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Duelle, Rekordjagden und das Debüt des Jahres

24.10.14
Quelle: Pressemitteilung

Spannende Duelle und internationale Asse sollen beim BMW Frankfurt Marathon für absolute Spitzenleistungen sorgen. Der 19-jährige Junioren-Weltrekordler Tsegaye Mekonnen aus Äthiopien und Titelverteidiger Vincent Kipruto aus Kenia gehen am Sonntag (10 Uhr) als Top-Favoriten ins Rennen.

Bei den Frauen führen Streckenrekordlerin Meselech Melkamu (2:21:01 Stunden) und ihre äthiopische Landsfrau Aberu Kebede, zweifache Siegerin des Berlin-Marathons, das hochkarätige Elitefeld an. Der Streckenrekord und sogar die Jahresweltbestzeit von 2:20:18 Stunden könnten in Gefahr geraten.

Dazu sorgt das Marathondebüt von Arne Gabius (LAV Stadtwerke Tübingen) für viel Spannung. Mit Mona Stockhecke (LTH Marathon Hamburg) ist die bestplatzierte deutsche Marathonläuferin von der EM in Zürich am Start.

15.005 Läuferinnen und Läufer sind für das Rennen über die klassische 42,195 km-Distanz bisher gemeldet. Durch Nachmeldungen wird diese Zahl noch weiter steigen. Die Prognosen versprechen diesmal gute Marathonbedingungen ohne Regen und Wind.

„Wir haben ein Top-Feld am Start. Bei den Frauen sind einige im Rennen, die den Streckenrekord von 2:21:01 Stunden jagen können. Die Teilnehmerzahlen sind gegenüber dem letzten Jahr gestiegen. Das zeigt, dass wir weiter die Begeisterung bei den Freizeitläufern gewinnen. Es ist ein guter Schritt nach vorne“, sagt Race  Director Jo Schindler.

Erstmals seit 2001 könnte in der Frankfurter Festhalle ein Sieger gefeiert werden, der nicht aus der großen Laufnation Kenia stammt. „Die Favoritenrolle für Kenia ist in diesem Jahr nicht unbedingt gegeben“, betont Christoph Kopp, Sportlicher Leiter des BMW Frankfurt Marathon. Als ersten Sieganwärter sieht er den 19-jährigen Junioren-Weltrekordler Tsegaye Mekonnen aus Äthiopien, der mit seiner Bestzeit von 2:04:32 Stunden, gelaufen im Januar in Dubai, vor allen anderen Läufern steht. „Ich möchte am Sonntag meine Bestleistung steigern. Ich fühle mich jetzt stärker als vor Dubai“, sagt er selbstbewusst. Gelingt ihm die Verbesserung, würde dies zugleich neuen Junioren-Weltrekord bedeuten. Niemand Geringerer als Äthiopiens Lauflegende Haile Gebrselassie hat dem Shooting-Star zu einem Start in Frankfurt geraten, wie Mekonnen erzählt. Haile hält mit 2:03:59 Stunden immer noch den äthiopischen Rekord. „Wenn es gut läuft, will ich versuchen, diese Marke anzugreifen“, sagt Mekonnen.

Mit dem Sieger und dem Zweitplatzierten des Vorjahres, Vincent Kipruto und Mark Kiptoo aus Kenia, ist sehr starke Konkurrenz im Rennen. „Mein Ziel ist eine Zeit unter 2:05 Stunden. Ich spüre keinen Druck, auch wenn ich Titelverteidiger bin. Wenn man sich gut vorbereitet hat, fühlt man keinen Druck“, sagt Kipruto. Dazu sind einige hochklassige Debütanten am Start, die in Richtung eines Podiumsplatzes laufen können. Geplante Durchgangszeit beim Halbmarathon ist 62:30 Minuten. „Wir haben Bremsläufer im Rennen, keine Tempomacher, damit sich die Ambitionen der Topläufer nicht schon auf den ersten Kilometern in Luft auflösen“, sagt Christoph Kopp mit einem Augenzwinkern.

