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Laufberichte

5. Hemsbacher Silbersee-Marathon

 

Der Neujahrsmorgen zeigt sich grau in grau. Leichter Nieselregen lädt nicht gerade zum Laufen ein. Ein kalter Wind bläst über das verlassene Strandbad des Silbersees, dem Baggersee der Doppelgemeinde Bobenheim-Roxheim in Rheinland-Pfalz. Er gehört zum 117 ha großen Naherholungsgebiet Silbersee und liegt 4 km vom Rhein entfernt. Der See ist 112 ha groß und hat 37.000 qm Strand. Mit einer Länge von circa 2 km und einer Breite von circa 900 m ist er nach dem Laacher See der zweitgrößte See in Rheinland Pfalz. Die maximale Tiefe beträgt 13,5 m. Tauchen und Hunde sind am See offiziell nicht erlaubt. Im Sommer  gibt es Toiletten und einen Kiosk.

Durch Mund-zu-Mund-Propaganda und, wie in unserem Fall, durch Mail-zu-Mail-Propaganda hat es sich herumgesprochen: der Lauftreff Hemsbach veranstaltet einen Neujahrsmarathon - den 5. Hemsbacher Silbersee-Marathon.

Die Begrüßung durch Bernhard Hertinger ist herzlich; die meisten Läufer kennen sich.

Die Anmeldung erfolgt genauso unproblematisch wie genial: auf einer Liste wird Namen, Geburtsdatum und Emailadresse eingetragen, das Startgeld von 5 Euro entrichtet und schon kann es los gehen. Für die 5 Euro bekommt man ein Schlauchtuch und am Abend nach dem Lauf eine Urkunde via Email. Die Zeitnahme erfolgt per Hand mit einer offiziellen Armbanduhr. Jeder ist für seine gelaufene Rundenzahl verantwortlich.

Für Verpflegung muss man selbst sorgen. Daher sind die Tische unter den Sonnenschirmen des Strandbads bald mit Thermoskannen und Tupper-Schüsseln belegt.

Punkt 10:30 Uhr versammeln sich die 20 Unentwegten auf der Straße am Strandbad unter einer markanten Weide. Ein Feuerwerksböller gibt den Start frei. Die "Jagd" auf eine neue Marathonjahresbestzeit beginnt.

 
© marathon4you.de 13 Bilder

Es sind 8 Runden um den See zu laufen. Nach jeder Runde kommt man durchs Strandbad an den Verpflegungstischen vorbei. Die Strecke wurde von Martin Rudolph exakt vermessen. Er ist offizieller und qualifizierter Streckenvermesser beim DLV und einer der Mitläufer. Die erste und letzte Runde wird im Uhrzeigersinn gelaufen, die übrigen Runden können in beliebiger Richtung zurückgelegt werden.

Am Anfang laufen wir noch gemeinsam. Rechts liegt der Silbersee und links, durch Bäume meist verdeckt, der Roxheimer Altrhein. Es geht am Eingang eines Kieswerkes vorbei.

Langsam löst sich die Gruppe auf. Die schnelleren Läufer setzten sich nach vorne ab. Rechts geht es jetzt zu einem Hofgut, das wohl auf einer Halbinsel liegt.
Unser Weg führt immer noch weiter geradeaus. Vor uns über den See hat man den Blick auf umfangreichen Kiesabbau. Die Straße führt nach rechts und ich meine, wir müssten ihr folgen. Aber die Laufstrecke geht geradeaus. Der Asphalt endet auf einem breiten Feldweg. Eine Schranke versperrt den Weg. Aber nur für Autos, Fußgänger und Läufer können rechts vorbei.

Die Sicht auf den See ist jetzt wieder frei und wir können erahnen, wo der Weg nun weiter gehen wird. Einem Abzweig folgend wird der Weg sandig und matschig. Der Regen der letzten Nacht hat hier ganze Arbeit geleistet. Noch versuchen wir trockenen Fußes die Hindernisse zu überwinden. Plötzlich versperrt eine riesige Pfütze den Weg. Auf der Suche nach einer  Umgehung laufen wir  fast verkehrt. Hinter der Pfütze geht es nämlich unverhofft rechts.

