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Laufberichte

„Haltet das Tempo hoch“

 

Nach drei Jahren sind Judith und ich mal wieder zum Hannover-Marathon unterwegs. Die Eindrücke unserer beiden vorherigen Teilnahmen waren einfach zu schön. Die 500.000 Einwohner zählende niedersächsische Hauptstadt am Übergang vom Mittelgebirge zur Norddeutschen Tiefebene ist schon seit ihrer Gründung ein Verkehrsknotenpunkt zwischen Nord/Süd und Ost/West. Die 600-km-Zugfahrt ab München legen wir auf der neu renovierten Schnellfahrstrecke in gut vier Stunden zurück. 

Fast 34.000 Anmeldungen liegen dem Veranstalter vor, alleine 6,000 für den Marathon, so viele wie nie zuvor. Die Startnummern gibt es am Samstag bis 19.00 Uhr. Da wir uns schon um 17.30 Uhr mit Bekannten in einem italienischen Restaurant treffen wollen, machen wir uns nach dem Check-in im Hotel Kaiserhof am Bahnhof gleich auf zur Marathonmesse in der Heinz-von-Heiden-Arena, Heimat des Fußballvereins Hannover 96. Nach einer kurzen Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln und ein paar hundert Metern Fußmarsch sind wir vor Ort und erhalten die Startnummer nach Vorlage des QR-Codes. Dann durch eine kleine Marathonmesse. An einem eigenen Stand neben der Tribüne mit Blick auf das Spielfeld ist der Plastikbeutel für die Kleiderabgabe abzuholen. Für Marathonis enthält er zwei Gelbeutel von Dextro Energy. Wer ein Veranstaltungslaufhemd bestellt hat, kann es nebenan abholen.

Danach gehen wir zum Neuen Rathaus. Das Gebäude im eklektizistischen Stil wurde von1901 bis 1913 auf 6062 Buchenpfählen errichtet. Mit einem einzigartigen bogenförmigen Aufzug kann man sich zur knapp 100 Meter hohen Aussichtskanzel befördern lassen, wo einen ein schöner Ausblick auf die Innenstadt samt Start- und Zielgelände erwartet. In der großen Halle im Erdgeschoss sind Modelle der Stadt zu sehen. Bedrückend die Darstellung der im zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstörten Innenstadt.

Rund um das Rathaus findet heute ein Familientag mit Hüpfburg und sonstiger Unterhaltung statt. Die Kinderläufe sind schon beendet, wie man an den vielen mit Medaillen dekorierten Dreikäsehochs erkennen kann. Wir sehen noch den 5-km-Elitelauf für die Altersklasse U23, den Vanessa Mikitenko und Jonas Kulgemeyer gewinnen. Im Neuen Rathaus hätte es auch die Pastaparty gegeben, auf die wir wegen unserer Essensverabredung aber verzichten. 

 

 

Marathontag

 

Das Frühstück in unserem Hotel, wo zahlreiche LäuferInnen untergebracht sind, gibt es ab 6 Uhr. Wir können uns noch etwas Zeit lassen, bevor wir zu Fuß den 1 km langen Weg zum Startbereich antreten. Der Friedrichswall erinnert an eine spanische Rambla. In der Mitte der Straße gibt es einen Bereich mit Fußweg, gesäumt von Grünstreifen mit vielen schönen Osterglocken. Die LKW für die Taschenabgabe stehen hinter den Startblöcken. Wir versuchen auf dem Weg dorthin nicht so viel Grün zu zertreten. Obwohl es jetzt noch empfindlich kühl ist, sagt der Wetterbericht für später viel Sonne und Temperaturen bis zu 17 Grad voraus. Also sollten wir uns nicht zu warm anziehen. Toilettenanlagen gibt es einige am Straßenrand. Die Wartezeit ist überschaubar.

