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Laufberichte

Der schönste Platz ist immer an der Theke (?)

03.05.09

An diesen alten Schlager dachte ich bei der Vorbereitung auf diesen Marathon des Öfteren. Wen wundert es, schließlich gibt es in Düsseldorf bekanntlich die längste Theke der Welt. So reiste ich mit meiner Frau Silke am Samstag in Düsseldorf an, um herauszufinden, ob der Schlager recht behalten sollte, oder ob die Marathonstrecke vielleicht doch schöner ist. Da wir gerne meine Marathonläufe mit Besuchen bei Freunden verbinden, übernachteten wir diesmal bei unserer Freundin Christiane. Sie hatte meine Startunterlagen bereits abgeholt, so konnten wir in aller Ruhe am Abend bereits den Zielbereich am Rhein inspizieren. Der abgesperrte Bereich wirkte noch gespenstisch leer. Dafür war es schwer einen Platz an einer Theke zu bekommen, da der Besucherandrang in der Düsseldorfer Altstadt umso größer war. Die ortsüblichen obergärigen Gerstenkaltschalen als Schlummertrunk mundeten trotzdem. Und gewirkt haben sie auch.

 
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So ging es am nächsten Morgen gut ausgeschlafen mit einem leckeren Obstmüsli gestärkt gemütlich mit S- und U-Bahn zum Start am Josef-Beuys-Ufer. Schon beim Verlassen der U-Bahn-Station schnupperten wir am Marathon-Feeling. Die Kleinsten kamen mit ihren Eltern gerade auf dem Mini-Marathon hier vorbei. Ich sollte diese Stelle bei KM 7 wieder passieren. Durch eine Querstraße kamen wir direkt zum Startbereich. Hier konnte man bereits erkennen, dass dies ein über das öffentliche Verkehrsnetz gut zu erreichender Marathon war. Der Startbereich war großzügig bemessen, so dass die etwa 4.000 Marathon-Läufer bequem Platz fanden. Hier zeigte sich, dass die Startzeiten gut eingeteilt waren, denn die gleichzeitig stattfindende Marathonstaffel mit je 4 Teilnehmerinnen und Teilnehmern startete 20 Minuten nach den Marathonis. Hier verabschiedete ich mich von Cristiane und Silke und war gespannt, wo auf der Strecke ich sie wieder sehen würde. Dabei war ich mir sicher, Christiane beim KM 20 zu treffen, da sie hier als Staffelläuferin auf die Strecke gehen sollte.

Ich sah noch einmal zum bedeckten Himmel, dachte mir, eigentlich ideales Marathon-Wetter und machte mich dann mit den anderen Läufern frohgemut auf die Strecke. Schon auf den ersten Kilometern gab es die erste Überraschung. Auf der hier am Rheinpark verlaufenden Strecke kamen uns doch tatsächlich Einräder entgegen. Nanu dachte ich noch, davon hast du ja gar nichts gelesen. Im Ziel konnte ich erfahren, dass diese hier tatsächlich ihre deutschen Meisterschaften ausgetragen haben. Der Gewinner schrammte nur um 1 Sekunde am Weltrekord vorbei. Schon hier konnte ich die ersten Erfahrungen sammeln, dass der Marathon auch international geschätzt wird, sowohl von Läufern, als auch von Zuschauer. Neben mir unterhielten sich zwei Holländer und als wir bei KM 5,5 den Nordpark umrundet hatten und nach einer Schleife wieder auf die Cecilienallee am Rheinpark einbogen, wurden wir frenetisch von einem asiatischen Trommler angefeuert. Hier kamen uns auch schon wieder Marathon-Teilnehmer entgegen. Diesmal allerdings die Marathonstaffeln, die mittlerweile auch auf die Strecke gegangen waren.

Bereits auf diesem Teil der Strecke konnte man erkennen, das dem Teilnehmerfeld heute auch etwas Sonne nicht viel ausgemacht hätte, da die Strecke fast immer von Bäumen am Straßenrand gesäumt ist. Kurz nach KM 9 ging es dann über die Oberkasseler Brücke, eine der wenigen „Erhebungen“ auf dieser flachen Strecke und deshalb eine kleine Herausforderung. Bei KM 10,5, nachdem wir jetzt den rechtsrheinischen Teil der Marathonstrecke erreicht hatten, erfuhren wir, dass die Spitzengruppe bereits KM 16 erreicht hatte und im Begriff war, bald die Oberkasseler Brücke zum 2. Mal zu passieren. Kurz darauf wurde ich typischer Weise gefragt, welche Zeit ich denn heute laufen wolle. Auf meine Antwort, dass eine Zeit unter 4:00 Stunden mein Ziel sei, wurde gleich angemerkt, dass ich dafür aber sehr schnell unterwegs sei. Eine weitere Kontrolle der Uhr bestätigte mir dies. Kilometerzeiten von etwas über 5 Minuten. Aber das störte mich nicht besonders, da der Puls sich noch im angepeilten Rahmen bewegte.

