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Laufberichte

Ultra Maratona Sorrento Positano

02.12.18 Special Event
 

Wenn bei Capri die rote Sonne im Meer versinkt ….

 

Ja, dann möchte ich heute schon im Ziel sein und bei leckerer Pizza und Rotwein einen schönen Lauf Revue passieren lassen.

Ich bin wieder in Italien, weit im Süden im schönen Sorrent. Eine Woche Urlaub am Golf von Neapel in Kombination mit dem Ultra Coast to Coast von Sorrent nach Positano und zurück nach Sorrent. 54 km über die schöne Halbinsel von Amalfi. Langstreckenlauf kann richtig schön sein.

Ich kann den Erfolg von Rudi Schurickes Capri-Fischer Anfang der Fünfziger Jahre bestens nachvollziehen. Italien war für die Deutschen in der Nachkriegszeit zum Traumland geworden und sie zogen in Massen zum Urlaub über die Alpen gen Italia. Wenn man die traumhafte Landschaft des Golfes von Neapel sieht, kann man das gut verstehen.

Ich war schon die beiden letzten Jahre hier um den Lauf zu machen. 2016 allerdings wurde der Lauf kurzerhand wegen des Verfassungsreferendums von Matteo Renzi vom 04. auf den 18.12. verschoben – ich hatte leider schon gebucht und somit eine reine Urlaubswoche in Bella Italia. Ist ja auch nicht schlecht. Und Renzi hat sein Referendum verloren, geschah ihm Recht.

Diesmal bin ich zur rechten Zeit am rechten Ort. Mitten im Herzen von Sorrent liegt die Piazza Sant'Antonino. Im Teatro Tasso an der Piazza hole ich mir am Samstag meine Startunterlagen. Im Starterbeutel gibt es viele schöne Dinge, ein praktischer Beutel, ein Shirt, eine leichte Weste ...

Wir nutzen die Gelegenheit und schauen uns das altehrwürdige Teatro Tasso an. Von der Terrasse des Teatro hat man einen schönen Blick hinüber über eine Schlucht auf das Hotel Excelsior Vittoria in beeindruckender Lage hoch oberhalb des Hafens. Beim Verlassen der Expo wird mein Name mit der Startnummer 112 auf einem Monitor angezeigt. Der in die Startnummer integrierte Zeitmesschip zeigt, dass er funktioniert. Ich hoffe darauf, dass meine Notrufstartnummer 112 kein böses Omen für morgen ist.

Neben dem Ultra über 54 km wird der Panoramica über 27 Km angeboten. Ein 2 Km Family Run ohne Wertung rundet das Angebot ab. Unter 10 und ab 65 Jahren ist der Start beim Family Run frei. Da muss ich in zwei Jahren noch einmal vorbei kommen.

Wir nutzen den Samstag zum Bummeln durch das uns bekannte Sorrento. Auffallend sauber ist es hier. Da bietet Neapel ein ganz anders Bild. Natürlich stürzen wir uns wieder auf Weihnachtsartikel. Schließlich ist an diesem ersten Adventswochenende bis zum Weihnachtsfest alles in Sorrent auf Weihnachten getrimmt. Ein Eis zur Vorbereitung des morgigen Ultras darf selbstverständlich auch nicht fehlen. Abgerundet wird die Einstimmung auf den Lauf bei Gino im Horse Shoe mit einem leckeren Draft Beer.


 

Frühsport


Die Ultras müssen am Sonntag schon früh ran. Um 7 Uhr geht es los. Gut, dass wir unser Quartier fußläufig zum Start am Corso Italia (Piazza Angelina Lauro) gewählt haben. Eine weite Anreise entfällt und die gewonnene Zeit wird in ein gemütliches Frühstück investiert.

Um kurz nach 6.30 Uhr schlendere ich die wenigen Meter zum Start. Auf der Piazza Angelina Lauro tummeln sich die Ultras. Es ist noch frisch und ich habe extra was zum Überziehen vor dem Start dabei. Die 27er haben noch Zeit. Erst um 9 Uhr wird der Start des Panoramica erfolgen. Um 9.30 beginnt der Family Run.

Ich habe vor, heute sehr defensiv zu beginnen. Schließlich bin ich erst seit drei Wochen wieder im Training. Aber das Zeitlimit von 7 Std. sollte für mich zu schaffen sein. Aber es warten immerhin je 1477 Hm rauf und runter auf die Ultras. Dafür erwarten uns aber auch schöne Blicke auf den Golf von Neapel mit dem Vesuv im Hintergrund, den Inseln Procida, Ischia und vor allem das nahe Capri und der Halbinsel Amalfi.

