei dem von Nicole und Thorsten Themm anlässlich der Geburt ihres Sohnes Kjell-Thore in Nortorf ausgerichteten "Willkommenslauf" befunden haben).

 

Als um 11.00 Uhr der Start für denjenigen Marathonlauf freigegeben wurde, an dem auch ich teilnahm, war ich vor lauter Begeisterung so "aufgedreht", dass ich das Rennen wohl etwas zu flott für meine Verhältnisse anging.

 

Nach ca. 2 km lief Dieter Merker, der vernünftigerweise seinen 2. Marathonlauf dieses Tages mit Zurückhaltung begonnen hatte, zu mir auf. Er nahm sich die Zeit, die gesamte restliche erste Runde gemeinsam mit mir zurückzulegen, woraufhin diese für mich bei angenehmer Unterhaltung wie im Fluge verging. Dann war es aber für mich angebracht, "einen Gang zurückzuschalten" und zu versuchen, meinen eigenen Laufrhythmus zu finden, was mir schließlich auch gelang.

 

Nachdem es in den zurückliegenden Monaten manche Rennen gegeben hatte, bei denen mein Spaß an der Lauferei nicht sonderlich ausgeprägt war, konnte ich mit großer Zufriedenheit feststellen, dass ich bei dieser Veranstaltung (wie schon knapp eine Woche zuvor in Monschau) wieder Freude am Laufen verspürte. Hierzu trugen die aus meiner Sicht landschaftlich recht reizvolle und abwechslungsreiche Streckenführung über eine fünfmal zu durchlaufende 8.439-m-Runde sowie das schöne Wetter bei. Allerdings stieg die Temperatur in den frühen Nachmittagsstunden auf einen angeblichen Höchstwert in der Nähe von +30° Celsius an, was trotz einiger schattiger Streckenabschnitte vor allem die Mehrmalsstarter/innen viel Substanz kostete und auch mich veranlasste, das ohnehin bei mir nicht allzu hohe Lauftempo etwas zurückzunehmen.

 

Nach etwa 33 km schloss "mein alter Laufkumpel" Ernst Güdelhöfer zu mir auf, und wir legten von nun an die restliche Strecke bis zur Vollendung der Marathondistanz gemeinsam zurück. Der Ehrlichkeit wegen muss ich hier anmerken, dass Ernst mir an der Ziellinie den Vortritt ließ und dass er mir diesmal vermutlich auf den letzten km seine Hacken hätte zeigen können, wenn es dies gewollt hätte. So aber beendeten wir gemeinsam nach 5:55:04 Stunden dieses Rennen.

 

Waren schon die Zeit vor meinem Lauf und dieser selbst (jede/jeder hatte für jede/jeden ein paar aufmunternde Worte bereit) ein großartiges Erlebnis, so wurde dieses noch bei weitem von dem übertroffen, was anschließend folgte. Was man da in der Zeit vor dem 3. Starttermin und während der ab 18.00 Uhr laufenden Wettbewerbe an echter Sportkameradschaft erleben durfte, ist wohl kaum noch zu überbieten.

 

Diejenigen, die ihren Wettkampf/ihre Wettkämpfe wie vorgesehen oder aufgrund irgendwelcher Probleme vorzeitig beendet hatten, und mitgereiste Angehörige und/oder Begleiter/innen ermutigten die "übrig gebliebenen" und "neu eingestiegenen" Wettkämpfer/innen mit aufrichtigem, wohltuendem Zuspruch. Und niemand von den "Nichtmehraktiven" oder als "Begleitpersonal" Mitgereisten war sich zu schade, irgendwelche Hilfsdienste zu übernehmen. Auch das, was ich sonst oft mit Bedauern feststelle, nämlich dass eine Laufveranstaltung von vielen ihrer Teilnehmer/innen kurze Zeit nach deren Zieleinlauf oder spätestens nach der Siegerehrung wieder verlassen wird, trat hier nicht ein. Man harrte gemeinsam aus, bis auch die letzten Läufer/innen ins Ziel gelangt waren.

 

Ich bereue keinen Reise-km, den Ernst und ich gefahren sind, und keine Minute, die ich für diese Laufveranstaltung aufgewandt habe. Fast möchte ich behaupten, dass man ein so harmonisches und gut funktionierendes Miteinander wie am 19.08.2006 in Lilienthal nur noch im Kreise von Ultraläuferinnen/-läufern und/oder Marathonsammlerinnen/-sammlern erleben kann.

 

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