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Laufberichte

Platz 1 bei garstigen Bedingungen!

 

Fotos: Alpha Foto

 

Manchmal sind spontane Entscheidungen gar nicht schlecht. Es muss ja nicht immer alles geplant sein. Grundsätzlich habe ich mental meine aktive Wettkampf-Laufsaison 2019 mit dem Erfolg beim Transruinalta/Transviamala Doppelevent abgeschlossen. Nur noch als Zuschauer wollte ich die weiteren Rennen des Jahres betrachten und genießen. Zudem bin ich als bekennender Schönwetterläufer nicht prädestiniert für Events in der kalten, winterlichen Jahreszeit.

Am letzten Sonntag liebäugelte ich mit einem Start beim legendären Frauenfelder. Bekanntlich gibt es ja die Möglichkeit, bei der Kultveranstaltung neben dem Waffenlauf auch die Halbmarathondistanz Wil-Frauenfeld oder den Marathonrundkurs von Frauenfeld nach Wil und auf einer neuen Route zurück zu absolvieren. Es wäre mein erster Waffenlauf ohne Waffe...

Erst am Freitag entscheide ich mich definitiv für einen Start, weil ich bis dahin mit den Nachwirkungen eines zügigen Traillaufs zu kämpfen hatte. Und dann sind da auch noch die Wetterprognosen, die knappe positive Grade und Schneeregen versprechen.

Wetterberichte sind nicht so schlecht wie ihr Ruf, die Prognose tritt ein. Wenigstens ist mein Muskelkater passé und so mache ich mich am Sonntagmorgen mit Mama & Papa auf den Weg nach Frauenfeld.

Bei Matsch, Schnee, Regen und Wind sollte das Rennen um 10:30 Uhr beginnen. Ich werde als heißer Anwärter auf den Sieg gehandelt, aber auch Robin Hanser und Ben Ueltschi. Ich will ein taktisches Rennen laufen, auf den ersten zehn Kilometern Körner sparen und dann um den Sieg kämpfen. Schließlich verschärfen ca. 600 Höhenmeter den Kurs durch die schöne Landschaft. Einen Rhythmus zu finden wird schwierig werden. Nach dem Startschuss aus einer Militärkanone auf dem Marktplatz bilden die beiden anderen Favoriten mit mir und Maarten Hendricks das Spitzenquartett.

 

 

Ich finde unser Anfangstempo bereits sehr ambitioniert und in den ersten Steigungen können nur Hanser und Ben mit mir mithalten. Nach circa sieben Kilometern lässt dieser aber abreißen und wir schießen  zu zweit durch die Gegend, muntern uns gegenseitig auf und haben lustige Gespräche. Ben will seine 2:46er Endzeit vom Vorjahr klar verbessern. Wir profitieren voneinander und pushen uns über die coupierte Strecke. Zwar kann er im Fortlauf des Rennens keine Führungsarbeit mehr übernehmen, bleibt aber hartnäckig an meinen Versen, bis ihn immer öfters kleine Krisen plagen. Ich fühlt mich gut, will jedoch nicht zu stark forcieren: Marathon ist Marathon und es kann viel passieren. Wie immer verpflegen mich meine Eltern mirakulös mit Wasser und Gels auf der Strecke.

Faszinierend finde ich, wie viele Zuschauer sich trotz der misslichen Bedingungen am Streckenrand für das Rennen interessieren und uns applaudieren. Vielen Dank! Ganz besonders auch dem Vorjahressieger Raphael Josef und Arno Schneider. Sensationell auch  die Waffenläufer, die uns bei unseren Überholmanövern anfeuern. Sie sind eine halbe Stunde vor uns gestartet. Beeindruckend, wie Mann und Frau im Tenü (Uniform) und mit Packung (Rucksack) und Gewehr dieses Abenteuer angehen. Leider gelingt es mir nicht, Raphael Sprenger und den Sieger des Waffenlaufs, Patrick Wieser noch einzuholen.

 


Auf den Bildern der Autor mit Startnummer 2266

 

Bei Kilometer 35 quetsche ich mir einen salzigen Sponsor Gel in den Gaumen und drücke das Gaspedal in den gemeinen Steigungen noch mehr durch. Ben muss abreißen lassen, läuft jedoch weiter ein beeindruckendes Rennen. In 2:37 erreicht er das Ziel und  pulverisiert seine Vorgabe. Ich fühle mich extrem stark, die Beine rollen wie von alleine. Sven Lusti feuert mich nicht nur an, sondern schiebt mich sogar dem Ziel entgegen.  Ich hoffe, ich werde hierfür nicht disqualifiziert. In 2:36:21 überquere ich im Dauerregen das Zielband in Frauenfeld bei der Kaserne.

Ich denke, das sind meine letzten Rennkilometer in diesem Jahr gewesen.

 

 

 

Siegerliste

 

Marathon Männer

1.         Birchmeier Ralf          2:36.21,9        
2.         Ueltschi Benjamin      2:37.25,6                    
3.         Hanser Robin             2:46.36,0        

Frauen

1.         Schanzer Veronika    3:07.40,2        
2.         Föllmi Priska               3:22.44,9        
3.         Walzthöny Isabella     3:31.44,3        

 

Waffenlauf (42 km) Männer

1.         Wieser Patrick            2:55.04,5        
2.         De Martin Marco        2:57.19,2        
3.         Sprenger Raphael      3:04.26,3       

Frauen

1.         Steiner Caroline         3:24.45,5        
2.         Müller Astrid               3:45.26,9       
3.         Fankhauser Beatrice  3:45.56,2       

 

 

Informationen: Frauenfelder Marathon
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