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Laufberichte

Eco Trail Florence (43 km/1100 HM)

30.03.19 Special Event
 

Buon giorno, Firenze!

 

Florenz - ich konnte einfach nicht widerstehen. Und dann noch ein Traillauf. Der Entschluss dazu fiel mir doch recht leicht. Die ecotrail-Truppe aus Frankreich sucht sich wirklich schöne und exklusive Orte aus und findet dort tatsächlich tolle und verschwiegene Trails . So auch hier - zwar nicht mitten durch die Altstadt, das würden die geschäftstüchtigen Florentiner nicht dulden  - aber drum herum über die Hügel, das geht. Natur pur - die Altstadt kommt dann eben später…

Am Freitag ist Anreise. Auto, Bus, Zug oder Flugzeug – alle Wege führen nach Florenz. Oben, 60 m über der Stadt, am Piazzale Michelangelo, steht das Läuferzentrum. Startnummern und alles Weitere kann man bis um 8 abends holen, oder kurz vor dem Start in der Früh. Davon gibt´s zwei: der 80er um 7 und der 43er um 9. Jeweils 150 bzw. 160 treten an. Um 7, gerade geht die Sonne über den Bergen auf, ist es noch ziemlich frisch. Da stehe ich noch im Hotel am Fenster und bereite mich auf die erste Hürde vor: Was verputze ich denn mal so zum Frühstück? Kraft muss es spenden und Ausdauer. Denn erst bei km 17 und dann bei km 30 gibt es Verpflegungsstellen. Das ist sparsam. Aber so ist ecotrail – semiautonom. Der hungrige Genießer soll‘s halt selber schleppen.

 

 

Nach erfolgreicher Überwindung dieser ersten Hürde begebe ich mich nun bei steigenden Temperaturen zum Start. Ein freundliches Team übergibt mir meine Beute: Ein Funktionsshirt, einen langen Buff (von Buff) , die Startnummer und ein paar gute Wünsche. Das hat alles noch Platz im Rucksack, man kann aber auch die Garderobe nutzen. Nur ein  Klo gibt’s nicht. Dafür aber schöne Aussichten: Auf den nackten David, auf Brunelleschis riesige Kuppel, den Arno mit Ponte Vecchio und die Berge im Nordosten – da geht’s hin.

Pünktlich fällt der Startschuss. Und ab geht’s. Keine 300 m, eine Treppe hoch zum San Miniato und schon Trail und zack- gleich über die erste Baumwurzel. Absturz, mein Becher zerbricht in tausend Stücke. Das gibt mir zu denken, während ich meine Wunden lecke. Denn: an den Tankstellen gibt es keine Becher. Eco eben. Was mache ich bloß ohne Becher? Die Lösung – ganz einfach! Aber erst später. Als ich wieder zu mir komme, haben wir längst das Kloster umrundet und toben die Viale Michelangelo auf dem Radweg zur Arnobrücke  runter.

 

 

Ab hier wird es hart, sehr hart. Ohne Schatten laufen wir so etwa 6-7 km am Flussufer. Mal nördlich, mal südlich und immer weiter raus aus der geschäftigen Stadt. Es wird deutlich ruhiger hier. In einer kleinen Kurve steht ein Wasserkran! Herrlich – trinken und die Wunden waschen. Jetzt kann es weitergehen. Der Arno hat ein paar Staustufen, an der dritten laufen wir noch vorbei, in San Jacopo biegen wir ab. Noch durch den Ort, unter der Bahn durch,  dann beginnt er, der Aufstieg. Unendlich lang ist er und hoch. Wird ja auch Zeit, denn es sollen ja 1100 hm werden.

Zunächst haben wir noch Straße unter den Füßen. Weiter oben wird es einsamer, die Häuser schöner und schließlich der Wald dichter. Endlich mal etwas Schatten. Ziemlich steil und sehr geröllig wird’s hier, alle haben ganz schön zu tun. Die Wegmarkierungen sind eindeutig, aber komischerweise leiten sie uns immer zu den unbequemsten Passagen. Ab und zu queren wir eine Straße, immer durch Posten gesichert. Weiter zum Castel di Poggio, ein steiler Trail und dann eine Wiese mit fantastischer Aussicht und dem VP. Und dazu mein Tipp: Da ich ja becherlos geworden bin, futtere ich einfach den Napf mit den Rosinen leer – schon ist Platz für die Cola. Aber auch so ist alles halb so schlimm – wir haben ja auch unsere eigenen Camelbaks und Vorräte dabei.

