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Der Marathon ist zurück: VCM veranstaltet Comebackrennen

12.09.21
Quelle: Pressemitteilung

Der Marathon ist zurück. Das Comeback ist Realität geworden. Als erster großer Stadtmarathon in Europa seit Beginn der Pandemie hat der Vienna City Marathon (VCM) an diesem Wochenende stattgefunden. Hier eine Zusammenfassung der Eliterennen von Männer und Frauen, sowie der Österreichischen Staatsmeisterschaften im Marathon.

 

Bericht vom Eliterennen der Männer

 

Eine halbe Stunde lang war Derara Hurisa der fünfte äthiopische Sieger beim Vienna City Marathon. Doch weil der 23-Jährige in Schuhen gerannt ist, die nicht dem Reglement von World Athletics entsprachen, wurde er disqualifiziert und der ursprünglich zweitplatzierte Kenianer Leonard Langat zum Sieger deklariert. Der favorisierte Betesfa Getahun und Edwin Kosgei aus Kenia komplettierten das Stockerl. Die Siegerzeit bei hohen Temperaturen und Kaiserwetter: 2:09:25 Stunden.

Als erster großer Marathonlauf in Europa seit Pandemiebeginn sorgte der Vienna City Marathon 2021 für eine weitere, besondere Schlagzeile: Eine Disqualifikation des Siegers aufgrund der Schuhregel bei einem international etablierten Marathon ist ein Novum. Der Teufel war im Detail begraben: Erlaubt sind nach den aktuellen, inmitten der beschleunigten Evolution der Herstellung von Topschuh-Modellen nachgeschärften Regeln des Leichtathletik-Weltverbandes, nur Schuhe mit einer maximalen Zwischensohlendicke von 40 Millimetern.

Bei der Kontrolle wurde bei Hurisas Schuh eine Dicke von 50 Millimetern entdeckt. Der Äthiopier lief das Modell adizero prime X von adidas, welches nicht jenem entsprach, mit dem er laut signiertem Formular laufen hätte sollen. „Es tut uns sehr leid, aber die Entscheidung ist eindeutig. Er ist mit einem Modell gelaufen, das er aus dem Training gut kennt und nur im Training eingesetzt wird. Wir haben die Athleten beim technischen Meeting aufgeklärt und ich kann im Moment nicht sagen, warum er nicht mit jenem Schuh gelaufen ist, der am Formular angegeben wurde“, erklärte Johannes Langer, Rennleiter des Frauenrennens, und sprach von einem „Ereignis, auf das wir heute gerne verzichtet hätten“, aber unvermeidlich war.

 

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Todesfall überschattet den Wiener Marathon

Beim Vienna City Marathon kam es am Sonntag von einem Todesfall. Ein 40-jähriger Halbmarathon- Teilnehmer aus Österreich brach kurz vor dem Ziel zusammen und wurde sofort ins Krankenhaus gebracht, wo er verstarb.

„Wir sind sehr betroffen von diesem Fall. Unsere Anteilnahme und unser tiefes Mitgefühl gilt den Angehörigen des Läufers”, erklärte Veranstalter Wolfgang Konrad. Weitere Details sind derzeit nicht bekannt.

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Eine Nacht am Flughafen

 

Eine halbe Stunde, nachdem Hurisa auf Höhe der Hofburg der Beschleunigung seines äthiopischen Rivalen nicht ganz folgen konnte, und in einer Zeit von 2:09:25 Stunden vermeintlich mit drei Sekunden Rückstand ins Ziel gekommen war, wurde Leonard Langat als Sieger ausgerufen. „Ich habe die Disqualifikation erst gar nicht mitbekommen und konnte es im ersten Augenblick gar nicht glauben“, erzählte er nach dem Rennen. Der 25-jährige, Anfang Juni Zweiter beim Marathon in der kenianischen Höhenlage von Eldoret, lief trotz der schwierigen Bedingungen erstmals unter 2:10 Stunden. „Ab Kilometer 32, als der letzte Tempomacher aus dem Rennen ausgestiegen ist, war es eine sehr taktische Situation. Ich habe auf dem letzten Kilometer alles gegeben, aber ich konnte Hurisa nicht folgen“, schilderte er weiter und versprach, nächstes Jahr erneut zum VCM zu kommen, um zu versuchen, das Rennen zu gewinnen und im Jubel als Erster über die Ziellinie zu laufen.

 

 

Eine große Challenge mussten die kenianischen Sieger des Tages bereits drei Tage vor dem Startschuss überwinden. Weil ihr Flieger aus Nairobi mit Verspätung in Doha ankam, war der Anschlussflug bereits in der Luft. Langat und seine Kolleginnen und Kollegen waren gezwungen, die Nacht von Donnerstag auf Freitag im Flughafen der katarischen Hauptstadt zu verbringen und auf dem Boden zu schlafen, ehe es endlich nach Wien weiter ging. Diese ungünstige Belastung wertet seine Leistung auf.

