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Laufberichte

Vilnius Marathon 2015

 

Im Leben ist vieles nicht vorausschaubar

 

Oder: Wo liegt Permyak?

 

Das auf der Veranstalter-Homepage skizzierte wellige Profil der zweimal zu durchlaufenden Marathonstrecke in der litauischen Hauptstadt mag ähnlich anspruchsvoll sein wie die mehrmaligen Brückenanstiege letzten Sonntag in Ostrau. Doch als sporadischer Ländersammler habe ich mir vorgenommen, statt in der Wachau zum wiederholten Mal im Fließtakt der Donau stromabwärts zu laufen, am 13. September Vilnius als erste von drei baltischen Destination zu kassieren. Riga und Tallinn hebe ich mir für das nächste Jahr auf.

Litauen (65.300 km²,  knapp 3 Mio. Einwohner) hat nach einer wechselvollen Geschichte 1990 seine Unabhängigkeit von der ehemaligen Sowjetunion erlangt und ist seit 2004 Mitglied der Europäischen Union. 2005 trat das Land der Eurozone bei. Die Hauptstadt Vilnius (ca. 550.000 Einwohner) liegt im Süden des Landes und ist politisches, ökonomisches und kulturelles Zentrum. Wegen der vielen historisch bedeutsamen Bauten, vor allem Kirchen, wurde die Altstadt von Vilnius 1994 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. 2009 war Vilnius mit Linz gemeinsam Europäische Kulturhauptstadt. Mit zahlreichen Veranstaltungen wie z.B. dem Folklore- und Tanzfestival zählt Vilnius zu den meistbesuchten Städten des Baltikums. Zu den Großereignissen gehört auch der 2015 zum 12. Male veranstaltete Marathon. Im von Vilnius rund 100 km nordwestlich gelegenen Kaunas, zweitgrößte Stadt des Landes, wird ebenfalls ein Marathonlauf angeboten – Interessierte können sich den 12. Juni 2016 vormerken.

Aus Gewohnheit registriere ich mich für die meisten Marathons immer erst Tage vor der Deadline. Das kostet zwar dann (oft wesentlich) mehr, aber ich bleibe so flexibel und kann leichter  umdisponieren. Die erhöhte Gebühr von 35 plus 3,80 Euro Transferspesen bei der Onlineanmeldung eine Woche vor dem Event in Vilnius ist jedoch immer noch günstig etwa im Vergleich zu Wien. Für diesen Betrag erhalten alle Starter in Vilnius ein Funktionsshirt, einen Bon für die Pastaparty und nach Überquerung der Ziellinie die allerorts übliche Finishermedaille. Der Veranstalter bietet zudem eine  sichere Aufbewahrung von Taschen und Säcken mit Kleidung, eine Duschgelegenheit in einem Truck und Massage-Service nach dem Marathon an.

 
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Ich habe mir den Freitag als Anreisetag reserviert, sodass ich am Samstag etwas Zeit habe, einige Sehenswürdigkeiten der viel gerühmten Altstadt von Vilnius zu besichtigen. Allerdings war ich auch heuer im Juli nach dem Friedensmarathon von Grodno nach Druskininaki einige Stunden dort und letztes Jahr im Sommer gleich einen ganzen Tag. Die übrigen Länder des Baltikums habe ich mit Bussen bereist. Die flache, reichlich grüne, bewaldete Landschaft ohne Berge ist wenig abwechslungsreich, Baukunst, Kultur, Geschichte manifestiert sich in Städten wie Riga und tlw. auch im Tallinn.

Die Expo sowie der Start- und Zielbereich des 12. Vilnius-Marathons befindet sich am geschichtsträchtigen Platz vor der römisch-katholischen Kathedrale St. Stanislaus und St. Ladislaus am Fuße des Burghügels der Oberen Burg in der Altstad. Die klassizistische Basilika mit separatem Glockenturm geht in ihrer heutigen Gestalt auf den litauischen Architekten Laurynas Gucevičius zurück und wurde 1801 fertiggestellt. Gewidmet ist die Kirche dem heiligen Bischof Stanislaus von Krakau und dem heiligen Ladislaus I., König von Ungarn.

Daneben liegt der Herrscherpalast des Großfürstentums Litauen, das auf dem Höhepunkt seiner Macht um 1400 bis zu den Steppengebieten am Schwarzen Meer reichte und sich über das Territorium der heutigen Staaten Litauen und Weißrussland, tlw. auch Ukraine, Russische Föderation und Polen erstreckte. Wie auch die ehemalige k.u.k.-Monarchie Österreich-Ungarn ist Litauen heute als parlamentarische Republik nur mehr ein Kleinstaat.

Der Andrang bei der Startnummernausgabe ist am Samstag am frühen Nachmittag gering.  Man kann sich nämlich auch am Renntag die Utensilien abholen, was meiner Beobachtung nach bei osteuropäischen Marathons auch viele tun, die in der Nacht anreisen und erst knapp vor dem Start eintreffen.

