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Laufberichte

Lustig im Königsforst

26.03.11
Autor: Joe Kelbel

Der Uhu Lustig wurde letztes Jahr völlig  abgemagert auf der Strasse von den Kindern der Familie Lustig gefunden, wieder aufgepäppelt und ziert nun die Homepage des Königsforstmarathons, er ist dessen Maskottchen.

Wer einen Freistart für nächstes Jahr gewinnen will, der muss folgende Fragen auf der Homepage beantworten:

1. Wer hat zwei Beine, läuft über die Straßen und hat stark abgenommen?
2. Wofür trainiert er?
Kleiner Hinweis: Es ist nicht der Joe!

Völlig entspannt ist die Anreise nach Bensberg bei Köln, denn der Start ist erst um 14 Uhr. Doch direkt an der Autobahnausfahrt ist  Stau. Aber das ist jedes Jahr so, man fährt dann einfach in Bensberg eine Abzweigung weiter rechts ins Industriegebiet und hat genügend Parkplätz bei Aldi und Co. Ein kurzer Fußmarsch und schon ist man im Startbereich, der Bundesanstalt für Straßenwesen.

„Die Bundesanstalt für Straßenwesen ist die praxisorientierte, technisch-wissenschaftliche Einrichtung des Bundes auf dem Gebiet des Straßenwesens. Sie widmet sich den vielfältigen Problemen, die in den Beziehungen zwischen Straße, Mensch und Umwelt auftreten“, heißt es amtlich.

 
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„Demnach hat diese Anstalt wenigstens einmal im Jahr eine sinnvolle Zweckbestimmung“, denke ich mir und genehmige mir in der Halle erstmal ein kräftigendes Mittagessen, derweil draußen die Kinderläufe abgehalten werden. Umkleiden tut man sich in kleinen Zelten, die Taschen lässt man dort einfach liegen.

Zahlreiche Lautsprecher säumen die Brüderstrasse, auf der gestartet wird. Laute Musik und der unermüdliche Moderator  treiben die Marathon-und HMläufer unter das Startbanner.

Der Königsforstmarathon ist traditionell eine Standortbestimmung für Läufer. Wer etwas mehr als den Halbmarathon laufen will, kann weiter laufen, irgendwann umdrehen oder eine Abkürzung durch den Wald zurück zum Start-/Zielbereich nehmen. Wer sich noch total unsicher ist, der holt sich eine Startnummer ohne Zeitnahme und probiert einfach, wie weit er kommt. Das kann man wenige Minuten vor dem Start entscheiden, denn die Nachmeldung ist problemlos.

Alles ist sehr familiär, sehr entspannt, bis auf diese Steigung, die uns direkt nach dem Start ziemlich fordert. Die vielen HMläufer stören überhaupt nicht, und gerne passe ich mich deren Tempo an. Wie jedes Jahr bin ich erstaunt, daß bei km 4 die Läufer schon so durstig sind, dass  am VP leichte Panik ausbricht.

Ja, es gibt Steigungen, aber jede Steigung wird von langen Gefällstrecken gefolgt, dort kann man herrlich frei laufen. Ausgelutschte Geltüten dekorieren das Naturschutzgebiet, dabei gibt es genügend Verpflegungsstellen, wo man den Müll deponieren könnte.

 
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An den Verpflegungsstationen helfen Kinder aus. Ich frage mich, warum diese in OP-Kleidung mit weissen Häupchen dort stehen müssen, sieht jedenfalls lustig aus. Wohl eine neue Vorschrift der Bundesanstalt für Straßenwesen. Man will den Wald anscheinend vor herausfallenden Kinderhaaren schützen. Es wird auf jeden Fall einen Sinn haben.

Als ich an den dicken Baumstämmen vorbeilaufe, fällt mir Bernhards Bericht von 2009 ein. Hier muss er damals Deckung gesucht haben. Satt Zeitung studierte er die vorbeilaufenden Läufer und hinterließ dem Förster ein gewaltiges Rätsel. Laut lachend laufe ich weiter.

Ja, es ist lustig im Forst, die langen Strecken geben Gelegenheit für ausgiebige Gespräche und Wettkampfpläne, wenn da nicht der letzte Kilometer der ersten Runde wäre. Denn jetzt muss man sich hochkämpfen. Nicht viel, aber deutlich. Wer sich hier verkalkuliert, der hat auf der Zielgeraden in der Brüderstrasse starke Probleme. Und so registriere ich einige HMläufer, die ihre Runde nun total erschöpft und mit Krämpfen beenden.

Für die Marathonläufer geht es weiter aufwärts in die zweite Runde. Wir haben jetzt sehr viel Platz. Meine Zwischenzeit war sehr gut und so nehme ich meine Beine unter die Arme und beschließe einen schnellen Lauf zu machen. Die gute Waldluft und die bequemen Wege machen es mir leicht, Gas zu geben.

Wie gesagt, der letze Kilometer ist entscheidend. Und der hat mich eine Minute gekostet, eine Minute über 4 Stunden. Aber wie jedes Jahr war es wieder sehr lustig.

Es wird schon dunkel, als ich mich auf den Weg Richtung Süden zum morgigen 50km-Lauf in Eschollbrücken mache.

 

 

 

Informationen: Königsforst-Marathon
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