Ein Zeitproblem wie ich wird der Vorjahressieger Stefano Velatta (3:28:44) nicht haben. Er ist zur Freude des Veranstalters auch 2018 wieder am Start. Insgesamt nehmen rund 400 Läufer den Ultra in Angriff und weit über 1.000 starten beim Panoramica.

 

Amalfitana wir kommen


Es geht los. Das Wetter spielt mit. Es ist mit knapp 10 Grad zwar noch frisch, aber zum Laufen ist das optimal und uns wird uns beim Laufen sicher rasch warm. Zumal die ersten Höhenmeter nicht lange auf sich warten lassen.

Wir laufen von der Piazza Angelina Lauro über den Corso Italia. Nach wenigen Metern passieren wir den markanten Weihnachtsbaum auf der Piazza Torquato Tasso. Weiter geht es über den Corso Italia. Letztes Jahr noch war hier die ganze Straße eine lange Baustelle. Nun ist alles schön hergerichtet und die Straße ist zu einer Fußgängerzone geworden. Schön ist es hier zu flanieren.

Ich laufe am Horse Shoe vorbei. Gino winkt mir zu. Ich verspreche am Montag auf ein Bier herein zu schauen. Der Corso Italia entlässt uns auf die Via Capo. Rechts führt ein Sträßchen hinunter zum kleinen Hafen der Marina Grande. Wir laufen aus Sorrent hinaus, vorbei geht es an einigen Hotels, die sich eng den Hang schmiegen, sowohl hinauf als auch hinunter. Im Moment ist hier allerdings nichts los. Es ist keine Saison in Sorrent. Aber im Sommer wird es sicher ganz anders sein.

Links liegt das Hotel Capodimonte. Hier zweigt ein Weg ab den wir schon nach Massa Lubrense gewandert sind. Heute strebe ich dem Ort auf der Straße entgegen.   
Auf der anderen Seite des Golfs von Neapel erhebt sich markant der Vesuv. Er ist noch nicht ganz klar zu erkennen im Morgendunst, sieht aber trotzdem beeindruckend aus. Der Moloch Neapel liegt schon in der Sonne. Ebenso die Inseln Ischia und Procida. Ein tolles Panorama direkt auf den ersten Kilometern.


 

Capri-Fischer


Im Ortsteil Capo biegt links ein Sträßchen ab zur einst prachtvollen römischen Villa di Pollio. Bin ich schon gewandert. Heute verzichte ich auf den Abstecher und bleibe auf der Straße. Ich bin fast letzter im Feld. Ist mir egal, ich lasse es ganz gemütlich angehen.

Vor Massa Lubrense können wir den ersten Blick auf das nahe Capri werfen. Der Blick hinüber nach Capri und über den Golf von Neapel ist fantastisch. Ich genieße in vollen Zügen. Darum bin ich hier und tue mir das ohne richtiges Training an. Mir fallen die Capri-Fischer von Rudi Schuricke ein. Das Lied geht mir nicht mehr aus dem Kopf.
1949 hatte Rudi Schuricke mit den Capri-Fischern einen seiner größten Erfolge.

Interessanterweise wurde das Lied aber bereits 1943 aufgenommen. Es wurde kurz darauf jedoch verboten, da Italien nicht mehr zu den Verbündeten des Dritten Reiches gehörte. Für die Capri-Fischer wurde Rudi Schuricke als einem der ersten Deutschen Sänger nach dem Krieg eine Goldene Schallplatte verliehen.

In der Folge hatte er mit Titeln wie O mia bella Napoli, Laß uns träumen am Lago Maggiore, Frühling in Sorrent weitere Spitzenplätze in den Hitparaden bevor es mit der aufkommenden Rockmusik ruhiger um ihn wurde. In der Nachkriegszeit hat Rudi Schuricke mit seinen Liedern den Geist der Zeit und das Lebensgefühl der Deutschen getroffen und sehr zum Mythos von Italien als Reiseziel für die Deutschen beigetragen. Ob mir das Lied heute noch einmal aus dem Kopf gehen wird?

