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Laufberichte

Die Party fiel nicht ins Wasser

02.05.10

Über die Cecilienallee geht es nun wieder zurück und hier kommen uns schon die später gestarteten Staffelläufer entgegen. Eine Trommlergruppe heizt noch die Stimmung an. Ich lasse es vorsichtig angehen. Durch meine viermonatige Zwangspause bin ich doch etwas unsicher. Mein letzter Marathonlauf fand noch im Schnee statt. Heute ist es mit 13 Grad und gelegentlichem Sprühregen für uns Läufer fast ideal. Für heute waren in der Vorhersage anhaltende und ergiebige Regenfälle angekündigt. Doch zum Glück tröpfelt es nur gelegentlich und die versprochene Party kann steigen.

Bei KM 9 überqueren wir mit der Oberkasseler Brücke den Rhein und erreichen damit einen der Zuschauermagneten. Hier stehen sie ganz dicht und haben eine schöne Sicht auf den Rhein und das Läuferfeld. Auf der Gegenseite kommt uns bereits die Spitze entgegen und ist schon 10 KM weiter. Wir laufen für die nächsten 10 Kilometer auf der anderen Rheinseite. Auch hier stehen zahlreiche  Zuschauer- und Musikgruppen welche eine typische Citymarathonatmosphäre verbreiten. Als karnevalserprobte Rheinländer sind die Düsseldorfer immer gerne bereit, eine Party zu feiern. Da kommt der Marathon gerade Recht, um mal wieder ein Fass aufzumachen. Für Beifall und Anfeuerung ist also immer gesorgt. Insgesamt stehen wohl 400.000 Zuschauer an der Strecke und feiern die Läufer und den Marathon. Von ein paar Regentropfen lassen die Düsseldorfer sich nicht beeindrucken.

Bei KM 19 geht es wieder über die Brücke zurück und jetzt spüre ich auch, dass hierfür doch ein Anstieg notwendig ist. Ansonsten ist die Strecke aber schön flach.

Ich treffe wieder Inge, Petra und Christiane welche sich hier postiert haben um uns anzufeuern und zu fotografieren. Peter ist schon vor 7 Minuten vorbeigekommen. Nicht schlecht, wo er doch letzte Woche erst in Bonn dabei war. Nun ja er ist auch 12 Jahre jünger.

An der  Prinz-Georg Str. ist die Halbmarathonmarke erreicht und meine Uhr zeigt 1:59 Jeder Kilometer ist übrigens immer deutlich angezeigt und bietet dadurch eine gute Kontrollmöglichkeit des Tempos. Über die  Roßstraße geht es jetzt im Bogen zur Brehmstraße und damit zu KM 26.

Auf der Strecke fällt mir ein Läufer auf, welcher sich als Römer verkleidet hat. Stilecht läuft er in der Tunika mit Sandalen. Aua, dass tut mir schon beim zuschauen weh. Aber was lese ich da auf einem Trikot „Heul nicht, lauf“.
Bald treffe ich auch Michel , der bei ei vielen Läufen dabei. Er feuert die Läufer an. Um mich herum höre ich englisch, französisch und niederländisch. Auch Japaner sind im Feld, denn in Düsseldorf ist ihre größte Kolonie in Deutschland. 

Auf der Fritz-Wüst.Str.  ist wieder die Hölle los. Hier auf der sogenannten “Aluminium Meile“ richtet die Trimet Aluminium AG ein Straßenfest aus. Die Live-Band „Düsselfööss trägt hier selbst komponierte Songs wie den Marathon Swing und Marathon Twist vor. Da kommt natürlich Partystimmung auf. Die Zuschauer merken, dass die Läuferbeine schwerer werden und die Läufer nun Aufmunterung brauchen.

Am Wehrhahn ist KM 30 erreicht und wir sind wieder mitten in der Innenstadt. Hier ist der letzte Staffelwechsel. Die Staffelläufer haben sich längst unter die Einzelläufer gemischt und man kann sie immer gut an den zusätzlichen Startnummern auf dem Rücken erkennen. Hier nach dem Wechsel laufen sie natürlich frisch und voller Elan los. Im wilden Zickzack umkurven sie die Marathonläufer.