Um 10:00 dann der Start. Wir sind für Block D eingeteilt, schieben uns langsam vor und sehen, dass die Blöcke A bis C eher klein waren. Wir bekommen einen eigenen Start für Block D und Judith und ich überqueren die Linie um 10:07 Uhr. 

Der Marathon hat eine abwechslungsreiche Streckenführung: Viele Stadtviertel warten auf uns, unterbrochen von einigen Kilometern im Stadtpark. 

 

 

Über den Waterlooplatz starten wir, optimistisch, später kein persönliches Waterloo zu erleben. Die Siegesgöttin Viktoria auf ihrer Säule ist eingerüstet. Rechts der Schützenplatz, wo derzeit das Gilde-Frühlingsfest stattfindet. Danach die uns schon bekannte Heinz-von-Heiden-Arena. Bei deren Namensgeber handelt es sich nicht etwa um einen Fußballer, sondern um die Sponsorenfirma, einen Fertighaus-Hersteller. Im Biergarten Nordkurve nebenan läuft auf der Leinwand die Live-Übertragung des Marathons. Wir erreichen bei km 1,5 den Maschsee. Der 2,4 km lange See mit seiner schnurgeraden östlichen Promenade, auf der wir dahin brausen, wurde 1934 bis 1936 im Rahmen von Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen angelegt. Der umgebende Park in der Leineaue dient als Naherholungsgebiet. 

Ich sehe einen indisch gekleideten Läufer und rufe mal ein „Vanakkam“ hinüber. Diese Grußformel wird vor allem in Tamil Nadu in Südindien verwendet, aber Manthan als Nordinder kennt sie auch. Er läuft heute seinen ersten Marathon und ist wie ganz viele Mitstreiter mit einer 1 auf der Startnummer gekennzeichnet, zusätzlich auf dem Rücken mit einem Schild „Ich bin Erstling“. Die Staffeln haben auch Rückenschilder, was hilfreich ist. Manthan möchte sich mir anschließen. Aber dann ist der Drang nach vorne größer und er zieht davon.

Die hochwassergeschützte Furt der Leine führte im Mittelalter zur Gründung einer Siedlung. Aber auch schon vorher ließen sich Menschen hier nieder. Der Fund von Tongefäßen und einer Denar-Münze mit dem Porträt des Kaisers Severus Alexander dient als Beweis dafür, dass schon zur Römerzeit hier Handel getrieben wurde. Ich bin beeindruckt, wie viele HannoveranerInnen schon hier an der Strecke stehen.  Allerlei Kunst ist zwischen den Ruderclubs zu sehen. Und auch ein Ruderboot.

Wir drehen nach links. Die Halbmarathonis, rekordverdächtige 14.000 an der Zahl, starten erst eine Stunde nach uns und schneiden gelegentlich ab. Das ist aber alles gut markiert und viele Streckenposten passen im hinteren Teil des Marathons auf, dass keiner falsch abbiegt. Zeitmessung ist alle fünf Kilometer, sodass man später auf der Ergebnisliste doch einige DSQ findet. Kurz danach wieder links und dann auf schnurgerader Hildesheimer Straße Richtung Zentrum. Ich bin ja immer recht aufgedreht und mache mit den Zuschauenden und ihren Motivationsschildern oft Späßchen. Hier ist schon richtig viel los, später wird in den Medien von insgesamt 200.000 Zuschauern die Rede sein.

Ich freue mich über die vielen Stadtbahnen, die es hier zu sehen gibt. Und beim Blick nach links in die Querstraßen sieht man viele Stadthäuser. Unter der langen Brücke des Südschnellwegs hindurch. Das ist eine Baustellenbrücke, wie mir ein Mitläufer erklärt. Die Anwohnenden und Autofahrer bekommen nun einen Tunnel, dessen Fertigstellung sich jedoch verzögert. Kommt mir irgendwie bekannt vor. Am Döhrener Turm vorbei, ein spätmittelalterlicher Wachtturm, Einflugschneise der Wasserfledermaus und daher nur im Winter nachts beleuchtet. Und ein spezieller Party-Hotspot. 

