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Laufberichte

Ein Tal, das meinen Namen trägt...

 

...muss ich natürlich besuchen. Vor zwei Jahren hat es endlich geklappt, nur der Marathon ist aus bekannten Gründen ausgefallen. Der Urlaub war abwechslungsreich, die Natur atemberaubend schön. Da muss ich hier unbedingt den Marathon nachholen. So  starte ich dieses  Jahr einen weiteren Versuch und der soll klappen.

Am Samstag geht es mit meiner besseren Hälfte Silke in den Pitzpark zur Startnummernausgabe. Von unserem Hotel sind es nur 10 Minuten zu Fuß, was sich als Vorteil erweist, denn die Parkplätze sind alle belegt. Doch viele Parkplatznutzer scheinen heute eher das angeschlossene Freibad zu nutzen, denn meine Startnummer bekomme ich ohne Wartezeit. Dazu sichere ich mir einen Platz im morgigen Shuttlebus. Neben dem inkludierten Eventshirt kann ich mir mein Startsackerl selbst mit einigen nützlichen Kleinigkeiten füllen.

Damit ist die Pflicht für heute erledigt, bleibt die Kür der Pastaparty, die wir zusammen  mit Evi und Herbert genießen, die den Lauf bereits kenn. Heuer ist einiges jedoch anders, denn das Ziel ist nicht mehr in Imst,  da der  Sportpark  nicht mehr Mitveranstalter ist. Stattdessen wird in  Arzl gefinisht. Kürzer ist die Strecke  dadurch  natürlich nicht, denn die fehlenden Kilometer werden auf einer Zusatzschleife gelaufen. Ich lasse mich überraschen.

 

 

Der Sonntag beginnt früh am Morgen. Als mich das Shuttle um 6.27 Uhr an unserem Hotel einsammelt, habe ich bereits hervorragend gefrühstückt. Ein hervorragender Service. Schön, dass sich hier auch mein Freund HaWe  einquartiert hat,

Pünktlich steigen wir in den Bus. Start ist um 8.00 Uhr in Mandarfen. Dort angekommen,  bleibt uns noch etwas Zeit. Die rund 200 Läufer verteilen sich im großzügigen Startbereich. Da ist noch Luft nach oben. Eine Ansicht, die die sympathische Sabrina Freythaler vom Touristikbüro sicher teilen wird. Der Gag, dass der Pitz jetzt endlich im Pitztal läuft, kommt gut bei ihr an.

Kurz vor 8 Uhr mische ich mich unter die Läufer. Der Startbogen weist zwar Richtung Talschluss, denn als Auftakt laufen wir tatsächlich zunächst am Gletscherexpress vorbei auf den 3159 m hohen Mittagskogel zu, den ich vor zwei Jahren mit meinem Sohn bezwungen habe.  Links grüßt der linke Fernerkogel. Urlaubserinnerungen werden auch auf den folgenden 42 Kilometern mehrmals wach.  

 

 

Nach kurzer Strecke ändert sich die Laufrichtung, es geht talwärts zwischen Kaunergrat und Geigenkann. Locker lasse ich es jetzt bergab laufen, bis ich nach etwa 2,5 KM Mandafern noch einmal erreiche. Links bleibt der Startbogen verwaist zurück, rechts klatschen die Zuschauer. Es ist nur leicht bewölkt, ein hochsommerlicher Tag ist zu erwarten.  Aber noch laufen wir dank der  hohen Berge im Schatten. Vor mir sehe ich jede Menge Läuferinnen und Läufer, hinter mir versiegt der Läuferstrom. Ich lasse es rollen, versuche aber, mich nicht zu sehr mitreißen zu lassen, denn auf der zweiten Hälfte des Laufes warten noch einige Anstiege.

Ich genieße die grandiose Landschaft, die das Pitztal zu bieten hat. Schade, dass wir die ganze Zeit auf der Fahrstraße laufen. Rechts und links davon gibt es nämlich herrliche Wanderwege. Aber so ist halt die Charakteristik des Gletschermarathons, an dem auch  380 Läuferinnen und Läufer über verschiedene andere Distanzen, wie Halbmarathon, 11,1 Km oder 5,5 KM unterwegs sind. Eine Staffelwertung gibt es ebenfalls.

Ein Blick zurück zum Talschluss lohnt sich noch immer, auch wenn der Mittagskogel auf die Entfernung schon weniger beeindruckend wirkt. Ich laufe in Plangeross ein, wo die erste Verpflegungsstation wartet. Es gibt Wasser und Iso, was zu diesem Zeitpunkt noch völlig ausreichend ist. Der Bedarf an Flüssigkeit hält sich im Schatten noch in Grenzen. Die freiwilligen Helfer sind zuvorkommend und reichen die Mehrwegbecher entgegen, die ich geleert fachgerecht im Beutel entsorgen kann. Der Umweltgedanke hat erfolgreich Fuß gefasst.

 

 

Linker Hand passiere ich die Katholische Pfarrkirche Mariahilf aus dem 18. Jahrhundert. Ihre äußere Form ist schlicht. Den Hochaltar im Rokokostil werde ich später bewundern. Meine Füße tragen mich weiter talabwärts. Ich passiere gerade die Rofelewand, der Gipfel auf 3.3535 Meter leuchtet in der Sonne.  Langsam erhebt sich diese auch über die östliche Bergkette. Ihre Strahlen reichen noch nicht bis zum Talboden. Da fällt das angenehme Schwätzchen mit Charly noch leicht. Die kommende Kilometer sind wir locker gemeinsam unterwegs. Zusammen passieren wir Weisswald, dessen Umgehung gerade für den Lawinenschutz gerüstet wird und deshalb nicht von uns belaufen wird.Es folgt der erste Tunnel, der die Reisenden zuverlässig schützt. Dann erreiche ich Neurur, in dem ich mit meiner Familie vor zwei Jahren Unterkunft fand. Auch damals waren wir dank unseres Namens die Sensation. Nach etwas mehr als 9 KM werden wir auch hier freundlich empfangen. Erfrischt rolle ich weiter talwärts.