 

 

Jetzt beginnt eine lange Schleife, die genau zu diesem VP wieder zurückkommt. Ein wunderbarer, schmaler Trail durch den lichten Wald, bis zu einem kleinen Gehöft, dann noch den Berg hoch zur Streckentrennung. Wir 43er dürfen nach links und nach kurzem Straßenstück wieder in den Wald. Dann aber am VP vorbei, denn die Futterreste sind für die 80er reserviert.

Fiesole heißt das nächste Zwischenziel. Viel Trail durch Wald, durch die Olivenplantagen, zwischen Steinmauern und kleinen Gehöften durch. Alles ist perfekt markiert. Hier hat es wohl schon länger nicht mehr geregnet, nur wenige Blumen bringen ein wenig Farbe ins Spiel. Über Treppen arbeiten wir uns mal wieder hoch, links liegt das römische Ruinenfeld, rechts ein moderner Friedhof. Und ganz oben steht eine Kirche, berühmt für ihren Panoramablick auf Florenz, das in der Mittagssonne vor sich hin glüht. Genau wie wir.

 

 

Über den Marktplatz  und die Gassen geht es weiter hoch. Oben am Kloster steht noch mal ein Wasserkran, der letzte vor der Wildnis mit dem Monte Ceceri  und dem Piazzale Leonardo. Es heißt, genau hier habe der Meister seine ersten Fluggeräte erprobt. Steil genug ist es ja. Ein richtig schöner Wald, ein toller Aussichtsplatz, pittoreske Sandsteinfelsen und Höhlen. Und ein Knochenbrecher-Trail bergab - ganz tolles Geläuf. In Maiano fängt wieder eine Straße an, noch etwas durch die Olivenhaine zu einem Bach mit Brücke und unserem VP. Überall steht Kunst rum. Viel wichtiger für uns ist aber die Nudelsuppe.

Pause, 10 Minuten Siesta müssen sein. Wir haben schließlich 9 Stunden Zeit, die soll man sinnvoll nutzen. Nach dem VP schlängelt sich der Trail auf eine Hochfläche, zu den Oliven (hier gibt’s nur Oliven, wo ist eigentlich der Wein?) und durch einen letzten Wald. Settignano wird noch durchquert, nach einer prächtigen Villa mit kurzem Tunnel davor laufen wir unwiderruflich bergab ins Arnotal. Wieder unter der Bahn durch. Zum Fluss kommen wir durch einen kleinen Künstlerpark. Jetzt laufen wir der sinkenden Sonne entgegen. Der eine Wasserkran steht immer noch da, nochmal Kühlwasser über den Kürbis, das tut gut.

Mit Laura flitze ich dem Ziel entgegen, ihre Eltern – die einschlägig bekannten Fenders - sind auf der 80er Strecke beschäftigt und kommen etwas später nach. Zur Freude der temperamentvollen Autofahrer wird aller Verkehr - nur für uns - gestoppt. Ein herrliches Gefühl ist das. Man kommt sich endlich mal wichtig vor. Schlappe 60 HM noch bis ins Ziel. Und finish! Ach, ist das schön hier.

 


Fazit

Ein herrlich unkomplizierter Trail ist das hier. Alles kann man vorher regeln. Das großzügige Zeitlimit von 9 Stunden schließt allerdings auch einen eventuellen Schietwetterzuschlag mit ein. Das gibt’s nämlich hier auch, besonders gerne jetzt im  März gelegt. Trailschuhe und Stöcke sind sehr lohnend, das Pflichtgepäck stellt wirklich das Minimum dar.

Und dann natürlich ein Gang durch Florenz – am Abend oder früh am Sonntag. So als Belohnung. Shoppen geht ja sowieso immer, wenn die Visa noch im Limit ist…

Letzter Tip: nicht weit vom Start, den Berg etwas rauf, gibt es ein traumhaftes Arthotel. Völlig ruhig, der schöne Garten öffnet sich nach Westen. Der Portier läuft selber und kennt die Strecke.  Zur Feier des Tages sitzen wir mit Wein in der Sonne … einfach unschlagbar.

 

 

 


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