Bevor ich mich ins Geschehen bei der Nudelausgabe stürze, will ich auf die einzige Anhöhe weit und breit hinaufspazieren, wo sich der Gediminas Turm als  tlw. erhaltener Eckturm der Anlage der Oberen Burg Vilnius und Wahrzeichen der Stadt befindet. Zwar kann man auch mit einem Schrägaufzug die 142 m bis zum Turm überwinden, doch die paar Höhenmeter auf einem mit unebenen, hervorstehenden Steinen und Platten versehenen Weg verstehe ich als Adaptierung auf den Marathon, dessen Strecke in der Altstadt tlw. einen ähnlichen Untergrund aufweisen wird.

Die Obere Burg wurde 1323 von Großfürst Gediminas gebaut. Der Eintritt in das Museum kostet 2 Euro. Über eine enge und steile Holztreppe gelange ich auf die Aussichtsplattform, von der man einen tollen 360 Grad Ausblick über die Stadt Vilnius mit ihren vielen Kirchen und Bauwerken hat, die im Baustil der Renaissance, des Barock und Klassizismus errichtet wurden. Im Museum sind Exponate aus dem Mittelalter ausgestellt, darunter auch Waffen und Rüstungen.

Bei der Portion Nudeln mit etwas Fleischsauce und Parmesan spart man bei der Ausgabe nicht, die vielen freiwilligen Helfer dürften Schüler und Studenten sein, alle sind ausgesprochen nett und zuvorkommend. Auch das alkoholfreie Bier der Marke Švyturys Baltas schmeckt vorzüglich. So gestärkt begebe ich mich in die Altstadt und spaziere zunächst ein Stück den Gediminas Prospekt, eine kerzengerade Geschäftsstraße mit ca. 2 km Länge, hinauf, auf der auch der Marathon gelaufen  wird. Dann kehre ich in die Altstadt zurück und flaniere mit der Digicam in der Rechten die Pilies gatvė inmitten Hunderter Touristen hinauf in Richtung Rathausplatz, stets bereit auf den Auslöser zu drücken, um rechts und links der belebten Straße die Sehenswürdigkeiten bildlich festzuhalten, auch weil der Marathon auf dieser Flaniermeile nur abschnittsweise drüberführen wird.

Man sieht, dass wie überall im ehemaligen Osteuropa der Anschluss an die EU den Ländern viele Vorteile gebracht hat: starkes Tourismusaufkommen, erhöhte Kaufkraft, hoher Rückfluss an Investitionen ausländischer Firmen und Privater (das Hotel Tiltos, wo ich untergebracht bin, gehört z.B. Iren) und Hunderte Millionen für die Revitalisierung alter Stadtkerne wie hier oder in Riga, Tallinn, Krakau, Warschau, Prag, um nur einige zu nennen. Österreich und Deutschland gehören zu den Nettozahlern, wir zahlen mehr ein als wir zurückbekommen. Unterstützungswürdige Zielgebiete wie in der ehemaligen DDR oder im österreichischen Burgenland werden bei uns immer weniger, hingegen bleibt der Bedarf im Osten noch lange aufrecht.

Beim Rathausplatz sind viele Menschen versammelt, sogar Reisegruppen aus Japan. Einige schleppen  Fotoapparate mit überdimensionalen Objektiven mit sich – wer sich auskennt (wie unser Klaus), kann damit qualitativ bessere Bilder machen.  Gegenüber dem Radisson-Hotel, das selbst ein Fotomotiv ist, befindet sich die St. Kasimir-Kirche, die man auf vielen Prospekten abgebildet sieht. Morgen werden wir hier zweimal vorbeilaufen, doch auf einen  Klick mehr oder weniger kommt es mir nicht an.

Eigentlich lassen sich sie wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Vilnius, zumeist Kirchen für alle Glaubensrichtungen, im Umkreis von 1 bis 2 km gut zu Fuß erreichen. In der Altstadt, die weitgehend für den Verkehr gesperrt ist, hätte man sonst kaum andere Möglichkeiten als eben zu gehen. Taxis gibt es an den Hotspots, auch eine Straßenbahn und Busse bieten Anschlussmöglichkeiten. Vom Busbahnhof bzw. den daneben liegenden Hauptbahnhof sind es an die 3 km bis zur Kathedrale bzw. zur Expo.

Ich mache noch eine große Runde, die mich am Regierungsgebäude und Präsidentenpalast vorbeiführt. Zu sehen gibt es einiges in der Altstadt von Vilnius, wie überall reicht ein Tag nicht aus, um die Kirchen von innen zu besichtigen und eines von zahlreichen weiteren Museen neben jenem im Gediminas-Turm zu besuchen. In einem Punkt glaube ich mich nicht zu irren: Wer 42,195 km bei einem Stadtmarathon zurücklegt, sieht und spürt als Läufer viel mehr von seiner Umgebung als sitzend am Fenster von einem fahrenden Sightseeing-Bus aus mit fixen Stopps. Daher kommen „städtische Erkundungsläufe“ als Alternative zu den motorisierten „guided tours“ immer mehr in Mode und bei den Touristen gut an.

