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Laufberichte

Strecke und Freude geteilt

03.10.12

Von unserem Platz aus haben wir die einlaufenden Läufer gut im Blick. Da kommt auch schon Frank. Jetzt gilt es auch für mich. Die zweite Startnummer bereits am Körper greife ich den Staffelstab und laufe los. Puh, das ist doch was anderes als ein Marathon im gemütlichen Trab. Ich genieße es mal ohne Kamera laufen zu können. Am Abzweig zur Wied steht eine Zweierband und spielt gerade „Willenlos“ von Marius Müller-Westernhagen. Ja, da wäre ich doch gerne stehen geblieben. Aber nix da, die Kumpels warten und die Zeit läuft.

Meine Taktik ist folgende: erste Runde relativ verhalten, dann zweite Runde Gas geben und das Tempo auf der dritten und vierten Runde hochhalten. Na ja.



Souveräner Coach


Coach Karl-Heinz feuert uns an und lässt uns das Letzte aus uns herausholen. Alle beißen was das Zeug hält, die anderen Staffeln aber auch. Nach jeder Runde gehe ich erst einmal auf den Schulhof. Da gibt es leckeren warmen Tee. Der tut gut. Es hat zwar beim Start um 10 Uhr 150, später steigen die Temperaturen sogar noch auf 170, aber es ist bedeckt und windig. Richtig warm ist was anderes.

Für Einzelstarter und Zweierstaffeln ist nach dem Ziel ein Verpflegungsstand aufgebaut. Für alle anderen steht aber ausreichend Verpflegung zu zivilen Preisen bereit. Ich höre von allen Seiten, hm, der Kaffee ist gut, die Waffeln sind lecker. Hallo, ihr seid zum Laufen hier, nicht zum Schlemmen.

Wir diskutieren über die letzte Runde. Einer müsste noch eine fünfte Runde laufen. Da hat der Coach die glänzende Idee, dass wir alle zusammen die letzte Runde laufen sollten. Genial der Gedanke, wir sind uns einig.



Damenbegleitung


Unterwegs auf einer meiner Runden treffe ich einen laufenden Wolfgang Bernath. Ich frage ihn erstaunt, ob er denn auch mitlaufe. Er antwortet, dass er Begleitung macht. In der Tat hat er zwei reizende Läuferinnen an seiner Seite. Das ist ja mal ein Service - und dann noch vom großen Vorsitzenden persönlich. Hat was. Da können sich andere Veranstalter was von abschauen.

Unterwegs treffe ich weitere Bekannte. So Markus Pitz, der wie schon im Vorjahr als Einzelstarter gewohnt souverän seine Kreise zieht.

Eine zweite Musikgruppe ist aufgezogen. Bunt verkleidete Menschen spielen und machen Stimmung. Mangels großer Zuschauermassen ist auf der Strecke nicht so viel los. Aber an einer Stelle ist ein richtiges Stimmungsnest. FC-Fans (für Nicht Kölner: 1. FC Köln) haben einen Tisch mit Musik aufgebaut und feuern die Läufer an.

Im Wechselbereich ist natürlich Stimmung. Einige Staffeln wechseln professionell. Da sieht man, dass die vorher die Staffelstabübergabe trainiert haben. Der neue Läufer startet schon und nimmt in voller Fahrt das Staffelholz vom mit letzter Kraft in die Wechselzone hechelnden Läufer entgegen. Andere nehmen es lockerer und bleiben stehen, nehmen den Stab und laufen dann erst los.


Rekorde purzeln


Die ersten Staffeln sind schon lange im Ziel, da laufen wir immer noch. Die Siegerzeit von 2.13,50 Std. ist neuer Rekord. Gratulation nach Montabaur. Tolle Zeit. Auch in den anderen Wertungen werden allesamt neue Streckenrekorde aufgestellt.

Unsere letzte Runde steht an. Vorher bin ich auf der Strecke. Da ich nunmehr Vollgas laufe, entschließe ich mich hechelnd die anderen erst einmal alleine auf die letzte Runde zu lassen, Atem zu holen und dann über eine Abkürzung an die Wied zu laufen und dort auf die Freunde zu warten. Es kommt zuerst Markus, den ich ein Stück auf seinem Weg begleite. Dann laufe ich zurück und nehme mit Alain, Frank, Jens und Norbert gemeinsam die letzten 400m unter die Füße.



Gemeinsam traben wir durchs Ziel. Wir sind die einzige Staffel, in der alle Läufer (na ja, fast alle) gemeinsam die letzte Runde laufen. Die anderen Staffeln begleiten ihre Schlussläufer gerade mal auf den letzten Metern.


Weizengläser für alle


Karl-Heinz ist zufrieden. Er hat uns auf den 10. Platz gecoacht und sein Ziel erreicht. Insgesamt sind wir mit 3.10 Std. auf einem guten 36. Platz in der Gesamtwertung, da ist noch Luft für nächstes Jahr.

Wir geben die Startnummern und den Staffelstab ab und erhalten im Gegenzug für jeden das begehrte Weizenglas mit Gravur „Staffelmarathon Waldbreitbach 2012“. Nach der (kalten) Dusche in der Sporthalle der Schule gehen wir zur Stärkung unserer geschundenen Körper über und leiten die Regenerationsphase bei Weizen alkoholfrei, Kuchen und Koteletts ein. Lecker.



Übrigens sind wir für einen Brand beim Grill gut gerüstet. Die Verpflegung ist im Gebäude der Freiwilligen Feuerwehr, da kann ein Brand schnell gelöscht werden. Wir löschen unseren Brand, schauen der Siegerehrung zu und machen uns zufrieden auf den Heimweg.

Klar, für 2013 haben wir uns den 03. Oktober fest vorgemerkt. Da gibt es dem vierten Staffelmarathon in Waldbreitbach – natürlich mit den Kannenbäckern.
Wo sonst kann man in gemütlicher Atmosphäre als normalerweise einzelkämpfender Marathonläufer ein solches Mannschaftserlebnis haben und noch dazu ein wirkungsvolles Tempotraining machen?

Schnellste Staffeln:

Jugend: RSG Montabaur Jugend  2.36,07 Std.
Frauen: ASC Darmstadt   2.41,16 Std.
Männer: RSG Montabaur DBL Team Männer 2.13,50 Std.
Mixed:  LG Rhein-Wied Youngstars  2.33,05 Std.
Senioren: LG Rhein-Wied   2.30,15 Std.

Einzelwertung:

Frauen
Andrea Anger Asbacher Laufmäuse   4.23,57 Std.

Männer
Herbie Engels LLG St. Augustin   3.07,15 Std.

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Informationen: Staffelmarathon Waldbreitbach
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