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Deutsche Topstars führen Rekordfeld beim Frankfurt Marathon an

23.10.26
Quelle: Pressemitteilung

Amanal Petros, Samuel Fitwi und Richard Ringer im Fokus: Gelingt dem deutschen Trio ein Rekordrennen? / Hochklassiges internationales Feld / Berlinerin Blanka Dörfel  als spannende Debütantin / Rekordzahl von 19.720 angemeldeten Teilnehmern / Renndirektor Schindlers letztes Rennen nach 25 Jahren

Der 43. Mainova Frankfurt Marathon ist bereit für ein Laufevent der Rekorde. Mit 19.720 Läufern werden mehr Menschen als je zuvor in Frankfurt über die 42,195-Kilometer-Distanz an den Start gehen. Inklusive aller Rahmenwettbewerbe erwarten die Veranstalter die Rekordzahl von 32.828 Teilnehmern aus 128 Nationen.

Im Eliterennen könnten in Frankfurt gleich mehrere sportliche Bestmarken fallen. Bei den Männern ist das schnellste Spitzenfeld in der Geschichte der Veranstaltung seit 1981 am Start. Im Fokus steht das hochkarätige deutsche Trio Amanal Petros, Samuel Fitwi und Richard Ringer. Die drei schnellsten deutschen Marathonläufer aller Zeiten in einem Rennen – diese außergewöhnliche Konstellation sorgt für Aufsehen und Hochspannung.

Amanal Petros (Hannover 96), der bei den Europameisterschaften im August in Birmingham souverän seinen ersten großen internationalen Titel gewann, hält den deutschen Rekord mit 2:04:03 Stunden. Samuel Fitwi (Silvesterlauf Trier) steigerte sich als Zweiter des Hamburg-Marathons im April auf 2:04:45 Stunden und hält damit die deutsche Jahresbestzeit. Richard Ringer (LC Rehlingen), Europameister von München 2022, hat eine offizielle Bestzeit von 2:05:46 Stunden, lief aber im Frühjahr in Boston auf der nicht rekordkonformen Strecke 2:04:47 Stunden. Gemeinsam gewannen die drei bei der EM in Birmingham Silber in der Teamwertung für Deutschland.

 

 

„Wir drei sind nicht nur Konkurrenz, sondern seit vielen Jahren befreundet. Wir pushen uns gegenseitig, und wir haben uns lieb“, beschreibt Amanal Petros die sportlich-freundschaftliche Beziehung der drei Topathleten.

„Meine Vorbereitung in Kenia lief sehr gut. Wenn das Wetter passt, dann kann es passieren“, antwortete Amanal Petros auf die Frage, ob er neben seinem deutschen Rekord von 2:04:03 Stunden auch den Europarekord des Belgiers Bashir Abdi von 2:03:36 Stunden angreifen möchte. Damit würde er zugleich den Streckenrekord brechen, den der Kenianer Wilson Kipsang 2011 mit 2:03:42 Stunden aufgestellt hatte. „Ich träume schon seit einigen Jahren davon, den Europarekord zu brechen“, sagt Amanal Petros.

Der Vize-Weltmeister von 2025 wird mit Samuel Fitwi zumindest einen nationalen Konkurrenten haben, der ihm Paroli bieten möchte. „Der deutsche Rekord ist auf der flachen Strecke in Frankfurt möglich. Ich bin gut vorbereitet und möchte auf jeden Fall meine persönliche Bestzeit unterbieten“, sagt Samuel Fitwi.

Richard Ringer wird das Rennen voraussichtlich etwas vorsichtiger angehen. „Nach dem EM-Marathon in Birmingham hatte ich ein muskuläres Problem. Ich habe bei der Vorbereitung auf Frankfurt dann alles auf eine Karte gesetzt und es hat funktioniert“, sagt der Europameister von 2022.

Dabei könnte am Ende auch einer der internationalen Stars in der Festhalle die Nase vorn haben. Benard Biwott (2:05:25 Stunden) aus Kenia, der Frankfurt-Sieger von 2024, und der Äthiopier Andualem Belay (2:04:44 Stunden) wollen den Sieg holen. „Wir wissen, dass die deutschen Läufer sehr schnell sind. Aber wir versuchen, gegen alle zu gewinnen, egal, woher sie kommen“, betont Belay.

Im Frauenrennen führt Zeineba Yimer mit ihrer Bestzeit von 2:18:47 Stunden die Startliste an. Die 28-jährige Äthiopierin kommt in starker Verfassung nach Frankfurt und will ihre Bestmarke unterbieten. „Ich weiß, dass die Strecke in Frankfurt schnell ist. Das will ich nutzen“, sagt sie. Bei einem idealen Rennen könnte sogar der Streckenrekord in Reichweite kommen. Die Frankfurter Bestmarke liegt seit dem Sieg von Hawi Feysa 2024 bei 2:17:25.

Am Start ist auch Betsy Saina, die nach einer Babypause zurückkehrt. Die US-Amerikanerin mit einer Bestzeit von 2:19:17 Stunden will die Strecke und den Einlauf in die Festhalle auch genießen. „Ich freue mich auf die Stimmung und die Unterstützung der Zuschauer an der Strecke und werde alles für eine starke Zeit geben“, sagt sie.