Ein schmaler Wiesenweg, in den sich eine enge Fahrradspur eingegraben hat, ist angenehm zu laufen. Der anschließende Trail in bewaldetem Gelände lässt dann wirklich Freude aufkommen. Rechts der Blick über den See, links der jetzt wieder vorhandene und an manchen Stellen sichtbare Roxheimer Altrhein,  kann Laufen schöner sein? Außerdem hat der Regen aufgehört.

Der See ist hier so nahe, dass man jede Menge Blesshühner beobachten kann. Auch zwei Schwäne ziehen majestätisch ihres Weges. 

Der Weg zum Strandbad zieht sich ein bisschen in die Länge. Man kann es schon von weitem sehen, kommt aber irgendwie nicht näher. Dann haben wir es aber doch erreicht.

Norbert und ich laufen mit Michael Weber vom 100Marathon Club. Das ist so unterhaltsam, dass wir von der 2. Runde fast nichts mitbekommen. Die dritte und die vierte Runde drehen wir in umgekehrter Laufrichtung. Wir wollen die anderen einmal von vorne sehen. Jeder ist gut gelaunt und freut sich, uns zu begegnen. Auch die Laufstrecke um den See ändert so völlig ihr Gesicht. Wir merken, dass sich die Asphaltstrecke, die jetzt am Schluss der Runde liegt, genauso in die Länge zieht, wie zuvor der Schlusstrail.

Die Hälfte der 42,2 km ist also schon geschafft. Wir sind nun wieder im Uhrzeigersinn unterwegs. Jetzt haben andere die Laufrichtung gewechselt und kommen uns wieder entgegen.

Mittlerweile sind viele Spaziergänger mit oder ohne Hund unterwegs. Jeder grüßt jeden und wünscht ein "gutes Neues". Ein Mann mit Riesenfernrohr macht Vogelbeobachtungen und lässt sich auch durch die vorbeischnaufende Läufer nicht stören.

Dem Michael sind unsere Pausen zu lang; er läuft langsam vor. Bald haben wir ihn aus den Augen verloren.

 
© marathon4you.de 12 Bilder

Das Wetter ist wider Erwarten stabil. Auch der Wind hält sich in Grenzen. Bloß der Untergrund wird durch das ständige belaufen immer matschiger. Ich hab das Vorhaben, trockene Füße zu behalten, aufgegeben. Mir ist es einfach zu anstrengend, jede Pfütze zu überspringen. Auch die Riesenpfütze in der Wegmitte wird nur noch auf dem kürzesten Weg umgangen. Selbst der Wiesenpfad ist mittlerweile sumpfig.

Am besten zu laufen ist noch die Straße am Anfang jeder Runde und der Trail zum Ende hin. Aber auch der Trail ist an den ganz engen Stellen matschig geworden. Ich versuche hier, durch erhöhtes Tempo die Rutschgefahr zu minimieren. Der See ist an dieser Stelle auch nur noch einen halben Meter weg, was das Ganze noch spannender macht.

Ein seltsames Phänomen sind auch 2 kleine Steigungen, die mir vorher nicht aufgefallen waren. Komischerweise werden die von Runde zu Runde immer steiler. Ich dachte, die Strecke ist flach!

Wer glaubt, hier sind einige Verrückte unter sich, wird eines Besseren belehrt. Während unseres Laufes geht im Bereich des Strandbades seltsames vor. Der Kiosk öffnet und ein großes Grillfeuer wird entzündet. Am Nachmittag erscheinen mehrere Personen, ungläubig beäugt von den frierenden Spaziergängern, zum Neujahrschwimmen!!!!

Gibt es etwas Schöneres als mit Gleichgesinnten seinem Hobby nachzugehen?
Auch bei uns ist vom Wettkampfcharakter nicht viel zu spüren. Wir gleichen eher einer ausgelassenen Joggingrunde als einem Marathonwettbewerb. Trotzdem gibt es natürlich einen schnellsten: Martin Rudolph hat knapp vor Peter Gründling das Ziel als Erster erreicht. Danach kommt auch schon die erste Frau Petra Davidovicz.

Zum Zielschluss nach 6 Stunden haben alle wohlbehalten das Ziel erreicht.
So unspektakulär wie es begonnen hat, endet es auch: allgemeines Verabschieden und eine Einladung zum nächsten Hemsbacher Laufevent Ende Februar bilden den Abschluss.

 


 

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