Die 4:45-Pacer überholen mich. Eine davon ist Petra, die wir öfter mal bei unseren Läufen treffen. Ich bleibe dran. Heute scheine ich fitter zu sein als bei den letzten Marathons. Meine Knie halten noch. 

 

 

Die Stadtbahn taucht in den Untergrund, die Zahl der Zuschauer nimmt zu. Ein Pärchen kommt die Treppe hoch und hält mir ein Schild hin, auf dem die Entwicklung des Menschen vom „Vierbeiner“ zum Läufer gezeigt wird. Wenn ich die Darstellung richtig deute, wären wir jetzt gerade erst auf der Stufe des aufrechten Gangs angelangt. Da muss ich mich doch beschweren.
Ein Bereitschaftspolizist überholt mich. Jetzt rennt die Polizei also schon vor mir davon. Außerdem sind heute sehr viele Polizeischülerinnen und -schüler meist als Staffeln dabei.

Schwungvoll gelangen wir nach sechs schnurgeraden Kilometern an den Rand der Innenstadt. Diese wurde im 2. Weltkrieg zu 90 Prozent zerstört. Einige Häuser baute man wieder auf, generell wurde aber unter der Ägide des damaligen Stadtbaurats Rudolf Hildebrecht ein völlig neues Straßennetz angelegt. Das Ganze sollte autogerecht werden. Dem reisenden Marathonläufer fällt das nicht so auf, viele schöne Gebäude liegen an den breiten Straßen. Am Rande der Innenstadt und in der Näher von Start und Ziel kommen  wir zum Gebäude der Nord-LB vorbei. Der Glasturm ist schon recht futuristisch. 

Der Continental- Fanbereich begrüßt uns. Er liegt vor der Hannoveraner Oper. Kröpcke heißt der zentrale Platz der Stadt, benannt nach dem seit 1870 bestehenden Café. Wahrzeichen ist eine Uhr, die der Architektur des Cafés angepasst ist und ursprünglich als Wettersäule mit meteorologischen Instrumenten gedacht war, später aber multifunktional auch als Zeitmesser und Ausstellungsvitrine genutzt wurde. Nach wechselvoller Geschichte ist das heutige Exemplar ein Nachbau des Originals.

Die Niki-de-Saint-Phalle-Promenade, benannt nach der französisch-schweizerischen Künstlerin, die vor allem für ihre bunten, voluminösen „Nana“.Skulpturen bekannt ist, verläuft 650 Meter weit bis in den Hauptbahnhof. Ein schönes Gebäude, das direkt vor uns liegt, und ein Einkaufsparadies noch dazu. Ein Mann hält ein Schild hoch mit der Aufschrift „Das war der Schulweg meines Opas“. 

Wir unterqueren den Bahnhof durch eine lange Straßenunterführung. Ein wenig Lightshow. Danach gibt es Musik und einen Verpflegungsstand sowie die Trennung von der Halbmarathonstrecke. Die einzelnen Tische der Verpflegungsstände sind sehr gut mit Fahnen gekennzeichnet. An den großen VPs gibt es Wasser und  Energygetränke. Dazu Bananen und Riegel. Die Helfenden sind sehr freundlich. Toiletten gibt es auch. Und hinter den VPs, bei der Fahne „End“, viele Mülltonnen, sodass man die Pappbecher gleich fachgerecht entsorgen kann. Zwischen den VPs gibt es reine Getränkestellen, bevorzugt mit Wasser, im hinteren Bereich aber auch mit Iso und Cola.

Vor uns eine Hochstraße. Unten im Keller ein Parkbereich. Spannend, was man vor vielen Jahren als modern gesehen und gebaut hat. Daran folgend steht eine große grüne Runde auf dem Programm, 12 Kilometer lang. Hier kommen uns die Führenden entgegen. Die sind bei Kilometer 26, wir bei etwa 14. Wir erreichen den Erlebnis-Zoo, dessen Eingang nicht besonders fotogen ist. Leider kann man auch keine Tiere hören oder sehen, nicht mal riechen.