Ich versuche mich auf die Strecke zu konzentrieren. Aber immer wieder wandert mein Blick hinüber nach Capri. Deutlich ist der Monte Solaro zu sehen und auch die Klippen vor der Tiberius Villa. Dort ließ der Kaiser so manchen unliebsamen Menschen die Klippen hinunterspringen.

 

 

Forza, Forza


Ich strebe weiter aufwärts. So langsam erwachen die Orte. Ein Sparladen bereitet sich auf das Tagesgeschäft vor. Der Chef steht in weißer Schürze vor dem Laden. Wir laufen durch Massa Lubrense. Vorbei an der Grace Kitchen Bar, ein nettes Cafe. Kann ich von meinen früheren Besuchen empfehlen. Guter Kaffee, leckerer Kuchen. Hat aber heute Morgen noch zu. Also strebe ich weiter an der Kirche vorbei, grüße die freundlichen Polizisten, die auch hier die Strecke absichern und laufe durchs Zentrum von Massa Lubrense. Ist überschaubar,  ich bin schnell durch.

Immer wieder werde ich mit einem freundlichen Forza, Forza angefeuert. Plötzlich ist ein Radfahrer neben mir und feuert mich an. Rasch nutze ich die Situation und steige auf sein Rad. Aber Michele, ein anderer Läufer schreitet ein und verhindert den Deal. Ich muss weiter laufen.

Oft blicke ich auf den Golf von Neapel. Der Vesuv thront über der Stadt, die Inseln Ischia, Procida und Capri liegen in der aufsteigenden Sonne. Über Neapel liegt eine Dunstglocke.

Wir kommen durch Marciano. Eine Verpflegung wartet auf uns. Es gibt Wasser und Iso. Km 10 wird passiert. Es geht immer weiter aufwärts. Bei Km 12 haben wir das Zentrum von Termini erreicht. Vom Platz im Ortszentrum hat man einen fantastischen Blick auf das nahe Capri. Sogar die Faraglione Felsen sind gut zu sehen.

Ich setze mich auf einen Stuhl. Basta Cosi fragt ein Italiener? Nein, nix Basta sage ich. Problema con la piedi. Ich muss mir den rechten Fuß tapen wegen einer Blase. Hoch motiviert nach diesem kleinen Aufenthalt setze ich den Lauf fort.

 

 

Sant'Agata


Die Gegend ist mir von meinen früheren Besuchen bestens bekannt. Der Blick voraus zum Golf von Salerno ist vielversprechend. Die drei kleinen Inselchen Li Galli sind schon zu erkennen, ebenso der Felsen von Scoglio Vetara. Der Blick zurück zeigt die markanten Doppelgipfel des Monte San Costanzo. Rechts auf dem Hauptgipfel sind die Antennen gut zu sehen, links die würfelförmige Cappella San Costanzo.

Ich orientiere mich aber nun nach vorne. An einer Verzweigung halten Streckenposten und Polizei die Straße weiter für uns frei. Autos müssen links abbiegen und wir Läufer rechts, natürlich weiter hinauf. Die nächste VS bringt willkommene Labung. Bei Km 16 steht auf einer Kuppe eine alte Kirche.

Meine Kräfte schwinden. Ich sehne mich nach Sant'Agata. Endlich wird der Ort erreicht. Leider muss ich kurz vor dem Cafe Central rechts abbiegen. Schade, der Kaffee war auch hier immer gut.

Ein Schild weist uns den Weg nach Positano. Noch 10 Km bis dahin. Puh, das wird hart. Von dort müssen wir ja noch zurück nach Sorrent. Weiter geht es auf der SS 145. Km 20 wird passiert. Eine kleine Kirche liegt markant links von der Straße auf einer Anhöhe.


 

Es geht abwärts


Es geht hinunter nach Colli di Fontanelle. Von hier oben am höchsten Punkt der Strecke haben wir einen tollen Blick auf die Küste von Amalfi und die Monti Lattari.  Mir haben es besonders der Monte Sant Angelo mit der Spitze Monte San Michele angetan. Links sieht man den Golf von Neapel, rechts hat man den Golf von Salerno im Blick. Le due Golfi.

Ich glaub es nicht. Polizeimotorräder und das Führungsfahrzeug kommen mir entgegen. Es folgt der Führende mit der Startnummer 1. Ich bin noch vor dem Ort Fontanelle bei etwa Km 23 und da kommt mir schon einer entgegen. Was mache ich falsch? Carmine Buccilli jedenfalls hat heute alles richtig. In 3.18,23 Std. verbessert er den alten Sreckenrekord um mehr als 10 Minuten. Was für eine Leistung!