Jetzt zeigt sich die Landeshauptstadt nochmals  von der besten Seite. Es geht nun wieder Richtung Rhein in den Medienhafen mit den Gehry Bauten. Drei Türme die wirklich außergewöhnlich sind. Gut, dass ich schon hierauf vorbereitet bin sonst würde ich vielleicht doch an meiner Sehkraft zweifeln. Schiefe Wände und verkantete Fenster zeugen hier nicht vom Pfusch am Bau sondern vom Traum des Architekten Frank O. Gehry der wohl wie Hundertwasser die gerade Linie als menschenfeindlich ablehnt.

Ich versuche aber trotzdem nicht zu schwanken und gradlinig weiter zu laufen. Wie immer bei dieser Distanz werden die Beine schwer und ich bin froh, dass auf der Hammerstr. niemand mit einem solchen steht. Stattdessen gibt es nochmals eine Verpflegungsstation und ich bin für das angebotene Colagetränk dankbar.

Noch 4 KM sind es bis zum Ziel. Über die Haroldstr, geht es zur Königsallee und damit zu d e r Einkaufsstraße in Düsseldorf. Für die Schaufenster habe ich aber keinen Blick mehr, außerdem stehen hier wieder dichtgedrängt die Zuschauer und feiern, jetzt kurz vor dem Ziel, jeden Läufer als Sieger. Da wir die Königsallee nach einer Wende auch wieder zurücklaufen, haben wir diesen Triumph auf zwei Kilometer. Damit aber nicht genug, geht es doch jetzt auf dem letzten Kilometer wieder zum Rhein und dann auf der Uferpromenade direkt ins Ziel. Im Hintergrund grüßt schon der Schlossturm.

Das Zuschauerspalier wird dichter und der Lärmpegel immer höher. Musik und Cheerleader begleiten mich auf den letzten Metern. Ja, das gibt es nur bei den großen Citymarathons - und Düsseldorf ist zweifellos einer der ganz Großen in Deutschland.

Nach 4:03:58 bin ich durch den großen Zielbogen und erhalte meine schöne Medaille. Auf dem Burgplatz erwartet mich eine reichhaltige Zielverpflegung und ich kann mich in Ruhe erholen. Der Veranstalter hat auch noch für jeden Teilnehmer eine Tüte gepackt. Neben Handtuch und Duschgel gibt es auch noch etwas zu trinken und zu knabbern. Hier erhalte ich auch meinen Kleiderbeutel zurück und es gibt Dusch- und Massagemöglichkeiten.

Im Verpflegungszelt gibt es jetzt auch noch alkoholfreies Bier, Berliner und Obst. Hier treffe ich nochmals Joe und er erzählt mir schon von seinen Plänen für das nächste Wochenende. Wer will kann auch noch ein Finisher T-Shirt erwerben.
Nachdem ich den Zielbereich verlassen habe, finde ich schnell meine Fans wieder. Meine Frau freut sich mit mir über den gelungenen Wiedereinstieg in die Saison 2010.  Peter ist auch wieder vom Lauf begeistert und mit seiner Laufzeit zufrieden. In vier Wochen soll es für uns ein paar Kilometer weiter an Rhein und Ruhr in Duisburg weitergehen.

Sieger wurde heute Jaroslaw Musinschi in 2:08:31, das ist ein neuer Streckenrekord. Schnellste Frau war Natalya Volgina in 2:30:47.

Die Ergebnisliste gibt es abends im Internet und hier kann man auch seine Urkunde ausdrucken. Später erhält man noch die offizielle Ergebnis-CD per Post zugeschickt.

Der Marathon in Düsseldorf ist eine tolle Party an der man auf jeden Fall einmal teilgenommen haben sollte.

Siegerliste

Marathon Männer

1  Iaroslav Musinschi (MD)  02:08:32
2  Andrej Toptun (UA)  02:12:08 
3  Pawel Ochal (PL)   02:13:23 
4  Falk Cierpinski (DE)  02:17:18 

Frauen

1  Natalya Volgina (RU)   02:30:47 
2  Volha Salevich (BG)  02:31:41  
3  Svetlana Semova (D) 02:33:31 
4  Melanie Kraus (DE)  02:36:00 


  

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Informationen: Metro Marathon Düsseldorf
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