In der Dominikonų g. fällt mir eine Art Kneipe auf, die den Namen MaD Dog trägt. In weißer Schrift auf schwarzem Untergrund mit dem Kopfbild eines die Zähne fletschenden Hundes sticht sie ins Auge. John Wallace, Präsident des Country Marathon Club, mit aktuell mit 376 absolvierten Marathons in 125 Ländern überlegener Weltrekordhalter, hört auf diesen Kosenamen. Dies fällt mir ein, weil ich erst letzte Woche sein auf Englisch erschienenes Buch „Global Runner “reviewt“ habe. John kann sich dabei auch auf eine englische Biersorte beziehen, doch der Ausdruck „Teufelskerl“ in Bezug auf seine großartigen Marathonlaufleistungen im Zeitraum von 33 Jahren würde auch gut auf ihn  passen.

Die Uhren in Litauen gehen eine Stunde vor, beim Marathonstart am Sonntag, den 13.9. wird es in Wien erst 8 Uhr sein. Bevor jetzt jemand rätselt, wann nun der Lauf für den Halbmarathon auf einer Runde und für die Marathonis mit einer zweiten Runde beginnen wird, sage ich es: 9 Uhr vor der Kathedrale. Im Tiltos wird um 7 Uhr das Frühstück serviert, es sind nur Läufer anwesend – alle sind weitaus jünger als ich. Mit 61 fällt man schon aus dem mittleren Bereich der Läufergruppe, wenn man die Gaußsche Normalverteilung heranzieht.

 
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Das Tiltos liegt  150 m neben der Kathedrale, daher lasse ich mir Zeit und treffe erst gegen 8:45 im Startbereich ein. Wie angenommen sind bei der Ausgabe der Nummern noch Dutzende Läufer versammelt, die Warteschlange bei der nach Startnummern in mehrere Blöcke unterteilte Gepäckannahmestelle ist deutlich größer. Ich hab’s gut, die hübsche junge Dame an der Rezeption hat mir bis 15 Uhr einen Late-Check-out eingeräumt, die Unordnung im Zimmer kann  also bleiben.

Die Halbmarathonläufer mit roter Startnummer dominieren wie schon letzte Woche in Ostrau und auch sonst überall, wo es keinen eigenen Halbmarathon gibt und dieser in den Hauptbewerb integriert ist. Wien käme nie auf 30.000 Starter, auch nicht Graz auf 6000. Ich halte dies für eine Verfälschung aus Werbegründen. Berlin, London, Paris, Rom, New York – all diese Städte bieten einen HM als separate Veranstaltung an. Aber was soll’s, so manche Dame  läuft hier in Vilnius den Halben mit, wenn ihr Begleiter sich einen ganzen zumutet.

Es herrscht im Gegensatz zu Ostrau viel Hektik am Start, ich befinde mich ganz hinten. Um aber einige passable Startfotos zu bekommen, versuche ich mich außen an der Absperrung durchzudrängen und postiere mich weiter vorne. Nach erfolgtem Start lasse ich eine Minute verstreichen und steige über die Absperrung. Einige Tausend Läufer aus zwei Dutzend Nationen stürmen los. Der Kurs führt zunächst über die Vubrelevskio gatvė zum Fluss Neris, der über die Mindaugo-Brücke überquert wird. Schon beim ersten kleinen Anstieg nach 400 m nehme ich das Tempo raus, um auf der kurzen Abwärtspassage den 6:30-Schnitt auf 6 min/km zu erhöhen. Ich sichte die 4:45er-Pacemaker-Gruppe, als der Kurs nach Westen auf der Žvejų g. entlang vom Fluss abbiegt. Diese Gruppe möchte ich einige Zeit begleiten.

 
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Ich habe zu der 4:45er-Gruppe aufgeschlossen, diese läuft einen reinen 6er-Schnitt, also viel zu schnell. Vielleicht hat man sich vom allgemein höheren Tempo am Beginn eines jeden Marathons anstecken lassen. Ich habe keine Probleme mitzuhalten, weil ich mich sonst eher an den 4:30ern orientiere.

Ich spreche einen „alten“ Bekannten in doppelter Hinsicht des Wortes an: Es ist Stanislav aus Poznan, den ich heuer in Mailand beim Marathon kennengelernt habe. Er ist über 70, spielt an der Scala Violine und nahm mir 8 Minuten in Mailand ab. Stani lädt mich am 11.10. nach Poznan zum Marathon ein, ich könnte sogar bei ihm übernachten. Obwohl ich noch nicht angemeldet bin, werde ich eher beim 30. Jubiläumsmarathon in Budapest an den Start gehen – doch vielleicht überlege ich es mir noch.