Im Vergleich noch hochklassiger präsentiert sich das Elitefeld der Frauen. Auch hier ist Äthiopien in der Favoritenrolle. Meselech Melkamu, Frankfurt-Siegerin von 2012 mit Streckenrekordzeit von 2:21:01 Stunden, sieht sich in hervorragender Form: „Ich bin zuversichtlich, dass ich meinen Streckenrekord unterbieten kann. Ich wollte ursprünglich erst Anfang 2015 in Dubai meinen nächsten Marathon laufen, aber ich fühlte mich so gut, dass ich unbedingt in Frankfurt starten wollte.“

Aberu Kebede, ebenfalls aus Äthiopien, hat mit 2:20:30 Stunden die schnellste Bestzeit des Feldes. Die Siegerin des BMW Berlin Marathons 2010 und 2012 kommt mit hervorragenden Trainingsleistungen nach Frankfurt. „Im Training bin ich in unserer Gruppe die Stärkste“, sagt sie. Was etwas heißen will, denn zu ihrer Laufgruppe zählen die Top-2 des Berlin Marathons: Tirfi Tsegaye, die mit ihren 2:20:18 Stunden aus Berlin die Jahresweltbestleistung hält, und Feyse Tadese, die in 2:20:27 Stunden in Berlin auf den zweiten Platz gelaufen ist. „Der Wettkampf ist etwas anderes als das Training“, schränkt Kebede ein, aber sagt auch: „Ich kann meine Bestzeit steigern.“ Die Kenianerinnen Sharon Cherop und Flomena Chepchichir Chumba können ebenfalls vorne mitmischen. „Diese vier sind die absoluten Favoritinnen. Vielleicht stößt jemand auch aus der zweiten Reihe nach vor“, so Christoph Kopp.

Deutsche Athleten sind bei Männern und Frauen stark präsent. Viele Augen sind auf das Marathondebüt des 33-jährigen Arne Gabius gerichtet. „Mein Ziel ist eine Zeit im Bereich von 2:10-2:12 Stunden. Das Training hat mir viel Spaß gemacht. Auf der Straße bin ich viel entspannter als auf der Bahn. Das Marathontraining hat mich auch auf kürzeren Distanzen schneller gemacht“, so der 5000 m Vize-Europameister von 2012. Die erste Streckenhälfte plant er in 65:00 Minuten zu laufen. Am Sonntag nach dem Rennen will er „ein tolles Gefühl haben und sagen können: ‚Das will ich wieder machen!‘“

Als stärkste deutsche Läuferin geht Mona Stockhecke auf Bestzeitjagd. Mit Rang 22 war sie überraschend die beste deutsche Marathonläuferin bei den Europameisterschaften in Zürich. Sie möchte nun in Frankfurt ihre Bestzeit von 2:34:04 Stunden unterbieten. Diese erzielte sie im Frühjahr als Siegerin des Zürich-Marathons. „Die Vorfreude ist groß! Mein Ziel ist es, eine persönliche Bestleistung zu laufen. Der Marathonstart so kurz nach der EM ist ein Experiment. Die Trainings liefen aber sehr gut, und meine Leistungen zeigen mir, dass ich die Europameisterschaften gut verdaut habe. Ich werde defensiv beginnen und will den Halbmarathon in 1:16:30 Stunden anlaufen.“

Einen persönlichen Rekord hat auch der 31-jährige Cristian Valenzuela aus Chile im Sinn. Der blinde Südamerikaner ist Doppelweltmeister und Paralympics-Sieger 2012 im Marathonlauf. Seine persönliche Bestzeit - 2:40:21 Stunden, gelaufen in Santiago de Chile - ist mittlerweile vier Jahre alt. Der Weltrekord des Italieners Andrea Cionna steht bei 2:31:59 Stunden. Valenzuela trainiert 160-180 Kilometer pro Woche und will seine Bestleistung auf 2:36 Stunden steigern. Erblindet ist Valenzuela im Alter von zwölf Jahren, er litt seit seiner Geburt am Grünen Star.

 

 

Informationen: Mainova Frankfurt Marathon
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