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Laufberichte

Runter kommen sie alle

30.06.13

 

Staffelübergabe

 

In Piösmes ist auch die erste Staffelübergabestelle. Neben dem Marathon werden beim Gletschermarathon noch ein Halber, ein Run- und Fun Wettbewerb über 11 Km und ein Staffellauf auf der Marathondistanz angeboten. Wer sich die gesamte Marathonstrecke nicht/noch nicht zutraut,  hat also Alternativen. Insgesamt sind bei allen vier Wettbewerben rund 600 Teilnehmer dabei. Der Gletschermarathon erfreut sich wachsender Beliebtheit, wie die steigenden Teilnehmerzahlen belegen.

Wir passieren Scheibe, wo ich bei einem Bikertreff viele schöne und starke Motorräder sehe. Warum nicht auf einer schönen Maschine das Rennen durch das Tal fortsetzen denke ich und sitze schon auf einem rassigen Zweirad. Pech, es steckt kein Schlüssel und so muss ich das Rennen zu Fuß fortsetzen.

Zur Gemeinde St. Leonhard, dem Hauptort des oberen Pitztales, gehören alle o.g. Weiler und Dörfer. So auch Eggenstall, wo mich eine fröhliche Runde vor einem Gasthof auf ein leckeres kühles Weizen einlädt. Na dann, Prost!

Immer wieder laufen wir nun entlang der Pitze, auch als Pitzbach bezeichnet. In Hairlach versuche ich ein zweitesmal auf ein Zweirad umzusteigen, auch hier ohne Erfolg. Der kleine Roller hätte mir wohl auf Dauer auch Rückenschmerzen bereitet.


Halbmarathon

 

Ein Tunnel und eine kleine Pause auf einer Liege später haben wir schon die Hälfte hinter uns. Ein Blick auf mein Spielzeug verrät mir, dass wir schon 500 Hm verloren haben und ich auf eine Zeit von unter 4 Stunden unterwegs bin. Na, das ist doch Ansporn für die zweite Hälfte.Immer noch macht mir das Abwärtslaufen richtig Spaß.

In Wiese passieren wir die zweite Staffelwechselstelle, auch eine Verpflegung gibt es hier. Frisch gestärkt laufen wir auf die erste Gegensteigung zu. Hinter Wiesle, nicht zu verwechseln mit dem vorhin durchlaufenen Wiese, wartet nach Km 25 die erste von drei Steigungen des Laufes auf uns. Nach einer Brücke über die Pitze gehts fast einen Kilometer bergauf bis Schön. Ja, der Ort ist nicht nur schön, der heißt auch so. Nette Mädels, groß und klein, laden zur Labe ein. Die gute Laune ist ansteckend.

Entlang der Strecke wird es immer einsamer auf der Straße. Nach nunmehr zweidrittel des Rennens müssen die ersten den Anstrengungen und dem stetigen Abwärtslaufen Tribut zollen. Einige Teilnehmer gehen.

 

Hinauf nach Wenns

 

Die zweite, nunmehr längere Steigung wartet vor und in Wenns auf uns. Beim Hinauflaufen nach Wenns wird Km 30 passiert und am Ortsanfang ein Saloon mit einem leichtbekleideten Mädel als Wandverzierung. Kurz vor der Zeitmessmatte bei Km 30,99 laufen wir am Ort der gestrigen Pasta-Party vorbei. Angesichts der gestiegenden Temperaturen wäre ich nicht abgeneigt, im Naturbad des PitzPark ins Wasser zu gehen. Aber nix da, der rote Bogen über der Straße an der Zeitmessung wartet. Hier haben die Staffeln  ihre dritte und letzte Übergabestelle. Und für alle ist wieder eine Labe aufgebaut.

Frisch gestärkt geht es in das letzte Viertel des Marathons. Unsere Restlaufstrecke ist identisch mit der des Run- und Fun über 11,2 Km, der um 10 Uhr am Freizeitzentrum in Wenns startete. Von nun an sehen wir oberhalb der weißen Km-Angaben des Marathons rote Zahlen mit Km-Angaben zum Run- und Fun.

 

Bier bitte ohne "acker"

 

Die Sonne lacht weiter vom Himmel. Es geht wieder abwärts. Und es gilt mentale Stärke zu zeigen. Wir laufen durch Wenns, Ortsteil Bieracker. Ach hätte ich doch jetzt ein bleifreies Bier ohne acker. Aber dafür muss ich wohl bis ins Ziel warten. Da gibt es wieder das beliebte Getränk aus dem Münchner Norden. Nur gut, dass ich in Wenns noch nicht weiß, dass die Kühlung im Bierwagen ausgefallen ist. Aber es sei vorweg genommen, das Bier im Ziel schmeckt trotzdem hervorragend.