Es geht abwärts, hinunter nach Fontanelle. Durch den Ort und weiter nach Colle di San Pietro. Eine weitere VS bietet Stärkung. Beim Blick auf das dort aufgestellte KM 40-Schild wünsche ich mich schon auf dem Rückweg.

Ich spüre meine Kräfte schwinden. O.k., dann muss ich heute alles mit Erfahrung raus reißen. Der Weg nach Colli di San Pietro kam mir aber noch nie so lange vor wie heute. Ich kämpfe und laufe weiter.

Immer mehr Läufer kommen mir jetzt entgegen. Ich passiere Colli di San Pietro. Von hier aus will ich in der nächsten Woche den Monte San Michele besteigen. Aber jetzt stürze ich mich hinunter nach Positano. Na ja, ich bleibe im Laufschritt. 7 Km sind es noch bis Positano. Die werde ich doch wohl noch schaffen.


 

Herrliche Ausblicke


An einem Aussichtspunkt bietet eine VS willkommene Stärkung. Und einen schönen Blick auf Li Galli. Links kommen uns Läufer von Positano entgegen. Im Hintergrund ist Praiano am Hang zu erkennen. Von hier aus bin ich vor zwei Jahren den berühmten Wanderweg Sentiero degli Dei bis Nocelle bei Positano gegangen. Absolut zu empfehlen. Eine grandiose Wanderung.

Erste Sahne ist auch der jetzt zu laufende Streckenabschnitt. Ein wahres Sahnehäubchen. Einfach nur zum Genießen. Das meint auch Daniel, der In Rom lebt und eigens für den Lauf in den Süden gekommen ist.

Ich komme gar nicht mehr aus dem Fotografieren raus. Nach jeder Ecke kommt ein neuer toller Ausblick. Ich muss mich richtig bremsen. Positano liegt versteckt in einer Bucht, von der Strecke aus nicht zu sehen. Praiano ist zu sehen und kommt immer näher.

Die Amalfitana macht jede Biegung der Berge mit und nach jeder Biegung kommt eine neue. Scheinbar endlos geht das so. Doch noch gefühlt tausend Biegungen und mindestens ebenso vielen herrlichen Ausblicken kommen wir Positano doch näher. Bevor wir den Wendepunkt vor dem Ort erreichen müssen wir jedoch noch ein gutes Stück steigen. Darauf bin ich mental überhaupt nicht eingestellt. Aber mit Kampf und Willen geht es auch hier hinauf und hinunter bis zum Wendepunkt.

 

 

Die Wende


Sehr aufmunternd bei meinen Kampf ums Weiterkommen sind die vielen gut gelaunten Läufer, die mir entgegenkommen und stets bei einem Foto den Daumen heben, Lachen und/oder einen flotten Spruch draufhaben. Grazie, Forza, Avanti …

Km 30 ist geschafft. Und da endlich liegt Positano vor mir. An einem sehenswerten Obst- und Gemüsestand ist ein Aussichtspunkt. Großartig und wunderschön anzusehen, wie sich die Häuser vom Strand den Berg hinauf ziehen. Für solche Bilder ist die Amalfiküste berühmt.

Ich kann mich kaum satt sehen. Aber ich will jetzt auch zum Wendepunkt und den Rückweg in Angriff nehmen. Zwar ist schon mehr als die Hälfte der Strecke geschafft, aber es liegen noch etliche Höhenmeter beim Rückweg vor mir.

Nach 3.46 Std. laufe ich über die Zeitmessmatte an der Wende. Tomasso hinter mir reißt die Arme hoch als wäre er schon im Ziel. Laufend und mehr und mehr in den Steigungen gehend nehme ich den Rückweg in Angriff. Zuerst geht es aufwärts, dann folgt ein Stück abwärts. Und dann kommt die lange Steigung hinauf bis zum Colle di Fontanelle. Es ist ordentlich warm geworden. Ich gieße wo es geht Wasser zur Kühlung über den Kopf. Das wirkt und bringt mich weiter.