Der Eilenrieder Stadtpark lockt viele Spaziergänger und Radler an. Und ohne den Gegenverkehr, der gerade von links kommend aufhörte, ist auch reichlich Platz zum Laufen. Wer nun fürchtet, 12 Kilometer nur Grün sehen, für den gibt es „Entwarnung“: Wir kommen nach Groß-Buchholz. früher ein eigenes Dorf. Rechts der Telemax, ein 1989 bis 1992 errichteter 282 m hoher Funkturm, der fünfthöchste Deutschlands und aufgrund der asymmetrischen Bauweise ganz interessant anzusehen.

Richtig lebhaft wird es dann an der Staffelwechselstelle. Die Wechselstellen liegen immer abseits des Laufwegs. Wir haben Platz, müssen halt mit Schluss- und Startspurts zurechtkommen. 

Immer wieder sehen wir schöne alte Fachwerkgebäude oder Bauernhöfe. Hier soll das älteste Haus Hannovers stehen. 

 

 

Über den Mittellandkanal laufend sieht man links eine Windmühle. Wieder eine Straßenbahnallee, genannt Pobielski-Straße. Für die erste Hälfte der Strecke habe ich 2:23 benötigt. Vielleicht kann ich unter 5 Stunden bleiben? Noch passt es und viele MitläuferInnen kenne ich inzwischen. Etliche erzählen, dass sie mich von m4y kennen und wie gerne sie die Berichte lesen. Ich freue mich über dieses Lob.

Dann sind wir wieder am Park. Quasi auf der Nordseite zurück. Der Lister Turm war ursprünglich ein Wartturm der mittelalterlichen Hannoverschen Landwehr. Das alte Ensemble aus Turm und Forsthaus wurde Mitte des 19. Jahrhunderts abgerissen und 1895 durch eine romantisierende Nachbildung von Hermann Schaedtler ersetzt. Im Frühjahr 1933 betrieben hier die Nationalsozialisten ein Gefängnis mit Folterkeller. Nach dem 2. Weltkrieg beherbergte der Turm zeitweise die Hochschule für Musik, Theater und Medien. Heute dient er als Stadtteilzentrum mit Biergarten.

Dann queren wir den Park. Hier gibt es Lastenradfahrer, die mit Musik unterwegs sind und uns begleiten. Dann kommen wir zum Erlebnis-Zoo zurück. Vorbei an einer der vielen Trommelgruppen, die heute hier aufgeboten werden, genauso wie etliche DJs. Der Veranstalter listet insgesamt 96 auf. Dass die Zahl  96 in Hannover eine gewisse Bedeutung hat, habe ich nun auch begriffen. 

Bei Kilometer 27 an der Raschplatzhochstraße hinter dem Hauptbahnhof sehen wir den Funkturm von 1952 und  treffen auf den breiten Strom der Halbmarathonis. Die 2:15-Pacer schieben sich langsam vorbei. Passt. Spannender ist aber, dass wir nun in die trendigen Viertel hinter dem Bahnhof eintauchen, die Oststadt und List. Und wer meinte, die Stimmung wäre nicht mehr zu toppen, wird eines Besseren belehrt. Das macht mir sehr viel Spaß, wenn es auch an einigen Stellen eng wird. Einige Zuschauer halten Tempo-Päckchen hoch. Die Erklärung folgt auf einem Schild: „Haltet das Tempo hoch“

 

 

Aber erst einmal weiter die Stimmung genießen. Mir fällt auf, dass heute am Streckenrand wahnsinnig viel Aperol Spritz konsumiert wird. Und langsam nehme ich den Zuschauerinnen übel, dass sie immer wieder diese Schilder mit dem Slogan „Hot girls run (half) marathon“ hochhalten. Was ist mit den alten männlichen Marathonläufern? An die denkt wohl keiner! Ok, ob ich hot bin, ist fraglich. Aber das ist doch alles geschlechter- und altersdiskriminierend. Punkt. Jetzt wäre ein Aperol gut, aber den gibt es nicht für mich. Und ich hoffe, dass die Zuschauer meine Empörung auch nicht ernst nehmen.