„Wir wollen, dass die drei deutschen Läufer ganz vorne mitlaufen und um den Sieg kämpfen. Bei den Frauen könnte für Zeineba Yimer der Streckenrekord ein Thema sein. Dazu will Mark Kiptoo eine Weltbestleistung für über 50-Jährige erzielen“, resümiert der Sportliche Leiter Philipp Kopp.

Mark Kiptoo, Sieger des Mainova Frankfurt Marathons 2014, kehrt mit einer besonderen Mission zurück. Als mittlerweile 50-jähriger Läufer will er die seit 1991 bestehende Weltbestleistung in dieser Altersklasse von 2:19:29 Stunden unterbieten. Kiptoo hat Anfang des Monats schon die Halbmarathonweltbestmarke in beeindruckenden 63:17 unterboten.

„Ich möchte gerne Menschen dazu inspirieren, dass sie nicht aufgeben. Dass sie sich um ihren Körper kümmern. Es geht nicht um die Zahl der Jahre, ich bin der Beweis dafür“, sagt Kiptoo.

Aus deutscher Sicht steht auch das Marathondebüt der 24-jährigen Blanka Dörfel (Berliner Athletics CC) im Blickpunkt. Unbekümmert, entspannt und ohne Zeitdruck – so geht sie am Sonntag ihren ersten Marathon an. Ihre Premiere zählt zu den vielversprechendsten Marathondebüts einer deutschen Läuferin seit vielen Jahren. Im Mai hatte sich Blanka Dörfel beim Mainz-Halbmarathon auf 68:06 Minuten verbessert, nachdem sie kurz zuvor den deutschen Meistertitel über 10.000 Meter gewonnen hatte.

„Ich möchte mich vor allem gut fühlen und in meinen Flow kommen. Ich werde ohne Uhr laufen, das mache ich auch im Training. Laufen macht Spaß, es ist ein Gefühl von Freiheit und Groove. Das will ich auch in den Wettkampf einbringen und damit verbreiten, dass es nicht nur um Kampf und Leiden geht“, sagt Dörfel, die sich rund zweieinhalb Monate lang im Höhentraining in Boulder (USA) auf Frankfurt vorbereitet hat. „Das Training lief erstaunlich gut. Es war meine beste Vorbereitung auf ein Rennen bisher“, sagt sie.

Mit dem Rennen am Sonntag geht beim Laufklassiker am Main eine Ära zu Ende. Jo Schindler steht nach 25 Jahren, in denen er das Rennen zu einem internationalen Topevent entwickelt hat, zum letzten Mal als Renndirektor an der Spitze der Organisation. Im kommenden Jahr übernimmt der Frankfurter Holger Kranz die Geschäfte.

„Die Vorfreude überwiegt gegenüber der Wehmut, und die Vorfreude ist größer als je zuvor“, sagt Schindler. „Dieses Wochenende ist etwas Besonderes für mich. Wenn man 25 Jahre gemeinsam mit einem großartigen Team eine Veranstaltung organisiert und weiterentwickelt, hat man eine emotionale Beziehung. Ich möchte dieses Wochenende genießen, mit dem Gefühl, dass wir in den 25 Jahren etwas Großartiges erreichen konnten. Es ist ein Moment, stolz zu sein, und dann eine Veranstaltung zu übergeben, die eine große Zukunft hat.“

Früh in seiner Ägide hat Schindler dem Laufklassiker seinen ikonischen Zieleinlauf die Festhalle verpasst. „Damit haben wir dem Rennen einen spektakulären Charakter verliehen. Wir empfangen unsere Läufer am roten Teppich wie die großen Stars. Ich habe die Veranstaltung immer als Mischung aus Weltklassemarathon und großem Breitensportereignis gesehen. Jeder Läufer und jede Läuferin soll sich willkommen fühlen“, so Schindler. „Wir sind über die Jahre internationaler geworden und seit diesem Jahr ein Gründungsmitglied der European Marathon Classics. Ich will meinem ganzen Team für seinen Einsatz und Fleiß danken, der Stadt Frankfurt und den Sponsoren für ihr Vertrauen. Wenn man die Größe des Events und die Begeisterung drumherum sieht, macht es uns sehr glücklich, dass viele Wünsche in Erfüllung gegangen sind.“

Eine große Unterstützung erhält das Rennen seit vielen Jahren von Titelsponsor Mainova. „Die Begeisterung für den Laufsport und die hochprofessionelle Organisation machen das Besondere dieser Veranstaltung aus“, sagt Ferdinand Huhle, Leiter Konzernkommunikation und Public Affairs der Mainova AG. „Der Mainova Frankfurt Marathon zelebriert den Trendsport in der Gemeinschaft. Der Marathon ist das sportliche Highlight, das wir das ganze Jahr über mit der Förderung sportlicher Aktivitäten unterstützen.“

 

 

Informationen: Mainova Frankfurt Marathon
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