 
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Nachdem wir zahlreiche begeisterte Zuschauer passiert hatten, ging es für uns bei KM 19 wieder über die Oberkasseler Brücke. Ein Blick nach rechts und wir konnten das Ziel schon in Augenschein nehmen, links kam uns schon der Besenwagen entgegen. Von hier an begleitete mich ein Düsseldorfer, der diesen Marathon bei der 7. Auflage bereits zum 7. Mal mitmachte. Da hat er das Motto „Ganz Düsseldorf ist auf den Beinen“ schön umgesetzt. Dann erreichte ich die 2. Wechselzone des Staffelmarathon. Leider konnte ich Christiane hier nicht entdecken, da die Marathonstrecke und die Wechselzone durch einen Grünstreifen getrennt war. Kurz vor dem Halbmarathon ging es wieder über ein Begegnungsstück. Hier kam mir die Spitzengruppe entgegen, die bereits 32 KM absolviert hatten.

 
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Bei KM 25 bekam ich dann wieder einen Beweis der Internationalität dieses Marathons. Ich überholte einen nett verkleideten Franzosen. Langsam musste ich mir jetzt doch überlegen, mit welcher Zeit ich letztendlich ins Ziel kommen wollte. Immer wieder kam ich an begeisternden Trommel- und Musikgruppen vorbei, bei denen sich auch gleich große Menschentrauben bildeten. Zwischen Kilometer 27 und 28 spielte die Gruppe „Düsselflöss“ gerade ihren speziell für diesen Lauf komponierten „Marathon-Swing“, der die Läufer lange begleitete. Kurz darauf mussten ein paar Kleinkinder sogar davon abgehalten werden, die restlichen 14 Kilometer mit dem Teilnehmerfeld mitzulaufen.

Hier machte meine Kamera langsam schlapp, so dass ich mir vornahm, jetzt weiter locker durchzulaufen. Die Durchgangszeiten waren immer noch bei knapp 5 Minuten. Langsam begann ich aber auch schon das Ziel herbeizusehnen, da erblickte ich bei KM 34 meine Frau Silke. Das setzte noch mal Energie für die kommenden Kilometer frei, schließlich war ich ja gut unterwegs. Bei KM 37 wieder Zeitkontrolle. Über 20 Sekunden auf dem letzten Kilometer verloren. Schade, aber jetzt noch mal mit den letzten Kräften weiter. Bei KM 39 erreichte ich endlich die Kö. Wieder säumten Zuschauermassen die Strecke. Eine tolle Anfeuerung für die letzten Kilometer. Bei KM 41,5 ging es endlich auf die Uferpromenade. Jetzt kam das Ziel in Sicht. Das setzte noch einmal einige Körner frei. Ich konnte sogar einige Staffelläufer überholen, kam gerade rechtzeitig zur Siegerehrung, die direkt am Zieleinlauf durchgeführt wurde und konnte mich letztendlich über eine Zeit von 3:31:52 freuen.

Spätestens hier war für mich klar: Der schönste Platz war für mich heute nicht an der Theke, sondern auf der Düsseldorfer Marathonstrecke.

Ergebnisse:
Männer:
1. David Langat, 2:10:46
2. Wilfred Kigen, 2:11:30
3. André Pollmächer, 2:13:09

Frauen:
1. Susanne Hahn, 2:29:26
2. Melanie Schulz, 2:42:47
3. Sonja Oberem, 2:43.49

Streckenbeschreibung:
Kurs über die gesamte Strecke. Gelaufen wird überwiegend auf Asphalt, teilweise etwas Kopfsteinpflaster. Die Strecke ist amtlich nach DLV-Richtlinien vermessen.

Zeitnahme:
Champion-Chip

Startgeld und Bedingungen:
Marathon: 38 €, 48 €, 60 € oder 70 €, je nach Anmeldezeitpunkt

Auszeichnungen:
Medaille im Ziel. Urkunde und Ergebnisliste können über das Internet abgerufen werden.

Verpflegung:
Verpflegungsstellen etwa alle 2,5 Kilometer, immer Wasser und Wasserbehälter, alle 5 Kilometer zusätzlich Elektrolytgetränke, Bananen, später auch Cola. Im Ziel zusätzlich alkoholfreies Weizenbier. Dazu Massagemöglichkeit.

Zuschauer:
Hauptsächlich an den Verpflegungspunkten mit zahlreichen Musikgruppen, aber auch sonst Zuschauer über die gesamte Strecke verteilt.

 

Informationen: Metro Marathon Düsseldorf
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