Alles nur Spaß. Ich genieße die Stimmung und klatsche unentwegt Hände ab. Hier finden sich alle Zutaten für einen perfekten Stadtmarathon: Man sieht viele schöne Gründerzeitbauten, teilweise alte Fachwerkhäuser und muss nur auf die gelegentlichen Aufpflasterungen achten, die nicht farbig markiert sind. 

An der Infotafel kann man erkennen, dass der Marathon noch mal einige Extra-Kilometer benötigt, und dann kommt schon die Trennung bei Kilometer 32. Wieder eine breite Stadtbahn-Allee, die Vahrenwalder Straße. Sonnenschein, aber die Stimmung hat leider etwas nachgelassen. Mich erwischt der Hammermann. Und wie. Also muss ein Gel her. 

An der Mauer der 1962 eingeweihten evangelischen Lukaskirche wird in Bronzebuchstaben darauf hingewiesen, dass es seit 1945 keinen Krieg mehr in Deutschland gab. Das Vorgängergebäude wurde seinerzeit bis auf den Turm komplett zerstört. Kirchen sehen wir heute reichlich, in unterschiedlichen Baustilen. Noch eine quirlige Staffelwechselstelle, dann sind wir bei km 36 wieder mit den Halbmarathonis vereint. Eventuell wirkt das Gel oder der Umstand, dass ich mir vor den „hot girls“ keine Blöße geben will. Ich ziehe wieder an. Die Stimmung auch. Unglaublich, was hier noch aufgeboten wird.


 

Jetzt sind wir beim Welfenschloss, gebaut 1857 bis 1866 aus dem gelb-weißlichen Velpker Sandstein, einem der härtesten Sandsteine Deutschlands. Die Annexion des Königreichs Hannover und die Entthronung der Welfen durch Preußen im Jahr 1866 führten dazu, dass das Gebäude 1879 „zweckentfremdet“ und zum Sitz der Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Universität Hannover umgewidmet wurde. Im selben Jahr wurde die vor dem Gebäude stehende Skulptur des „Sachsenrosses“ eingeweiht, die an das Wappentier des Bundeslands Niedersachsen erinnert.

Leicht hinab in den Schlosspark. Um einige Wohnanlagen für Studierende herum. Daher hier auch viele fröhliche junge Leute. Ein Team, nach Kleidung und Fahne zu urteilen eher farbentragend, hält viele Kästen Bier bereit. Ich lehne dankend ab. Einige Staffel-Herren greifen bei den Flaschen zu. Noch drei Kilometer. Wir drehen nach links auf einen Abschnitt mit schlechtem Untergrund. Aber nur kurz. Dann im Grünen unter einer Hochstraße hindurch. Die Königswörther Brücke über die Leine ist sehr schön gestaltet. Hier zwischen den älteren Häusern ist noch mal eine Partyzone. Quasi die letzte auf unserem Kurs.

Die Sophie, mit der ich schon seit 30 Kilometern immer mal wieder zusammentreffe, überholt nun und zieht ganz langsam davon. Noch 1,7 Kilometer. Ich laufe am Limit. Am Streckenrand stehen Hinweisschilder zum Staffeltreffpunkt. 700m vor dem Ziel werden die Staffeln nach links geleitet und können dann als Gruppe auf getrennter Spur ins Ziel laufen. Die Kuppel des Rathauses lässt von weitem erahnen, wo sich das Ziel befindet. 