 

Spannende Aufholjagd von Kikutani

 

Der als Favorit ins Rennen gegangene, 22-jährige Betesfa Getahun (2:09:42) und Edwin Kosgei (2:10:10) beendeten den Marathon den Sieger flankierend auf dem Stockerl. Die beiden gehörten nach dem Ausstieg der Tempomacher gemeinsam mit Hurisa zu einer Spitzengruppe, die für ein spannendes Rennen in der Schlussphase sorgte. Der Japaner Kento Kikutani hatte kurzzeitig den Anschluss verloren, nutzte aber die in dieser Phase etwas langsameren Kilometerzeiten an der Spitze zu einer tapferen Aufholjagd. Gerade als der 27-Jährige die Spitzengruppe wieder erreichte, kam der Gegenangriff von Hurisa, dem nur Langat und Getahun folgen konnten. Es wurde noch dramatischer für Kikutani: Geplagt von einem Muskelkrampf musste er rund eineinhalb Kilometer vor dem Ziel kurz stehen bleiben, dehnte sich und nahm das Rennen wieder auf. Dadurch verlor er eine Position und belegte in einer Zeit von 2:10:37 Stunden den vierten Platz.

 

 

Tolle moralische Leistung von Abraham

 

Bereits früh mit dem auf der ersten Rennhälfte sehr konstanten und angesichts der herausfordernden Bedingungen mit strahlendem Sonnenschein, 19°C bereits beim Start um 9 Uhr und leichten Windböen, die auf der ersten Streckenhälfte hauptsächlich von vorne ins Läuferfeld bliesen, hohen Tempo nicht mithalten konnte Tadesse Abraham, Zweiter 2019. Der Schweizer Routinier verlor nach einem Drittel der Distanz den Anschluss, kämpfte sich aber bis ins Ziel und belegte in einer Zeit von 2:12:26 Stunden den sechsten Platz.

 

Bester Österreicher war der neue Staatsmeister Martin Mistelbauer (team2012.at) auf Platz 14. Der in Linz lebende kenianische Staatsbürger Isaac Kosgei wurde Elfter.

 

„Wir finden wieder statt!"

 

In der Analyse des Rennens hob Rennleiter Mark Milde eine Botschaft hervor: „Die zentrale Botschaft ist: Wir finden wieder statt!“ 889 Tage nach dem letzten Zieleinlauf vor dem Burgtheater hat der Vienna City Marathon mit seinen Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein gelungenes Comeback gefeiert und die Vorreiterrolle für den folgenden Marathon-Herbst in Europa eingenommen.

 

Podest Vienna City Marathon 2021 der Männer

1. Leonard Langat (KEN) 2:09:25 Stunden
2. Betesfa Getahun (ETH) 2:09:42 Stunden
3. Edwin Kosgei (KEN) 2:10:10 Stunden

 

Bericht vom Eliterennen der Frauen

 

Die Siegerin beim 38. Vienna City Marathon kommt wie in den Vorjahren aus Kenia. Vibian Chepkirui überquerte nach 2:24:29 die Ziellinie und distanzierte nach einem mutigen Rennen mit Respektabstand die Konkurrenz. Die Niederösterreicherin Victoria Schenk erkämpfte den Staatsmeistertitel.

Der beherzte Erstauftritt in einem Marathon hat sich für Vibian Chepkirui ausgezahlt. Die 24-jährige Kenianerin setzte sich nach knapp 25 Kilometern von ihren unmittelbaren Mitstreiterinnen ab und feierte am Ende eine ungefährdeten Solosieg. Lange war die Debütantin mit einer größeren Spitzengruppe sogar auf Streckenrekordkurs unterwegs (2:22:12, Nancy Kiprop, 2019).

Nach einem vielversprechenden Halbmarathon-Split (1:10:47 Stunden) lag noch ein Trio in Führung, auf dem Weg in den Prater setzte sich Chepkirui schließlich ab. Der Streckenrekord war aber schon bald danach außer Reichweite, weil die spätere Siegerin wie ihre stärksten Konkurrentinnen auf dem letzten Drittel dem hohen Anfangstempo Tribut zollen musste. Auch das Wetter mit Temperaturen jenseits der 20 Grad und teilweise stark spürbarem Wind spielte den Assen nicht in Karten.

 

 

 

Sturz bremst Top-Favoritin Burka

 

Den Vorsprung auf die beiden Äthiopierinnen Meseret Dinke und Gelete Burka konnte Chepkirui bis ins Ziel auf mehr als eine Minute ausbauen. Burka, die als große Favoritin ins Rennen gegangen war, stürzte nach rund 16 Kilometern in der äußeren Mariahilfer Straße über eine Bodenwelle und wurde dabei vielleicht entscheidend aus ihrem Rhythmus gerissen.