Aus der Masse sticht ein Halbmarathonläufer hervor, der eine Art Wikingerhelm aus Vliesmaterial trägt und auf einem schwarzen Baumwoll T-Shirt in Cyrillisch allerlei Botschaften verkündet. Комипермяк (Komi-Permyak) steht in großen Lettern vorne am Shirt. Es handelt sich um eine eigene Sprache bzw. Region im Ural, die offenbar gewisse Unabhängigkeitstendenzen verfolgt. Ich nehme mir vor, beizeiten einmal im Web zu recherchieren, welche Bestrebungen hierzu laufen. Der anderer Läufer, auch ein sehr sympathischer Typ, lacht alle an, die ihm zunicken.

Und dann diese Dänen, überall sind sie zu finden, rüstige Typen im Ruhestand, selten von schwerer Erwerbsarbeit gezeichnet, sondern vollfit in der Blüte ihres reifen Lebens. Der grauhaarige Däne mit dunkler Hornbrille ist mir schon letztes Jahr in Budapest aufgefallen, der gepflegt wirkende Mann  war vielleicht einmal Bankbeamter und hetzte nach Überfällen den Dieben erfolgreich hinterher. Daher seine bewundernswerte Fitness, er lässt die 4:45er und mich hinter sich.

Nach einem Anstieg unter einer Brücke und einem leichten Schwenk nach Norden wechselt der Marathonkurs nach Süden wieder in Richtung des Flusses Neris. Die junge Läuferin im grünen Singlet hält sich dicht hinter den Pacern auf, sie läuft überlegt und spart ihre Kraftreserven auf. Da fällt einem im hinteren Feld angesiedelten Läufer wie mir sofort auf. Mal sehen, ob sie auf der zweiten Runde noch dabei ist.

Die Welt ist klein, als sich ein junger, etwas korpulenter Läufer mit der Startnummer 0593 mit einem der Pacer in schlechtem Englisch unterhält. Er sei aus Lettland und habe beim Friedensmarathon im Juli von Grodno nach Druskininkai teilgenommen. Hoppla, ich erinnere mich an ihn, denn ich habe ihn bei Kilometer 22 überholt. So frage ich in nach seiner Finisherzeit – mit 5:16 lag er nur vier Minuten hinter mir, hat also im Verlaufe des Rennens unter schwierigen Bedingungen wieder aufgeholt. Er plant heuer in Brüssel anzutreten – ich kann mir nicht verkneifen, ihn darauf hinzuweisen, dass dort nach 5 Stunden die Rollbalken runtergelassen werden und „les coureurs trop lentments“ in die nächstgelegene Bierkneipe marschieren können.

 
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Über die Birutes g. nahe der Kasachischen Botschaft gelangen wir zur inzwischen schon zweiten Labe bei der 5 km-Anzeige. Ich wundere mich, dass keiner der Pacer stehenbleibt. Stani ist etwas zurückgefallen, der Lette und die Läuferin in grünem Shirt sind drangeblieben. Ich verliere gleich 200 m und muss mich anstrengen, die Gruppe wieder einzuholen. Der Kurs führt über eine Brücke nun nach Süden in den Vingio-Park. Das Wetter ist angenehm, eigentlich ideal, es hat vielleicht 15 Grad C und  soll trocken bleiben. Vor einem Jahrzehnt, als ich gut in Form war, war der Herbst  immer meine Lieblingsjahreszeit, was das Laufen betrifft. So  hoffe ich, in den kommenden Wochen wieder etwas schneller zu werden.

In Vilnius dominiert außerhalb der Altstadt sowie an der Peripherie die Farbe Grün, oder anders gesagt: Gras, Bäume und Sträucher prägen die Landschaft, so auch die Ufer links und rechts der Neris. Im Park ist es ruhig, um ½ 9 Uhr sind noch keine Spaziergänger unterwegs.

Vor uns läuft eine ältere Kollegin in blauem Dress – sie kommt aus dem italienischen Foggia von einem Laufclub. Schon am Start sind mir ihre männlichen Kollegen aufgefallen, einige Kerle wirkten sehr robust. Die Pacer sprechen kein Italienisch, die Dame um 50+ kein Englisch, die Kommunikation bleibt daher aus. Ich spreche sie allerdings an und frage „Come molti colleghi di Foggia sono qui?“ „Ci sono otto“. Jetzt wissen wir’s, die Gruppe umfasst 8 Personen. Sie selbst läuft nur den Halbmarathon, zeigt nun Ambitionen, das Tempo zu erhöhen.

Diesmal lasse ich die Wasserstelle ca. bei Kilometer 7 aus, während die Pacer, deren Tempo immer noch zu schnell ist, sich eine kurze Atempause gönnen. Ich laufe  50m voraus und spreche einen Camelpack-Mann an. Der abrasierte Glatzkopf dürfte Mitte 40 sein, ist zwei Meter groß, 100 kg schwer und trägt drei Lagen Kleidung übereinander. Ich frage ihn, ob er für den Marathon de la Sable trainiert, weil man Hitzeresistenz am besten bei großer Hitze bekommt und eine dreifache Kleidung für viel Stauwärme sorgt. Er verneint, erwähnt aber, dass er in Afghanistan war – ob nun bei einem Marathon, als Tourist im Flugzeug bei einer Zwischenlandung in Kabul auf dem Weg nach Neu Delhi oder stationär als Angehöriger einer armierten Einheit auf Beobachtermission, lässt er unbeantwortet. Auch er erhöht das Tempo und hat es plötzlich eilig. Ich lasse mich zurückfallen und warte auf die 4:45er-Gruppe.

