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Laufberichte

Celebration Marathon Florida

 

Mit dem 100 Marathon Club durch die Karibik und Florida

Nachdem ich im September letzten Jahres mit 122 Marathons in den 100 Marathon Club Deutschland eingetreten bin, interessiere ich mich auch dafür, was der Verein an gemeinsamen Aktionen macht. So bin ich auf die Clubreise 2014 gestoßen, bei der es nach Florida geht. Den Winter im sommerlichen Florida zu verkürzen gefällt mir schon, denn auch in den letzten 5 Jahren (2009 Malta, 2010 Jordanien, 2011 Marokko, 2012 Indien, 2013 Seychellen) habe ich dies mit Marathon und Reisen verbunden.

Die ganze Ausschreibung zu dieser Reise klingt sehr verlockend und auch der Preis ist günstig. Also nicht lange warten, anfragen und anmelden.

Nun ist es soweit und die Reise über den großen Tech geht los. Unser 1. Quartier ist ein Hostel in Kissimmee in der Nähe von Orlando. Die Haupteinnahmequelle der Stadt ist heute der Tourismus, auch wegen seiner Nähe zu den Disney-Parks in Orlando. Der gesamte Walt Disney World Resort beinhaltet mittlerweile vier verschiedene Themenparks. Unser Tagesausflug führt uns in die Disney’s Hollywood Studios. Dieser Park befasst sich mit den Themen Film und Fernsehen aus Disneyproduktionen mit vielen Shows, Action und Fahrgeschäften auf dem riesigen Gelände.

Am Samstag fahren wir dann nach Celebration zur Marathon-Expo, um unsere Startunterlagen abzuholen. In den Hallen an der Celebration Avenue bekommen wir unsere Starterpakete und auf der kleinen Expo im Vorfeld vorab das Veranstalter-Shirt. Es hatte sich rumgesprochen, dass eine kleine Gruppe vom 100MC aus Deutschland kommt, die zusammen über 5.200 Marathons gesammelt haben. So wurden wir auch von Stand zu Stand als begehrtes Fotoobjekt weitergereicht.

 
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Über 80% der zum Kauf angebotenen Laufkleidung und Accessoires ist für Frauen. Kein Wunder, denn Frauen und Männer sind zahlenmäßig ungefähr gleich stark vertreten. Das Marathonstartgeld liegt je nach Meldedatum zwischen 60 und 100 US$ inkl. Funktions-Shirt.

Am Marathontag heißt es früh aufstehen, denn der Start erfolgt um 7 Uhr noch in der Dunkelheit. Das ist nicht schlecht, denn die Tagestemperaturen Ende Januar erreichen über 20 Grad. Viele sortieren sich bei ihrem Pacemaker ein und machen noch schnell Fotos. Ich knipse natürlich auch noch einige Teilnehmer und gehe dann nach vorn zum Startbogen, wo es wie bei jedem Marathon in den USA ganz feierlich wird. Es wird die amerikanische Flagge "Stars and Stripes"  enthüllt und es folgt die Nationalhymne. Für die Amerikaner gehört die Hymne immer zu sportlichen Ereignissen wie auch zu öffentlichen und privaten Feiern.

Dann wird die große Gruppe auf die Reise geschickt. Halb-Marathonis laufen eine, Marathonis zwei Runden, die bis auf ein kleines Stück zum Ende der Runde identisch sind.

 
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Die ersten zwei Meilen führen uns durch das ganz sauber und idyllisch wirkende Village der Stadt. Die Stadt Celebration feiert in diesem Jahr ihr 20-jähriges Bestehen. Die Stadt wurde seinerzeit aus dem Nichts erbaut. Wer Haus kaufen wollte, musste zum Vertrag ein 70-seitiges Muster- und Regelbuch unterschreiben und rund 1/3 mehr bezahlen als im Landesdurchschnitt üblich. Dafür wurde den Käufern ein Ort ohne Verbrechen und ohne Müll auf den Straßen versprochen. Die Farbe des Hauses, die Länge des Rasens und sogar die Gardinenfarbe waren vorgeschrieben. Während der Immobilienkrise 2008 war es vorbei mit der Idylle. Einige mussten ihre Häuser verkaufen, es gab den ersten Mord und den ersten Selbstmord.

