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Laufberichte

Ermstal 2010: Afrika ...

11.07.10

Zweite Runde, fast aussichtsloser Kampf gegen die Hitze

Zweite Runde: Ich glaube, dass das schlimmste Stück jetzt die nächsten zehn Kilometer bis Bad Urach sind, da ansteigend. Danach könnte ich es rollenlassen. Horst Preisler kommt mir entgegen. Der schaut gut aus und hat noch einige hinter sich. Da es immer wärmer wird, kommt mein Entschluss, nur mehr sporadisch zu fotografieren, gerade recht. Nicht dass mir die Kamera absäuft bei meinen Wasserversorgungsgängen.

In Dettingen zeigt das Thermometer mittlerweile 31 Grad. Bin ich jemals schon bei so einer Hitze gelaufen? Ich kann mich nur an die Deutsche Marathonmeisterschaft in Duisburg erinnern. Das ist aber schon gut zehn Jahre her. Die Musikkapelle spielt immer noch nicht. Die können wahrscheinlich gar nicht spielen, sitzen nur so rum und vertreiben sich den Tag, denke ich und teile ihnen das auch mit.

Kurz vor Bad Urach sehen ich die führende Marathonia, die schaut richtig gut aus. Auf meiner Höhe befindet sich die zweitbeste Frau. Bad Urach, noch mal gut verpflegen, ich werfe mir ein Gel herein und kläre die Helfern im Stadion über die Wirkung von diesem Superbenzin im Laufmotor auf. Geglaubt hat man mir das nicht. Vielleicht hilft’s ja auch wirklich nur im Kopf.

Rückweg auf der zweiten Runde. Eigentlich einfach, da es nur bergab geht. Die Sanis kurz nach dem Ortsende von Bad Urach nehmen ihren Auftrag ernst und schauen sich jeden Läufer genau an. Zwar nicht so streng wie in Davos, aber denen kommt nichts aus. Beim Wendestück Richtung Buchhalde reicht es mir jetzt. Ich habe die Schnauze gestrichen voll. Riesenabstände nach vorne und nach hinten. Wenn von hinten jemand kommt, ist es zu schnell und wenn ich einen überhole, ist der Überholte mir zu langsam für eine Kampfgemeinschaft auf den letzten Kilometern. Shit.

Für ein wenig Erheiterung sorgt dann die Kapelle, die einen Ausguck an eine Ecke hingestellt hat. Der kündigt dann mein Erscheinen an. Prompt spielen die Musikleute dann bei meinem Defilee auf. Bei dem bekannten Wärmemesser ist die Quecksilbersäule um ein weiteres Grad nach oben gegangen. Auf dem langen Stück durch die Streuobstwiesen springt ein Helfer uns entgegen, fragt nach dem eigenen Wünschen und bringt mir dann gleich vier Schwämme mit kühlem Wasser aus dem nebenanliegenden Bach. In Neuhausen greife ich mir noch ein Isogetränk. Das ist, wie wir in Bayern sagen, „soachwarm“. Ich bring’s nur mit Überwindung hinunter.

Kilometer 41. Letzte private Wasserstelle. Ich gebe mein Okay und lasse mir das Wasser aus zwei Gießkannen vorne und hinten drüberschütten. Dann kommt nach der Unterführung der Zielkanal. Helfer entziffern die Startnummern mittels Fernrohr, eine sucht dann den Namen auf der Starterliste und der Moderator spricht dann den Finisher persönlich an. Ich sehe noch eine 3.59 auf der Zieluhr. Doch ich bin so langsam, dass es eine Schnapszahl bei meinem Finish wird. Vier Stunden und vier Sekunden. Das muss man erst zusammenbekommen.

Im Ziel

Mein persönliches Fazit: Eine rundum gelungene Veranstaltung mit vielen Helfern, die engagiert zu Werke gehen und helfen. Eine abwechslungsreiche Landschaft, auch wenn heute sich jeder eher einen Waldlauf gewünscht hätte. Nachdenken sollte man aber aufgrund der Schutzbestimmungen des DLV in den Sommermonaten über den Startzeitpunkt. Eine frühere Startzeit für die Langstreckler würde die Ausgesetztheit der Teilnehmer in den heißen Stunden des Tages reduzieren. Das ist aber der einzige Punkt, wo man etwas nachjustieren kann.

Finisher:
83 Marathon, 423 Halbmarathon, 533 Zehnkilometerläufer.

Wettbewerbe:
Marathon, Halbmarathon mit Start in Metzingen, 10-Kilometerlauf beginnt in Bad Urach. Walking/Nordic Walking von Dettingen nach Metzingen. Schülerläufe in Metzingen.

Strecke:
Pendelstrecke zwischen Metzingen und Bad Urach, zehn Kilometer einfach. In ersten Teil bis Dettingen relativ flach, im weiteren Verlauf nach Bad Urach einige Wellen. Bis auf wenige unbefestigte Stellen Asphaltgrund.

Kosten:
Marathon 20 EUR, Halbmarathon 15 EUR, 10 km 10 EUR, Walking 8 EUR, Schülerläufe 3 EUR. Nachmeldung plus 5 EUR. Leihgebühr für Transponder 5 EUR.

Zeitnahme:
www.sifi-timing.de. Transponder für den Laufschuh.

Auszeichnung:
Medaille, Urkunde (aus dem Internet). Baumwoll-Shirts für Halbmarathonis/Marathonis.

Verpflegung:
Etwa alle 3 – 4 Kilometer Wasser, Iso, Cola, Bananen. Viele private Wasserstellen

Marathonsieger

Männer

1. Janson, Thomas SV Ohmenhausen  2:46:03
2. Spägele, Markus Günzburger Läufer  3:01:02
3. Vöhringer, Bernd SV Auingen   3:11:59

Frauen

1. Veith, Pamela TSV Kusterdingen 3:21:32
2. Maier, Martina, Köngen 3:52:50
3. Tettambel, karin, Reutlingen 4:14:05

Finisher: 83

123
 
 

Informationen: Ermstal-Marathon
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