Die durchgehend asphaltierte Strecke im Vingio-Park von Vilnius weist gewisse Höhenunterschiede auf, ist also  ein wenig wellig. Der tiefste Punkt beim Marathon ist im Streckenprofil mit 95m angegeben, der höchste auf einer Runde liegt bei 135 m. Manche Anstiege sind jäh, andere langgezogen, wie es halt die Topologie so mit sich bringt.

Der Kurs führt ca. bei Kilometer 9 wieder um 180 Grad nach Norden, im Halbkreisbogen nach Westen, dann wieder nach Norden und vor der 10 km-Anzeige im Park nach Osten. Den eckigen Verlauf kann  man aus der Ferne gut erkennen, weil die Läufer auf der Strecke bewegliche Marker sind.

Warum Stani plötzlich vor mir auftaucht, bleibt mir schleierhaft. Vielleicht habe ich ihn bei einer Tränke übersehen. Ich nehme mir vor, dass ich die verlorenen Minuten von Mailand wieder einbringen werde. Daher bleibe ich hinter ihm dran. Wir lassen die plötzlich extrem langsam laufenden Pacer zurück, die scheinbar draufgekommen, dass sie bisher zu schnell waren. Nach 10 km zeigt meine Uhr 64 Minuten an. Ohne Tempomacher wäre ich sicher schneller gewesen. Trotzdem bleibe ich kurz stehen und gönne ich mir eine Wasser-Iso-Mischung. Es gibt überdies Bananen- und Orangenstücke bei der Labe.

Der Marathonkurs führt nun auf einem Radweg vom erhöht gelegen Park  in tieferes Terrain in Richtung Fluss. Zu unserer Rechten befindet sich die eine starkes Verkehrsaufkommen aufweisende E272, die uns allerdings nicht weiter stört, weil es auf der für den Verkehr gesperrten Goštauto g. auf der rechten Seite der Neris weitergeht.

Die Kamera im Anschlag will ich eine ältere Frau knipsen, die die deutsche Fahne hochhält. In dem Moment eilt ein knapp vor mir laufender Mann auf sie zu und schnappt sich eine Getränkeflasche. Nichts wird es mit dem Fahnenmotiv, denn die Frau lässt die Fahne beim „Get-together“ auf den Boden fallen.

 
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Bei der im rechten Winkel in die Altstadt zurückführende Gedimino-Promenade kommt es zu einer Begegnungsstrecke auf gut 2 km. Die in Richtung des Flusses Laufenden erblicken zu ihrer Rechten die voranliegenden Läufer. Die 3:30er-Pacer sind die ersten, die auf uns zukommen. Es sind wirklich Hunderte, wahrscheinlich Tausend oder mehr Läuferinnen und Läufer, die vor uns liegen. Aber die meisten sind eindeutig auf der Halbdistanz unterwegs.

Knapp vor der Wende auf der Goštauto g. wird noch Wasser in Bechern angeboten – es ist eine Art Zusatzlabe, bei der auch  Schwämme verteilt werden. Jetzt kann ich einmal die hinter mir liegenden aus der Gegenrichtung betrachten, so mancher wirkt schon  nach ca. 13 km ziemlich abgekämpft.

Die ca. 500 m hinter mir liegenden 4:45er-Pacemaker kommen mir entgegen, nur mehr zwei Läufer sind von der Großgruppe beim Start übrig geblieben. Ich habe so meine Zweifel, ob ich meinen geringen Vorsprung auf der zweiten Runde werde halten können. Dabei wäre 4:45 für mich derzeit eine sehr gute Zeit – warten wir ab.

Dann kommen auch die 5 h-Pacer, die ich bisher noch gar nicht bemerkt habe. Die drei jungen Leute mit ihren roten Ballons wirken fröhlich, lachen, doch auch sie haben nur mehr zwei Läufer im Schlepptau. Es ist viel leichter in einer Gruppe einen Marathon zu laufen, die ein adäquates Tempo vergibt, als selbst für andere als Pacemaker zu fungieren. Ein 5h-Stunden-Pacemaker sollte locker in 4 finishen können, also Kraftreserven und Kondition für eine schnellere Zeit haben.

