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Laufberichte

Genusslauf durch die Fränkische Schweiz

26.11.11

Nächste Station ist die Burgruine Stierberg oberhalb der gleichnamigen Ortschaft. Von dieser hochmittelalterliche Adelsburg sind aber lediglich noch ein Turm der Vorburg, sowie einige Mauerreste erhalten. Mindestens 700 Jahre ist sie alt. Eine kleine Schleife führt uns nochmals zu den Versorgungsfahrzeugen zurück.

 


Weiter geht’s zur Burgruine Wildenfels, nach heutigen Erkenntnissen wurde sie zwischen 1290 und 1300 von den Herren von Wildenstein erbaut. Mehrmals wurde sie zerstört und wieder aufgebaut, den endgültigen Rest gab ihr 1553 der zweite Markgrafenkrieg. 1827 stürzte nach einem Blitzschlag die Westhälfte des bis dahin noch weitgehend erhaltenen Bergfrieds ein. Trotzdem ist sie immer noch ein lohnenswertes Ausflugsziel. Im Verlauf des Tages muss Thomas immer wieder mal weitere kleine Streckenkorrekturen vornehmen, auswendig hat er die Route nicht im Kopf, da muss das GPS zur Korrektur herhalten. Meistens erwischt es aber nur die Vorauseilenden, die wieder zurück laufen müssen.

In der Nähe von Betzenstein vermag ich kaum meinen Augen zu trauen. Wir passieren eine Liftanlage. Beim kleinen, idyllischen Skilift Spiess mit seiner 300 Meter langen Flutlicht-Piste kostet die Einzelfahrt 50 Cent, die Zehnerkarte 4 Euro. Aber sie ist heute natürlich noch verwaist. Wie wir alle, wartet auch sie auf den Schnee. Wenig später wird wieder unsere mobile Verpflegung angelaufen. Diverse Freunde, einschließlich mir, findet nach über 3 Stunden Laufzeit die Flasche mit Rum. „Um den heißen Tee aufzupeppen“,  oder auch um sich „Mut anzutrinken,für den bevorstehenden Streckenabschnitt“, wird gespaßt.



Wir folgen einem Waldweg bis zum Beginn des Eibengrates, für mich definitiv der heutige Höhepunkt. Über den bemoosten Felsgrat geht ein Klettersteig, der uns durch eine wunderschöne, knapp einen Kilometer lange Felsenlandschaft führt. Der Weg ist zwar nicht übermäßig gefährlich, aber man benötigt zum Klettern schon seine Hände. Durch die Nässe sind die Felsen etwas rutschig und glitschig, aber es macht einen Heidenspaß über den Grat zu kraxeln. Es geht rauf und runter, durch Felsspalten und unter natürliche Hindernisse durch.

Teilweise hätte man auch die Wahl, die Felsen auf einem schmalen Pfad zu umgehen, aber keiner lässt sich den Spaß entgehen und alle wollen oben drüber. Das Ende des Felsensteigs verlassen wir durch einen engen Felsspalt. Fast genau eine Stunde hat unsere Klettereinlage gedauert.



Nach 6 Stunden erreichen wir Betzenstein. Frankens kleinste Stadt weist eine bewegte Geschichte auf. Bereits 1187 das erste Mal urkundlich erwähnt, wurde der Ort 1359 unter böhmischer Herrschaft von Kaiser Karl IV zum Markt erhoben und mit Stadtrechten ausgestattet, die 1611 bestätigt wurden. So feiert heuer die Stadt mit seinen 850 Einwohnern ihr 400. Stadtjubiläum. Auf dem Aussichtsturm Schmiedberg wird uns ein herrlicher Überblick über das alte Städtchen geboten. Fast hat es den Anschein als könnte sich die Sonne doch noch durch die Wolken kämpfen, aber es bleibt leider beim „fast“.

Die nächsten Höhepunkte sind der „Stiefel“ und die Durchgangshöhle Klauskirche, die uns zum Abenteuerpark Betzenstein führt. Hier bekommt Thomas einen Anruf. Ein Nachzügler hat zur Gruppe keinen Kontakt mehr. Per Telefon wird er hierher gelotst. Gar nicht so einfach, das Zusammenhalten einer so großen Gruppe. Die Aktion dauert natürlich etwas, so vertreiben sich einige im derzeit verwaisten Klettergarten die Zeit mit kleinen Turnübungen.


Weiter geht’s zu den Naturdenkmälern „Hexentor“ und „Wassersteintor“, alle werden natürlich wieder ausgiebig begutachtet. Erst im Dunkeln erreichen wir die Burgruine Leienfels. Trotzdem unternehmen wir eine Besichtigung. Die abschließenden 45 Minuten führen uns fast ausschließlich abwärts und mit Beleuchtung zum Ausgangspunkt nach Obertrubach zurück.

8:35 Stunden waren wir genussvoll im Naturpark Fränkische Schweiz unterwegs. So viele wunderschöne Aussichtspunkte und herrliche Trails bekommt man wahrlich nicht alle Tage geboten. Mein Dank gebührt Thomas und Gaby, die viel Zeit in die Erkundung dieser Route investiert haben für einen herrlichen, erlebnisreichen Tag.

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Die Messungen bezüglich Distanz und Höhenmeter sind unterschiedlich, von 38 – 42 km und 1.300 –1.500 Meter Höhenmeter. „Nix g’naues woas ma ned“, die Wahrheit liegt wohl in der Mitte, juckt aber auch nicht wirklich. Zum Abschluss bekommt noch jeder eine persönliche Teilnahme-Urkunde von Thomas überreicht.


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