Üblich in Amerika ist ein  Golfplatz, hier ein Golf-Resort, dem wir auf der zweiten Meile folgen. Der Golfclub mit dem dazu gehörigen Clubhaus war früher nur für Bewohner der Stadt. Heute kann man hier Urlaub mit Golf spielen verbinden. Nach einem kurzen Stück auf der Celebration Avenue geht es in einer großen Schleife über den Celebration Boulevard. Hier kommt die erste Wasserstation. Langsam wird es hell. 

Hier laufe ich zu Nicole auf, die die Pace für die 5 Stundenläufer macht. In ihrem Umfeld befinden sich auch 2 ½ Stundeläuferinnen für den Halben. Ich bin erstaunt, wie so mancher XXL-Körper der da noch mithält.

Nun geht es der langen palmengesäumten Straße entlang, vorbei am Krankenhaus und der Feuerwehr. An der nächsten großen Kreuzung die vom Sheriff vom Osceola County für uns Läufer gesperrt wird,  geht es in eine weitere lange Straße vorbei am Bürogebäuden und Wohnsiedlungen. Vor mir läuft Beth Davenport,  die laut Shirt Mitglied ist im 50 States Marathon Club. Um in diesen Club aufgenommen zu werden, muss man mindestens in 10 US-Staaten gelaufen sein. Im Club sind 3.368 Mitglieder, die schon in allen 50 Staaten einen Marathon absolviert haben.

 
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Meile 6, es geht weiter über den Celebration Boulevard, der an der High School endet. Charles Savage verkündet auf seinem Laufshirt, dass er schon über 300 Marathons gefinisht hat. Ich spreche ihn an und als ich ihm sage, dass ich aus Germany komme, fragt er mich nach Horst Preissler. Den kennt man offenbar überall auf der Welt.

Nun umlaufen wir einen kleinen See und tauchen bei Meile 7 in den Dschungel ein. Über einen Holzsteg geht es jetzt kreuz und quer eine längere Strecke durch eine wunderschöne Palmen- und Sumpflandschaft. Natur pur. Einfach ganz toll und mit keinem Marathon, den ich kenne, vergleichbar.

Auch in der folgenden Siedlung gibt es viel Grün und viel Wasser. Die ganze Stadt mutet wie ein bewohnter Landschaftspark an. Wie Walt Disney eben.

Am Evalyn See erreichen wir das Ende der 1. Runde. Große Schilder weisen die Läufer auf das Race Finish für die Halbmarathonis und auf 2nd Loop für Celebration Marathon hin. Eigentlich müsste der heutige Bericht mehr auf Läuferinnen als auf Läufer getextet werden, denn ins Marathonziel kommen mehr Frauen als Männer.

Der Beginn der zweiten Runde ist etwas anders und führt uns in vielen Schleifen durch den Westteil der Stadt. In einer kleinen Seitenstraße ist eine Familie voll in Action für die Läufer. Sie haben einen Tisch auf der Straße aufgebaut mit Knabbereien und für den harten Läufer gibt es Tequila. 

 
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Wir kommen wieder zum Golfplatz,  zur Celebration Avenue und in den Palmendschungel. Aufgelockert werden die nächsten Meilen mit motivierenden Sprüchen am Streckenrand. WARNING: Medals and Beer at the finsih line! – Life is Short ….. running makes it seem longer, ist zu lesen.  Der Race DJ gibt uns den Rest.

Bei Km 34 verlassen wir die schönen Palmen und es geht weiter vorbei an Seen und durch schöne Wohnstraßen. Auf den letzten 4 Meilen sind schon viele am Gehen und ich kann einige Plätze gutmachen. Ich  folge dem Schild RACE FINSIH das uns nochmal um den Lake Evalyn und auch um den Lake Rianhard führt. Gegenüber dem See sind schon der Zielsprecher und laute Musik zu hören. Am Ende des Sees steht das 26 Meilenschild, also nur noch eine Viertelmeile und dann abbiegen auf die Zielgerade auf die Market Street.

Hier werden wir von vielen Zuschauern herzlich empfangen. Es ist geschafft. Mit meiner Zeit bekomme ich zwar keine Qualifikation für Boston, aber das war auch nicht beabsichtigt. Dafür habe ich viele Fotos gemacht, die mir viel mehr wert sind.

Im Ziel gibt es eine schöne, große und schwere Medaille -  wie schon auf der Laufstrecke angekündigt. Wo ist das versprochene Bier? Auch das gibt es.


Ins Marathonziel kommen 266 Frauen und 254 Männer.

 

 


 

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