Ich nähere mich am Weg zur 15 km-Anzeige einem Läufer mit rotem Shirt mit der Aufschrift YOLO (You Only Live Once). Wie Recht er hat, denke ich mir. Aber gehört Marathonlaufen zum Leben dazu? Laufen wir, weil es uns freut? Oder/Und wollen wir damit beweisen, dass wir auch noch da sind und eine Leistung erbringen können? Der sportliche Gedanke kommt m.E. zu kurz, wenn es nur ums Finishen geht. Im Laufsport geht es um Schnelligkeit, sollte man nicht danach trachten, schneller als der Gegner zu sein?  Der YOLO-Mann läuft mir zu langsam, ich bewege mich an ihm vorbei.

Ich freue mich, den „Komi-Permyak“-Separatisten zu sichten, der mir mit erhobenem rechten Arm und geballter Faust entgegenkommt und guter Dinger zu sein scheint – der Halbmarathon ist offiziell drei Stunden offen, das wird sich für ihn ausgehen.
Bevor der Kurs um 90 Grad wendet und in die kerzengerrade für den Verkehr gesperrte Gedimino-Promenade einmündet, erblicke ich aus gut 300 m eine Menschenansammlung. Daneben steht ein Ambulanzfahrzeug. Ich komme näher und sehe einen am Rücken liegenden, regungslosen, schon etwas fahl wirkenden Läufer, bei dem verzweifelt versucht wird, ihn mit Herzmassage wiederzubeleben.. 

Heuer ist beim Kainach-Marathon in der Steiermark im August auch ein bestens trainierter Läufer nach dem Finish am Wege zu seinem Auto verstorben. Darüber waren viele geschockt, die am Lauf teilnahmen. Und jetzt werde ich wieder Zeuge eines derartigen Vorfalls, wobei ich hoffe, dass die Wiederbelebungsmaßnahmen erfolgreich sind.

Bei der 15 km-Anzeige befindet sich auch die nächste größere Labestelle. Ich probiere nach längerer Zeit wieder einmal ein Power-Gel aus – bei mir wirken die „aufputschenden“ Stoffe mit Carboanteilen  nicht so richtig. Vielleicht ist das in der schon kühleren Jahreszeit anders und ich erreiche endlich einmal wieder einen negativen Split, d.h. laufe die zweite Runde etwas schneller als die erste. Warten wir‘s ab.

Ich hole die Italienerin aus Foggia wieder ein, ebenso die jungen Kollegin mit dem grünen Singlet. Sie bleiben aber dicht hinter mir. Schon mal ein gutes Zeichen, möchte ich sagen. Kurz vor dem Ende der Promenade zweigt der Marathonkurs nach Süden ab. Es geht nun aufwärts in die Altstadt von Vilnius. Auf den folgenden Kilometern werden links und rechts der Strecke zahlreiche Bauwerke resp. Sehenswürdigkeiten auftauchen, die ich tlw. schon gestern fotografiert habe. Beim Rathausplatz laufen wir vorbei, der Winkel für ein Foto wäre nun zu spitz. Hingegen eignet sich die Laufposition auf der Vokiečių g. für einen Schnappschuss der zur Linken befindlichen barocken orthodoxen St. Kasimir Kirche aus dem frühen 17. Jahrhundert.

Die Marathonstrecke weist nun ihren höchsten Anstieg in der Altstadt von Vilnius auf. Wie immer marschieren nun schon zahlreiche Läufer, es sind aber mehr mit roter Startnummer als  jene wie ich, die noch einmal auf die gesamte Strecke müssen. Noch sind es drei Kilometer bis ins Ziel.

Der Kurs führt die Subačiaus g. entlang bis bei der Missionskirche nahe dem Kudry Park die höchste Stelle erreicht ist. Von nun an geht es flott hinunter. Eine fast 180 Grad Wende erfolgt auf der Maironio Straße, wo eine Musikgruppe postiert ist, die allerdings nicht spielt als ich im Begriff bin, ein halbes Dutzend Läufer abwärts zu überholen, darunter auch die Kollegin im grünen Joma-Singlet (in zweiter Lage versteht sich, sonst wäre es wohl zu luftig).

 
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Endlich ist die 19 km-Marke erreicht, noch fehlen weitere 2 km bis zur ersten Richtzeit für den Halbmarathon. An einem müde wirkenden Halbmarathoni mit einem Shirt der Sparkasse Hannover und der Nummer 2802 laufe ich vorbei. Es geht auf der Aukštaičių g. entlang auf eine Brücke über den kleinen Fluss Wilna, dann weiter auf den engen, tlw. mit Pflastersteinen ausgelegten Paupio und Uzupio Straßen zur 20 km-Anzeige. Mir ist aufgefallen, dass ergänzend zur elektronischen Messung mittels in die Startnummer integriertem Chip von jedem Läufer die Startnummer extra bei der Kontrollstelle notiert wird. Diese doppelte Aufzeichnung halte ich für sinnvoll.

