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Marokkaner Bounasser landet Überraschungssieg im Hitzerennen

22.04.18
Quelle: Pressemitteilung

Bestzeit trotz schwieriger Bedingungen, Bushendich erneut Zweiter, Kimetto steigt nach 22 km aus

Außenseiter Salaheddine Bounasser hat sich beim 35. Vienna City Marathon als Spezialist für Marathonläufe bei hohen Temperaturen präsentiert. Ein halbes Jahr, nachdem er bei ähnlichen Bedingungen den Peking Marathon gewinnen konnte, setzte er sich im frühsommerlichen Wien bei Kilometer 39 vom Kenianer Ishmael Bushendich ab und jubelte in einer persönlichen Bestleistung von 2:09:29 Stunden über den ersten marokkanischen Sieg beim VCM seit zwölf Jahren. Dagegen stieg Weltrekordhalter Dennis Kimetto zu Beginn der zweiten Rennhälfte aus. Für einen Höhepunkt sorgte Peter Herzog (LC Saalfelden), der sich in 2:16:57 Stunden nach einer starken ersten Marathon-Hälfte das ÖLV-Limit für die Europameisterschaften mit einem kämpferischen Schlussspurt sicherte. Seit neun Jahren war kein Österreicher mehr so gut Platziert wie der 30-jährige Salzburger.

 

Gleichmäßige erste Hälfte

 

Der 35. Vienna City Marathon stand vom ersten Meter ganz im Zeichen der für diese Jahreszeit ungewöhnlich hohen Temperaturen. Die 19°C, die bereits beim imposante Bilder produzierenden Start auf der Reichsbrücke für sommerliche Bedingungen sorgten, stiegen im Laufe des Vormittags kontinuierlich an. Dementsprechend gestaltete die Elitegruppe der Männer das Tempo gleichmäßig und folgte der gemeinsam mit Rennleiter Hannes Langer ausgearbeiteten Rennstrategie diszipliniert. Mehrheitliche Kilometerabschnitte zwischen 3:01 und 3:05 Minuten führten zu einer Halbmarathon-Zwischenzeit von 1:04:39 Stunden.

 

Aus für Kimetto bei Kilometer 22

 

Für den ersten Paukenschlag des Rennens sorgte ausgerechnet der Top-Favorit. Dennis Kimetto, der dreieinhalb Jahre nach seinem Weltrekordlauf von Berlin endlich wieder nach einem guten Ergebnis lechzte, fiel bei Kilometer 22 zurück und stieg wenige Augenblicke später aus. Muskuläre Probleme in der linken Wade hatten den Star behindert. Damit wartet der Kenianer seit zwei Jahren auf eine Zielankunft im Marathon.

 

Entscheidung bei Kilometer 39

 

Der Ausfall des Favoriten motivierte die Konkurrenz, die nun ihre Chance auf den prestigeträchtigen Triumph beim Vienna City Marathon sah. Es folgte nun die schnellste Phase des Rennens mit elf Kilometer-Abschnitten von unter 3:05 Minuten zwischen Kilometer 25 und 37. Bei Kilometer 28 setzte sich mit Ishmael Bushendich, Samwel Maswai und Salaheddine Bounasser ein Trio leicht ab, wenig später beschleunigten der Vorjahreszweite Bushendich und der Marokkaner Bounasser und setzten das Rennen zu zweit an der Spitze fort. Obwohl der Abstand zu den Verfolgern nie wirklich groß wurde, diktierte das Duo das letzte Renndrittel.

Die Entscheidung fiel drei Kilometer vor dem Ziel am Burgtheater, als Salaheddine Bounasser davonzog und alleine die Führung übernahm. Der 27-jährige, der im vergangenen Herbst bei ähnlich schwierigen Bedingungen den Peking Marathon für sich entscheiden konnte, zog durch und erreichte das Ziel in einer Zeit von 2:09:29 Stunden. Eine angesichts der nicht leistungsfördernden Bedingungen eine sehr beachtliche Zeit! Rennleiter Hannes Langer lobte seinen entschlossenen Blick und seine intelligente Laufweise, die ersten 30 Kilometer lang stets im Windschatten der Spitzengruppe agierend.

 

Erstmals unter 2:10 Stunden

 

Bounasser verbesserte seine persönliche Bestleistung trotz der Hitze um 35 Sekunden und feierte den ersten marokkanischen Sieg beim VCM seit 2006 (Lahoussine Mrkik). „Ich habe in letzter Zeit sehr hart trainiert und daher erwartet, dass ich mit meiner guten Form auf das Podest laufen kann“, erzählte der Sieger, der Hitze-Bedingungen aus seiner Heimat gewohnt ist, bei der Pressekonferenz. „Das ist der größte Sieg meiner Karriere!“ Der 27-Jährige hat nun doppelt Grund zur Freude, denn erst vor 25 Tagen hat seine Tochter das Licht der Welt erblickt.

Der Kenianer Ishmael Bushendich (2:10:03 Stunden), im Vorjahr hauchdünn von Sieger Albert Korir geschlagen, belegte erneut den zweiten Platz. „Ich bin sehr glücklich damit, das Resultat passt sehr gut für mich“, so der 26-Jährige, der bereits fünf Marathonläufe gewonnen hat. Sein Landsmann Samwel Maswai komplettierte in einer Zeit von 2:11:08 Stunden das rein afrikanische Stockerl.

 

Ergebnis VCM der Männer


1. Salaheddine Bounasser (MAR) 2:09:29 Stunden
2. Ishmael Bushendich (KEN) 2:10:03 Stunden
3. Samwel Maswai (KEN) 2:11:08 Stunden
4. Nicholas Rotich (KEN) 2:12:00 Stunden
5. Noah Kigen (KEN) 2:12:03 Stunden
6. Abrha Milaw (ETH) 2:12:57 Stunden
7. Dominic Ruto (KEN) 2:13:23 Stunden
8. Paulo Paula (BRA) 2:13:30 Stunden
9. Edwin Kosgei (KEN) 2:16:57 Stunden
10. Peter Herzog (AUT) 2:16:57 Stunden

14. Christian Robin (AUT) 2:28:52 Stunden

 


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