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„Jede Oma zählt“: Unterstützung durch Eliteläufer und Flüchtlinge

25.09.16
Quelle: Pressemitteilung

It’s not a second, but 7 seconds away…  Davon kann nun nicht nur Youssou N’Dour, sondern auch Kenenisa Bekele, Gewinner des heutigen Berlin-Marathon ein Lied singen. Denn nur 7 Sekunden haben dem Äthiopier gefehlt, um den aktuellen Weltrekord von 02:02:57 (aufgestellt 2014 von Dennis Kimetto, Kenia) auf der Strecke von 42,195 km zu brechen.

Trotzdem war der 43. Berlin-Marathon für die meisten Läuferinnen und Läufer ein Bilderbuch-Lauf: bei strahlendem Wetter haben über 41.000 Laufbegeisterte die Straßen der Hauptstadt unsicher gemacht. Der offizielle Charity-Partner des Marathons der Superlative, HelpAge Deutschland e.V., startete in diesem Jahr zum wiederholten Male und sammelt Spenden für die Kampagne „Jede Oma zählt“. In Tansania, Äthiopien und Südafrika ist ein Großteil der produktiven, mittleren Generation durch Aids und Migration weggefallen, weshalb sich nun die Großeltern – meistens die Großmütter – um die Enkel kümmern müssen. Zur Unterstützung dieser tapferen Frauen sind die selbsternannten „Oma“-LäuferInnen über die schnellste Strecke der Welt gejagt. „In diesem Jahr sind wir mit 150 Läuferinnen und Läufern gestartet – das ist echt enorm!“, freut sich Lutz Hethey, Geschäftsführer von HelpAge.

 

 

Der Eliteläufer Chalachew Asmamaw Tiruneh ist auch für das Projekt gestartet. Sein Ziel, unter die 10 Besten zu kommen, hat er leider verfehlt. „Bei Kilometer 32 fingen meine Muskeln am ganzen Körper an zu verkrampfen. Ich habe oft an das Aussteigen gedacht. Aber noch mehr habe ich an die alten Menschen in meinem Heimatland gedacht, die ich vor einem Monat besucht habe. Und da habe ich bis zum Ende durchgehalten.“, erzählt der 26-jährige Tiruneh. In Äthiopien hat er sich ein Bild von der Arbeit von HelpAge machen können und verbindet seitdem sein Laufen mit dem guten Zweck. Seine Leistung ist aber trotz der Enttäuschung sehr gut: mit  2:16.07 kommt er heute ins Ziel.

 

 

Unter den „Oma“-LäuferInnen ist auch der junge Flüchtling Abdelmajeed Abdallah. Der 23-Jährige ist vor anderthalb Jahren vom Sudan nach Deutschland geflohen. Die Fahrt über das Mittelmeer hat 7 Tage gedauert und obwohl das Schiff zu kentern drohte und er nicht schwimmen kann, habe er keine Angst gehabt. Der junge Mann will von Anfang an mit Deutschen in Kontakt treten, die Sprache lernen und Teil der Gesellschaft werden. Deshalb nimmt er das Angebot der „Jede Oma zählt“-Gruppe im letzten Jahr gerne an und trainiert mit ihr. Nach einigen Volksläufen stellt sich heraus, dass Abdallah, der im Sudan nie gelaufen ist, Talent hat. Heute läuft er in Berlin zum ersten Mal einen Marathon in einer Spitzenzeit von 2:38:38. „Ich kann es noch gar nicht glauben, was für ein Gefühl!“, schwärmt er erschöpft im Zielbereich. „Ich bin HelpAge so dankbar für alles“.

All der Schweiß, Schmerz und Muskelkater haben sich auf jeden Fall gelohnt: über 80.000 € hat der Spendenmarathon der „Oma“-LäuferInnen eingenommen!
Wer ebenfalls „laufend Gutes“ tun möchte, meldet sich einfach unter 0541-580 540 60 oder laufen@helpage.de

Nähere Informationen auch unter www.helpage.de und www.jede-oma-zählt.de.
 

 


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