Wir passieren die Kathedrale der Himmelsfahrt der Gottesmutter (Marienkathedrale), die die Hauptkirche der orthodoxen Christen in Litauen ist und 1346 unter Großfürst Algirdas errichtet wurde. Der Kurs auf Maironio Straße führt weiter zur einer der Hauptattraktionen sakraler Baukunst in Vilnius, zur berühmten römisch-katholische Annenkirche, die im spätgotischen Baustil Anfang des 15. Jahrhundert errichtet wurde.
Bis ins Ziel sind es nur mehr ca. 500 m, die Läuferin mit dem grünen Joma-Short klebt an mir dran.  Stani habe ich längst aus den Augen verloren, die 4:45-Gruppe ist hinter uns. Ich vergesse beim Durchlauf auf die Uhr zu schauen, mit knapp unter 2:20 dürfte ich den Halben beendet haben.

Nun fängt alles noch einmal von vorne an. Ich lasse mich etwas zurückfallen, die junge Kollegin soll sich ihr Tempo selbst bestimmen. Hinter uns kommen in Sichtweite nur vereinzelt Läufer nach, auch vor uns ist der Läuferstrom versiegt. So ist es am hinteren Ende des Feldes, 5-Stundenläufer sind kein Vorbild und erst recht kein Maßstab, obwohl beim 12. Vilnius-Marathon eine eigene 5h-Pacemakergruppe aufgeboten wurde.

Hie und da überholt uns ein Staffelläufer und als ich kurz einmal hinter einem Gebüsch bei Kilometer 23 verschwinde, kommen zwei Kollegen nach. Bei der 25 km-Marke zeigt mein alter 210er Forerunner 2:44 h an, das passt soweit. Die Strecke im Vingio-Park ist trotz gewisser Steigungen angenehm. Um diese Tageszeit gegen Mittag sind schon zahlreiche Spaziergänger unterwegs, die (mich) nicht weiter stören. Doch als ich bei der Labe nach Kilometer 27 kurz zurückblicke, sehe ich in ca. 300 m die 4:45er Gruppe nachkommen. Ich werde ihnen nicht entkommen, das habe ich befürchtet. So kommt es, bei Kilometer 29 holen sie mich ein und ziehen vorbei. Ich ändere meinen Zeitplan auf 3:20 für die 30 km und auf 4:40 für 40 km. Dann sollte sich ein Finish unter 5 Stunden ausgehen. Nur zwei aus der anfänglich großen Gruppe konnten bisher dem nicht immer konstanten Tempo der Pacer folgen, sie sind gut drauf. Auch die Kollegin mit dem grünen Joma Shirt und der roten Hose, die ca. 200 m vor mir läuft, wird erbarmungslos von der 4:45er Gruppe überholt.

Als wir nach dem welligen Zickzack-Kurs im Vingio-Park bei Kilometer32 endlich wieder ins Flache auf der Goštauto g. gelangen, kommen uns auf der anderen Seite die voranliegenden Marathonläufer auf ihrer zweiten Runde entgegen. Viele sind es nicht. Einer hinter mir schert aus, begibt sich  auf die rechte Seite hinüber und reiht sich dort ein. Gemessen wird erst bei der Labe auf der Gedimino-Promenade. Bei der  Wende, die noch ca. 2 km vor mir liegt, gibt es keine Kontrolle. Das hat der Kollege mit dem gelben Shirt wohl gecheckt, wodurch er sich zwischen 20 und 30 Minuten erspart. Selbstbetrug kommt in besten Kreisen vor, manchmal möchte man halt seine Laufzeit auf dem Papier verbessern.

Der junge Kollege aus Lettland, der in Grodno dabei war, liegt ca. zwei Kilometer vor mir, heute wird er sich die 4 Minuten Rückstand auf mich im Juli nicht nur zurückholen, sondern auch ausbauen – für Brüssel scheint er gerüstet zu sein. 

Knapp vor der Wende kommen mir nun auch die 4:45er entgegen. Sie haben inzwischen geschätzte vier Minuten Vorsprung, der bis ins Ziel auf vielleicht 10 anwachsen wird. Mit 4:55 wäre ich ja auch zufrieden.

Endlich komme auch ich zur Wende die Goštauto zurück bis zur Gedimino. Bald danach kommt auf der anderen Straßenseite die 5-Stunde-Gruppe entgegen, kurz darauf auch Stani, dem ich zuwinke, der aber so tut, als sähe er mich nicht. Auch den Afghanistan-Veteranen sehe ich, er erwidert meinen Gruß wenigstens. Mit seinem Körpergewicht und den unnötigen Lagen an warmer Laufbekleidung hat er sich gut geschlagen.

 
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Die Kilometer 36-Anzeige befindet sich genau an der Stelle, wo vor 2 Stunden der zusammengebrochene Läufer medizinisch erstversorgt wurde. Seit dem Start um 9 Uhr sind inzwischen laut GPS meiner Uhr 4:08 Stunden vergangen. Ich werde im Hotel nach dem Finish nachfragen, ob die Nachrichten den Vorfall aufgegriffen haben. Es geht die Gedimino in Richtung Altstadt. Die Prachtstraße zieht sich, zuerst steigt sie leicht an, dann  hat sie ein Gefälle, auf dem man etwas Zeit aufholen kann.

