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Laufberichte

Hummel, Hummel

26.04.09
Autor: Klaus Duwe

Letzte Kilometer

Ziel

Das Rennen der Männer ist eine klare Angelegenheit der Läufer aus Kenia und Äthiopien. Am Ende hat Solomon Tside (ETH) die Nase vorn.  Aber die Zeiten - die 2:11:47 von Solomon Tside ist die schlechteste Zeit seit 1996. Der Streckenrekord von Julio Rey (2006: 2:06:52) ist kilometerweit entfernt.

2:21:17 (14.Platz) braucht der Schweizer Patrick Wieser und ist so schnell wie nie. Dennoch hadert er nach dem Lauf, denn er wollte sich für die WM in Berlin qualifizieren. Die dafür erforderliche Zeit (2:18) verfehlt er deutlich. Allerdings sind das mehr als 5 Minuten unter seiner bisherigen Bestzeit und daher vielleicht auch nicht ganz realistisch.

Roman Weger aus Österreich hat keine so ambitionierten Erwartungen.  Nach überstandener Operation geht es ihm darum, an „alte Zeiten“ anzuknüpfen. Mit 2:17:53 und dem 7. Platz gelingt ihm das eindrucksvoll. Nur Günter Weidlinger war in Wien dieses Jahr schneller.

Ulrike Maisch kommt nach ihrer Aufgabe im letzten Jahr diesmal zwar ins Ziel,  verpasst aber mit ihrer Zeit (2:34:28) die WM-Norm (2:32) deutlich. Es reicht allerdings für einen Podestplatz hinter Alessandra Aguilar (2:29:01, persönliche Bestzeit) und Tigist Abdi  Sheni (ETH).

Alles in allem dürfte damit das „Golden Road Race Label“ der IAAF futsch sein, mit dem weltweit 11 (unter anderem New York, Boston, Peking, Rom, Paris, London) und in Deutschland 3 (Berlin, Frankfurt und Hamburg) Marathons  ausgezeichnet sind. Denn maßgeblich dafür sind neben bestimmten Qualitätsstandards auch die Zusammensetzung der Starterfelder und die erzielten Zeiten. Da wird es die Veranstalter trösten, dass von den Läuferinnen und Läufern sich dafür kaum jemand interessiert. Die haben auf dem Heiligengeistfeld noch lange nach ihrem Zieleinlauf gefeiert und sich mit einem „bis zum nächsten Jahr“ verabschiedet.

Marathonsieger:

Männer

1 Tside, Solomon (ETH)   MH   02:11:47
2 Ngolepus, Charles (KEN)   MH   02:13:25
3 Telles des Souza, Jose (BRA)   M35   02:14:46

Frauen

1 Aguilar, Alessandra (ESP)   W30   02:29:01
2 Sheni, Tigist Abdi (ETH)   WH   02:34:01
3 Maisch, Ulrike (GER) 1. LAV Rostock W30   02:34:28

Finisher: 13.939

Ach so, den Hamburger Gruß „Hummel, Hummel“ will ich noch erklären. Man kennt ihn zwar auch außerhalb der Hansestadt, nicht aber seine Geschichte. Die geht auf den Stadtsoldaten Daniel Christian Hummel zurück. Er ist bei den Neustädter Kindern wegen seiner Kriegsgeschichten, die er scheinbar unbegrenzt auf Lager hat, sehr beliebt. „Hummel, Hummel“ rufen sie, sobald er sich blicken lässt.

Als er stirbt, zieht in seine Wohnung der Wasserträger Johann Wilhelm Bentz (1787-1854). Er ist das ziemliche Gegenteil seines Vormieters. Immer mürrisch und schlecht gelaunt geht er seiner harten Arbeit nach. Für Kinder hat er gar nichts übrig. Um ihn zu ärgern, rufen sie auch ihn immer „Hummel, Hummel.“ Damit sie ihn in Ruhe lassen, antwortet er stets mit einem „Mors, Mors“. Im Plattdeutschen heißt das so viel wie: „Klei di an 'n Mors". Bei uns würde man sagen: „Leck mich am A…“.

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Informationen: Haspa Marathon Hamburg
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