Skulpturenmeile heißt das hier. Links daher auch die netten „Nanas“ Sophie, Charlotte und Caroline, benannt nach Kurfürstin Sophie, Charlotte Buff, dem Vorbild der „Lotte“ in Goethes „Werther“-Roman, und der Astronomin Caroline Herschel. Die voluminösen Frauenkörpern nachempfundenen Figuren, 1974  kreiert von der Künstlerin Niki de Saint Phalle und einst umstritten, gehören inzwischen längst zu den begehrtesten Fotomotiven im Straßenbild der Stadt. 

 

 

Dann endlich sehe ich den Zielbogen. Noch zweihundert Meter. Kurz vorher können „Erstlinge“ via Buzzer eine Rauchfontäne entfachen und damit auf ihre erfolgreiche Marathon-Premiere aufmerksam machen.  Eine tolle Idee der Hannoveraner Marathon-Macher. 

Schon laufe ich unter dem Jubel des Publikums durch den Zielbogen. Einige Fotos noch. Viele Halbmarathonis treffen ein, auch schon einige Nordic Walker. Viele der jetzt ankommenden Marathonis tragen die goldene Erstlings-Eins auf der Nummer.

Ich höre den Sprecher sagen. „Jetzt kann ich jeden Finisher per Handschlag begrüßen.“ Das war  vor ein, zwei Stunden mit Sicherheit nicht möglich. Ein paar Meter weiter wird mit Glückwünschen eine interessante Medaille überreicht. Sie zeigt die Stadt Hannover von oben mit der gravierten Marathonstrecke. Gefällt mir sehr gut. 

Judith wartet auf mich und wir folgen der Beschilderung zur Zielverpflegung. Vier Treppenstufen sind zu bewältigen. Helfende passen auf, dass jeder hinunterkommt. Manche gehen rückwärts. Bei mir wird der Muskelkater erst übermorgen einsetzen. Die Zielverpflegung hat ein sehr reich- und vielfältig, Erdinger Weißbier inklusive. Gleich nebenan die Massagemöglichkeit. 

Es wird frisch und wir holen uns den Kleiderbeutel. Die meisten Osterglocken haben den Ansturm der vielen Füße leider nicht überlebt, sie sind buchstäblich platt. Schade. Duschen gäbe es in einer nahen Turnhalle. Für uns geht es ins Hotel, wo wir einen sehr späten kostenlosen Checkout bekommen haben. 

Mit dem ICE fahren wir spätabends zurück. Bei meinem nächsten Besuch hänge ich sicher noch einen Tag an. Es gäbe da noch einiges anzusehen.


Fazit

 

Für mich war das heute ein fantastisches Erlebnis: Die Stimmung mit Trommelgruppen, DJs und unzähligen Zuschauenden ist phänomenal, einige etwas ruhigere Passagen gibt es allerdings auch. Man sieht viel von der Stadt. Die Strecke ist flach und ziemlich schnell. Es gibt viele VPs mit hilfsbereitem Personal. 

 

Finisher

 

4.908 Marathonis
818 Staffeln (bis zu 6 Teilnehmende)
403 Deutsche Meisterschaft
11.691 Halbmarathon
4.197 10er 
10 Handbiker
117 Walker
Insgesamt knapp 34000 TeilnehmerInnen

 

Ergebnisse


Marathon Männer

1. Maru Thomas KIBET (Kenia)             2:07:53
2.Godwin KATAKURA (Simbabwe)         2:08:46
3. Asnake DUBRO (Äthiopien)             2:10:22

Ergebnisse Männer DM

1. Tom THURLEY    Munich Athletics         2:11:02     
2. Erik HILLE        Munich Athletics        2:12:22     
3. Lorenz BAUM    LAV Stadtwerke Tübingen    2:16:38    

Marathon Frauen/DM

1. Domenika MAYER (Deutschland/Regensburg)         2:21:26
2. Fabienne KÖNIGSTEIN (Deutschland/Hannover)     2:24:31
3. Katharina SAATHOFF (Deutschland/Braunschweig)     2:30:52

 

Alle Ergebnisse

 

Nächster Termin; 11.04.2027

 

Informationen: ADAC Marathon Hannover
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