In Arzl macht ein Sprecher Läufern und Zuschauern Stimmung. Na, da lasse ich mich doch nicht lumpen und greife auch zum Mikro. Kurze Ansprache und weiter gehts. Ich bin ja als Läufer hier und nicht als Animateur.

An der folgenden Labe bei Km 36,4 gibt es auch Cola. Leider das einzige Mal. Aber sonst kann ich nicht meckern. Der Lauf ist super organisiert. Gut gemacht!

 

Imst voraus

 

Eine breite Brücke führt uns sicher über den Inn. Der Verkehr ist nun stärker. Aber alles ist bestens abgesichert und ausgeschildert. Verlaufen ist unmöglich, an jeder Abzweigung stehen Posten. Und sicher fühle ich mich auch. Kein Fahrzeug rast an den Läufern vorbei. Alle fahren zurückhaltend und lassen den Läufern Vortritt.

Ich überhole eine Piratin. Offensichtlich eine nachgemeldete Piratin, denn auf ihrer Startnummer stehen nicht Name und Vorname, sondern der Spruch "Keine Gnade für die Wade". Ein Spruch, der für Frank etwas zynisch wirkt, hat er doch heute massive Wadenprobleme. Aber er ist ein Kämpfer und gönnt seiner Wade in der Tat keine Gnade und beendet den Marathon erfolgreich.

 

Rauf zum Ziel

 

Noch schnell Brennbichl durchlaufen und schon sind wir in Imst. Es ist mächtig warm geworden. Ich lasse mir seit einiger Zeit an allen Labestationen zur Erheiterung aller Umstehenden Wasser über den Kopf schütten zwecks Abkühlung.

Km 40 wird passiert. Das Ende ist absehbar. Mit dem Abwärtslaufen ist es nun vorbei. Es geht aufwärts. Bis zum Ziel sind noch einige Höhenmeter zu bewältigen. Nicht sehr viele, die Steigung ist auch moderat. Aber wohl dem, der sich hierfür noch einige Körner reserviert hat.
Ich bin zwar kaputt und gehe einige Meter zwischendurch, aber es ist klar, dass ich unter vier Stunden einlaufen werde. Und das Bleifreie wartet auf mich, egal ob ich in 3.53 oder 3.57 Stunden ins Ziel komme.

 

Lecker!

 

Und ich komme ins Ziel mit einer drei vor dem Komma und habe rasch ein Bier. Und das ist lecker! Genau wie die kleinen Kuchenstücke, von denen ich mir so einige verdrücke. Nun noch rasch den Kleiderbeutel im Bus hinter der Sporthalle holen und in der Halle des Sportzentrum zum Duschen und dann ins Zelt zur Siegerehrung und weiteren Verköstigung.

 

Fazit

 

Abwärtslaufen macht Spaß! Der Gletschermarathon bietet eine beeindruckende Kulisse und dazu eine perfekte Organisation. Ideale Voraussetzungen für Marathon in Kombination mit einem Urlaub in den Bergen. Und wer es kürzer mag, bitte sehr, es gibt ja Alternativen zum Marathon.

Für mich ist klar, den Lauf kann man sich öfters geben.

 

Ach ja:

 

Der Veranstalter hat in diesem Jahr keine Siegprämie ausgelobt. Folglich gab es keinen Anreiz mehr für Starter, z. B. aus Afrika. Der Sieg ist auch so sowohl bei Männern und Frauen heiß umkämpft. Die drei ersten Männer liegen innerhalb einer Minute. Der Sieg bei den Frauen wird sogar durch eine Sprintentscheidung entschieden. Nur eine Sekunde trennt nach 42,195 Km die Siegerin Jolanda Scheuber von der Zweiten Sabine Mönch.

Sieger:

Frauen
1. Jolanda Scheuber     3.13,37 Std.
2. Sabine Mönch  3.13,38 Std.
3. Monica Gebele     3.23,24 Std.

Männer
1. Zsolt Kovács   2.37,02 Std.
2. Günter Schneider   2.37,41 Std.
3. Tivadar Toth  2.38,00 Std.

 

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Informationen: Gletschermarathon Pitztal-Imst
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