 

Zweikampf


Daniele fällt mir auf. Er sammelt die Banner von Napoli Running entlang der Amalfitana ein. Immer wieder muss er stoppen, aussteigen und die Banner abmachen. Das nutze ich stets aus und ziehe wieder an ihm vorbei. Dann fährt er wieder an mir vorbei, fragt nach, ob ich eine Mitfahrgelegenheit bräuchte und lacht. Das Spiel wiederholt sich etliche Male. Dadurch wird der Aufstieg kurzweilig. Es geht, ich komme vorwärts. Zwar ist die Straße mittlerweile nicht mehr verkehrsfrei, aber es geht gut. Nur die rasenden Motorräder brauche ich jetzt nicht wirklich.

Und ich überhole einige Läufer. Das motiviert. Weniger motivierend ist der beginnende Abbau der VS, aber ich bekomme noch Wasser und Iso, auch greife ich noch bei den angebotenen Äpfeln zu. Die Verpflegung dürfte ruhig etwas breiter aufgestellt sein. Und Cola hätte ich ab Km 30 auch gerne gehabt.

Aber lassen wir das Gemeckere. Ein toller Lauf geht so langsam zu Ende. Ich schaffe es hinauf nach Fontanelle und noch höher um dann von dort oben herabzustürzen Richtung Sorrent. Na ja, es ist mehr ein stürzen, aber immerhin herab. Ich bleibe im Laufschritt und bin mir nun sicher innerhalb der Sollzeit von 7 Std. ins Ziel zu kommen.
Ich kann es nicht lassen. Der Blick hinüber zum nun wieder im Blick befindlichen Vesuv ist zu schön. Also noch ein Foto vom Vulkan und weiter geht es. Km 40 und 45 werden passiert. Das Hinablaufen geht doch fast wie von selbst. Ich mache immer wieder die Erfahrung, wenn ich so richtig kaputt bin, geht es abwärts immer noch richtig – verhältnismäßig – gut. Und so ist es auch heute.

Vor Sant'Agata biegen wir rechts ab und laufen anders als auf dem Hinweg nach Sorrent. Der Blick hinunter zum Ziel motiviert. Zwei  weitere Zeitmessmatten sind zu überlaufen, 6.11 Std. nach 50 Km geben mir die Gewissheit, das Ziel innerhalb der Zeit zu erreichen.

 

Anziehungskraft des Zieles


Das immer näher kommende Ziel lässt mich weiter laufen. Zudem kenne ich ja jeden Meter der Straße hier und mache Druck. Ein Läufer sitzt auf der Leitplanke und kann nicht mehr.

Und nun wechseln auch noch die Km-Schilder. Es werden nur noch die zu laufenden 2 Km angezeigt. Motivation pur. Hinunter geht es Richtung Sorrent, nochmals vorbei an den vielen Hotels am Hang und hinein von der Via Capo in die Corso Italia. Kurz vor der Fußgängerzone des Corso italia steht der Ultimo KM, der Teufelslappen. Zwar bummeln trotz Absperrbänder viele Menschen auf der Einkaufsstraße, aber ich kann stets ausweichen und komme dem riesigen Weihnachtsbaum an der Piazza Torquato Tasso immer näher.

 

 

Vorbei am Weihnachtsbaum nehme ich letzten dreihundert  Meter in Angriff. Über den blauen Teppich laufe ich die finalen Meter dem Ziel entgegen. Nach 6.31 Std. habe ich es geschafft. Daniel kommt direkt nach mir ins Ziel. Gemeinsam holen wir uns die verdiente Medaille und einen Obstbeutel.

Ich bin kaputt. Nach drei Wochen Training so ein harter Lauf ist nicht zur Nachahmung zu empfehlen, der Lauf an sich allerdings uneingeschränkt.

Und Rudi Schurickes Capri-Fischer werden mich auf meinen in den nächsten Tagen noch folgenden Wanderungen begleiten.

Grazie Sorrento, Grazie Amalfitana! Ich habs genossen.

 

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Fazit

Faszinierender Ultra in traumhaft schöner Landschaft. Sehr gut mit einem Urlaub zu kombinieren. Capri, Ischia, die Halbinsel Amalfi, Herculaneum, Pompeji und das nahe Neapel mit seinen Sehenswürdigkeiten lassen eine Woche schnell vergehen. Zudem kann man herrliche Wanderungen machen. Höhepunkt ist der Sentiero degli Dei. Ein Muss für Wanderfreunde.

Am besten mehrmals kommen!

 

Sieger:


Frauen

Noora Katarina Honkala (Finnland)    4.15,00 Std.

Männer

Carmine Buccilli (Italien)            3.18,23 Std.

 

 


 

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