Siegerin Chepkirui hingegen zeigte sich vom Ausgang überrascht. „Ich freue mich sehr, damit habe ich vorher wirklich nicht gerechnet. Aber schon bei der Hälfte des Rennens habe ich gespürt und daran geglaubt, dass ich gewinnen kann“, sagte Chepkirui im Interview. „Im Moment spüre ich nach meinem ersten Marathon nur große Schmerzen in den Beinen. Aber die Freude ist größer“. Chepkirui ist Teil der Trainingsgruppe von Nancy Kiprop, die den VCM bereits dreimal gewonnen hat und auch den Streckenrekord in Wien hält.

Platz vier im Frauenrennen ging an die Schweizerin Fabienne Schlumpf, die mit einer Zeit von 2:26:31 Stunden nur 17 Sekunden an ihrer persönlichen Bestleistung vorbeilief.

 

 

 

Leidensweg zum Meistertitel für Schenk

 

Zur österreichischen Staatsmeisterin im Marathon kürte sich wie im Vorfeld erwartet Victoria Schenk (LCU Euratsfeld). Die Lehrerin finishte nach hartem Kampf und akuten Magenproblemen als Gesamt-Neunte in einer zeit von 2:46:25 Stunden. „Die Zeit ist für mich enttäuschend, aber so ein Meistertitel ist schon wertvoll“, sagte Schenk. Auch die Wärme und der Wind seien für das Ergebnis ausschlaggebend gewesen. „Leider hatte ich früh Magenprobleme. Ich muss mich bei meinem Tempomacher bedanken, auch haben mich die Zuschauer von Kilometer zu Kilometer gepusht.“ Schenk will sich rasch erholen, schließlich will sie auch morgen Früh beim Schulstart in Oberösterreich in ihrer Klasse gute Figur machen.

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Podest Vienna City Marathon Frauen:

1. Vibian Chepkirui (KEN) 2:24:29
2. Meseret Dinke (ETH) 2:25:31
3. Gelete Burka (ETH) 2:25:38

 

 

Österreichischen Staatsmeisterschaften Marathon
im Rahmen des VCM

 

Martin Mistelbauer und Victoria Schenk kürten sich bei den Marathon-Staatsmeisterschaften im Rahmen des 38. Vienna City Marathons zu den nationalen Champions.

Den Wiener Martin Mistelbauer (team2012.at) hatten vor dem Start nur wenige auf der Rechnung. Als klarer Favoritin war der Salzburger Hans-Peter Innerhofer (LC Oberpinzgau) ins Rennen gegangen, der bei seinem Marathondebüt eine Zeit um 2:20 Stunden abliefern wollte. Der Berglaufspezialist, der in der Topgruppe der Frauen mitlief, kämpfte aber schon nach einem Drittel der Distanz mit muskulären Problemen im Oberschenkel und musste Mistelbauer bald vorbeiziehen lassen. Im Ziel lag der frisch gebackene Marathonmeister mit 2:29:22 Stunden dreieinhalb Minuten vor dem zweitplatzierten Innerhofer.

 

 

 

Schenk kämpft sich zum ÖM-Titel

 

Bei den Frauen war Victoria Schenk schon im Vorfeld als Top-Favoritin gehandelt worden, einzig die gelaufene Endzeit war Thema der Diskussion. Die Athletin vom LCU Euratsfeld dominierte das Frauenrennen aus heimischer Sicht konkurrenzlos, zur größten Herausforderung entwickelten sich das Wetter mit relativ hohen Temperaturen und spürbarem Wind. Als nach Kilometer 25 auch noch der Magen rebellierte, wurde das Rennen für die Niederösterreicherin auf dem letzten Drittel zum harten Kampf.

Die Lehrerin erreichte das Ziel schließlich als ausgezeichnete Gesamt-Neunte nach 2:46:25 Stunden. „Die Zeit ist für mich enttäuschend, aber so ein Meistertitel ist schon wertvoll“, sagte Schenk. „Leider hatte ich früh Magenprobleme. Ich muss mich bei meinem Tempomacher bedanken, auch haben mich die Zuschauer von Kilometer zu Kilometer gepusht.“ Schenk will sich rasch erholen, schließlich will sie auch morgen Früh beim Schulstart in Oberösterreich in ihrer Klasse gute Figur machen.

 

 

 

38. Vienna City Marathon, Ergebnis ÖM Marathon - Männer:

1. Martin Mistelbauer (team2012.at) 2:29:26
2. Hans-Peter Innerhofer (LC Oberpinzgau) 2:32:56
3. Vinzenz Kumpusch (Running Team Lannach) 2:35:53

 

38. Vienna City Marathon, Ergebnis ÖM Marathon - Frauen:

1. Victoria Schenk (LCU Euratsfeld) 2:46:25
2. Sarah Längle (LCA Hochschwab) 3:10:36
3. Sabrina Exenberger (LG-Decker Itter) 3:12:52

 


 

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