Der Mainova Frankfurt Marathon verzeichnet einen historischen Ansturm: Rund zehn Wochen vor dem Startschuss am 25. Oktober 2026 ist das Kultevent restlos ausverkauft. Damit setzt die Mainmetropole den bundesweiten Trend fort, bei dem urbane Marathon-Großveranstaltungen bereits Monate im Voraus keine Startplätze mehr anbieten können.
Nachdem die Organisatoren am Vormittag über die sozialen Medien Restbestände von nur 40 Tickets vermeldeten, waren diese innerhalb weniger Stunden vergriffen. „Das ging fix: Wir sind ausgebucht! Wir sind ein bisschen sprachlos und überwältigt“, teilte der Veranstalter laut einer Mittelung der Frankfurter Rundschau mit. Insgesamt werden mehr als 18.000 Läuferinnen und Läufer an den Start gehen.
Der enorme Zuspruch zeichnete sich bereits im Frühjahr ab. Schon Anfang Mai war mehr als die Hälfte der Plätze vergeben – ein absoluter Rekord in der Geschichte der Traditionsveranstaltung. Für Individualstarter ist das Rennen um einen Startplatz über die volle Distanz damit gelaufen. Wer dennoch den für seine tolle Stimmung an der Strecke bekannten Marathon erleben möchte, kann sich weiterhin für Staffel-Plätze anmelden.
Die sportliche Euphorie fällt in eine Phase des Umbruchs und lokaler Diskussionen. Nach fast einem Vierteljahrhundert unter der Regie der Frankfurter Agentur Motion Events wechselte der Inhaber. Renndirektor Jo Schindler verkaufte die Agentur im Frühjahr 2026 an London Marathon Events. Die anstehende 43. Auflage im Oktober wird somit erstmals mit internationaler Steuerung und Vermarktung aus London realisiert. Während die Organisatoren optimistisch in die Zukunft blicken, regt sich bei lokalen Vereinen Kritik. Diese fordern Mitspracherechte sowie eine stärkere wirtschaftliche und sportliche Teilhabe an der Traditionsveranstaltung.