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Laufberichte

Wintermarathon Hersbruck: Wasser, Schnee und Eis

08.01.11

Am Ortsausgang von Schnaittach führt uns ein kleiner Tunnel unter der Autobahn hindurch. Ein längeres Wegstück durch einen Wald folgt. Hier wird es  ein wenig abenteuerlich, denn Schmelzwasser sucht sich einen bequemem Abfluss auf unserer Laufstrecke. So werden wir gezwungen, uns durchs Unterholz zu schlagen. Mitunter tiefer Schnee, zum Teil auch weglos, kostet Zeit und Kraft. An einer Stelle geht es mit Unterstützung über einen Bach hinweg.

Bevor wir uns wieder bei der zweiten V-Stelle  in Heuchling stärken können, wartet noch ein Wegstück über Eisplatten, das zum Teil unterspült ist. Bei einem oder anderen knackt die Schneebrücke ein. Ist's der Weihnachtsspeck auf den Rippen von Gans und Stollen?

Nach gut fünf Minuten zieht die Marathonkarawane weiter. Der Weg führt uns laufenderweise durch die Aussenbereiche von Lauf. Ja, den Ort, der eigentlich eine Stadt mit über 25000 Einwohnern ist, gibt es wirklich. Und da finden wir eine Überraschung. Wir laufen auf einen Radweg hinaus aus der Stadt und sehen dann unsere Laufstrecke überschwemmt. Ein Ende ist nicht zu sehen. Straßenlampen zeigen den Verlauf des Radweges. Sven hat sogar dafür noch ein Lachen übrig. Umkehren und anderer Weg, so sein Entschluss.

Kurz vor der nächsten V-Stelle kommt eine Handvoll Sportler aus einem Wirtshaus. Dem Gelächter nach zu beurteilen waren die nicht bei einer Kaffeepause, sondern beim Genuss berauschender Getränke. So der Vorhalt aus dem Läuferfeld. An der V-Stelle wird wieder eifrig zugegriffen.

Über Schönberg laufen wir nach Ottensoos. „Ouernsous“ sagt der Einheimische zu dem Ort. Die St. Johanneskirche und das Gotteshaus von St. Veit dominieren das Ortsbild. Das Tempo hat sich im Feld fast unmerklich erhöht. Der Grund dafür liegt vielleicht an der letzten V-Stelle, wo es stilgerecht Glühwein aus Porzellantassen gibt. Da höre ich mich nicht nein sagen. Es muss ja nicht immer Bier sein. Nur noch drei Kilometer.

Die Quittung kriege ich dann beim Weiterlaufen: Schwere Beine und Alkohol macht Birne hohl. Gut, dass der Zustand nicht lange andauert. Spätestens bei der Umgehung einer kleineren Überschwemmung über den parallel laufenden Bahndamm ist die Konzentration wieder da. Aber keine Angst, die Gleise brauchen nicht verbotswidrig überschritten werden.

Ach ja, Hersbruck habe ich noch in guter Erinnerung. 1998 war hier Bayerische Meisterschaft und damals hatte mich bei Kilometer 38 ein Zeitgenosse namens Hungerast heimgesucht. Gelaufen ist man damals mehrere Runden in den Pegnitzauen. Dafür bräuchte man heute hohe Gummistiefel oder ein Schlauchboot.

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Später laufen wir entlang der Umgehungsstraße von Hersbruck. Beim letzten Test stehen wir vor einer weiteren Aufgabe. Noch einmal ist unser Weg überschwemmt. „Ich weiss, wie's geht,“ so eine einheimische Läuferin. Sprach's und sprintet mit Volldampf durchs Wasser. Ich  beobachte und schließe mich an, halte mich allerdings rechts und kann so auf den letzten 500 Metern das endgültige Absaufen meiner Füße gerade noch verhindern.

Auf dem Parkplatz der Schule reicht der Verpflegungstrupp das übriggebliebene Happa-Happa den einlaufenden Marathonis. Mittlerweile ist es dunkel geworden. Die Tagschicht endet.

Was die Teilnahme kostet? Nichts. Ein Sparschwein steht bereit und freut sich über die Fütterung. Sven bedankt sich für die Teilnahme. Gut 43 Kilometer zeigt seine GPS-Uhr. Ohne Pausen waren wir rund fünf Stunden unterwegs.

Nächster Termin: Anfang 2012. Schaut einfach beizeiten auf die Homepage des Marathonteams unter www.mtphersbruck.de.

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