Rechts bewundere ich dem dem Klockelefall den ersten von 5 namhaften Wasserfällen im Pitztal. Da er die Westseite des Geigenkammes schmückt, liegt er noch im Schatten. Als ich in Piösmes einlaufe, erreichen die Sonnenstrahlen den Talboden. Es ist sofort spürbar wämer, der Schweiß fließt. St. Leonhard wird erreicht. Die gleichnamige Kirche, benannt nach einem französischem Abt aus dem 6. Jahrhundert, versteckt sich leicht hinter Bäumen im satten Grün. Die Flora scheint hier noch ausreichend Wasser zu bekommen. Ich muss noch bis kurz hinter Eggenstall auf weiteres kühles Nass warten. Selbst die Kleinsten helfen hier mit und reichen Bananenstücke.

 

 

Über 300 Höhenmeter haben wir bis hier verloren, die Oberschenkel beginnen langsam zu zwicken. Charly möchte mich immer wieder nach vorne schicken, aber noch genieße ich die Laufgemeinschaft. Licht und Schatten wechseln sich beständig ab. Während in der Sonne die Temperaturen langsam Saunaniveau erreichen, bleibt es im Schatten frisch.

In diesem Wechselbad gehe ich die zweite Rennhälfte an und  beginne ein kleines Privatduell mit einer jungen Läuferin. Während ich beginne, vereinzelt Gehpausen einzustreuen, bewundere ich ihren gleichmäßigen Laufrhythmus. 25 KM sind geschafft, ich befinde mich im Aufstieg nach Schön. Erfrischt genieße ich den Blick in Richtung Imst, um mich die folgenden Kilometer etwas abzusetzen, um mir vor dem  Anstieg nach Wenns etwas Vorsprung zu verschaffen. Der Aufstieg verteilt sich auf mehrere Kilometer. Am Ortseingang beim km 31 kommen mir meine Lieben im Auto entgegen.

Das Tal öffnet sich weit in Richtung Arzl. Im Rückblick erhebt sich markant die  Pfarrkirche St. Johannes Evangelist über die Häuser der Stadt. Als Kulisse dienen Aifenspitze und Kreuzjöchl. Schatten bekomme ich jetzt nur noch, wenn sich eine Wolke vor die Sonne schiebt. Erschöpft erreiche ich die nächste Getränkestation. Einige meiner M4Y-Kollegen hätten das angebotene bayerische Bier ganz bestimmt nicht abgelehnt. Ich bin aufgrund der warmen Temperaturen vorsichtiger. Schließlich liegen noch knapp 8 Kilometer vor mir.

 

 

Dabei erreiche ich bereits bei KM 36 den Zielort Arzl. Es fehlen noch die Kilometer, die sonst bis Imst gelaufen werden. Also auf zur Schlussrunde. Am Abzweig zur Benni Raich Brücke, benannt nach dem zweifachen Olympiasieger, biege ich nach rechts ab und lasse mich dann in Richtung Sportplatz leiten. Hier gewinne ich noch einmal an Höhe. Einige Teilnehmer/innen kommen mir bereits entgegen. Die Glücklichen  haben das Ziel unmittelbar vor Augen. Aber dahin komme ich auch noch. Glücklich bin ich über den Schatten auf diesem Streckenabschnitt und die Getränkestation. Mittlerweile wird auch Cola gereicht.

Kurz darauf werde ich erst geradeaus zum Sportplatz geleitet. Ich bekomme von Helfern den Hinweis, dass ich von oben noch bessere Fotos schießen könne und lasse mich kurz fehlleiten. Ein unnötiger Aufstieg auf den südlichen Wall kann ich über die Böschung korrigieren. Schnell ist die Sportplatzrunde geschafft. Die Getränkestation liegt sehnsüchtig  erwartet vor mir. Doch bevor ich sie erreiche,  muss ich noch einmal nach rechts für eine Runde um den Osterstein abbiegen. Bis kurz vor KM 41 führt die Strecke  hauptsächlich durch Wald, nur unterbrochen durch ein Wohngebiet. Die Runde ist zwar kurzweilig, durch das wellige Profil aber auch herausfordernd. An einen gleichmäßigen Laufrhythmus ist nicht mehr zu denken.

 

 

Da bin ich froh, mich an der Verpflegungsstation für den Schlussspurt stärken zu können. Als ich dann aber auf  HaWe und andere Bekannte treffe,  wird aus dem Spurt ein gemütlicher Lauf.  Für meine Leistung bekomme ich vor Ort eine Holzmedaille und ein Zielfoto. Glücklich über mein 150. Finish über mindestens die Marathondistanz genehmige ich mir das angebotene alkoholfreie Weizen.

Die Organisation war ausgezeichnet und die Laufstrecke mit ihren Ausblicken sowieso. Da wünsche ich Sabrina und ihrem Helferteam für die kommenden Jahre weiter viel Erfolg und steigende Teilnehmerzahlen.

 

Alle Ergebnisse

 

 

 

 

Informationen: Gletschermarathon Pitztal
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