Die 37 km-Anzeige erreiche ich nach 4:15 Stunden, bei den Anstiegen in die Altstadt hinauf lege ich einige Gehpausen ein, um Kräfte für den Schlussspurt „down Town“ zu sparen. Ich scheine alleine unterwegs zu sein. Beim Rathausplatz hat man die Sperrgitter schon tlw. weggeräumt. Meine Herren, was soll das? Der Marathon ist ganze 6 Stunden offen, ich werde unter 5 Stunden finishen.

Ich orientiere mich nun genau nach der GPS-Uhr, bei Kilometer39 km zeigt sie 4:30 an. Auf der Abwärtspassage hole ich rund eine Minute auf. 

Einige Hundert Meter vor mir schon in Zielnähe erblicke ich die Joma-Shirt-Läuferin, die mir ein paar Minuten abgenommen hat. Doch als ich mich nur mehr 100 m vor dem Zieleinlauf  befinde, ist dieses mit Hunderten wartenden Läufern völlig blockiert. Offenbar wird das 10 km-Rennen um 14 Uhr gestartet. Da ich auf direktem Weg nicht ins Ziel einlaufen kann, versuche ich es auf der durch ein Sperrgitter getrennten Passage, die wir am Weg in die zweiten Marathonrunde benutzt haben. Zum Glück ist ein Ordner so weitblickend und hat das an die Zeitnehmung angrenzende äußerste Sperrgitter etwas verschoben, sodass ich und wohl auch alle nachfolgenden Läufer einschließlich der 5h-Pacemakergruppe die Matte unter dem Zielbogen überqueren können (und eine Finisherzeit haben).

Mit 4:56 brutto finishe ich den 12. Vilnius-Marathon, insgesamt meinen 228. nach der Marathon Austria-Statistik (mit den Ultras sind es bald 240) und rücke mit 35 anrechenbaren Ländern nun wieder ein kleines Stück im Ranking des Country Marathon Club nach vorne, das bei 30 Ländern beginnt.

Man signalisiert mir, mich rasch aus dem Zielbereich hinauszubegeben, denn in wenigen Minuten würde gestartet werden. Die Helferinnen, die die Medaillen ausgeben, sind abgetaucht. Ich gehe zur  Versorgungsecke, wo in einer Schachtel Finshermedaillen gelagert werden. Ein Mädchen händigt mir eine aus. Auch eine Dose alkolholfreies  Bier wird mir  gereicht. So warte ich den Start der Sputniks ab, am Ende des Feldes befinden sich auch einige, die gar nicht laufen, sondern nur gehen wollen. Doch erst als alle weg sind, dürfen Passanten und auch die wartenden Marathonfinisher die Trasse überqueren. Ich gehe direkt ins nahe Hotel Tilto.

Im Hotel angekommen, sagt zu meiner Verwunderung die junge, sehr bemühte Rezeptionistin, dass sie sich um mich schon ernste Sorgen gemacht habe. Alle Läufer seien längst zurück, nur ich nicht. Sie habe angenommen, dass es sich beim leider verstorbenen Läufer, der keine Startnummer mehr trug, um mich gehandelt habe könnte. Ich muss erst einmal durchatmen. Irgendwie ist das Ganze makaber – vielleicht ein (göttlicher) Fingerzeig, zukünftig weniger aktiv zu sein? Oder bilde ich mir da nur etwas ein? 

Ich freue mich auf die warme Dusche und auf das eingelagerte Bier. Um 15 Uhr verlasse ich völlig entspannt das Hotel und trete die Heimreise nach Wien an.

Mein Fazit:

Abgesehen vom Chaos bei meinem Zieleinlauf würde ich als ehemaliger Gymnasiallehrer die Schulnote „Sehr gut“ vergeben. Die Strecke ist trotz ihres welligen Profils nicht zu anspruchsvoll, auf den vielen flachen Abschnitten kann man den Zeitverlust wieder kompensieren. Abschnittsweise führt sie entlang einiger der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten in der Altstadt. Für eine geringe Gebühr, deren Höchststufe heuer bei 35 Euro endete, erhalten die Teilnehmer ein schickes Funktionsshirt, eine gediegene Finishermedaille und einen Bon für eine Pasta am Vortag des Rennens. Kleideraufbewahrung, Duschgelegenheit und Massageservice runden das Paket ab. Ich kann den Vilnius-Marathon daher nur weiterempfehlen, selbst wenn das Zuschaueraufkommen und die Anteilnahme auf der Strecke äußerst gering war.

Sieger bei den Herren:

1. Teklu Getu Metaferia (ETH): 2:26:40
2. Andrej Jegorov (LTU): 2:31:20
3. Ruslanas Seitkalijevas (LTU): 2:35:56

Damenreihung:

1. Loreta Bliujiene (LTU): 3:06:05
2. Alionka Kornijenko (LTU) 3:12:14
3. Jolita Kurtinaitienė (LTU) 3:12:52

808 Finisher beim Marathon, 1817 auf der Halbdistanz

 


 

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